UBA-Chef Troge
»Kernenergie ist nicht öko«
Schluss mit der Debatte um längere Laufzeiten für Atommeiler, fordert der scheidende Chef des Umweltbundesamtes. Die Ökowende kann nur durch Technik und ein anderes Verhalten geschafft werden
DIE ZEIT: Herr Troge, der Streit um die Atomenergie läuft wieder heiß – wie vor 14 Jahren, als Sie Präsident des Umweltbundesamtes wurden. Damals waren Sie kein Gegner der Nukleartechnik, heute sind Sie es. Woher der Meinungswandel?
Andreas Troge: Welcher Meinungswandel? Ich war schon damals ein Nuklearskeptiker, und das, abgesehen von Sicherheitsbedenken, vor allem, weil ausgerechnet bei der Kernenergie versäumt wurde, vom Ende her zu denken. Wir kümmern uns zu Recht um den Verbleib jeder Getränkeverpackung – wie wir mit den Resten der Kernenergienutzung umzugehen gedenken, wissen wir bis heute nicht. Deshalb hat das Umweltbundesamt schon 1997 erklärt, dass die Nutzung der Kernkraft mit nachhaltiger Entwicklung nichts zu tun hat.
ZEIT: Sollte deshalb der Atomausstieg beschleunigt werden?
Troge: Ich warne jedenfalls davor, gegen den Geist des Atomausstieges zu verstoßen und ausgerechnet die Laufzeit der älteren Reaktoren zu verlängern, so wie es manche Betreiber gerne hätten. In der Öffentlichkeit kursiert zwar die Ansicht, entweder seien die Kraftwerke unsicher, dann gehörten sie abgeschaltet – oder sie seien sicher, dann gebe es keinen Grund zum Abschalten. Allerdings wissen sämtliche Fachleute, dass es nur mehr oder weniger Sicherheit gibt. Deshalb bin ich dafür, die Kernkraftwerke mit den häufigsten Störungen so bald wie möglich stillzulegen. Und das sind die älteren!
ZEIT: Ein frommer Wunsch. Die Kanzlerin will, dass die Kraftwerke länger laufen.
Troge: Vor der Bundestagswahl sehe auch ich keine Chance dafür. Ich fürchte überdies, dass diejenigen, die unsere Kernkraftwerke nun sechs oder acht Jahre länger laufen lassen wollen, eine Art innere Unruhe in Deutschland erzeugen – die wir mit dem Atomausstieg meinten überwunden zu haben. Die Forderung schadet dem inneren Frieden.
ZEIT: Das werden Ihre Parteifreunde von der Union nicht gerne hören.
Troge: Aber nur die, an denen die Programmdebatte der CDU vorbeigegangen ist. Das CDU-Umweltprogramm von 1989 sagt: Die Kernenergie ist eine Übergangsenergie, bis Ersatz gefunden ist. Wenn ich heute von meiner Partei höre, die Kernenergie sei immer noch eine Übergangsenergie, dann frage ich mich, was wir in 20 Jahren gemacht haben; wir haben dafür gesorgt, dass die erneuerbaren Energien schnell wachsen! Und wenn ich weiter höre, dass Mitglieder meiner Partei die Kernenergie als »Ökoenergie« bezeichnen, dann verschlägt es mir geradezu die Sprache. Man kann doch einer Energieform nicht nur deswegen das Ökoetikett verpassen, weil bei ihrer Nutzung vergleichsweise wenig Treibhausgase entstehen. Das ist vorsätzlich eindimensional.
ZEIT: Wenn Atomstrom keine Ökoenergie ist, dann ist es Kohlestrom erst recht nicht. Wo also soll in Zukunft der Strom herkommen?
Troge: Die Stromversorgung muss nicht von heute auf morgen umgekrempelt werden. Wir müssen und können noch einige Zeit mit den Kohlekraftwerken leben, die schon am Netz sind. Hinzu kommen einige, die gerade gebaut werden und ein halbes Jahrhundert Strom erzeugen werden. Eine gewisse Grundversorgung ist also gesichert. Gleichzeitig kommt immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien, und das wird weitergehen. Das Problem liegt woanders: Bisher ist es im Grund gar nicht gelungen, die Energienachfrage zu senken. Auch die Meseberger Beschlüsse von Schwarz-Rot haben in dieser Hinsicht Erwartungen geweckt, denen keine entsprechenden Taten folgten. Als es konkret wurde, hat man viele Vorhaben verwässert, wie klare Energieverbrauchskennzeichnungen oder harte Grenzen für den CO2-Ausstoß von Pkw.
