Kongo Sieht so ein Kriegsherr aus?

Ein Milizenführer schürt das Morden im Kongo – von Mannheim aus.

International gesucht: Ignace Murwanashyaka, Anführer von 6000 Hutu-Kämpfern

International gesucht: Ignace Murwanashyaka, Anführer von 6000 Hutu-Kämpfern

Er spricht fließend Deutsch, er hat im Rheinland Wirtschaftswissenschaften studiert, über »Geldnachfrage in Südafrika« promoviert und in Deutschland eine Familie gegründet. Eigentlich wäre Ignace Murwanashyaka, geboren 1963 in Butare, Ruanda, wohnhaft in Mannheim, Baden-Württemberg, ein Musterbeispiel für gelungene Integration. Doch Deutschland ist für den 46-Jährigen weniger zweite Heimat als sicherer Stützpunkt für einen Krieg, dessen Schlachtfeld 4000 Kilometer entfernt liegt.

Murwanashyaka ist Präsident der Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas (FDLR). Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Truppe von geschätzt 6000 Hutu-Kämpfern. Was die FDLR unter der »Befreiung Ruandas« verstehen, haben einige ihrer Kommandanten, bis heute der harte Kern der Miliz, 1994 demonstriert, als sie dort den Völkermord an 800.000 Angehörigen der Tutsi-Minderheit mit organisierten.

Anzeige

Seither haben sich die FDLR im Nachbarland, im Osten des Kongo, verschanzt. Sie kontrollieren rohstoffreiche Gebiete und terrorisieren die Bevölkerung. Auf den jüngsten Versuch der Vereinten Nationen und der kongolesischen Regierung, die brutale Hutu-Miliz im Ostkongo gewaltsam zu entwaffnen, reagiert diese seit Monaten mit Rachefeldzügen gegen die Zivilbevölkerung. Augenzeugen berichten von Massakern, bei denen Menschen enthauptet, andere bei lebendigem Leib verbrannt oder zu Tode gehackt wurden. Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe mit Tausenden neuen Flüchtlingen. »Wir haben schon viele Verbrechen der FDLR dokumentiert«, sagt Anneke Van Woudenberg, Kongo-Expertin von Human Rights Watch: »Aber das sind Morde von gespenstischen Ausmaßen.«

»Ich bin der Präsident. Ich weiß ganz genau, was da passiert«

Ignace Murwanashyaka führt seine Miliz aus dem Exil nicht nur, indem er öffentlich Propaganda betreibt und erfolgreich Spenden sammelt. Der Exilruander telefoniert regelmäßig mit Generälen vor Ort. UN-Experten präsentieren in ihrem jüngsten Bericht an den Sicherheitsrat die Aussage eines hochrangigen FDLR-Deserteurs, wonach Murwanashyaka seit Februar an der »Koordination der FDLR-Gegenangriffe« beteiligt war und »genaue Instruktionen« gab, »wie verloren gegangene Stellungen zurückzuerobern sind«.

Massaker im Kongo, die von einem Telefon in Mannheim aus gesteuert werden? Der Mann, den Interpol wegen Kriegsverbrechen sucht, dessen Auslieferung Ruanda verlangt, lebt in einem schmucklosen Mehrfamilienhaus nahe dem Hauptbahnhof. Sein Name steht ganz unten auf dem Klingelbrett. In den vergangenen Jahren finanzierte er sein Leben unter anderem mit Hartz IV. Wer in diesen Tagen in der afrikanischen Gemeinde von Mannheim nach dem Ruander fragt, erntet Schulterzucken – keiner kennt ihn oder will ihn kennen. Anfragen auf seiner Handy-Mailbox bleiben unbeantwortet. Über seinen Anwalt Steffen Gallas lässt er pauschal ausrichten, er weise alle Vorwürfe zurück.

So öffentlichkeitsscheu war er nicht immer. Erst vor einigen Monaten erklärte der Mann mit dem smarten Lächeln stolz im MDR-Magazin Fakt, die FDLR seien eine »straff organisierte Truppe, vom Präsidenten bis zu den unteren Ebenen«. Und er ließ an seiner Führungsrolle keine Zweifel: »Ich bin der Präsident. Ich weiß ganz genau, was da passiert.«

Der Milizenführer und Deutschland, diese Geschichte beginnt 1989, als Murwanashyaka mit einem Stipendium zum Studium an die Universität Bonn kommt. Sein Vater gehört zu jener Million Hutu, die nach dem Genozid an den Tutsi aus Ruanda vor der Rache der Tutsi-Rebellen unter dem heutigen Präsidenten Paul Kagame in den Kongo fliehen.

