Spielen Schach

Klaus Darga ist 75. Wie der ebenfalls unüberhörbar aus Berlin stammende 70-jährige Hajo Hecht gehörte er mit Unzicker, Schmid, Hübner und mir selbst Jahrzehnte zur Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland, die als beste Amateurmannschaft der Welt im Reigen der Profiteams immer vorne mitspielte.
Klaus hatte Schach zwar mit acht Jahren durch bloßes Zuschauen bei seinem Vater erlernt, sich aber erst als 14-Jähriger näher damit befasst. Dafür war er mit 17 bereits deutscher Jugendmeister, und zwei Jahre später teilte er in Kopenhagen mit dem Argentinier Oscar Panno den ersten Platz bei der Jugendweltmeisterschaft, vor späteren Weltklassespielern wie Ivkov, Olafsson und Larsen.
Wohl nichts kennzeichnet Klaus mehr als seine mit feiner Selbstironie gepaarte (zu) große Bescheidenheit. Beim Interzonenturnier zur WM 1964 in Amsterdam ringt er in einer 96-zügigen »Seeschlange« den kommenden Weltmeister Boris Spassky nieder. Sein Kommentar: »Die Partie kann man keinem zeigen, die ist zu lang.« Und als bei der Schacholympiade 1970 in Skopje ein Zuschauer »hörbar« eingeschlafen ist: »Wahrscheinlich hat er bei meiner Partie zugeschaut!«
Der größte Erfolg des IBM-Computerfachmanns war der geteilte Turniersieg 1967 im kanadischen Winnipeg zusammen mit dem Dänen Larsen, dem damals erfolgreichsten Turnierspieler der Welt, vor Legenden wie Keres und Spassky. Wie bestrafte Klaus als Schwarzer Larsens Bauernraub auf d6?
Helmut Pfleger

Lösung aus Nr. 31:
Welcher weiße Zug ließ Schwarz gleich aufgeben? Nach dem überraschenden Läuferrückzug 1.Lc1! war die schwarze Dame mitten auf dem Feld gefangen
Jetzt neu: Helmut Pfleger: »ZEIT-Schachspalten. 120 amüsante Aufgaben mit überraschenden Lösungen aus DIE ZEIT«; Praxis Schach, Edition Olms, Oetwil bei Zürich 2009; 136 Seiten, 16,80 Euro
- Datum 28.08.2009 - 16:25 Uhr
- Serie Schach
- Quelle DIE ZEIT, 30.07.2009 Nr. 32
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