ZEIT: Warum ist es so schwierig, die Welt energieeffizienter zu machen?
Troge: Ein Webfehler im Umweltschutz: Derjenige, dessen Vorhaben kurzfristig und vordergründig mit größeren Belastungen verbunden wäre, muss sich rechtfertigen – was ihn schnell zum Verlierer werden lässt. Wenn beispielsweise Agrardiesel in Deutschland teurer ist als anderswo, gerät die Politik unter Druck, die Energiesteuer zu senken. Da geht es dann nicht mehr um Umwelt-, sondern um Einkommens- und Agrarpolitik. Solche Gefechtslagen sind kein Einzelfall und erklären, warum Umweltpolitiker leider oft den Kürzeren ziehen.
ZEIT: Weil Ökoideen fast immer die Kosten treiben, gelten sie obendrein als ungerecht.
Troge: Einspruch. Die Behauptung zum Beispiel, erneuerbare Energien seien teurer als die konventionellen, gehört zu den großen Lebenslügen unserer Zeit. Würden sich alle Umweltkosten im Preis der herkömmlichen Energien widerspiegeln, dann sähe es für sie gar nicht gut aus. Nur weil ihnen die wahren Kosten nicht angelastet wurden, sind Kohle und Co. konkurrenzfähig.
ZEIT: Trotzdem, steigende Kosten verursachen ein Gerechtigkeitsproblem.
Troge: Schon, aber als Erste schreien immer diejenigen, die am meisten haben. Davon abgesehen: Umweltpolitik ist keine Sozialpolitik – und sie sollte auch nicht sozialpolitisch missbraucht werden. Die Gerechtigkeitsfrage müssen schon andere Politikfelder lösen. Und gar keinen Sinn ergibt es, mit dem Gerechtigkeitsargument die Illusion zu nähren, durch Wirtschaftswachstum zulasten des Naturvermögens könnte man reicher werden. Diesen Denkfehler müssen wir uns eingestehen. Bisher hat es die Demokratie nicht geschafft, die wahren Kosten auch anzurechnen.
ZEIT: Kennen Sie eine brauchbare Alternative zur Demokratie?
Troge: Natürlich nicht. Die Frage ist aber, ob sich innerhalb der Demokratie etwas verbessern lässt. Ich habe zum Beispiel schon 1995 vorgeschlagen, einen Nachhaltigkeitsrat einzurichten, anders als wir ihn heute haben. Ich hatte mir diesen Rat als eine Art Wächter der nachfolgenden Generationen vorgestellt. Wollte man aber nicht.
ZEIT: Lassen sich Umweltprobleme nur lösen, wenn der Staat eine bestimmte Technik wie zum Beispiel den Abgaskatalysator verordnet?
Troge: So etwas ist wichtig, weil es Veränderungen erzwingt. Aber ökologisches Wirtschaften verlangt darüber hinaus einen Wandel im Verhalten, der sich gar nicht erzwingen lässt.
ZEIT: Freiwillig begibt sich aber kaum jemand auf den Weg der Askese.
Troge: Obwohl Askese, also Selbstreflexion, vielen nicht einmal schaden würde. Aber im Ernst, wir brauchen beides: Ökotechnik und Verhaltensänderungen.
ZEIT: Sind die Deutschen umweltbewusst genug, um durch Verhaltensänderungen ihren Beitrag zur Weltrettung zu leisten?
Troge: Ich würde mich nicht darauf verlassen.
ZEIT: Warum nicht?
Troge: Weil der Mensch ein Erfahrungswesen ist, also zum pathologischen Lernen neigt. Wir ändern unsere Alltagsroutinen erst, wenn wir richtig schwere Rückschläge erlitten haben.
ZEIT: Hinsichtlich der Bekämpfung des Klimawandels lässt das nichts Gutes hoffen.
Troge: Genau. Wir müssen auf Basis der wahrscheinlichen Zukunftsszenarien heute die richtigen Schlüsse ziehen; das setzt im Grunde eine evolutorische Fortentwicklung des Menschen voraus. Beim Klimaschutz, aber auch beim Meeresschutz sehe ich immerhin Anzeichen dafür.
ZEIT: Es wird ja auch immer Alarm geschlagen.
