Ernährung Süße Bomben

Viele Lebensmittel, die auf Kinder zugeschnitten sind, geben sich ein gesundes Image – doch sie enthalten vor allem eines: Zucker

Vom Müsli löst sich der Zucker und macht die Milch zur Dessertsoße, der Kakao in der Tasse erreicht vor lauter Pulver fast den Geschmack geschmolzener Schokolade, auch eine ganze Tüte Gummibärchen ist schnell verputzt. Was Erwachsene oft grenzwertig finden, ist für Kinder gerade süß genug. Die Gier der Kleinen nach Süßem hat ihren biologischen Grund, Zucker liefert schnell Energie. Dennoch gilt für ihn dasselbe wie für fast alle Genussmittel: Zu viel ist schlecht, die Dosis macht das Gift.

Will man sich gesund ernähren, sollten höchstens zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr mit Zucker gedeckt werden, rät die Weltgesundheitsorganisation. Für ein achtjähriges Kind wären das 45 Gramm Zucker oder 18 Würfel à 2,5 Gramm pro Tag. Eine erwachsene Frau dürfte zwei Stückchen mehr zu sich nehmen, ein Mann könnte 62,5 Gramm Zucker oder 25 Zuckerwürfel vertilgen.

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Die Realität sieht freilich anders aus: Rund 35 Kilo Zucker isst der Durchschnittsdeutsche im Jahr – 38 Würfel pro Tag, anderthalb mal so viel wie empfohlen. Die Folgen: Karies, Übergewicht und Nährstoffmangel. Zucker ist ein sogenanntes leeres Lebensmittel, er enthält keinerlei Vitamine und Mineralien. Und der schnelle Kraftschub ist vergänglich: Zwar enthält Zucker genauso viele Kalorien wie andere Kohlenhydrate, er wird aber vom Körper schneller aufgenommen und wieder abgebaut. So kommt es nach dem Verzehr eines Schokoladenriegels zwar zu einem kurzen Hoch, aber wenn Muskeln, Gehirn und Leber den Energieschub aufgebraucht haben, beginnt der Magen erneut zu knurren.

Wer sich zuckerarm ernähren möchte, muss allerdings erst einmal den Zuckergehalt der Lebensmittel erkennen, und das ist oft nicht einfach. Zwar drucken manche Hersteller ihn mittlerweile auf die Packung, solche Angaben sind jedoch freiwillig. Fehlt der Zuckerwert, bleibt noch immer die Zutatenliste. Generell gilt: Bei allen Inhaltsstoffen mit der Endung -ose (Fructose, Glucose, Maltose, Lactose) handelt es sich um Zucker. Ein genauerer Blick enttarnt viele Zuckerbomben. Den Spaß am bewussten Genuss von Süßigkeiten sollte man sich dennoch nicht verderben lassen, denn auch das ist belegt: Zucker bewirkt, dass unser Körper Glückshormone ausschüttet, und macht zufrieden – zumindest so lange er in Maßen gegessen wird.

Erfahren Sie in unserer Grafik anhand von Beispielen, welche Lebensmittel wie viel Gramm Zucker enthalten. Hier können Sie die Grafik als PDF herunterladen. 

 
Leser-Kommentare
    • -
    • 10.10.2009 um 2:58 Uhr

    Meiner Meinung nach würde ich jedes Produkt das zuviel Zucker enthält verbieten.

    Das Zeug macht uns mehr kaputt als man denkt.
    In jedem ach so gesunden essen ist inzwischen mehr Zucker als es der normale Mensch verkraftet.

    Wenn unsere Kinder nurmit Zucker vollpumpt brauch man sich nicht wundern wenn diese nicht mehr still sitzen können un dimmer fetter werden und letzt endes an Diabetis erkraknen.

    Aber macht ihr nur weiter liebe Eltern die zu faul sind was zu essen für ihre Kinder zu kochen ,und wenn das essen aus der Mokrowelle geholt wurde kann man sich auch gleich mal eine Kippe an und ein Bier auf machen ,man hat ja schließlich wieder 150 Euro mehr im Monat dafür übrig. [ Anmerkung: Bitte äußern Sie Ihre Kritk sachlich. Danke. Die Redaktion/m.e. ]

    Liebes Deutschland sollt das Kindergeld nicht sinvoller angelegt werden?

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    ...Und meiner Meinung nach, sollte man Autos verbieten.
    Jährlich sterben Unmengen an Leuten an den Folgen von Unfällen.
    Ein Großteil der Amokläufer, wenn nicht sogar alle, haben Brot gegessen.
    Alles verbieten!

