Kindererziehung Ich will doch nur spielenSeite 5/5

Ball spielen.

Gemeinsam aufräumen.

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Fahrrad statt Auto benutzen.

Gar nichts machen.

Irgendwie scheinen wir Erwachsenen eine ziemlich simple Sache vergessen zu haben: Kinder wollen doch nur spielen. Vielleicht sollten wir sie zur Abwechslung einfach mal lassen. Und, wenn es sein muss, selber zum Therapeuten gehen.

 
Leser-Kommentare
  1. Vielen Dank, Frau Stelzer, für diesen Bericht. Ich spiele mit dem Gedanken, ihn auf den Spielplätzen im Prenzlauer Berg vorzulesen. Ich befürchte nur, dass mir die grauen Herren in die Quere kommen könnten. ;-)

    • Krizzz
    • 29.07.2009 um 20:06 Uhr

    Danke für diesen sehr interessanten Beitrag! Dies ist so ein Thema, bei dem eigentlich viel Aufklärungsarbeit geleistet werden müsste - über die Zusammenhänge von Gesellschaft und der Entwicklung von Kindern.

    Mir dreht sich immer der Magen um, wenn ich höre das man Kindern Psychopharmaka verschreibt. Mich würde interessieren, wie sich diese Kinder zwanzig Jahre später entwickelt haben. Ich meine wenn ein Kind Drogen bekommen würde, wäre die Empörung gigantisch. Aber bei Ritalin und dergleichen regt sich nichts. Ist mir unverständlich.

  2. der wirklich überfällig war. Ich fürchte allerdings er wird nicht viel ändern. Inzwischen geht die Tendenz ja dahin, dass nur der ein normales Leben führen darf und anerkannt wird, der besonders viel leistet, berühmt ist und Geld hat. Mit einem ganz "normalen" Beruf kann man als normaler Mensch vielleicht noch allein leben, aber eine Familie gründen? Genau diesen Druck geben die Eltern weiter. Das Schreckliche ist, dass die Eltern es ja oft tatsächlich schrecklich gut meinen.

    Für ganz normale Dinge, Faulenzen, Spielen, muss man die Kinder in die Montessori-Schule schicken. Langen wir uns eigentlich an den Kopf? Das gilt auch für anderes. Singen oder musizieren macht man nicht mehr weil es einfach schön ist, sondern weil es das Gehirn fördert (oder wegen der Casting-Shows).

    Es wird in der Tat Zeit für tiefgreifende Veränderungen. Das ist keine parteipolitische Frage mehr, sondern eine Frage, ob wir überhaupt noch den Menschen / das Menschliche verteidigen wollen. Es bündelt sich letztlich in der Frage, ob wir zulassen, dass Menschen schwach sein dürfen.

    Klopft man die Verhältnisse darauf ab, wird man bestimmt nicht zum Optimisten.

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    Ihren Gedanken stimme ich voll zu. Wie lange hat es gedauert, bis unsere werten Politiker, einige wenigstens, kapiert haben, dass ohne die Förderung von Familien unsere Gesellschaft in eine gefährliche Schieflage kommt. Mittlerweile sind die Familien mit ein oder mehr Kindern in unserer Gesellschaft so an den Rad gedrängt, dass überwiegend nur noch in Migrantenfamilien ein größerer Familienverband existiert.Und die wenigen Kinder, die noch geboren werden, die werden beobachtet und beäugt, ob sie auch ja den Erwartungen der Eltern entsprechen.Ein Kind ist in der Regel klug genug, um zu erkennen, dass die Eltern sie für ihre Wünsche und Bedürfnisse regelrecht missbrauchen.Es lohnt sich schon für die Politik, sich Anregungen im Ausland zu holen zur besseren Förderung von Familien mit Kindern.Mögen die Familien mit einem Elternpaar und Alleinerziehende mit Kindern auch nicht das Gros der Wählerstimmen ausmachen, so sind sie doch unersätzlich für die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft.