Troge: Zum Glück gibt es diese Kassandras, denn es steht immer mehr auf dem Spiel: mehr Menschen und mehr Reichtum.
ZEIT: Apropos Kassandra: Waldsterben, Müllnotstand, Sommersmog – in den vergangenen Jahren ist doch das eine oder andere Mal zu laut vor dem Weltende gewarnt worden, oder?
Troge: Natürlich sind auch in der Umweltdebatte Extrempositionen im Spiel gewesen.
ZEIT: Hysterie?
Troge: Nein. Wir registrieren auch heute noch erhebliche Waldschäden – und wir würden noch viel mehr registrieren müssen, wenn nicht seit Mitte der 1980er Jahre wichtige Regeln zur Luftreinhaltung erlassen worden wären. Beim Sommersmog ist es ähnlich. Und der Müllnotstand war nun wirklich extrem. Also haben wir Müllverbrennungsanlagen gebaut und besonders schädliche Produkte wie Batterien oder Elektrogeräte in separate Verwertungskanäle gebracht. Nur deshalb redet heute niemand mehr vom Müllnotstand.
ZEIT: Die Umweltpolitik hatte ihre Erfolge.
Troge: Und ob, für den Anfang. Die Frage ist nur, wie Menschen dazu veranlasst werden, sich auf Dauer umweltverträglich zu verhalten.
ZEIT: Nämlich?
Troge: Vermutlich müsste vor allem ein fast ehernes Recht des Geschäftslebens gelockert werden: die Möglichkeit, als Unternehmer Geschäfte zu machen und die Haftung zu beschränken. Die Haftungsbeschränkung lässt die Menschen mehr Risiken eingehen, als sie eigentlich zu tragen bereit sind – mit Folgen, die wir im Finanzsektor gerade erleben. Ich kann nur hoffen, dass wenigstens im Umweltbereich die Haftung intensiviert wird.
Das Gespräch führte Fritz Vorholz
Andreas Troge, UBA-Chef seit 1995 und CDU-Mitglied, scheidet wegen gesundheitlicher Probleme aus dem Amt
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- Datum 31.7.2009 - 15:06 Uhr
- Serie Energie
- Quelle DIE ZEIT, 30.07.2009 Nr. 32
- Kommentare 15
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ich danke Ihnen sehr für die vielen Schlüssel zur Veränderung, die Sie in diesem Interview genannt haben.
Zum Handlungsfeld >Veränderung und Veränderung des Verhaltens< möchte ich ergänzen, dass es wahrscheinlich nur der Preis sein wird. Noch werden nicht überall die wahren Kosten eingerechnet - aber der kommende, durch keine Verhandlungen mehr zu beinflussende, weil fördertechnisch geschuldete Anstieg des Ölpreises und die inzwischen totale Abhängigkeit der Wirtschaft von Transporten, wird auf allen Ebenen die Preise steigen lassen. Meine Sorge ist, dass dann das Problem eintreten wird, dass uns (auch Europa) die Mittel fehlen werden, in Energie-Effizienz und grundsätzliche Veränderungen der Energie-Erzeugung und Bereitstellung zu investieren.
Und ich danke Ihnen sehr für Ihren beruflichen und menschlichen Einsatz für diese eine Welt, die wir nun mal bloß haben.
Dass es gesundheitliche Probleme sind, die für den Rücktritt von Herrn Prof. Troge aus diesem Amt verantwortlich sind, tut mir zwar leid, aber andererseits sehe ich in dem Rücktritt eines Dr. rer. Pol. aus einem Amt, das sehr viel mehr einen Wissenschaftler aus dem Bereich Chemie/Physik verlangt, keinen Schaden.
In zu vielen technischen Bereichen dominieren und blockieren in Deutschland Nichtwissenschaftler Kompetenzbereiche, von deren Sachgrundlagen sie wenig verstehen.
Dort nutzt der beste Verwaltungsfachmann nichts, wenn er sich ausschließlich auf die Sachkompetenz der zweiten und dritten Ebene verlassen muß. In solchen Fällen bin ich grundsätzlich "Skeptiker".
Es wird - wie auch in diesem Interview - immer noch einfach behauptet, die "Erneuerbare Energie" sei zwar sehr teuer, aber dennoch umweltfreundlicher, weil in den EE die Umweltkosten nicht gerechnet werden müssten, die bei konventioneller Energiie entstehen.