    Mal im Ernst:
    Verbote sind keine Lösung.
    Wichtiger wäre es, Eltern als auch Kindern einen gesunden Umgang mit Nahrung beizubringen.
    Und das sollte nicht nur in "alternativen" Kindergärten und Schulen erfolgen, sondern zum Standart gehören.
    Schulhort etc pp böten zahlreiche Möglichkeiten dafür.
    Und wenn man sich als Elternteil ein Leben lang "falsch" ernährte, findet man schwer Wissen um gesunde Ernährung.
    Das Internet bietet in der Hinsicht meist nur fragliche Diäten an.
    Und dieses Wissen geben sie, da sie es einfach nicht besser wissen, an ihre Kinder weiter.
    Von daher wären präventive Projekte in meinen Augen sinnvoller.
    So würde man in Schulen auch ausnahmsweise mal etwas für das spätere Leben lernen.

    • wp
    • 11.11.2009 um 18:32 Uhr

    Dann müssen sie Obst verbieten.
    Vergleichen sie mal die Kalorien von Obstsaft und von Cola. Vielleicht geht ihnen dann ein Licht auf.

    ...Und meiner Meinung nach, sollte man Autos verbieten.
    Jährlich sterben Unmengen an Leuten an den Folgen von Unfällen.
    Ein Großteil der Amokläufer, wenn nicht sogar alle, haben Brot gegessen.
    Alles verbieten!

    Mal im Ernst:
    Verbote sind keine Lösung.
    Wichtiger wäre es, Eltern als auch Kindern einen gesunden Umgang mit Nahrung beizubringen.
    Und das sollte nicht nur in "alternativen" Kindergärten und Schulen erfolgen, sondern zum Standart gehören.
    Schulhort etc pp böten zahlreiche Möglichkeiten dafür.
    Und wenn man sich als Elternteil ein Leben lang "falsch" ernährte, findet man schwer Wissen um gesunde Ernährung.
    Das Internet bietet in der Hinsicht meist nur fragliche Diäten an.
    Und dieses Wissen geben sie, da sie es einfach nicht besser wissen, an ihre Kinder weiter.
    Von daher wären präventive Projekte in meinen Augen sinnvoller.
    So würde man in Schulen auch ausnahmsweise mal etwas für das spätere Leben lernen.

    • wp
    • 11.11.2009 um 18:32 Uhr

    Dann müssen sie Obst verbieten.
    Vergleichen sie mal die Kalorien von Obstsaft und von Cola. Vielleicht geht ihnen dann ein Licht auf.

    • -
    • 10.10.2009 um 3:00 Uhr
    2.

    Entschuldigt meine Rechtschreibfehler aber ich bin gerad echt sauer.

  1. ...Und meiner Meinung nach, sollte man Autos verbieten.
    Jährlich sterben Unmengen an Leuten an den Folgen von Unfällen.
    Ein Großteil der Amokläufer, wenn nicht sogar alle, haben Brot gegessen.
    Alles verbieten!

    Mal im Ernst:
    Verbote sind keine Lösung.
    Wichtiger wäre es, Eltern als auch Kindern einen gesunden Umgang mit Nahrung beizubringen.
    Und das sollte nicht nur in "alternativen" Kindergärten und Schulen erfolgen, sondern zum Standart gehören.
    Schulhort etc pp böten zahlreiche Möglichkeiten dafür.
    Und wenn man sich als Elternteil ein Leben lang "falsch" ernährte, findet man schwer Wissen um gesunde Ernährung.
    Das Internet bietet in der Hinsicht meist nur fragliche Diäten an.
    Und dieses Wissen geben sie, da sie es einfach nicht besser wissen, an ihre Kinder weiter.
    Von daher wären präventive Projekte in meinen Augen sinnvoller.
    So würde man in Schulen auch ausnahmsweise mal etwas für das spätere Leben lernen.

    Antwort auf "Dein Körper"
  2. Natürlich ist Zucker der heutige moderne Krankmacher Nummer 1 bei Menschen, die viel konsumieren, aber sich weniger intensiv bewegen. Auch der Zuckerüberschuss der industriell bereiteten Nahrung ist ein großes Problem.

    Der Mensch wurde auf seine Umgebung und Körpereinsatz "designt". Zucker war früher ein rarer Energieträger, der selten u. nicht konzentriert (Ausnahme Honig) vorhanden war. Das Gehirn belohnt zudem einen hohen Blutzuckerspiegel mit positiven Signalen; so ist nun einmal der Mensch "gestrickt". Heute ist es ein Hauptbestadteil vieler Speisen, allen voran der Süßwaren- und Genußgetränkeindustrie. Kinder werden früh zu Jankies regelrecht ausgespäht, verführt und konditioniert.

    Führt Zucker zu Krankheiten (Übergewicht und Folgekrankheiten), tragen allein die Krankenkassen und damit die Einzahler (u. Steuerzahleranteile) die Kosten. Die herstellenden Unternehmen, die die Produkte designen ... zahlen NICHTS.

    Das einzige Regulativ ist der Preis; Zucker muss stärker besteuert werden, um Einnahmen zu generieren, die auch helfen Werbung in gesunde Ernährung zu finanzieren. Auch hier investiert die Süßwarenindustrie viele Millionen in die Werbung - der Staat aber wenig in die Werbung für zuckerarme gesunde Produkte. Die CMA kann nicht mehr so werben, da die Budgetmittel nun geringer zufließen.

