Softwarekonzern Programmierter Kulturkampf bei SAP

Der deutsche Softwarekonzern SAP wird radikal umgebaut. Die erfolgsverwöhnten Mitarbeiter verstehen nicht, warum

Die SAP-Zentrale im badischen Walldorf

Der SAP-Zentrale nähert man sich am besten mit dem Bus. Zehn Minuten dauert die Fahrt vom Bahnhof Wiesloch-Walldorf bis zu dem Komplex aus graublauen Büroquadern, die man wie Bauklötze in ein Industriegebiet südlich von Heidelberg gesetzt hat. Schon auf der Fahrt wird das Dilemma sichtbar, in dem das größte europäische Softwareunternehmen steckt: Hier zwischen Rhein und Neckar tobt ein Kampf zwischen deutscher Ingenieurkunst und amerikanischer Margenfixierung, zwischen Lokalbewusstsein und Globalisierungseifer. Man muss nur zuhören und aus dem Fenster schauen. Hier geht es um alte Werte und eine neue Kultur.

Drinnen im Bus geht es zu wie in einer Flughafen-Lounge. Man blickt in chinesische, indische und blasse Gesichter. Aus dem Sprachwirrwarr dringen englische Satzfetzen mit amerikanischem Akzent. Draußen zieht das Kontrastprogramm vorbei: die Fabrikhallen von Heidelberger Druck, Stätten des deutschen Präzisionsmaschinenbaus, eingebettet in Maisfelder. Die Straßen tragen die Namen großer Erfinder, die das Land hervorgebracht hat: Carl Benz, Rudolf Diesel, Robert Bosch.

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An der Dietmar-Hopp-Allee leert sich der Bus. Auch Hopp ist längst Legende, einer der Gründer von SAP. Er verkörpert noch die alte Kultur, die für klassisches Ingenieurdenken steht, für Bodenständigkeit, für Präzision und Programmierkunst. Damit hat der Konzern den Weltmarkt für Unternehmenssoftware erobert. SAP ist führend bei Programmen, die sämtliche Abläufe in Konzernen und mittelgroßen Betrieben steuern.

SAP-Chef Leo Apotheker

SAP-Chef Leo Apotheker

Doch genau diese Hoppschen Werte sehen viele in Walldorf nun bedroht. Es ist die Rede von Kulturwandel, manche sprechen sogar von Kulturbruch. Und es gibt einen, der diesem Wandel ein Gesicht gibt: Léo Apotheker. Seit Juni hat er in Walldorf ganz allein das Sagen, davor teilte er sich den Vorstandsvorsitz mit dem Physiker Henning Kagermann. Zum ersten Mal hat SAP nun einen Chef, der nicht mehr den Gründern um Hopp, Plattner, Tschira & Co verhaftet ist.

Und zum ersten Mal steht jemand an der Spitze, der nicht aus der Entwicklung kommt. Apotheker hat als Verkäufer Karriere gemacht. Manche argwöhnen nun, der neue Chef werde in Zukunft mehr verkaufen als entwickeln lassen. Aber es ist eben nicht nur Apotheker. Im Vorstand sitzt auf einmal niemand mehr mit SAP-Programmiererfahrung, die Mehrheit stellen ausländische Manager. Vier der sieben Posten wurden im vergangenen Jahr neu besetzt – die meisten mit engen Vertrauten Apothekers. Léos Boygroup, sagen manche. Mitgründer Klaus Tschira, der bis 2007 im Aufsichtsrat saß, äußerte unlängst ganz offen Zweifel an der zunehmenden Bedeutung von Vertrieb und Marketing. »Das gibt mir zu denken. Kann sein, dass es einen Boom gibt – dann steht die SAP ohne Produkte da.«

Apotheker hat seine obersten Ziele für die kommenden Jahre in zwei Zahlen klargemacht: 100.000 Kunden. 35 Prozent Umsatzrendite. Derzeit bedient SAP 89.000 Firmen und erzielt eine Marge von rund 25 Prozent. Wie ernst es dem Chef ist mit der Rendite, belegen bereits die Zahlen. Obwohl die Softwareerlöse im ersten Halbjahr um fast 40 Prozent eingebrochen sind, erwartet Apotheker, dass die Gewinnmarge trotz Krise bis zum Jahresende weiter steigt – auf bis zu 27 Prozent.

