Abfindung Begehrter Wohltäter
Wendelin Wiedeking ist auch noch nach seinem Abgang bei Porsche gefragt - als Spendengeber
Der gerade geschasste Porsche-Chef Wendelin Wiedeking erlebt dieser Tage eine ungewöhnliche Häufung einschlägiger Anfragen: Er möge sie doch auch mit einer Spende bedenken, bitten ihn die Hilfswerke des Motor Presse Clubs und anderer Journalistenvereine. Wiedeking hatte die Gesuche selbst mit seinem spendablen Umgang mit der 50-Millionen-Euro-Abfindung losgetreten, die ihm nach 17 Jahren bei Porsche zugesprochen wurde.
Die Hälfte davon hat er für die »Förderung einer sozial gerechten Entwicklung« an den Porsche-Standorten vorgesehen. Dafür wird eigens eine Stiftung gegründet.Und ganz speziell: Je eine halbe Million Euro will er zudem den regionalen Unterstützungsfonds für »notleidende Journalisten im Alter« in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hamburg zukommen lassen.
Damit dreht er nicht nur den Essers, Zumwinkels und anderen Abzockern in den Chefetagen eine lange Nase, sondern versucht, mit den gezielten Spenden an die regionalen Journalistenhilfsfonds auch die dort ansässigen Medien zu beschämen, die ihn einst hochjubelten und dann fallen ließen. Wiedekings Botschaft: Auch wenn ihr nicht anständig mit mir umgegangen seid, ich bleibe auch in der Niederlage fair. Die Ironie wurde aber offenbar nicht überall verstanden. (dhl)
- Datum 29.07.2009 - 16:03 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 30.07.2009 Nr. 32
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Ironie oder nicht. Journalisten werden gebraucht wie eine erfolgreiche Presse. Vielleicht hat Herr Wiedeking das sogar erkannt. Und kein Journalist muss schreiben, was Herr Wiedeking will. Insofern, Geld annehmen mit der Bedingung ighn weiter kritisch beleuchten zu dürfen.
Falls die kritische Berichterstattung allerdings ein Fallen lassen bedeutet und nicht das Ergebnis recherchierter und überzeugter Berichterstattung, hätte Herr W. der schreibenden Zunft allerdings eine Ohrfeige verpasst. Aber die ist ja dann finanziell von Vorteil, und hin und wieder soll eine solche ja auch ganz heilsam sein.
Den Spendenempfängern würde ich zusätzlich eine Urkunde überreichen, damit sie sich etwas hinter den Spiegel stecken können.
D.R.
Mit Bedauern sehe ich Sie abtreten, nachdem ich jahrelang Ihren Managementerfolg mit Hochachtung verfolgt habe. Und auch im Abtreten zeigen Sie Größe und, was mir die größte Hochachtung einflößt, auch Humor.
Chapeau!
i-risor
P.S.
wie armselig dagegen die Bankster, welche nie wie Sie mit Ihrem Privatvermögen bürgten und jetzt um die letzten Cents ihrer Abfindung winseln.
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