Autoindustrie Dallas im DaxSeite 2/2
Piëch strebt nach Größe, er interessiert sich mehr für den Automobilbau als für das Geldverdienen. Er repräsentiert einen Unternehmertypus, der in der Großindustrie selten geworden ist. Produkte sind ihm wichtiger als Profitabilität. Er ist ein Industrieller, kein Investor. Seinem Wesen nach ist Piëch ein Autokrat, aber ein aufgeklärter. Er befürwortet eine gewerkschaftlich geprägte Firmenkultur. »Sie brauchen zu Beginn zwar etwas länger, um ihren Weg durchzusetzen, haben dann aber auch 350000 Mitarbeiter sicher hinter sich«, hat er gesagt. Ein Satz, der Bände spricht.
Piëch und Wiedeking sind sich ähnlich in ihrer Leidenschaft und ihrer Willensstärke. Beide sind Reizfiguren. Bei Wiedeking entzündete sich die Kritik auch an seinem Einkommen von zuletzt zu 80 Millionen Euro im Jahr. Er hat der Familie die Mehrheit an dem größten europäischen Autokonzern verschafft, ohne dass sie dafür einen Euro an Kapital aufbringen musste. Man kann ihm nicht verdenken, wenn er es für maßvoll hält, an diesem wirtschaftlichen Erfolg im Prozentbereich zu partizipieren.
Nun scheidet er mit einer 50-Millionen-Abfindung aus, angeblich weniger, als ihm vertraglich zustünde. Die Hälfte davon will er für soziale Zwecke stiften, die andere Hälfte wird investiert. Das Publikum damit trösten, dass das Geld bei diesem unternehmerischen Ausnahmetalent gut aufgehoben ist: Wiedeking weiß damit etwas Gutes anzufangen.
Das Ringen der Großaktionäre und Manager um die Zukunft von VW und Porsche ist weder zerstörerisch noch skandalös. Anstößig ist etwas anderes: dass unter den Eigentümern eines Unternehmens, das Volkswagen heißt und Volkswagen produziert und dessen Anteile 1961 als Volksaktien ausgegeben wurden, das Volk heute so gar keine Rolle mehr spielt. Belegschaft und Kleinaktionäre haben Kasse gemacht und der unerwünschten Vermögenskonzentration damit Vorschub geleistet. Es sollte uns zu denken geben, dass die Deutschen ihr Geld in den vergangenen Jahren lieber in Lehman-Zertifikaten und auf Kaupthing-Konten angelegt haben als in den Aktien ihrer führenden Industrieunternehmen.
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- Datum 23.07.2009 - 15:05 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 23.07.2009 Nr. 31
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In der gesamten Diskussion - die angesichts der Erinnerungskürze der Berichterstatter manchmal an Parteiabrechnungen nach verlorenen Wahlen erinnert - wird nicht mehr erwähnt, dass noch vor ca. drei Jahren VW als wackliger Übernahmekandidat dastand! Auch diese Zeitung debattierte darüber. Und man malte sich schon Horrorszenarien aus, wie es mit VW weltweit weiterginge - nach einer Übernahme durch Finanzjongleure.
Wie froh war man damals, dass Porsche große Aktienpakete von VW erworben hatte!
So viel auch zu den Führungskunststücken von Herrn Piech.
Tatsächlich war Herr Piech ja an der Einsetzung von Wiedeking bei Porsche beteiligt und hatte grundsätzlich auch nichts dagegen, aus beiden Firmen einen Gesamtkonzern zu schmieden.
Wiedeking ist aber spätestens dann auf das falsche Gleis geraten, als er verkündete, er wolle bei VW mal so richtig aufräumen. Von Stuttgart aus, sowie mit den bei Porsche üblichen Mangementmethoden und den dort angesetzten Renditezielen.
Das hätte in letzter Konsequenz zu der Einsicht führen müssen, dass man Kompakt- und Mittelklassemodelle, welche die Masse des VW-Absatzes ausmachen, zu diesen Konditionen gar nicht mehr in Deutschland produzieren kann. Ergo: weg mit den Fabriken ins Ausland. Das Herr Wulff hier alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, kann man ihm wohl kaum verdenken. Er musste sogar tun, wenn er einen Totalschaden der niedersächsischen Wirtschaft verhindern wollte.