Bei der Begründung seiner ehrgeizigen Renditepläne spricht Apotheker wie der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. SAP müsse sich mit Konkurrenten wie Microsoft, Google und dem Erzrivalen Oracle messen, die zum Teil deutlich besser verdienten. Sonst werde man früher oder später zum Übernahmekandidaten. Doch viele werfen Apotheker vor, zu sehr auf die Aktionäre und Analysten zu schielen. Auf einmal bekommt die Anzeigentafel im Foyer des Hauptgebäudes eine ganz neue Bedeutung. Bisher der Ausweis eigener Stärke, ist sie nun ein Gängelband: Rot flimmernde Ziffern zeigen den SAP-Aktienkurs in Echtzeit.

Leser-Kommentare
    • mhmmmm
    • 11.08.2009 um 20:45 Uhr

    Irgendwie sind deutsche Spitzenmanager immer hintendran! Als alle schon längst die Giftpapiere verkauften, da meinten die Landesbanken, jetzt gehts erst richtig los. Und nun der Kaufmann, der die Rezepte vom Anfang des Jahrtausends und vorher benutzt. Kann ja nur schiefgehen. Also wird SAP in 10 Jahren an Oracle oder Microsoft verkauft.
    Das, was jedes Unternehmen stark macht, sind die Produkte und dementsprechend die Produktinnovationen. Ich muss also ein Klima schaffen, in dem Mitarbeiter motiviert werden, das Produkt zu verbessern. Ist alleine schon ne Wahnsinnsaufgabe das bei SAP zu tun. Dies aber jetzt noch schlechter zu machen ist der Todesstoß!

  1. Der Bericht über die SAP erinnert mich doch stark an den Werdegang der IBM. Bis in die 80 Jahre war das Unternehmen einzigartig hat ihre Mitarbeiter verwöhnt und an sich gebunden. Heute ist IBM ein ganz normales Unternehmen das viele Goodies gestrichen hat und die Vergütung auf ein sogenanntes normales Maß reduziert hat. IBM ist gezielt zu einen ganz normalen Unternehmen geworden, getrieben natürlich wie kann es sein durch den Druck der Aktionäre und den vierteljährige Berichtszeitraum. Aber warum sollte es denn bei SAP anders sein, schließlich kamen die Gründer ja von der IBM.

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    Mit der hundertjährigen Traditionsfirma IBM sollten wir den Neuling SAP wohl lieber nicht vergleichen. Da kämen wir schlecht bei weg. Doch irgendwie ernüchternd und symbolisch ist es schon, dass all die genannten deutschen Erfinder vor mehr als einem Jahrhundert gelebt haben. Von der großen Vergangenheit allein kann jedoch die graue Gegenwart nicht leben. Unsere Unis produzieren noch immer begabte junge Wissenschaftler. Da unsere Politiker sie aber vergraulen, ja die hochbezahlten Spezialisten und Fachkräfte jetzt sogar noch mit Reichensteuern belegen wollen, ist es kein Wunder, wenn sie unser Land verlassen und sich eine neue Existenz suchen, wo ihre Kenntnisse anerkannt werden. Zum Glück finden sich ausländische Fachkräfte für Walldorf.

    Der Vergleich mit der IBM ist sicherlich treffend, nur die Ursachenanalyse greift zu kurz. Es war nicht der Druck der Aktionäre, sondern der Druck des Marktes und des Wettbewerbs, der die IBM zum Umsteuern zwang. Kein Kunde ist auf die Dauer bereit, den Mitarbeitern von SAP und IBM üppige Gehälter und Sozialleistungen, kostenloses Kantinenessen und ein kreatives Arbeitsumfeld zu finanzieren, wenn man den eigenen Mitarbeitern mal wieder einen Sozialplan schmackhaft machen muss. Solche Arbeitsbedingungen lassen sich nur als Innovationsführer durchsetzen. Nur ist diese für die Mitarbeiter höchst angenehme Phase längst vorbei.

    Im Bereich von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware lassen sich kaum noch Innovationspotentiale ausmachen. Insofern muss man zur Kenntnis nehmen, dass die SAP im Wettbewerb angekommen ist und jetzt eine Marktabschöpfungsstrategie verfolgt, solange dies noch möglich ist. Daher ist es auch folgerichtig, dass nun ein Vertriebler das Ruder übernommen hat. Die dann anschließende Phase wird noch schmerzlicher: Zunehmender Wetbewerb, Margenverfall, Verringerung der Vertriebs- und Entwicklungskosten, Konzentration aufs Kerngeschäft, Unternehmensabspaltungen und -fusionen, Management-Buy-Outs, etc. Dann werden die Controller das Ruder übernehmen.

