Unwetter Immer dem Wetter nachSeite 3/3

Um den Einfluss des Klimawandels auf Unwetter in Europa besser abschätzen zu können, brauchen die Forscher mehr Daten. Dotzek baut dafür die European Severe Weather Database (eswd.eu) auf, in die auch die Meldungen der freiwilligen Sturmjäger eingehen. Wo viele Menschen wohnen, schätzt der Physiker, werden inzwischen 80 bis 90 Prozent aller Tornados registriert.

Olaf Malz kann an diesem Freitag keinen Eintrag beisteuern. In der Nähe von Celle halten wir auf einem Feldweg zwischen zwei Weizenfeldern. Die dunklen Wolken sehen vielversprechend aus, eine ragt weit in den Himmel und hat die verdächtige Form eines Ambosses. Doch als sie über uns hinwegzieht, klatschen nur ein paar Regenschauer aufs Autodach, nicht einmal Blitze sind dabei. Malz schaltet den Laptop ein und sieht eine Gewitterzelle aus Münster heranziehen. Wir beschließen zu warten – vergeblich. Die neuen Wolken bleiben irgendwann einfach stehen wie ein Zug im Sackbahnhof. Es ist sieben Uhr abends. »Denen fehlt die Sonnenenergie«, vermutet Malz.

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Er ist jetzt 39 und hat noch nie einen Tornado gesehen. »Das kommt noch«, sagt er auf der Rückfahrt. Stürme seien eben wie Poesie, unberechenbar, immer anders. »Manche Menschen lesen eine Stunde lang eine Kurzgeschichte, ich schaue mir ein Gewitter an.«

 
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