Tatsächlich war Herr Piech ja an der Einsetzung von Wiedeking bei Porsche beteiligt und hatte grundsätzlich auch nichts dagegen, aus beiden Firmen einen Gesamtkonzern zu schmieden.
Wiedeking ist aber spätestens dann auf das falsche Gleis geraten, als er verkündete, er wolle bei VW mal so richtig aufräumen. Von Stuttgart aus, sowie mit den bei Porsche üblichen Mangementmethoden und den dort angesetzten Renditezielen.
Das hätte in letzter Konsequenz zu der Einsicht führen müssen, dass man Kompakt- und Mittelklassemodelle, welche die Masse des VW-Absatzes ausmachen, zu diesen Konditionen gar nicht mehr in Deutschland produzieren kann. Ergo: weg mit den Fabriken ins Ausland. Das Herr Wulff hier alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, kann man ihm wohl kaum verdenken. Er musste sogar tun, wenn er einen Totalschaden der niedersächsischen Wirtschaft verhindern wollte.
Daß Macht käuflich ist, war ja bekannt. Jetzt weiß man auch den Preis in Euro dafür.
Ob es ein preiswerter Deal war, hängt entscheidend davon ab, ob die Ware Porsche mit seinen Mitarbeitern es ähnlich sieht.
Porsche hat mit angesparten Gewinnen und relativ geringen Bankkrediten mehr als die Hälfte von VW gekauft und besitzt die Option auf eine Dreiviertelmehrheit. Dann kam das große Finanzgewitter, und nun wollen die Banken einen Teil ihres Geldes zurück. Porsche ist in Verdrückung.
Das große Finanzgewitter ist weder allein noch primär ursächlich für die gescheiterte Übernahme, sondern die politische Einflussnahme im Brüsseler Verfahren gegen das VW-Gesetz. Nachdem Frau Merkel Herrn Piech dortselbst die Steigbügel gehalten hat, kann man wohl davon ausgehen, dass das VW-Gesetz (dem shareholder) seinen Dienst getan hat und die längste Zeit Bestand hatte (was gut so ist und schon längst der Fall sein könnte).
Sowohl Finanzkrise als auch unverhoffte Substitution des VW-Gesetzes brachen Porsche respektive Wiedeking das Genick.
Allerdings war das VW-Gesetz der stärkere Faktor, denn ohne selbiges hätte Piëch auch nach Porsches Liquiditätsproblemen die Übernahme weiter forciert.
Hier haben die kompetenten Macher à la Wiedeking und Härter die Rechnung ohne den sämigen Schleim der Politik gemacht. Und Piëch war mal wieder janusköpfig und hat Hüh und Hott zugleich gerufen!
Sowohl Finanzkrise als auch unverhoffte Substitution des VW-Gesetzes brachen Porsche respektive Wiedeking das Genick.
Allerdings war das VW-Gesetz der stärkere Faktor, denn ohne selbiges hätte Piëch auch nach Porsches Liquiditätsproblemen die Übernahme weiter forciert.
Hier haben die kompetenten Macher à la Wiedeking und Härter die Rechnung ohne den sämigen Schleim der Politik gemacht. Und Piëch war mal wieder janusköpfig und hat Hüh und Hott zugleich gerufen!
Eines sollte man bei all der Aufregung nicht vergessen. Wiedeking ist ein Angestellter, der nach ueberaus erfolgreicher Zeit jedes Masz verloren hat. Wiedeking spielt mit Geld anderer Leute und wird im Schadensfall keine finanziellen Konsequenzen im Sinne von Eigentumsverlust erfahren. Die vergangenen Monate zeigen, dass Wiedeking bisher von reichlich Glueck verfolgt war, letzendlich aber dann doch ein typischer Vertreter seiner Klasse bleibt und der Gier alles opfert. Gleiches gilt fuer die meisten Beteiligten an diesem Spiel. Was da vor sich geht hat mit den realen Beduerfnissen des Gemeinwesens und der Volkswirtschaft wenig zu tun.
Die Kugelt rollt. Rien ne va plus!
Wiedeking ist eine Ausnahme bei dieser im Grunde berechtigten Kretik an den Managern generell.