Seine Ethnie, sagt Murwanashyaka, sei das eigentliche Opfer des Konflikts. Er engagiert sich von Europa aus für die Flüchtlinge und steigt schnell zu einem der führenden Repräsentanten der Hutu-Diaspora auf. 2001 übernimmt Murwanashyaka das Amt des FDLR-Präsidenten. Die Miliz braucht einen Imagewandel, einen Führer, dem nicht persönlich das Blut des Massenmords an den Händen klebt.

So sehr glückt es Murwanashyaka in Deutschland, sich als Verfolgten darzustellen, dass er hierzulande politisches Asyl bekommt. In seinem Antrag präsentiert er sich im Jahr 2000 als Gründer einer »gut funktionierenden und starken Opposition zur Militärdiktatur«, die sich in Ruanda für die »strenge Achtung der Grundrechte« einsetze. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, nicht gerade für leichtfertige Anerkennung bekannt, gibt dem Antrag des Ruanders binnen sechs Wochen statt.

In den folgenden Jahren entpuppt sich Murwanashyaka als eloquenter Hardliner. Mehrfach reist er in den Ostkongo, etwa um sich in einem FDLR-Camp einer militärischen Ausbildung zu unterziehen. In Europa, bei öffentlichen Auftritten, gibt er sich präsidial, doch nicht weniger hart. 2005 lässt Murwanashyaka ein Abkommen nachträglich scheitern, das zur Demobilisierung der Miliz führen sollte. Der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan macht den Mann aus der Kurpfalz dafür in einem Schreiben direkt verantwortlich: Er habe sich geweigert, den Befehl zur Entwaffnung zu geben.

Als schließlich die UN und auch die EU Ende 2005 Sanktionen gegen den Mannheimer verhängen, wachen die deutschen Behörden endlich auf. Drei Verfahren werden in Gang gesetzt. Und gleich am Anfang sieht es so aus, als ob die Deutschen seiner habhaft werden. Im Frühjahr 2006 widerruft das Flüchtlings-Bundesamt den Asylstatus und damit die Aufenthaltsberechtigung. Murwanashyaka landet nach der Rückkehr von einer erneuten Reise in den Kongo in Mannheimer Abschiebehaft.

Doch dann entscheidet ein Verwaltungsgericht, die erste Instanz, der Milizenführer dürfe weiter Asyl genießen. Die zweite Instanz, der Bayerische Verwaltungsgerichtshof, bei dem der Fall seit gut zwei Jahren liegt, hat »eine weitere Sachaufklärung in die Wege geleitet«, wie es auf Anfrage heißt. Man wolle über das Auswärtige Amt von den UN erfahren, ob »sichere Erkenntnisse« vorlägen, wonach die FDLR Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hätten. Nur 19 Tage lag saß der Milizenführer in Abschiebehaft.

Der deutschen Justiz fehlt das Bewusstsein für diese Verbrechen

Es sind solche Verfahren, die Murwanashyaka offensichtlich das Gefühl geben, in Deutschland ungehindert agieren zu können. Bis vor Kurzem betrieb er die Website der FDLR, gab Pressemitteilungen heraus und Radiosendern Interviews. So publizierte Murwanashyaka im April vergangenen Jahres, als Ruandas Präsident Kagame Berlin besuchte, einen offenen Brief an den Bundespräsidenten. »Seine Exzellenz«, schrieb der Mannheimer an Horst Köhler, empfange den »schlimmsten Kriminellen des 20. und 21. Jahrhunderts«, einen »Faschisten« und »schwarzen Khmer«. Murwanashyaka schloss sein Schreiben »mit dem Ausdruck vorzüglichster Hochachtung«.

Für solche und andere Äußerungen hat das Landgericht Mannheim den Milizenführer zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt – wegen Verstoßes gegen das Verbot der politischen Betätigung, das die Stadt Mannheim verfügt hatte. Murwanashyakas Anwalt hält solch ein Verbot »für rechtsstaatlich nicht hinnehmbar«. Und wieder: Er weise alle Vorwürfe zurück.