Das ist vollkommen falsch, denn die EE-Technik wird ja (natürlich!) mit konventioneller Energie gebaut, und zu deren Herstellung sind die Umweltschäden ja natürlich auch entstanden.
Die große Frage ist eben nur, ob die EE denn mehr "saubere" Energie zurückliefert, als an "schmutziger Energie (mitsamt der Umweltbelastung) aufgewandt wurde.
Tatsache ist nun Mal, dass jede EE weit teurer ist, als die konventionelle Energie.
Windenergie nur 2-fach, aber Solarenergie 6- bis 10fqach teurer (eher noch teurer, denn nur wenige EE hat bereits die versprochenen 20 Jahre durchgehalten, da liegt ein großes Risiko!!).
Es wird zwar immer wieder behauptet, EE sei einergiepositiv, aber diese Behauptungen erweisen sich als völlig frei erfunden - es gibt tatsächlich keine Studien dazu, die irgendwelche wissenschaftlichen Grundlage haben.
Wenn Troge fabuliert:
"Die Behauptung zum Beispiel, erneuerbare Energien seien teurer als die konventionellen, gehört zu den großen Lebenslügen unserer Zeit. Würden sich alle Umweltkosten im Preis der herkömmlichen Energien widerspiegeln, dann sähe es für sie gar nicht gut aus. Nur weil ihnen die wahren Kosten nicht angelastet wurden, sind Kohle und Co. konkurrenzfähig.",
dann ist genau DAS die Lüge, denn wirklich fundierte Beweise für seine Behauptungen gibt es nicht.
dabei ist es sehr einfach:
Es gibt z.B. die DIN 4600, die vorschreibt, wie ein KEA (kumulierter Energieaufwand) errechnet wird.
DAS wäre eine praktikable Grundlage und dann kommt immer noch Einiges an EA hinzu.
Genau diese DIN 4600 wird mit voller Absicht IMHO nie zum Nachweis des KEA für EE als Grundlage herangezogen.
Fazit: Auch Troge lügt, und zwar (als Wissenschaftler müsste er es wissen!) ziemlich dreist.
Anders ist das einfach nicht zu bezeichnen!
"ZEIT: Kennen Sie eine brauchbare Alternative zur Demokratie?
Troge: Natürlich nicht."
und weiteres (anders nicht zu bezeichnen!!) blahblah, z. B. zur Wirtschaft.
Für einen "Prof.Dr" und hochbezahlter Präsident ist das mehr als nur traurig,
das grenzt an strafbare Amtsanmaßung.
Natürlich ist "Demokratie" nicht möglich, wenn die selbsternannte "Elite" nichts Anderes tut, als "das Volk" zu belügen (hier: trotz wissenschaftlicher Ausbildung einfach frei erfundene Behauptungen verbraitet)!
Und:
Ja, wir sind an der Grenze zu einem wirklichen Notstand,
die für uns als Industriegesellschaft hochwichtige Energie wird immer knapper,
aber es GIBT ZUR ZEIT KEINE REELLE ALTERNATIVE.
Es ist wirklich zum Fürchten, denn die AKWs und KKWs SIND NUN MAL die einzige reelle Chance, noch Energie herzustellen, um als Industzriegesellschaft überleben zu können.
Denn:
Jede so genannte "EE" ist (ziemlich sicher, es gibt keine wissenschaftlich belastbare Untersuchung!) nur noch größere Energieverschwendung, verballert die letzten Ressoúrcen nur noch schneller.
Troge ist alt und finanziell abgesichert genug, um die Konsequenzen seiner Märchengebäude nicht erleben zu müssen,
aber das gilt nicht für den Rest der Bevölkerung, vor Allem nicht für die Jüngeren.
(Übrigens gibt es eine reelle Alternative: Windkraft aus Nordwestafrika, aber genau diese wird systematisch ausgeschlossen und Doktoranden mit positiven Studien systematisch vom Weiterarbeiten ausgeschlossen! Die leben zur Zeit von ALG2!)
Jede so genannte "EE" ist (ziemlich sicher, es gibt keine wissenschaftlich belastbare Untersuchung!) nur noch größere Energieverschwendung, verballert die letzten Ressoúrcen nur noch schneller.
