Deutschlandkarte - die Analyse:

München, die Stadt der Künstler: Was ist nur aus ihr geworden? Alle sind sie fort, und nur noch Rupprecht Geiger, der Hochbetagte, ist geblieben – er ist der einzige Münchner unter den 50 auf dem Kunstmarkt erfolgreichsten Malern und Bildhauern. So alt ist Rupprecht Geiger mit 101 Jahren, dass er beinahe noch davon erzählen könnte, wie schön es war, als zur vorletzten Jahrhundertwende die Münchner Schule und der Blaue Reiter das ganze Land beeinflussten. Als, wer etwas auf sich hielt, in Schwabing wohnte.

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Im Vergleich zu München ist heute in Köln noch mehr los, der Stadt, in der lange die wichtigsten Galerien lagen; auch Düsseldorf, wo Studenten bei Joseph Beuys lernten, bleibt attraktiv. Wer dort wohnt, ist meist älter als 50. Die nach 1960 Geborenen zieht es nach Berlin. Hier entfaltet sich heute nicht nur die deutsche, sondern auch die internationale Kunst. Ein Trost für die Verlassenen: Wer in der neuen Kunsthauptstadt wohnt, der hat meist noch einen zweiten Wohnsitz. Offenbar hält man es nur in Berlin auch nicht aus.

Redaktion: Matthias Stolz; Quelle: Artfacts