Blogger "Mein Auftritt bei Vodafone hat natürlich auch mit Geld zu tun"

Sascha Lobo wirbt für Vodafone, eine Firma, die er selbst für einen Zensor hält. Roger Willemsen erzählt er, warum er das macht

ZEITmagazin: Eine Twitter-Meldung ist 140 Zeichen lang. Haben Sie sich schon mal in der Kürze selbst beschrieben?

Sascha Lobo: Ja, aber ich habe den Text nicht veröffentlicht. Die Hälfte meiner Twitter-Beiträge dreht sich sowieso um mich selbst.

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ZEITmagazin: 140 Zeichen lange Texte werden zu einer künstlerischen Gattung?

Sascha Lobo: Das Kurze ist eine unterschätzte literarische Form und in anderen Kulturen stärker verankert: Hemingways Sechs-Wörter-Geschichte, das Haiku – Texte wie Koffeintabletten! Twitter ermöglicht eine Überprüfung der eigenen Kommunikate in Echtzeit. Im Internet herrscht ein Interessanz-Diktat.

ZEITmagazin: Und was ist mit Relevanz?

Sascha Lobo: In den alten Medien heißt es: Eine Redaktion wählt aus, was sie relevant findet. In den neuen: Nur das Interessante wird weitergegeben.

ZEITmagazin: Die "Holzmedien" werden einander ähnlicher und verlieren Leser. Die unabhängigeren wie Blogs haben Zulauf?

Sascha Lobo: Das Netz kann noch keinen professionellen Journalismus bezahlen, aber er ist ein hohes Gut. In einer globalisierten Welt kann man nicht immer nur in Gießen recherchieren.

ZEITmagazin: Der Blogger kann den Pharmakonzern angreifen, die Zeitung überlegt es sich dreimal.

Sascha Lobo: Der Treibstoff des Bloggers ist Begeisterung. Er lässt vielleicht nicht locker, doch seine Mittel sind beschränkt.

Leser-Kommentare
  1. Sich selbst. Er kann sich wunderbar verkaufen. Wenn niemand ihn nach seiner Frisur fragt, erwähnt er sie selber. Vielleicht kann er uns den Gefallen tun, direkt bei Scholz und Dings einzusteigen, anstatt auf antiestablishment zu machen, um sich dem Nächstbesten an den Hals zu werfen, der die Brieftasche aufmacht.

  2. ... er "die Sache" nicht verrät, ist mir egal, ob er nebenbei noch etwas Geld damit verdient. Wenn er aber anfängt, sich von seinen bzw. den behaupteten Grundsätzen zu verabschieden, weil er Angst um seinen Gewinn hat, sollte er abgelöst werden. Ich sehe das recht pragmatisch. Wer kritisch denkt, braucht trotzdem kein Vodafone Produkt kaufen.

    Ich weiß über Lobo eigentlich nicht viel, weil mich diese Selbstdarsteller nicht interessieren. Vielleicht bedient er auch nur geschickt beide Seiten?!

  3. Handy:
    Mannesmann-Arcor / D2 war unser erster Mobilfunkanbieter. Wir waren immer zufrieden und konnten nicht klagen.

    Dann übernahm Vodafone den Laden - und plötzlich wurde alles irgendwie tricky - man spürte förmlich, wie sie hinter unserem Geld her waren.

    Nie wieder Vodafone ! sagten wir uns und sparten mit Callmobile bzw. Simyo vom ersten Tag an Geld.

    Internet:
    Arcor ist seit ewigen Zeiten unser Internet-Provider. Seit der Übernahme durch Vodafone stieg unsere Unzufriedenheit deutlich. Dass eine Vertragsanpassung nur noch mit 24 Vertragsverlängerung möglich ist, setzte dem ganzen die Krone auf.

    Dass Vodafone die Internetzensur sofort freiwillig einführen wollte, passt ins Bild.

    Vodafone ? Nein danke.

    • lomexx
    • 02.08.2009 um 10:15 Uhr

    Mal abgesehen von allem Anderen, was man über dieses Interview sagen könnte, ein Wort zu Herrn Willemsen und seiner Fragetechnik. Nur ein Beispiel:

    "Unsere Michelle Obama heißt Joachim Sauer. Was sagt das über das Verhältnis der deutschen Politik zum Internet?"

    Ähm... nichts? Was hat das eine mit dem Anderen zu tun? Und was sagt es über Herrn Lobo, dass er - statt als Reaktion auf diesen Nonsens einfach nur ratlos zu schweigen - sofort los schwurbeln kann?

    Immer wieder überrascht

    L.

  4. (entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Die Redaktion / tr.)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Warum darf man Lobo , Gockel und Frisur nicht in einem Satz nennen?
    Ich finde das nicht beleidigend.

    Warum darf man Lobo , Gockel und Frisur nicht in einem Satz nennen?
    Ich finde das nicht beleidigend.

  5. Kenne als Internetgreis diesen bei Insidern scheinbar sehr bekannten Blogger Lobo nicht. Das, was ich nun von ihm kennengelernt habe, reicht, um nicht mehr von ihm kennenlernen zu wollen.

    So einfach ist das: '...deshalb muß ich auch mit denen reden, die sie (Internetsperren) mitgetragen haben.'
    Mit ihnen reden heißt also, für sie Werbung machen. Interessante Auslegung.
    Ich würde sagen, es hat NUR mit Geld zu tun.

    Na ja, auch ein grüner Ex-Umwelt- und Außenminister namens Fischer steht ja mittlerweile u.a. bei einem Energieversorger in Lohn und Brot, den er einst scharf kritisierte. Eine Häutung mehr!

    Man verliert allmählich jedwede Illusion.
    Oder bin ich einfach nicht fähig, Standpunkte neu zu überdenken, zu bewerten?

    (... editiert. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Die Redaktion / tr.)

  6. offen ausspricht und zugibt (auch sich selbst gegenüber), wird es dadurch nicht moralisch vertretbarer....

  7. 8. Zensur

    Warum darf man Lobo , Gockel und Frisur nicht in einem Satz nennen?
    Ich finde das nicht beleidigend.

    Antwort auf "Herr Lobo"

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