In Teilen der deutschen Justiz, dieser Eindruck bleibt, fehlt das Bewusstsein für die Schwere der Verbrechen – ein Bewusstsein, das sich etwa bei islamistischen Terrorverdächtigen längst mit einschneidenden Freiheitsbeschränkungen bereits für potenzielle »Gefährder« durchgesetzt hat.

So packte zwar schon 2006 der damalige Generalbundesanwalt Kay Nehm mit dem Völkerstrafrecht die große Keule gegen Murwanashyaka aus – und eröffnete ein Verfahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Doch bei den sicher aufwendigen Ermittlungen nach dem Völkerstrafgesetzbuch, das erst seit 2002 in Deutschland gilt, scheinen die Uhren noch anders zu gehen. So beklagten deutsche Ermittler, im Fall Murwanashyaka keine unmittelbaren Zeugen für Straftaten zu finden. Aber sie reisten selbst nie persönlich zum Ortstermin nach Zentralafrika. Und in diversen Amtsstuben hält sich hartnäckig die Überzeugung, dass die Situation im Kongo »völlig unübersichtlich« sei und die FDLR ein zersplitterter Haufen seien, der neben einer »Vielzahl marodierender Banden« dort sein Unwesen treibe.

Deutschland dürfe kein sicherer Hafen für Völkerstraftäter sein, beteuerte einer der Murwanashyaka-Ermittler aus Karlsruhe vor zwei Jahren auf einer Tagung. Da hatte die Bundesanwaltschaft ihre Ermittlungen aus Mangel an Beweisen bereits wieder eingestellt. Von Generalbundesanwältin Monika Harms hat Milizenführer Murwanashyaka seitdem nichts mehr gehört.

 
Leser-Kommentare
  1. Afrika, der verlorene Kontinent. Leider kratzt der Artikel an der Oberfläche, denn über die mächtigen Nationen (USA, China, FRankreich), die die Milizen immer wieder mit Geld und Waffen ausstatten, wird nichts gesagt. Diamanten, Öl, Coltan, Cobalt schüren die Gier, die reichen Kongo-Ostprovinzen unter eigene Kontrolle zu bekommen. Lesenswert Standardlektüre: "Afrikanische Totenklage" von Peter Scholl-Latour, für alle, die sich für das Thema interessieren.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Krisse
    • 03.08.2009 um 10:36 Uhr

    Der Artikel beschäftigt sich nicht damit, wie die Konflikte in Teilen Afrikas von westlichen Nationen aufrechterhalten werden oder mögliche Bedürfnisse Deutschlands (im Speziellen) nach Rohstoffen aus der Kongo-Regieon, sondern um die Fehler und Versäumnisse der deutschen Justiz in Bezug auf einen Menschen, der sich als Anführer einer Organisation sieht und präsentiert, welche Menschenrechtsverletzungen begeht. Mit der zitierten Aussage "Ich bin der Präsident. Ich weiß genau was da passiert." Übernimmt er auch die Verantwortung für diese Taten.

    Ich denke man sollte es gegeneinander aufrechnen, wenn ein Land sich auf diese und ein anderes auf jene Weise an einem Menschenrechtsverbrechen beteiligt, weil der Versuch der Relativierung durch das Aufrechnen der Schwere der Schuld niemandem hilft.

    Hier sehen wir, wie ein in Deutschland lebender Verantwortlicher für einen Teil der Menschenrechtsverletzungen in Ruanda und den Verbrechen, die nun im Kongo begangen werden, durch die deutsche Justiz, vielleicht nicht gedeckt, aber zumindest in seinem Handeln nicht gehindert wird.

    Das große Problem haben sie, 1234fire, in ihrer Überschrift gut zusammengefasst: Afrika ist zu weit weg von der Lebenswirklichkeit der Menschen der westlichen Industrienationen. Die Meldungen aus dem Kontinent vermögen zwar Unverständnis und Bedauern hervorzurufen, aber das Leid der Menschen dort kann sich keiner vorstellen.

    Krisse

    • Krisse
    • 03.08.2009 um 10:36 Uhr

    Der Artikel beschäftigt sich nicht damit, wie die Konflikte in Teilen Afrikas von westlichen Nationen aufrechterhalten werden oder mögliche Bedürfnisse Deutschlands (im Speziellen) nach Rohstoffen aus der Kongo-Regieon, sondern um die Fehler und Versäumnisse der deutschen Justiz in Bezug auf einen Menschen, der sich als Anführer einer Organisation sieht und präsentiert, welche Menschenrechtsverletzungen begeht. Mit der zitierten Aussage "Ich bin der Präsident. Ich weiß genau was da passiert." Übernimmt er auch die Verantwortung für diese Taten.

