Deutscher Widerstand Vom Sinn, gelebt zu habenSeite 3/3

Doch alle diese Bemühungen scheiterten, weil man auf alliierter Seite erhebliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Umsturzpläne hegte und den Abgesandten der Opposition mit großem Misstrauen begegnete. Auch Trott wurde auf seinen risikoreichen Reisen immer wieder als Agent verdächtigt, der es nur darauf abgesehen habe, einen Keil in die Anti-Hitler-Koalition hineinzutreiben.

Was die Erfolgsaussichten des geplanten Staatsstreichs betraf, war auch Trott skeptisch. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, sich aktiv an den Vorbereitungen zu beteiligen. Belegt ist, wie intensiv er gerade in den letzten Wochen vor dem 20. Juli 1944 mit Stauffenberg zusammenarbeitete. Dabei ließ es sich von dem Gedanken leiten, dass in jedem Fall gehandelt werden müsse, um, wie Oberst Henning von Tresckow, einer der Mitverschwörer, es formuliert hat, zu demonstrieren, »daß die deutsche Widerstandsbewegung vor der Welt und vor der Geschichte den entscheidenden Wurf gewagt hat«.

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»Jetzt ist es aus«, erklärte Trott nach dem gescheiterten Staatsstreich. »Das Verhängnis muß seinen Gang gehen. Kein Stein wird auf dem anderen bleiben.« Trotz verschärfter Verhöre der Gestapo ließ er sich nicht brechen. Dem tobenden Präsidenten des Volksgerichtshofs Roland Freisler trat er aufrecht entgegen – in der Gewissheit, »gelebt zu haben«, das heißt sich selbst und seinen Überzeugungen treu geblieben zu sein. Benigna von Krusenstjern hat ihm mit ihrer quellengesättigten Biografie ein würdiges Denkmal gesetzt.

 
Leser-Kommentare
  1. ... dass man mal was von den deutschen Widerständlern hört, sonst glaubt die Jugend von heute noch die Sache mit der Kollektivschuld. Wo doch schon Adam von Trott die Sache ganz anders einschätzte:

    "Man stehe »wirklich am Anfang eines deutschen Faschismus, einer Staatsbeherrschung durch die Partei, die… weite Volksteile ausschließt und zur Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft brutal wird niederhalten müssen«."

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    der 'kollektivschuld'-vorwurf hat (außer in den alliierten-feindlichen propagandakonstrukten der rechtsradikalen nach 1945) als politisch-juristischer tatbestand nie real existiert. zwar spielte der gedanke einer kollektiven schuld aller deutschen während des 2. weltkriegs eine nicht unerhebliche rolle in den öffentlichen diskursen v.a in england und amerika, doch war die kollektivschuld-these zu keinem zeitpunkt bestandteil alliierter politik. von einiger bedeutung war und ist sie dagegen allerdings als aufhänger für relativierungs- und schuldentlastungsversuche in den diskursen (nicht nur) der extremen rechten.
    es ist eine unabweisbare historische tatsache, dass es keinen gesellschaftlichen widerstand gegen die nazidiktatur gab und dass die reibungslose durchführung ihrer verbrechen ohne einen relativ weitreichenden "konsens zwischen bevölkerung und führung" (w.jochmann) nicht möglich gewesen wäre. doch gab es eine ganze reihe von rühmlichen ausnahmen - unter konservativen, liberalen, sozialisten, gewerkschaftern, protestanten, katholiken und (am personal- und opferreichsten) unter kommunisten. eine dieser bewundernswerten ausnahmen war adam von trott. seinen namen gegen einen von schlußstrich-ideologen phantasierten kollektivschuld-vorwurf in beschag zu nehmen ist mehr als deplaziert.