    Ihren Gedanken stimme ich voll zu. Wie lange hat es gedauert, bis unsere werten Politiker, einige wenigstens, kapiert haben, dass ohne die Förderung von Familien unsere Gesellschaft in eine gefährliche Schieflage kommt. Mittlerweile sind die Familien mit ein oder mehr Kindern in unserer Gesellschaft so an den Rad gedrängt, dass überwiegend nur noch in Migrantenfamilien ein größerer Familienverband existiert.Und die wenigen Kinder, die noch geboren werden, die werden beobachtet und beäugt, ob sie auch ja den Erwartungen der Eltern entsprechen.Ein Kind ist in der Regel klug genug, um zu erkennen, dass die Eltern sie für ihre Wünsche und Bedürfnisse regelrecht missbrauchen.Es lohnt sich schon für die Politik, sich Anregungen im Ausland zu holen zur besseren Förderung von Familien mit Kindern.Mögen die Familien mit einem Elternpaar und Alleinerziehende mit Kindern auch nicht das Gros der Wählerstimmen ausmachen, so sind sie doch unersätzlich für die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft.

  3. Mein Sohn ist 14 Monate alt und in unserer Geburtsvorbereitungskurs-Gruppe von etwa 10 Müttern war ich die Einzige, die ihren Säugling nicht in den PEKIP-Kurs und zum Baby-Schwimmen brachte. Eine gewisse Zeit hatte ich Bedenken, ob meinem Kind dadurch etwas fehlen würde. Zumindest wurde mir dies durch die anderen Mütter vermittelt. Aber dann hatte ich eine wunderbare Alternative gefunden, bei der sich mein Sohn und auch ich sehr wohl fühlen. Wir besuchen seit seinem 4. Lebensmonat einmal die Woche eine "Krabbelgruppe" der Montessori-Kinderakademie. Alles läuft ganz ruhig und doch nach gewissen Strukturen ab. Die Kinder empfinden keinen Druck, sondern spielen ganz zwanglos miteinander. Gleichzeitig erhält man kompetente Beratung in allen Lebensfragen. Es tut der Seele gut in einer Großstadt, in der leider keiner einen eigenen Garten zum Herumtollen hat oder ruhge Straßen zum Spielen mit den Nachbarskindern.

  4. auch von meiner seite:

    super artikel! sehr treffend geschrieben ;-)

    letztendlich sind es die vorbilder, die prägen:
    wir werden allso in ein paar jahren eine generation wundervoller chauffeure haben ;-P

    • TDU
    • 29.07.2009 um 21:39 Uhr
    6. Tja

    Lesen allein macht es auch nicht, auch nicht das Lesen dieses hervorragenden und vor allem liebevollen Artikels. Wenn der Stress der Pisa Studien-Lernstandserhebung durch Lehrerinnen bereits im zweiten Schuljahr weitergegeben wird, können nur die Schüler überleben, die angehalten werden, danach zu handeln. Und da ist man schön allein, wenn man das als Eltern so nicht haben will.

    Therapie ist halt in, sowie die antiautoritäre Erziehung seinerzeit. Als noch im autoritären Zeitalter gnadenlos zum "Gut sein" Erzogener habe ich danach alles mögliche beobachtet.

    Wirklich neu ist nur, dass es eine Schulform gibt, die täglich runtergeredet wird, die voll von Halbtagskräften ist und wo noch nicht mal Musikunterricht erteilt wird -die Hauptschule. (War die damalige Volksschule, die eine Menge guter Handwerker und Arbeitskräfte für das Wirtschaftwunder hervorgebracht hat).

    Vielleicht werden diejenigen, die mit Hilfe aller Mittel von der heutigen Version dieser Schulform verschont geblieben sind, ihren Eltern mal sehr dankbar sein. Obwohl sie vielleicht auf dem Niveau der Angehörigen dieser Schulform arbeiten müssen. Aber sie haben den besseren Abschluss.

    Eins wird aber nicht passieren: Deutschland zu einem kinderfreundlichen Land zu machen. Da können noch tausend kluge Menschen tausend kluge Bücher schreiben. Das Land der Dichter und Denker kann die Kinderseele einfach nicht erfassen.

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    "Eins wird aber nicht passieren: Deutschland zu einem kinderfreundlichen Land zu machen. Da können noch tausend kluge Menschen tausend kluge Bücher schreiben. Das Land der Dichter und Denker kann die Kinderseele einfach nicht erfassen."