    Ich denke man sollte es gegeneinander aufrechnen, wenn ein Land sich auf diese und ein anderes auf jene Weise an einem Menschenrechtsverbrechen beteiligt, weil der Versuch der Relativierung durch das Aufrechnen der Schwere der Schuld niemandem hilft.

    Hier sehen wir, wie ein in Deutschland lebender Verantwortlicher für einen Teil der Menschenrechtsverletzungen in Ruanda und den Verbrechen, die nun im Kongo begangen werden, durch die deutsche Justiz, vielleicht nicht gedeckt, aber zumindest in seinem Handeln nicht gehindert wird.

    Das große Problem haben sie, 1234fire, in ihrer Überschrift gut zusammengefasst: Afrika ist zu weit weg von der Lebenswirklichkeit der Menschen der westlichen Industrienationen. Die Meldungen aus dem Kontinent vermögen zwar Unverständnis und Bedauern hervorzurufen, aber das Leid der Menschen dort kann sich keiner vorstellen.

    Krisse

    • Krisse
    • 03.08.2009 um 10:36 Uhr

    Der Artikel beschäftigt sich nicht damit, wie die Konflikte in Teilen Afrikas von westlichen Nationen aufrechterhalten werden oder mögliche Bedürfnisse Deutschlands (im Speziellen) nach Rohstoffen aus der Kongo-Regieon, sondern um die Fehler und Versäumnisse der deutschen Justiz in Bezug auf einen Menschen, der sich als Anführer einer Organisation sieht und präsentiert, welche Menschenrechtsverletzungen begeht. Mit der zitierten Aussage "Ich bin der Präsident. Ich weiß genau was da passiert." Übernimmt er auch die Verantwortung für diese Taten.

    Ich denke man sollte es gegeneinander aufrechnen, wenn ein Land sich auf diese und ein anderes auf jene Weise an einem Menschenrechtsverbrechen beteiligt, weil der Versuch der Relativierung durch das Aufrechnen der Schwere der Schuld niemandem hilft.

    Hier sehen wir, wie ein in Deutschland lebender Verantwortlicher für einen Teil der Menschenrechtsverletzungen in Ruanda und den Verbrechen, die nun im Kongo begangen werden, durch die deutsche Justiz, vielleicht nicht gedeckt, aber zumindest in seinem Handeln nicht gehindert wird.

    Das große Problem haben sie, 1234fire, in ihrer Überschrift gut zusammengefasst: Afrika ist zu weit weg von der Lebenswirklichkeit der Menschen der westlichen Industrienationen. Die Meldungen aus dem Kontinent vermögen zwar Unverständnis und Bedauern hervorzurufen, aber das Leid der Menschen dort kann sich keiner vorstellen.

    Krisse

    Antwort auf "weit weg"
  2. Unfassbar dieses Nicht- Vorgehen der deutschen Justiz. Was muss erst passieren, damit ein solcher Mensch für seine Taten bestraft wird? In Deutschland wahrscheinlich noch einiges dazu! Wie kann hierzulande ein fehlendes Bewusstsein auch für diese Art Völkermord bestehen? Weil der Mann sich seine Hände nicht selber schmutzig gemacht hat? Wenn es kein Bewusstsein gibt, dann muss man es sich eben schaffen und sich nicht die Hintern plattsitzen auf den Ämtern und warten bis ein Wunder geschieht! Es geht schon über in Ignoranz und dadurch in Mittäterschaft.
    Ja- Afrika ist zu fern, als das es die Gemüter und Herzen bewegt.

  3. so gehts:
    1. einsperren
    2. kontos beschlagnahmen
    3. abschieben

    erledigt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ihr Kommentar leuchtet mir nicht so ganz ein. Wenn ihm was nachgewiesen werden könnte würde er ja auch eingesperrt und die Kontos beschlagnahmt werden. Das Problem ist, dass unsere Justiz ihm scheinbar nichts nachweisen kann. Entweder weil er unschuldig ist oder weil sie's nicht auf die Reihe kriegen.