    der 'kollektivschuld'-vorwurf hat (außer in den alliierten-feindlichen propagandakonstrukten der rechtsradikalen nach 1945) als politisch-juristischer tatbestand nie real existiert. zwar spielte der gedanke einer kollektiven schuld aller deutschen während des 2. weltkriegs eine nicht unerhebliche rolle in den öffentlichen diskursen v.a in england und amerika, doch war die kollektivschuld-these zu keinem zeitpunkt bestandteil alliierter politik. von einiger bedeutung war und ist sie dagegen allerdings als aufhänger für relativierungs- und schuldentlastungsversuche in den diskursen (nicht nur) der extremen rechten.
    es ist eine unabweisbare historische tatsache, dass es keinen gesellschaftlichen widerstand gegen die nazidiktatur gab und dass die reibungslose durchführung ihrer verbrechen ohne einen relativ weitreichenden "konsens zwischen bevölkerung und führung" (w.jochmann) nicht möglich gewesen wäre. doch gab es eine ganze reihe von rühmlichen ausnahmen - unter konservativen, liberalen, sozialisten, gewerkschaftern, protestanten, katholiken und (am personal- und opferreichsten) unter kommunisten. eine dieser bewundernswerten ausnahmen war adam von trott. seinen namen gegen einen von schlußstrich-ideologen phantasierten kollektivschuld-vorwurf in beschag zu nehmen ist mehr als deplaziert.

  2. Großes Lob für diesen Artikel - der Name dieses Widerstandkämpfers war mir, genau wie sein Wirken, bisher gänzlich unbekannt.

    Allein dafür ein großes Dankeschön!

  3. "So sind Bonuszahlungen ein legitimes Instrument der Vergütung. Es ist aber wichtig, den sozialen Kontext im Blick zu haben. Das Vertrauen der Öffentlichkeit hängt davon ab, dass mit diesem Instrument maßvoll umgegangen wird. Ich bin mir nicht sicher, ob man sich über die Bedeutung dieser Angelegenheit überall im Klaren ist.

    Das Instrument der Bonuszahlungen in England ist leider vollkommen unreguliert und die Brown-Regierung widersetzt sich in meinen Augen einschlaegigen Regelungen. Hat doch Gorden Brown 10 Jahre als Schatzkanzler von den Machenschaften der Banking "Fat Cats" profitiert, hofft er nun, dass eben diese ihn nun wieder aus dem Schlamassel ziehen: Die britischen Banken machen wieder Profit (Barclays und HSBS). Es ist ermutigend, dass wenigstens der HSBS - Verwaltungsratschef hier Handeln der Politik fordert. Die Frage ist jedoch, ob das gehoert wird. Naja - Gordon Brown ist gerade im Urlaub.

  4. 4. --

    der 'kollektivschuld'-vorwurf hat (außer in den alliierten-feindlichen propagandakonstrukten der rechtsradikalen nach 1945) als politisch-juristischer tatbestand nie real existiert. zwar spielte der gedanke einer kollektiven schuld aller deutschen während des 2. weltkriegs eine nicht unerhebliche rolle in den öffentlichen diskursen v.a in england und amerika, doch war die kollektivschuld-these zu keinem zeitpunkt bestandteil alliierter politik. von einiger bedeutung war und ist sie dagegen allerdings als aufhänger für relativierungs- und schuldentlastungsversuche in den diskursen (nicht nur) der extremen rechten.
    es ist eine unabweisbare historische tatsache, dass es keinen gesellschaftlichen widerstand gegen die nazidiktatur gab und dass die reibungslose durchführung ihrer verbrechen ohne einen relativ weitreichenden "konsens zwischen bevölkerung und führung" (w.jochmann) nicht möglich gewesen wäre. doch gab es eine ganze reihe von rühmlichen ausnahmen - unter konservativen, liberalen, sozialisten, gewerkschaftern, protestanten, katholiken und (am personal- und opferreichsten) unter kommunisten. eine dieser bewundernswerten ausnahmen war adam von trott. seinen namen gegen einen von schlußstrich-ideologen phantasierten kollektivschuld-vorwurf in beschag zu nehmen ist mehr als deplaziert.

    Antwort auf "Schön..."

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