Streetworker für ProblemkinderSeite 2/2
Während sich in Deutschland Experten mit universitärer Ausbildung um schwierige Kinder kümmerten, hätten britische Sozialarbeiter oft nicht einmal Abitur, berichtet der Guardian. 36 Prozent könnten sogar gar keine Qualifikation vorweisen. Statt die Kinder langfristig zu begleiten und in ihrer Entwicklung zu fördern, wie es Ziel der deutschen Sozialpädagogik sei, kümmere man sich in Großbritannien bislang ausschließlich um ihre Sicherheit und ihre unmittelbaren Bedürfnisse. Der zuständige Minister musste kürzlich eingestehen, dass 53 Prozent der britischen Heimkinder die Schule ohne Abschluss verließen, eine unverhältnismäßig hohe Zahl ende im Gefängnis, als minderjährige Eltern oder werde obdachlos.
Ein Zustand, den die Labour-Regierung jetzt mit praktischem und theoretischem Know-how auch aus Deutschland ändern will. Und das lässt sie sich einiges kosten. 1,5 Millionen Pfund steckt die Regierung zum Beispiel in ein Pilotprojekt, das 60 Sozialpädagogen aus Deutschland und Dänemark für zwei Jahre in englische Jugendhilfeeinrichtungen holt. Im Arbeitsalltag mit den englischen Kollegen sollen sie dort die Konzepte und Methoden der Sozialpädagogik einbringen. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der University of London, wo demnächst sogar ein Studiengang Sozialpädagogik eingerichtet werden soll.
Auf der Jobbörse in Berlin hofft Jacaranda geeignete Kandidaten für das Pilotprojekt zu finden. Menschen wie Elisa Lenz: Den Hochschulabschluss fast in der Tasche, genügend Erfahrung in der Jugendbetreuung, und dass sie im Ausland gut zurechtkommt, hat sie schon während eines einjährigen Praktikums in Spanien bewiesen. Nur ihr Englisch fließt noch nicht so ganz. Außerdem weiß sie nicht, ob sie sich wirklich für zwei Jahre in England verpflichten möchte. Das ist jedoch Voraussetzung für die Teilnahme am Projekt. »Keine Sorge«, sagt René Mantik nach dem Vorstellungsgespräch. »Es gibt auch außerhalb des Projekts eine große Nachfrage an deutschen Sozialpädagogen in Großbritannien.«
Auch wenn sich Elisa entscheidet, nur für ein halbes Jahr nach England zu gehen, eine lohnende Investition in die Zukunft ist ein solcher Auslandsaufenthalt auf jeden Fall. Nach diesem Sprung ins kalte Wasser wird sie auch in Deutschland bessere Jobaussichten haben als heute. Denn viele Arbeitgeber wissen: Wer es in England geschafft hat, der schafft es auch hier.
- Datum 31.07.2009 - 09:30 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 30.07.2009 Nr. 32
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Die armen Jungs im zunehmend frauenentvölkerten Osten unserer Republik haben dann ja niemanden mehr, der ihnen zuhört, wenn sie mit dem Bier in der Hand ratlos in der Gegend rumstehen.
Der Pädagogenjäger ist auf der Pirsch, seit auf wachsam.
In England ist man im sozialen Bereich wohl erst aufgewacht, als die Zahl der Minderjährigenschwangerschaften vor einigen Jahren explodierte. In Deutschland schläft man weiter, obwohl kaum noch jemand Kinder in unsere sozial immer weiter erkaltende Welt setzen mag. Statt in die Zukunft zu investieren, zahlt man hierzulande lieber Abwackprämien für noch lange taugliche Autos, die von den Abwrackern aufgrund der treudoofen Massen an Abwrackern nicht mal mehr fachgerecht recyclet sondern nur noch plattgemacht werden können, und erdreistet sich, diesen ressourcen- und energieverschwendenden Schwachsinn dem Volk noch als "Umweltprämie" zu verkaufen. Gleichzeitig spart und reformiert man die Hochschulbildung kaputt. Wenn das so weitergeht, wird sich England in einigen Jahren seine Fachkräfte aus anderen Ländern holen oder lieber selbst ausbilden, als auf Deutsche zurückzugreifen. Das Volk schaut derweil zu und verweigert die Wahl oder bekundet in aktuellen Umfragen einen Stimmenzuwachs für die FDP - ausgerechnet die Partei, die den Staat komplett ausverkaufen und die soziale Schere verschärfen wird, wenn man sie nur lässt. Es ist schon widersinnig...
Auslandserfahrung ist immer bereichernd und sinnvoll, und es ist gut, dass Deutsche Sozialpaedagogen in Grossbritannien geschaetzt werden.
Ich habe selbst als Karriereeinsteiger in Grossbritannien gearbeitet und es die dort gesammelte Erfahrung und Fertigkeiten haben mir den Aufstieg nach meiner Rueckkehr nach Deutschland enorm erleichtert.
Ich wuerde diesen Schritt jedem empfehlen, weil man nicht nur die eigenen Sprachkenntnisse verbessert, seinen Horizont erweitert und sich persoenlich weiterentwickelt, sondern auch weil man seinen Lebenslauf viel interessanter fuer zukuenftige Arbeitgeber macht.
Ein Rat an alle, die sich diesen Schritt ernsthaft ueberlegen: es lohnt sich!
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