    Ihr Kommentar leuchtet mir nicht so ganz ein. Wenn ihm was nachgewiesen werden könnte würde er ja auch eingesperrt und die Kontos beschlagnahmt werden. Das Problem ist, dass unsere Justiz ihm scheinbar nichts nachweisen kann. Entweder weil er unschuldig ist oder weil sie's nicht auf die Reihe kriegen.

  4. Dieser Herr hat also hierzulande politisches Asyl erhalten. Das zeigt einmal mehr, dass diese Einrichtung nicht nur fragwürdig, sondern grösstenteils kontraproduktiv ist. Asyl erhalten mitnichten die Verfolgten und schon gar nicht die Armen, sondern die Angehörigen der Elite aus irgendwelchen Drittweltlländern, die sich mit gefälschten Dokumenten & Lebensläufen hier einschleichen.

  5. war allein der raus geschmuggelte Diamant aus einem der reichsten Länder der Welt, dem Kongo, durch westliche Konzerte schätzungsweise $60 Milliarden Wert. Möglich durch Bestechung der Warlords zum Waffenverkauf und Finanzierung von Bürgerkriegen und günstigem Chaos.

    Warum sollte man irgendwas an diesen profitablen Zuständen ändern wollen?
    Das Geschäft läuft doch sehr gut, und alle sind happy, jedenfalls diejenigen die zählen.

    • gw-hh
    • 03.08.2009 um 12:58 Uhr

    Die Verfolgung von Kriegsverbrechern war noch nie eine Disziplin, in der Deutschland aufgefallen ist, insofern muss man sich über den vorliegenden Fall nicht wundern.
    Wenn andere Kriegsverbrecher, gegen die Murwanashyaka eher eine kleine Nummer ist, hierzulande in Talkshows reihenweise hofiert werden: warum soll der Afrikaner hier dann nicht auch mit HartzIV versorgt werden?
    Nehmen wir einmal Henry Kissinger, der Anfang der 70er-Jahre den massiven amerikanischen Bombenkrieg (seine Worte "using anything that flies on anything that moves") u.a. gegen das bis zu diesem Zeitpunkt friedliche Kambodscha veranlasste und damit mit vollkommen völkerrechtswidrig-kriegsverbrecherischen Aktivitäten eine 7-stellige Zahl von Opfern auf dem Kerbholz hat.

    Er geniesst bei der deutschen Politik-(und Medien-)Elite den Ruf eines erfahren-souveränen Staatsmanns, dessen Rat und Einschätzung als beherzigenswert angesehen wird und dessen Auftritte mit immensen Honoraren vergütet werden.
    Von ihm war bisher kein Wort der Entschuldigung oder des Bedauerns dafür zu hören, dass er Tod und Vernichtung über große Landstriche aussäte.
    Seine Beliebtheit bei uns wurde von dem bekannten amerikanischen Schriftsteller Gore Vidal kommentiert mit den Worten "ihr Deutschen liebt die Kriegsverbrecher".

    Dagegen ist Herr Murwanashyaka als kleiner Fisch zu betrachten, der sich dabei bestens ins bekannte Muster einfügt.
    Was ist denn seine Funktion?
    Er sorgt doch - wie etliche andere militärisch organisierte Banden - für die Rohstoffversorgung der europäischen Industrie aus dem Kongo, zum günstigen Preis. Mit den Einnahmen werden Waffen beschafft und das Spiel fortgesetzt, dass dort seit Jahrzehnten betrieben wird, u.a. für die Versorgung der Europäer mit Coltan.

    So lässt sich auch erklären, das Bundesanwältin Monika Harms in dieser Sache untätig bleibt: man will ja nicht die Versorgungslage der deutschen Industrie beeinträchtigen.
    Ist es nicht besser, einen Murwanashyaka in Mannheim sitzen zu haben, anstatt z.b. in Japan oder China, wo die Falschen von seinen Aktivitäten profitieren könnten?

  6. Natürlich nur Nebensache, aber Entfernung Deutschland-Kongo 4000km??Ist zu bezweifeln!!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    scheinen es hier wirklich nicht sonderlich schwer zu haben... Zur Nebensache der Entfernung: laut diesem Großkreisrechner und der Daten für Berlin - Kongo kommt bei mir rund 5900 km raus

    scheinen es hier wirklich nicht sonderlich schwer zu haben... Zur Nebensache der Entfernung: laut diesem Großkreisrechner und der Daten für Berlin - Kongo kommt bei mir rund 5900 km raus

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service