Naher Osten Israel und sein Orchester
Musiker in Jahrzehnten politischer Konflikte: Seit 1936 gibt es das Israel Philharmonic Orchestra. Eine Chronik
26. Dezember 1936: Das erste Konzert des Palestine Orchestra in Tel Aviv. Arturo Toscanini dirigiert die »Zweite Sinfonie« von Johannes Brahms und die Ouvertüre zur Oper »Oberon« von Carl Maria von Weber
1936 bis 1939: Aufstand der Palästinenser gegen die jüdischen Siedler
1940 bis 1943: Konzerttournee in Ägypten
29. November 1947: Die UN beschließen die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat
14. Mai 1948: Gründung des Staates Israel. Chaim Weizman wird Präsident
Das Orchester ändert seinen Namen in Israel Philharmonic Orchestra (IPO) und gibt ein Konzert im Museum von Tel Aviv. Gespielt wird die Nationalhymne »Hatikwa«, Hoffnung
15. Mai 1948: Erster Arabisch-Israelischer Krieg. 700.000 Palästinenser werden vertrieben
20. November 1948: Leonard Bernstein dirigiert vor 5000 Soldaten in den Dünen von Beersheba, die gerade von der israelischen Armee eingenommen worden sind
Oktober 1957: Einweihung des Mann Auditorium als neues Orchesterhaus in Tel Aviv mit 2800 Sitzplätzen
1964: Gründung der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO)
Juni 1967: Sechstagekrieg. Israel greift Ägypten, Jordanien und Syrien an und besetzt den Sinai, den Gaza-Streifen, Ostjerusalem, das Westjordanland und die Golanhöhen
19. Juli 1967: Vor Freude über den Sieg dirigiert Leonard Bernstein Gustav Mahlers »Auferstehungssinfonie« auf dem Berg Skopus in Jerusalem. Die wichtigsten Politiker des Landes sind anwesend
März 1969: Golda Meïr wird Ministerpräsidentin
September 1971: Erster Auftritt in Berlin, 500 Meter vom Reichstag entfernt, wo einst die Befehle zu den Massenmorden an den Juden erteilt wurden. Als Zugabe wird die israelische Nationalhymne gespielt
Oktober 1973: Jom-Kippur-Krieg. Angriff Syriens und Ägyptens auf Israel. Syrien erobert die Golanhöhen, Ägypten marschiert im Sinai ein. Israel schlägt die Armeen zurück und schließt die Truppen im Sinai ein
Das IPO gibt Konzerte für israelische Soldaten von den Golanhöhen bis zum Sinai
April 1974: Golda Meïr tritt zurück. Jitzchak Rabin wird neuer Ministerpräsident
November 1974: PLO-Chef Arafat spricht vor der UN-Vollversammlung, die das Recht der Palästinenser auf Souveränität anerkennt
- Datum 06.08.2009 - 13:29 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 30.07.2009 Nr. 32
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