    ...so pessimistisch bin ich nicht, ich beobachte alle möglichen Verhaltensweisen. Von konservativ autoritär über antiautoritär, von total überfordert bis liebevoll verständnisvoll, von Ein-Kind-Familie bis kinderreich.

    Es gab schon immer verschiedene Arten von Eltern, schon immer fähigere und weniger fähige. Wie Eltern mit ihren Kindern umgehen, erben sie idR mehr oder weniger von ihren Eltern, diesen Kreislauf zu durchbrechen ist nicht immer einfach und dauert, Ratgeber können dabei helfen, dass dabei auch Fehler unterlaufen ist normal.

    "Eins wird aber nicht passieren: Deutschland zu einem kinderfreundlichen Land zu machen. Da können noch tausend kluge Menschen tausend kluge Bücher schreiben. Das Land der Dichter und Denker kann die Kinderseele einfach nicht erfassen."

    ...so pessimistisch bin ich nicht, ich beobachte alle möglichen Verhaltensweisen. Von konservativ autoritär über antiautoritär, von total überfordert bis liebevoll verständnisvoll, von Ein-Kind-Familie bis kinderreich.

    Es gab schon immer verschiedene Arten von Eltern, schon immer fähigere und weniger fähige. Wie Eltern mit ihren Kindern umgehen, erben sie idR mehr oder weniger von ihren Eltern, diesen Kreislauf zu durchbrechen ist nicht immer einfach und dauert, Ratgeber können dabei helfen, dass dabei auch Fehler unterlaufen ist normal.

    • alto
    • 29.07.2009 um 21:52 Uhr

    Na ja, dachte ich, wieder einer von diesen modernen, wissenschaftlichen, Erziehungs-Schnick-Schnack-Geschichten. Nein, hier hat Frau Stelzer wirklich Relevantes zusammen getragen. Aber leider wird, wie zuvor schon angemerkt, diese sorgfältige Recherche den Betroffenen nicht helfen, weil sie es nicht lesen, es nicht verstehen, oder auch nicht verstehen wollen.
    Meine Kinder waren in der Grundschule von dem(der) einen oder anderen Lehrer(in) schon mal als unreif, verhaltensgestört, unkonzentriert und was es sonst noch alles gibt beurteilt worden. Wir haben uns nicht irritieren lassen, weil wir unsere Kinder kannten, weil wir mit ihnen gespielt, gegessen und geredet haben. Weil unsere Kinder auch mal eine drei oder vier nach Hause bringen durften.
    Nicht zuletzt gab es auch kluge und liebevolle Großeltern die eine wichtige Rolle beim Heranwachsen der Kleinen gespielt hatten.
    Wie sieht es heute aus? Sie waren beide in der politischen Jugendbildung erst passiv, später dann aktiv tätig, musizieren heute noch gerne, weil sie musiziert haben wenn und weil es ihnen Spaß gemacht hatte und nicht weil sie mit unsäglichen Unterrichtsstunden zur Perfektion gequält wurden.
    Sie haben beide ein Abitur gemacht, welches ihnen erlaubte, das zu studieren was sie sich und nicht was die Eltern sich gewünscht hatten.
    Das wichtigste von allem ist, dass wir heute ein unbeschreibliches freundschaftliches Verhältnis haben, was mein Leben in einem Maße aufwertet, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte.
    Die Investition in meine Kinder war die wichtigste Investition in meinem Leben!

    Auch das werden die wirklich Betroffenen nicht lesen und werden weiter glauben, dass man Glück kaufen kann oder Kinder wie eine Maschine tunen kann oder das es sowieso kommt wie es kommt.

    • Gafra
    • 29.07.2009 um 22:11 Uhr

    immer wieder verblüfft bis genervt, wenn ich sehe, wie jedes Talentchen der Kinder gnadenlos gefördert wird. Dabei weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es wichtig ist, einem Kind die Möglichkeit zu lassen, eine Begabung, ein besonderes Interesse gegen die Eltern zu entwickeln. Dann findet man schon Ermutigende an anderer Stelle.
    So viele Begabungen werden aus einem Mangel, einem Defekt, auch aus einer Krankheit entwickelt. Wenn aber kein Mangel ist, sondern eher der Überfluss, ist der Raum besetzt, in dem etwas entstehen könnte.

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