    Dieser Weg ist alternativlos, wenn sich ein Innovationsfenster schliesst, im Übrigen auch für Microsoft und andere. Er war in den 90er Jahren gut in der Computerindustrie, in der Wehrtechnik und in der Telekommunikation zu beobachten. Demnächst wird die Automobilindustrie und der Mobilfunk diesen Weg einschlagen.

    Da sich am Horizont kaum neue technologischen Trends abzeichnen, werden zukünftige Innovationen wohl eher im sozialen Bereich zu orten sein. Die innovativen Produkte der Finanzindustrie waren keine echte Alternative.

    * Bis in die 80 Jahre war das Unternehmen einzigartig hat ihre Mitarbeiter verwöhnt und an sich gebunden. Heute ist IBM ein ganz normales Unternehmen...

    Ich darf Sie daran erinnern, dass IBM, der vormalige Gigant der Branche schlechthin, Anfang 1993 vor der Pleite stand nach einem Jahresverlust von mehr als 8 Milliarden Dollar, bis dahin der größte jemals ausgewiesene Verlust eines US-unternehmens.

    Das änderte sich mit dem berühmten Lou Gerstner, der aus dem verschlafenen Laden ("International Backwater Machines" - haben Sie sich mal angesehen, was IBM in seiner Historie wirklich alles verschlafen hat? Technologisch gesehen eine wirklich klasse Firma, die aber fast nie schaffte, aus der Spitzentechnologie verwertbares Kapital zu schlagen) das machte, was IBM heute ist: Ein dynamisches, krisenfestes, profitables, langfristig ertragreiches Unternehmen.

    Mit der hundertjährigen Traditionsfirma IBM sollten wir den Neuling SAP wohl lieber nicht vergleichen. Da kämen wir schlecht bei weg. Doch irgendwie ernüchternd und symbolisch ist es schon, dass all die genannten deutschen Erfinder vor mehr als einem Jahrhundert gelebt haben. Von der großen Vergangenheit allein kann jedoch die graue Gegenwart nicht leben. Unsere Unis produzieren noch immer begabte junge Wissenschaftler. Da unsere Politiker sie aber vergraulen, ja die hochbezahlten Spezialisten und Fachkräfte jetzt sogar noch mit Reichensteuern belegen wollen, ist es kein Wunder, wenn sie unser Land verlassen und sich eine neue Existenz suchen, wo ihre Kenntnisse anerkannt werden. Zum Glück finden sich ausländische Fachkräfte für Walldorf.

    Der Vergleich mit der IBM ist sicherlich treffend, nur die Ursachenanalyse greift zu kurz. Es war nicht der Druck der Aktionäre, sondern der Druck des Marktes und des Wettbewerbs, der die IBM zum Umsteuern zwang. Kein Kunde ist auf die Dauer bereit, den Mitarbeitern von SAP und IBM üppige Gehälter und Sozialleistungen, kostenloses Kantinenessen und ein kreatives Arbeitsumfeld zu finanzieren, wenn man den eigenen Mitarbeitern mal wieder einen Sozialplan schmackhaft machen muss. Solche Arbeitsbedingungen lassen sich nur als Innovationsführer durchsetzen. Nur ist diese für die Mitarbeiter höchst angenehme Phase längst vorbei.

    Im Bereich von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware lassen sich kaum noch Innovationspotentiale ausmachen. Insofern muss man zur Kenntnis nehmen, dass die SAP im Wettbewerb angekommen ist und jetzt eine Marktabschöpfungsstrategie verfolgt, solange dies noch möglich ist. Daher ist es auch folgerichtig, dass nun ein Vertriebler das Ruder übernommen hat. Die dann anschließende Phase wird noch schmerzlicher: Zunehmender Wetbewerb, Margenverfall, Verringerung der Vertriebs- und Entwicklungskosten, Konzentration aufs Kerngeschäft, Unternehmensabspaltungen und -fusionen, Management-Buy-Outs, etc. Dann werden die Controller das Ruder übernehmen.

    Dieser Weg ist alternativlos, wenn sich ein Innovationsfenster schliesst, im Übrigen auch für Microsoft und andere. Er war in den 90er Jahren gut in der Computerindustrie, in der Wehrtechnik und in der Telekommunikation zu beobachten. Demnächst wird die Automobilindustrie und der Mobilfunk diesen Weg einschlagen.