Diese Behauptung ist falsch. Um das einzusehen, braucht man keine komplizierten Untersuchungen, sondern muß einfach die Lebensdauer eines Produkts mit der Amortisationszeit vergleichen; im Falle von Solaranlagen liegt die Amortisationszeit zur Zeit deutlich unter zehn Jahren, die Lebensdauer einer Solarzelle ist aber deutlich höher (mehrere Jahrzehnte).
Ich wundere mich allerdings auch sehr über Herrn Troges Argumentation: Natürlich wollen wir die Atomkraftwerke so bald loswerden wie möglich. Wir leisten diesem Ziel aber einen Bärendienst, solange wir unseren Eigenbedarf nicht ohne Import von Strom aus ausländischen Atomkraftwerken decken können. Ignoriert er einfach, daß wir zur Zeit das Defizit, das durch den Ausfall von Atomkraftwerken entsteht, durch Bezug von Strom aus Kraftwerken mit teilweise schwächeren Sicherheitsstandards kompensieren, oder sehe ich da etwas falsch?
Jede so genannte "EE" ist (ziemlich sicher, es gibt keine wissenschaftlich belastbare Untersuchung!) nur noch größere Energieverschwendung, verballert die letzten Ressoúrcen nur noch schneller.
Diese Behauptung ist falsch. Um das einzusehen, braucht man keine komplizierten Untersuchungen, sondern muß einfach die Lebensdauer eines Produkts mit der Amortisationszeit vergleichen; im Falle von Solaranlagen liegt die Amortisationszeit zur Zeit deutlich unter zehn Jahren, die Lebensdauer einer Solarzelle ist aber deutlich höher (mehrere Jahrzehnte).
Ich wundere mich allerdings auch sehr über Herrn Troges Argumentation: Natürlich wollen wir die Atomkraftwerke so bald loswerden wie möglich. Wir leisten diesem Ziel aber einen Bärendienst, solange wir unseren Eigenbedarf nicht ohne Import von Strom aus ausländischen Atomkraftwerken decken können. Ignoriert er einfach, daß wir zur Zeit das Defizit, das durch den Ausfall von Atomkraftwerken entsteht, durch Bezug von Strom aus Kraftwerken mit teilweise schwächeren Sicherheitsstandards kompensieren, oder sehe ich da etwas falsch?
wenigstens Sie dazu eine Quelle nennen könnten.
Wohlgemerkt: Wikipedia (was Sie verlinken) behauptet auch nur - ohne weitere Quellenangabe.
(Was bei Wikipedia eigentlich nicht erlaubt ist und zur Löschung führt).
Außerdem gibt es nur sehr wenige Solarzellen, die schon älter als 20 Jahre sind - wo haben Sie diese Behauptung her?? Die ersten Gebnerationen von Solarzellen sind überwiegend bereits wegen Ausfall auf dem (Sonder!)-Müll.
(Abgesehen davon ist dann auch der Wirkungsgrad katastrophal schlecht geworden).
Warum fragen Sie sich denn nicht mal, warum Solarstrom so teuer ist
(Auch anderer EE-Strom)?
Nur weil Leute wie Troge einen teuren Titel tragen und allen unwissenschaftlichen Unsinn erzählen dürfen??
Der Preis:
Das ist doch alles Energieaufwand (und NUR das!), was den Endpreis so hoch treibt! Was denn sonst, meinen Sie? Das würde mich wirklich mal interessieren!
Ihren 2.Teil könnte ich akzeptieren, aber:
AKWs wären inzwischen längst überflüssig, wenn nicht wild drauflos "EE" verkauft worden wäre (alle sinnlose EE),
sondern erst geforscht und mit Studien unterlegt und dann erst produziert.
Allein die PV hat inzwischen die Summe verschlungen, die Atomkraft mal als Subvention bekommen hat (40 Milliarden Euro).
Aber:
PV hat nur 0,3 % Stromanteil - AKWs liefern ca 30 % !!!
Mit dem Geld wäre ein Windpark in Nordwestafrika zu finanzieren gewesen, der locker 30% unseres Stroms ersetzen könnte,
aber jetzt ist es - Troge ist daran mit Schuld! - zu spät!
Und die PV ist technisch noch genau da, wo sie vor 30 Jahren mal war: Dickschicht ff. Alle Versprechen der PV-Industrie, sie würden mit Förderung sinnvolle PV erforschen, sind unerfüllt geblieben.
Nur das Geld ist weg.
wenigstens Sie dazu eine Quelle nennen könnten.
