Banken Kappt die Boni!
Die Wut über die neuerlichen Milliardengewinne der Banken ist falsch – der Aufruhr über die Verwendung der Gewinne jedoch nicht

© Getty Images
Banker verlassen die Zentrale von Goldman Sachs in New York: Bis heute gehört das Bonussystem für seine "Verteidiger" zum Wesen des Investmentbanking
Die Zahlen, die die Welt vergangene Woche vernehmen durfte, sind eindrucksvoll. Goldman Sachs: 3,4 Milliarden Dollar. JPMorgan Chase: 2,7 Milliarden Dollar. Bank of America: 3,2 Milliarden Dollar. CitiGroup: 4,3 Milliarden Dollar. Überraschend hoch sind die Gewinne, die diese Banken im zweiten Quartal 2009 erzielt haben. Weitere Kreditinstitute werden ihnen in den nächsten Wochen folgen und ebenfalls ihre jüngsten Geschäftszahlen bekannt geben, unter ihnen die Deutsche Bank. Jeder weitere Milliardengewinn, der dann vermeldet wird, dürfte die Debatte anheizen: Sie zocken wieder! Die Turbobanker! Nur wenige Monate nachdem sie die Welt an den Rand des Kollapses getrieben haben und nur durch den Steuerzahler gerettet werden konnten!
Die Zyniker haben Konjunktur. Das US-Musikmagazin Rolling Stone skizzierte Goldman Sachs kürzlich als Blutsauger, andere Kommentatoren lancieren spöttische Meldungen, denen zufolge die Bank kurz vor der Übernahme des US-Finanzministeriums stehe: »Sie drucken Geld. Genau wie wir!« Es herrscht ein diffuses Unbehagen darüber, dass die Exzesse sich wiederholen könnten und die Politik sich immer noch scheut, dem Treiben Einhalt zu gebieten.
Aber man muss differenzieren. Die Aufregung über die Milliardengewinne ist voreilig. Der Aufruhr darüber hingegen, wie die Banken ihre Gewinne verwenden – der ist berechtigt. Die Regierungen sollten die Sonderzahlungen, die viele Banken ihren Mitarbeitern gewähren, strikter reglementieren.
So spektakulär die Gewinnzahlen auch klingen, so wenig sagen sie darüber aus, ob die Banken bereits wieder »zocken«. Die Bank of America und die CitiGroup wären ohne Spartenverkäufe und dadurch erzielte Milliardenerlöse tief in den roten Zahlen. Fast alle Banken profitieren von fehlendem Wettbewerb: Bear Stearns, Lehman Brothers oder Merrill Lynch sind vom Markt verschwunden – das treibt den Überlebenden neue Kunden zu und erlaubt höhere Gewinnmargen. Zudem hatten insbesondere Investmentbanker zuletzt schlicht viel zu tun: Unternehmen und Staaten benötigten ihre Hilfe, um über Anleihen Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen, Wertpapiergeschäfte zu tätigen oder sich gegen Währungsschwankungen abzusichern. Zeiten der Unsicherheit sind immer auch Zeiten der Banken.
Über diese ökonomischen Faktoren hinaus gibt es auch staatliche Hilfen, die den Banken nutzen – sogar jenen, die formal bisher keine Stützung in Anspruch genommen haben. Ohne die Änderung von Bilanzierungsregeln würden die Abschreibungen aller Banken weit höher ausfallen. Die von den Notenbanken stark gesenkten Zinsen erlauben den Kreditinstituten, sich günstig zu refinanzieren. Bei mancher Rettung sind viele Milliarden an Banken weitergeflossen, so bei der Stützung des Versicherers AIG in den USA, der mit Steuergeldern Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beglich. Und dann ist da die mehr oder minder offizielle Staatsgarantie, die alle Großbanken weltweit derzeit vor dem Untergang schützt und partiell waghalsiger agieren lässt, als es ohnehin schon der Fall ist.
Fast alles, was das Finanzsystem stabilisiert, hilft den Banken. Dieser Punkt ist entscheidend. Denn so sehr Kritiker die ökonomischen Gründe für die Gewinne der Banken ausblenden – so sehr missachten Banken die Bedeutung der staatlichen Rettungsmaßnahmen.