    Läuft es so weiter, wird die deutsche Bevölkerung nicht nur überaltert und kinderarm, sondern überaltert, kinderarm u. ernährungskrank - vor allem durch - Zucker.

  3. Zucker ist heute nicht mehr nötig! Zucker wird nur zum süßen verwendet, einen anderen Sinn hat er gar nicht.

    Süßstoff ist auch nicht gut, der Körper reagiert wie auf Zucker, der Stoffwechsel wird hochgefahren, aber es kommt keine Energie, so wird der Stoffwechsel träge.

    Es gibt eine Alternative, die aber Verboten ist.
    Stevia. Bis zu 300mal so süß wie Zucker, keine "Nebenwirkungen" vor allem im Vergleich zu Zucker!
    Warum ist es denn dann verboten? Wegen der Zuckerindustrie.
    Dann würden ja plötzlich auch viele Kranke wegfallen. Das würde der Pharma-Industrie sicher auch nicht gefallen. Und die Ärzte, die nur verdienen, wenn Menschen krank sind, würde es auch mehr und mehr an Kunden fehlen.

    Vielleicht sollten wir uns mal darüber Gedanken machen...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...für Zucker ist in Deutschland wegen der umstrittenen, mutagenen und genotoxischen Wirkung nicht zugelassen. Zwar spricht vieles für eine gesundheitliche Unbedenklichkeit des natürlichen Süßstoffes, dennoch ist Stevia noch immer nicht als Lebensmittelzusatz zugelassen.
    Diese Begebenheit lässt den vorrangehenden Kommentar gar nicht mal so paranoid klingen, wie er auf den ersten Moment anmutet.

    ...für Zucker ist in Deutschland wegen der umstrittenen, mutagenen und genotoxischen Wirkung nicht zugelassen. Zwar spricht vieles für eine gesundheitliche Unbedenklichkeit des natürlichen Süßstoffes, dennoch ist Stevia noch immer nicht als Lebensmittelzusatz zugelassen.
    Diese Begebenheit lässt den vorrangehenden Kommentar gar nicht mal so paranoid klingen, wie er auf den ersten Moment anmutet.

  4. ...für Zucker ist in Deutschland wegen der umstrittenen, mutagenen und genotoxischen Wirkung nicht zugelassen. Zwar spricht vieles für eine gesundheitliche Unbedenklichkeit des natürlichen Süßstoffes, dennoch ist Stevia noch immer nicht als Lebensmittelzusatz zugelassen.
    Diese Begebenheit lässt den vorrangehenden Kommentar gar nicht mal so paranoid klingen, wie er auf den ersten Moment anmutet.

    • wp
    • 11.11.2009 um 18:32 Uhr

    Dann müssen sie Obst verbieten.
    Vergleichen sie mal die Kalorien von Obstsaft und von Cola. Vielleicht geht ihnen dann ein Licht auf.

    Antwort auf "Dein Körper"
  5. .... der den Verbaucher in dem Bereich der Ernährung zweifels ohne verunsichert.

    Liebe Leser:

    Es stimmt, Zucker macht dick. Hierbei muss jedoch unterstrichen werden, dass hier überwiegend von Einfachzuckern gesprochen wird (vorall. Glucose und Fructose). Diese besitzen den höchsten glykämischen Index. Der glykämische Index gibt an, wieviel Insulin vom Körper nach der Einnahme des Zuckers ausgeschüttet wird. Insulin ist dafür zuständig die umgesetzte Energie zu verwerten. Wenn keine körperliche Aktivität zu dem Zeitpunkt vorhanden ist, bedeutet dies, dass die Energie in die Fettzellen gespeichert wird.

    Komplexere Zucker hingegen wie Zweifachzucker/Dipeptide (Saccharose, Maltose, Lactose) und Mehrfachzucker/Polypeptide (vorallem in Getreide (Stärke)) sind dagegen bei höherem Komplexitätsgrad unbedenklicher. So sind Mehrfachzucker für den Tag unabdingbar, da sie als einer der beiden Energielieferanten über den Tag verteilt den komplexen Zucker dosisweise umsetzt. Die bedeutet
    das der Körper über einen langen Zeitraum genügend Energie geliefert bekommt, ohne dabei bemerkenswert zuzunehmen.

    Um den Kern zu treffen:
    1) Es sollte nur auf Zuckerzusätze in Lebensmitteln verzichtet werden (gesüßte Getränke u.ä.)
    2) Kinder sollten sich ausgewogen ernähren. Und hierzu zählen nunmal Vitamine/Mineralstoffe hinzu, die in Obst Gem. enthalten sind!!

    -> Mit etwas Bewegung vor oder nach dem Verzehr werden sie sogar bei erhöhtem Verzehr kaum spürbar an Gewicht zunehmen! Obst G muss sein!

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  • Serie Wissen in Bildern
  • Quelle DIE ZEIT, 30.07.2009 Nr. 32
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