Wohlgemerkt: Wikipedia (was Sie verlinken) behauptet auch nur - ohne weitere Quellenangabe.
(Was bei Wikipedia eigentlich nicht erlaubt ist und zur Löschung führt).
Außerdem gibt es nur sehr wenige Solarzellen, die schon älter als 20 Jahre sind - wo haben Sie diese Behauptung her?? Die ersten Gebnerationen von Solarzellen sind überwiegend bereits wegen Ausfall auf dem (Sonder!)-Müll.
(Abgesehen davon ist dann auch der Wirkungsgrad katastrophal schlecht geworden).
Warum fragen Sie sich denn nicht mal, warum Solarstrom so teuer ist
(Auch anderer EE-Strom)?
Nur weil Leute wie Troge einen teuren Titel tragen und allen unwissenschaftlichen Unsinn erzählen dürfen??
Der Preis:
Das ist doch alles Energieaufwand (und NUR das!), was den Endpreis so hoch treibt! Was denn sonst, meinen Sie? Das würde mich wirklich mal interessieren!
Ihren 2.Teil könnte ich akzeptieren, aber:
AKWs wären inzwischen längst überflüssig, wenn nicht wild drauflos "EE" verkauft worden wäre (alle sinnlose EE),
sondern erst geforscht und mit Studien unterlegt und dann erst produziert.
Allein die PV hat inzwischen die Summe verschlungen, die Atomkraft mal als Subvention bekommen hat (40 Milliarden Euro).
Aber:
PV hat nur 0,3 % Stromanteil - AKWs liefern ca 30 % !!!
Mit dem Geld wäre ein Windpark in Nordwestafrika zu finanzieren gewesen, der locker 30% unseres Stroms ersetzen könnte,
aber jetzt ist es - Troge ist daran mit Schuld! - zu spät!
Und die PV ist technisch noch genau da, wo sie vor 30 Jahren mal war: Dickschicht ff. Alle Versprechen der PV-Industrie, sie würden mit Förderung sinnvolle PV erforschen, sind unerfüllt geblieben.
Nur das Geld ist weg.
Sie haben recht, daß ich keine Primärquellen für die Behauptung über die Amortisationszeit angegeben habe. Die Aussage läßt sich aber leicht prüfen, deshalb gehe ich davon aus, daß die Angaben in der Wikipedia richtig sein werden. Haben Sie da Zweifel?
Zur Lebensdauer: Es scheint üblich zu sein, daß Hersteller von Solarzellen die Garantie geben, daß nach langer Zeit, z.B. 25 Jahren, noch ein hoher Anteil, z.B. 80%, der Energieeffizienz verbleibt (als Laie habe ich bisher keine Gesamtstatistiken finden können). Deshalb gehe ich davon aus, daß die Lebensdauer moderner Solarzellen mindestens in der Größenordnung einiger Jahrzehnte liegt.
Zum Strompreis: "Das ist doch alles Energieaufwand (und NUR das!), was den Endpreis so hoch treibt! Was denn sonst, meinen Sie? Das würde mich wirklich mal interessieren!"
Strompreise sind in hohem Maße willkürlich. Der Preis von Öko-Strom kann neben der Bezahlung der Erzeuger auch die Finanzierung von Förderprojekten beinhalten; der Spiegel hat Anfang 2008 über Fälle berichtet, in denen der Versorger Öko-Strom angeboten, aber AKW-Strom und norwegische Öko-Zertifikate bezahlt hat. Deshalb scheint es sehr kompliziert zu sein, aus Strompreisen Rückschlüsse auf die Effizienz verschiedener Energieformen zu ziehen.
"PV hat nur 0,3 % Stromanteil - AKWs liefern ca 30 % !!!"
Laut Wikipedia sind wir inzwischen (2008) bei 0,6% zu 23%; Wind und Wasserkraft kommen zusammen auf über 10%. Der Abstand ist größer als ich gedacht hätte, aber offenbar geht die Änderung in die richtige Richtung.
"AKWs wären inzwischen längst überflüssig, wenn nicht wild drauflos "EE" verkauft worden wäre (alle sinnlose EE), sondern erst geforscht und mit Studien unterlegt und dann erst produziert."