Wenn zum Beispiel Branchenprimus Goldman Sachs unzählige Milliarden zurücklegt, um sie Ende des Jahres an seine Mitarbeiter auszuschütten, privatisiert er einen Erfolg, der vor allem auf einer gesellschaftlichen Kraftanstrengung beruht. Der erzielte Gewinn wird mit Nonchalance individualisiert, sprich dem Einzelnen zugeschrieben. Als ob es das wirtschaftliche Umfeld, den staatlichen Rahmen, die Krise und die Rettungspakete nicht gäbe. 50 Prozent ihres Gewinns schütten Investmentbanken üblicherweise an ihre Mitarbeiter aus.
- Datum 24.07.2009 - 13:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 23.07.2009 Nr. 31
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So scheulos die Politik mit Steuergelder umgeht, sie z.T. "sinnlos" mir vollen Händen "zum Fenster hinaus wirft, so sehr scheut sie sich, den Bankern Einhalt zu gebieten......
Was soll man von einem Staat halten, wer von den Regenten scheint noch wählbar?
Politiker, die sich wider um das Wohl der Bürger, als um das, der Abzocker und Konsorten kümmern.................. wie lässt sich diesbezüglich jene Scheu interpretieren?
hat viele Gesichter.
Die Bankster schröpfen mit politischer Unterstützung die Bevölkerung, und die Politiker erwägen, wie diese durch Verlängerung der Lebensarbeitszeit des Urnenpöbels die immensen Kosten wieder eingefahren werden können.
Und die Presse sekundiert: Leider, leider, leider geht es ja gar nicht anders.
hat viele Gesichter.
Die Bankster schröpfen mit politischer Unterstützung die Bevölkerung, und die Politiker erwägen, wie diese durch Verlängerung der Lebensarbeitszeit des Urnenpöbels die immensen Kosten wieder eingefahren werden können.
Und die Presse sekundiert: Leider, leider, leider geht es ja gar nicht anders.
Warum nur habe er in seiner TV-Sendung namens Mad Money all diese riskanten Anlageprodukte so manisch angepriesen, fragte unlängst der liberale US-Talkshowhost Jon Stewart den früheren Hedgefondsmanager Jim Cramer.
Dieser hätte - wie auf Video später öffentlich wurde - doch bereits vor Ausbruch der Krise gewusst, dass all diese Versprechungen von 20, 25 und mehr Prozent Rendite pro Jahr nie und nimmer eingehalten werden könnten.
Cramer brachte die übliche Erklärung aller Befürworter der ungezügelten Marktwirtschaft: "Es gab einen Markt dafür." "Und?", schrie Stewart, "es gibt auch einen Markt für Kokain und Nutten ..."
Trotz allem.... Immer noch sind die Mio. Boni gewisser Angestellter nicht's im Vergleich zu den Mrd. Beträgen die an die Aktionäre verschoben werden...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Der Tenor dieses, wie vieler anderer Artikel, lautet, wir brauchen unbedingt diese "Finanzindustrie", nur sollten die Bankster etwas diskreter vorgehen.
Die unheilige Allianz der Selbstversorger aus Politik und Wirtschaft zu Lasten der Bevölkerungen ist offenbar auch nicht den Ansatz eines Gedankens wert.
hat viele Gesichter.
Die Bankster schröpfen mit politischer Unterstützung die Bevölkerung, und die Politiker erwägen, wie diese durch Verlängerung der Lebensarbeitszeit des Urnenpöbels die immensen Kosten wieder eingefahren werden können.
Und die Presse sekundiert: Leider, leider, leider geht es ja gar nicht anders.
aber auch gar nichts dazu gelernt!
Und unsere ehrenwerte Politiker-Kaste mimt weiterhin, gewohnt willfährig denen gegenüber die "es haben", den diensteifrigen Lakaien für die Bankster-Gilde :((
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"Dubito, ergo sum."
mein Vorschlag: Die 100 reichsten Bankleute, Manager und Politiker ins beste Hotel der Welt, Morgens, Mittags und Abens gibt es einen Eimer Geld, aber nichts zu essen und zu trinken. Diese Menschenverächter müssen ihr Geld hassen lernen.
Vor der Krise zu den Boni der Manager: gegen so hohe Boni kann man nichts machen - das liegt an der Globalisierung.
Nach der Krise zu den Bankmanagern: das ist eben Globalsierung.
Vor der Krise zu den Arbeitern: ihr könnt nicht so viel verdienen - wegen der Globalisierung.
Nach der Krise zu den Arbeitern: jetzt haben wir eine schwere Krise - die Weltwirtschaft ist am Boden (Globalisierung).
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