Soweit ich informiert bin hat Wiedeking mit seinem Privatvermögen gehaftet, als er bei Porsche anfing. Der Autobauer stand damals kurz vor der Insolvenz.
Bei dieser Diskussion gegenüber den "Managern" wird auch immer gerne vergessen, dass deren Gehälter Peanuts sind im Vergleich zu den "Werten" die einige gegenüber ihren Shareholdern geschaffen haben.
Diese Phrase hat man zwar oft gehört und meist ist Sie einfach nur Unsinn (weil die Werte höchstens kurzfristig erzielt werden) aber in diesem konkreten Fall hat der Manager Wiedeking und sein Finanzvorstand dem P & P Clan einen massiven Vermögensschub verpasst. Aus Anteilseignern eines maroden Autoherstellers wurden die Mehrheitsaktionäre des wohl bald größten Autobauers der Welt.
Wenn Wiedking an diesem Erfolg mitverdient ist es kein Geld, dass er der Belegschaft entwendet, sondern ein "Zückerli" der Herren die durch seine Hilfe sehr viel reicher geworden sind. Wie es anders gehen kann, kann man bei der Frau Schickedanz und dem Herrn Middelhoff erleben.
Diese Diskussion über horende Managergehälter ist eine Scheindiskussion und wenn wir uns über soziale Gerechtigkeit unterhalten wollen, sollten wir viel mehr über die Vermögenseinkommen diskutieren und nicht die Arbeitseinkommen bzw. über die Vermögenskonzentration und staatliche Aufgaben.
Wiedeking ist eine Ausnahme bei dieser im Grunde berechtigten Kretik an den Managern generell.
Soweit ich informiert bin hat Wiedeking mit seinem Privatvermögen gehaftet, als er bei Porsche anfing. Der Autobauer stand damals kurz vor der Insolvenz.
Bei dieser Diskussion gegenüber den "Managern" wird auch immer gerne vergessen, dass deren Gehälter Peanuts sind im Vergleich zu den "Werten" die einige gegenüber ihren Shareholdern geschaffen haben.
Diese Phrase hat man zwar oft gehört und meist ist Sie einfach nur Unsinn (weil die Werte höchstens kurzfristig erzielt werden) aber in diesem konkreten Fall hat der Manager Wiedeking und sein Finanzvorstand dem P & P Clan einen massiven Vermögensschub verpasst. Aus Anteilseignern eines maroden Autoherstellers wurden die Mehrheitsaktionäre des wohl bald größten Autobauers der Welt.
Wenn Wiedking an diesem Erfolg mitverdient ist es kein Geld, dass er der Belegschaft entwendet, sondern ein "Zückerli" der Herren die durch seine Hilfe sehr viel reicher geworden sind. Wie es anders gehen kann, kann man bei der Frau Schickedanz und dem Herrn Middelhoff erleben.
Diese Diskussion über horende Managergehälter ist eine Scheindiskussion und wenn wir uns über soziale Gerechtigkeit unterhalten wollen, sollten wir viel mehr über die Vermögenseinkommen diskutieren und nicht die Arbeitseinkommen bzw. über die Vermögenskonzentration und staatliche Aufgaben.
Wiedeking ist eine Ausnahme bei dieser im Grunde berechtigten Kretik an den Managern generell.
Soweit ich informiert bin hat Wiedeking mit seinem Privatvermögen gehaftet, als er bei Porsche anfing. Der Autobauer stand damals kurz vor der Insolvenz.
Bei dieser Diskussion gegenüber den "Managern" wird auch immer gerne vergessen, dass deren Gehälter Peanuts sind im Vergleich zu den "Werten" die einige gegenüber ihren Shareholdern geschaffen haben.
Diese Phrase hat man zwar oft gehört und meist ist Sie einfach nur Unsinn (weil die Werte höchstens kurzfristig erzielt werden) aber in diesem konkreten Fall hat der Manager Wiedeking und sein Finanzvorstand dem P & P Clan einen massiven Vermögensschub verpasst. Aus Anteilseignern eines maroden Autoherstellers wurden die Mehrheitsaktionäre des wohl bald größten Autobauers der Welt.