Das bezweifle ich. Dadurch, daß wir den Einsatz in der Praxis erproben, lernen wir aus den Erfahrungen der Nutzer; der Einsatz der heutigen Technik ist wie eine gigantische Studie, die die erneuerbaren Energien "in allen Lebenslagen" prüft. Ich habe absolut nichts gegen Forschung, aber ich sehe keinen Grund, mit dem Praxiseinsatz zu warten, bis wir die perfekte Technik haben.
"Mit dem Geld wäre ein Windpark in Nordwestafrika zu finanzieren gewesen, der locker 30% unseres Stroms ersetzen könnte,
aber jetzt ist es - Troge ist daran mit Schuld! - zu spät!"
Das verstehe ich nicht: Wenn der Windpark tatsächlich effektiv ist, wird man damit doch Geld verdienen können; was hindert uns also daran, ihn heute aufzubauen?
...wenn Sie für Ihre abstrusen Behauptungen seriöse Quellen nennen würden! Ihre Milchmädchenrechnungen sind jedenfalls keinesfalls glaubwürdiger als Wikipedia!!!
Alllein die Behauptung, dass die Herstellungskosten regenerativer Energien sich lediglich aus der dafür verbrauchten Energie ergäben ist dermaßen hahnebüchen, dass einem vernünftig denkenden Menschen die Haare vom Kopf stehen!!!
Sie haben recht, daß ich keine Primärquellen für die Behauptung über die Amortisationszeit angegeben habe. Die Aussage läßt sich aber leicht prüfen, deshalb gehe ich davon aus, daß die Angaben in der Wikipedia richtig sein werden. Haben Sie da Zweifel?
Zur Lebensdauer: Es scheint üblich zu sein, daß Hersteller von Solarzellen die Garantie geben, daß nach langer Zeit, z.B. 25 Jahren, noch ein hoher Anteil, z.B. 80%, der Energieeffizienz verbleibt (als Laie habe ich bisher keine Gesamtstatistiken finden können). Deshalb gehe ich davon aus, daß die Lebensdauer moderner Solarzellen mindestens in der Größenordnung einiger Jahrzehnte liegt.
Zum Strompreis: "Das ist doch alles Energieaufwand (und NUR das!), was den Endpreis so hoch treibt! Was denn sonst, meinen Sie? Das würde mich wirklich mal interessieren!"
Strompreise sind in hohem Maße willkürlich. Der Preis von Öko-Strom kann neben der Bezahlung der Erzeuger auch die Finanzierung von Förderprojekten beinhalten; der Spiegel hat Anfang 2008 über Fälle berichtet, in denen der Versorger Öko-Strom angeboten, aber AKW-Strom und norwegische Öko-Zertifikate bezahlt hat. Deshalb scheint es sehr kompliziert zu sein, aus Strompreisen Rückschlüsse auf die Effizienz verschiedener Energieformen zu ziehen.
"PV hat nur 0,3 % Stromanteil - AKWs liefern ca 30 % !!!"
Laut Wikipedia sind wir inzwischen (2008) bei 0,6% zu 23%; Wind und Wasserkraft kommen zusammen auf über 10%. Der Abstand ist größer als ich gedacht hätte, aber offenbar geht die Änderung in die richtige Richtung.
"AKWs wären inzwischen längst überflüssig, wenn nicht wild drauflos "EE" verkauft worden wäre (alle sinnlose EE), sondern erst geforscht und mit Studien unterlegt und dann erst produziert."
Das bezweifle ich. Dadurch, daß wir den Einsatz in der Praxis erproben, lernen wir aus den Erfahrungen der Nutzer; der Einsatz der heutigen Technik ist wie eine gigantische Studie, die die erneuerbaren Energien "in allen Lebenslagen" prüft. Ich habe absolut nichts gegen Forschung, aber ich sehe keinen Grund, mit dem Praxiseinsatz zu warten, bis wir die perfekte Technik haben.
"Mit dem Geld wäre ein Windpark in Nordwestafrika zu finanzieren gewesen, der locker 30% unseres Stroms ersetzen könnte,
aber jetzt ist es - Troge ist daran mit Schuld! - zu spät!"
Das verstehe ich nicht: Wenn der Windpark tatsächlich effektiv ist, wird man damit doch Geld verdienen können; was hindert uns also daran, ihn heute aufzubauen?
weil Strom ein Konkurrenzprodukt ist.
Was Sie meinen, ist der Endpreis für Stromverbraucher - da sind viele andere Leistungen mit zu bezahlen - Netzkosten vor Allem, aber auch hinein gemogelte Kosten, z.B. Renten und Förderung für EE.