    Da sich am Horizont kaum neue technologischen Trends abzeichnen, werden zukünftige Innovationen wohl eher im sozialen Bereich zu orten sein. Die innovativen Produkte der Finanzindustrie waren keine echte Alternative.

    * Bis in die 80 Jahre war das Unternehmen einzigartig hat ihre Mitarbeiter verwöhnt und an sich gebunden. Heute ist IBM ein ganz normales Unternehmen...

    Ich darf Sie daran erinnern, dass IBM, der vormalige Gigant der Branche schlechthin, Anfang 1993 vor der Pleite stand nach einem Jahresverlust von mehr als 8 Milliarden Dollar, bis dahin der größte jemals ausgewiesene Verlust eines US-unternehmens.

    Das änderte sich mit dem berühmten Lou Gerstner, der aus dem verschlafenen Laden ("International Backwater Machines" - haben Sie sich mal angesehen, was IBM in seiner Historie wirklich alles verschlafen hat? Technologisch gesehen eine wirklich klasse Firma, die aber fast nie schaffte, aus der Spitzentechnologie verwertbares Kapital zu schlagen) das machte, was IBM heute ist: Ein dynamisches, krisenfestes, profitables, langfristig ertragreiches Unternehmen.

  2. Tja, der Shareholder Value soll es richten, und als persönlichen Leistungsausweis setzt Apotheker jetzt einfach mal ein paar Zahlen in der Welt wie er die Rendite selber hätte, kein Problem, erwirtschaften soll er sie ja nicht selber, sondern jemand anders. Und wenn sie nicht erreicht wird, traurig, traurig, aber der Sachzwang ist offensichtlich, da sind Kürzungen unausweichlich. Apotheker ist wahrscheinlich auf seine Boni scharf, die Firma und ihre Mitarbeiter interessieren ihn vermutlich weniger - so ist es, wenn keiner mehr an der Firmenspitze ist, der aus der Forschung der Firma kommt und so einen Bezug zu Produkten und Mitarbeitern hat, sie ist für ihn ein Esel der Taler scheißt, that's it.

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    Die Frage ist wohl eher, warum sollte sich jemand eine Aktie von SAP, Sun, Oracle oder Microsoft ins Depot legen. Bei einer Dividende von weniger als 2% und ausserst moderaten Aussichten auf eine Kurssteigerung. Zum Hoch von 2000 haben sich alle Kurse halbiert und laufen nun seit 10 Jahren seitwärts. Da wäre jedes Sparbuch lukrativer gewesen.

    Umsatz und Gewinnsteigerung von ca 10% sind bei einem KGV von 15+ schon ausreichend gewürdigt. Ganz besonders in einer Baisse.

    Da können wohl nur durch dauerhaft hohe Erträge und externes Wachstum (sprich Zukauf) noch Phantasien entstehen. Auch für das Gehalt und die Provision der Mitarbeiter.

    Die Frage ist wohl eher, warum sollte sich jemand eine Aktie von SAP, Sun, Oracle oder Microsoft ins Depot legen. Bei einer Dividende von weniger als 2% und ausserst moderaten Aussichten auf eine Kurssteigerung. Zum Hoch von 2000 haben sich alle Kurse halbiert und laufen nun seit 10 Jahren seitwärts. Da wäre jedes Sparbuch lukrativer gewesen.

    Umsatz und Gewinnsteigerung von ca 10% sind bei einem KGV von 15+ schon ausreichend gewürdigt. Ganz besonders in einer Baisse.

    Da können wohl nur durch dauerhaft hohe Erträge und externes Wachstum (sprich Zukauf) noch Phantasien entstehen. Auch für das Gehalt und die Provision der Mitarbeiter.

  3. Mit der hundertjährigen Traditionsfirma IBM sollten wir den Neuling SAP wohl lieber nicht vergleichen. Da kämen wir schlecht bei weg. Doch irgendwie ernüchternd und symbolisch ist es schon, dass all die genannten deutschen Erfinder vor mehr als einem Jahrhundert gelebt haben. Von der großen Vergangenheit allein kann jedoch die graue Gegenwart nicht leben. Unsere Unis produzieren noch immer begabte junge Wissenschaftler. Da unsere Politiker sie aber vergraulen, ja die hochbezahlten Spezialisten und Fachkräfte jetzt sogar noch mit Reichensteuern belegen wollen, ist es kein Wunder, wenn sie unser Land verlassen und sich eine neue Existenz suchen, wo ihre Kenntnisse anerkannt werden. Zum Glück finden sich ausländische Fachkräfte für Walldorf.