Wenn Wiedking an diesem Erfolg mitverdient ist es kein Geld, dass er der Belegschaft entwendet, sondern ein "Zückerli" der Herren die durch seine Hilfe sehr viel reicher geworden sind. Wie es anders gehen kann, kann man bei der Frau Schickedanz und dem Herrn Middelhoff erleben.
Diese Diskussion über horende Managergehälter ist eine Scheindiskussion und wenn wir uns über soziale Gerechtigkeit unterhalten wollen, sollten wir viel mehr über die Vermögenseinkommen diskutieren und nicht die Arbeitseinkommen bzw. über die Vermögenskonzentration und staatliche Aufgaben.
...womit wir wieder bei der Indispensabilität einer adäquaten Vermögenssteuer für unsere Geldelite mit vornehmlich leistungslosen Einkommen sind.
Und bei der korrumpierten Politik, die genau das Gegenteil macht: Eine Madeleine Schickedanz zahlt weniger Steuern als ich!
...womit wir wieder bei der Indispensabilität einer adäquaten Vermögenssteuer für unsere Geldelite mit vornehmlich leistungslosen Einkommen sind.
Und bei der korrumpierten Politik, die genau das Gegenteil macht: Eine Madeleine Schickedanz zahlt weniger Steuern als ich!
Tatsächlich war Herr Piech ja an der Einsetzung von Wiedeking bei Porsche beteiligt und hatte grundsätzlich auch nichts dagegen, aus beiden Firmen einen Gesamtkonzern zu schmieden.
Wiedeking ist aber spätestens dann auf das falsche Gleis geraten, als er verkündete, er wolle bei VW mal so richtig aufräumen. Von Stuttgart aus, sowie mit den bei Porsche üblichen Mangementmethoden und den dort angesetzten Renditezielen.
Das hätte in letzter Konsequenz zu der Einsicht führen müssen, dass man Kompakt- und Mittelklassemodelle, welche die Masse des VW-Absatzes ausmachen, zu diesen Konditionen gar nicht mehr in Deutschland produzieren kann. Ergo: weg mit den Fabriken ins Ausland. Das Herr Wulff hier alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, kann man ihm wohl kaum verdenken. Er musste sogar tun, wenn er einen Totalschaden der niedersächsischen Wirtschaft verhindern wollte.
Pro:
Die Kooperation hilft Porsche, weil Plattformen multipliziert und Fixkosten gesenkt werden können.
Eine Refinanzierung der Übernahme qua VW-Kasse hätte VW geschwächt.
Contra:
Der fähigste und kompetenteste Automanager geht dem Konzern verloren. Porsche beseitigt Fehler in wenigen Tagen (ein für allemal!), VW braucht Wochen dazu (und viele Worte!)
Piëch steht für alles und nix. Er steht für Liebe zur Technik wie für sinnlose Kostenexplosion. Als W. Bernhard VW sanierte, kam heraus, dass im VW Golf irrelevante Einzelteile und unsichtbare Komponenten viel zu teuer waren.
Als das VW-Gesetz zu kippen drohte, wollte Piëch die Übernhame durch Porsche. Als es in abgeschwächter Form zurückkehrte (dank Wulff, Osterloh und Merkel), machte er eine Kehrtwendung.
Piëch ist eine Sphinx, die sich allzu meist selbst rätselhaft bleibt. Er steht für den Porsche 917, für Audis Aufstieg in die Oberklasse, für das Millionärsspielzeug Veyron wie für horrende Kostenineffizienz.
Wiedeking ist geradlinig und sucht den direkten Weg zum Erfolg. Was er nicht kann: Politik und Diplomatie. Dass er ausgerechnet hieran gescheitert ist, ist eine übler Treppenwitz!
Sowohl Finanzkrise als auch unverhoffte Substitution des VW-Gesetzes brachen Porsche respektive Wiedeking das Genick.
Allerdings war das VW-Gesetz der stärkere Faktor, denn ohne selbiges hätte Piëch auch nach Porsches Liquiditätsproblemen die Übernahme weiter forciert.
Hier haben die kompetenten Macher à la Wiedeking und Härter die Rechnung ohne den sämigen Schleim der Politik gemacht. Und Piëch war mal wieder janusköpfig und hat Hüh und Hott zugleich gerufen!
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