Es ist diese Dummheit (pardon) der Verbraucher, die durchaus gewollt ist, damit hier frei spekulierte Preise (Renten ff) vermischt werden können.
Aber der Konkurrenzpreis für Strom ist nachvollziehbar und liegt je nach Angebot um 3 bis 5 ct./KWh, selten mal mehr (wenn Mangel herrscht ist das Spitzenstrom).
___
Die von Ihnen genannte Amortisation ist eben NICHT beweisbar oder - wie Sie sagen - "leicht nachvollziehbar".
Fest steht, dass der Basisstrompreis aus PV z.B. 10-fach höher bezahlt werden muss, als der Strom, mit der PV hergestellt wird.
Also ist zu vermuten, dass für eine PV-Anlage auch 10-mal mehr Energie nötig war, als wieder zurück kommt.
Sie verwechseln vielleicht finanzielle Amortisation mit der energetischen Amortisation.
Rein finanziell amortisiert sich eine PV, wenn sie 20 Jahre lang läuft und der Strom zu Beginn 10-mal höher bezahlt wird.
Und natürlich: Wenn Alles tatsächlich funktioniert - was bisher nie der Fall war, insbesondere das teure Herzstück (Wechselrichter) ist oft alle 10 Jahre neu zu kaufen.
Energetische Amortisation ist IMHO bisher nie glaubhaft nachgewiesen worden.
______
Die 0,6% Stromanteil bei PV sind eine weitere sehr dreiste Lüge, die einfach nur Lüge bleibt.
Es gibt konkrete Zahlen, was die PV z.B. im Jahr 2008 in Deutschland geliefert hat
(natürlich, denn die musste teuer gekauft werden!)
und es gibt klare Zahlen für den deutschen Stromverbtrauch 2008.
(Quellen: viele, u.A. auch wikipedia)
Daraus errechnet sich für 2008 ein Anteil von unter 0,3 %.
Ihr Beitrag weckt bei mir starke Zweifel daran, daß Sie sich sachlich über das Thema auseinandersetzen wollen; ich beschränke mich exemplarisch auf zwei Themen:
1. Preise:
Aus Ihrem Kommentar #6:
"Das ist doch alles Energieaufwand (und NUR das!), was den Endpreis so hoch treibt! Was denn sonst, meinen Sie? Das würde mich wirklich mal interessieren!"
Nachdem ich Ihnen darin in #7 widerspreche, schreiben Sie in #8:
Strompreise sind nicht willkürlich, weil Strom ein Konkurrenzprodukt ist. Was Sie meinen, ist der Endpreis für Stromverbraucher - da sind viele andere Leistungen mit zu bezahlen - Netzkosten vor Allem, aber auch hinein gemogelte Kosten, z.B. Renten und Förderung für EE."
Widerlegen Sie damit nicht ganz vehement Ihre ebenso emotional vorgetragene Behauptung aus #6?
2. Energiedaten 2008
"Die 0,6% Stromanteil bei PV sind eine weitere sehr dreiste Lüge, die einfach nur Lüge bleibt.
Es gibt konkrete Zahlen, was die PV z.B. im Jahr 2008 in Deutschland geliefert hat
(natürlich, denn die musste teuer gekauft werden!)
und es gibt klare Zahlen für den deutschen Stromverbtrauch 2008.
(Quellen: viele, u.A. auch wikipedia)
Daraus errechnet sich für 2008 ein Anteil von unter 0,3 %."
Wenn Sie bei Wikipedia nachgesehen hätten, wären Sie womöglich auf die folgende Tabelle gestoßen. Die Quelle für die Einträge ist der Jahresbericht der AG Energiebilanzen e.V. (PDF). Dort wird auf Seite 22 die Bruttostromerzeugung 2008 auf 639,1 TWh, auf Seite 21 der Photovoltaik-Anteil auf rund 4 TWh beziffert. Zum Vergleich: 0,3% von 639,1 TWh entsprächen 1,92 TWh.
Schluß
Wenn Sie einen sinnvollen Diskussionsbeitrag leisten wollen statt einfach nur Dampf abzulassen, empfehle ich
- sorgfältiger zu recherchieren, um Fehler und Widersprüche zu vermeiden
- Ihre Kernaussagen zu belegen
- ruhiger zu argumentieren.
In dieser Form hat diese Diskussion für mich keinen Sinn.
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