    Antwort auf "Druck der Aktionäre"
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    • Chali
    • 12.08.2009 um 7:07 Uhr

    Welcher begabte junge Wissenschaftler käme denn jemals auch nur in die Nähze der Reichensteuer?

    Als Wissenschaftler braucht man ganz andere Qualitäten und springt auf ganz andere "Incentives" an als ein Bankster.

    Wie heisst es doch so schön? Entweder Du arbeitest oder Du willst Geld verdienen. Eine arbeitsteilige Wirtschaft verlangt Sicherheit: Ich will nicht nur mit 35 Jahren soviel verdienen, dass ich mich auf meine Arbeit (meinen Beruf, nicht meinen Job) konzentrieren kann, sondern auch mit 45. Und heutzutage, vor allem mit 55. Was nützt mir das gute Leben heute, wenn auch für mich die sozialdemokratisceh Verheissung in Erfüllung geht:
    Ab 55 bis zum Lebensende HartzIV?

    - - - - - - - - -


    "Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
    A Fish called Wanda

    • Chali
    • 12.08.2009 um 7:07 Uhr

    Welcher begabte junge Wissenschaftler käme denn jemals auch nur in die Nähze der Reichensteuer?

    Als Wissenschaftler braucht man ganz andere Qualitäten und springt auf ganz andere "Incentives" an als ein Bankster.

    Wie heisst es doch so schön? Entweder Du arbeitest oder Du willst Geld verdienen. Eine arbeitsteilige Wirtschaft verlangt Sicherheit: Ich will nicht nur mit 35 Jahren soviel verdienen, dass ich mich auf meine Arbeit (meinen Beruf, nicht meinen Job) konzentrieren kann, sondern auch mit 45. Und heutzutage, vor allem mit 55. Was nützt mir das gute Leben heute, wenn auch für mich die sozialdemokratisceh Verheissung in Erfüllung geht:
    Ab 55 bis zum Lebensende HartzIV?

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    "Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
    A Fish called Wanda

  4. Die Frage ist wohl eher, warum sollte sich jemand eine Aktie von SAP, Sun, Oracle oder Microsoft ins Depot legen. Bei einer Dividende von weniger als 2% und ausserst moderaten Aussichten auf eine Kurssteigerung. Zum Hoch von 2000 haben sich alle Kurse halbiert und laufen nun seit 10 Jahren seitwärts. Da wäre jedes Sparbuch lukrativer gewesen.

    Umsatz und Gewinnsteigerung von ca 10% sind bei einem KGV von 15+ schon ausreichend gewürdigt. Ganz besonders in einer Baisse.

    Da können wohl nur durch dauerhaft hohe Erträge und externes Wachstum (sprich Zukauf) noch Phantasien entstehen. Auch für das Gehalt und die Provision der Mitarbeiter.

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    Die reine Fixierung auf den Shareholder Value ist aber genau das was uns in diese Krise gestürzt hat.
    Wir brauchen nicht dicke Aktiendividenden und tolle Kurssteigerungen, sondern wir brauchen wieder Unternehmen mit Kultur, wo der Chef einen Kontakt zu den Mitarbeitern hat und diese nicht nur irgendwelche Zahlen und Namen für ihn sind. Wir brauchen Unternehmen in denen der Unternehmer auch am Wohle der Arbeiter interessiert ist und nicht nur an der Aktiendividende.
    Kurz wir brauchen keine Joberfüller als Chefs sondern wir brauchen Wirtschaftsbosse deren Kind das Unternehmen ist und die dieses Unternehmen als IHRES ansehen und nicht als eines von vielen in die sie eben mal kommen.
    Das Problem ist das die die die Firma leiten selber kaum Beziehung zur Firma haben, dass muss sich ändern.

    Die reine Fixierung auf den Shareholder Value ist aber genau das was uns in diese Krise gestürzt hat.
    Wir brauchen nicht dicke Aktiendividenden und tolle Kurssteigerungen, sondern wir brauchen wieder Unternehmen mit Kultur, wo der Chef einen Kontakt zu den Mitarbeitern hat und diese nicht nur irgendwelche Zahlen und Namen für ihn sind. Wir brauchen Unternehmen in denen der Unternehmer auch am Wohle der Arbeiter interessiert ist und nicht nur an der Aktiendividende.
    Kurz wir brauchen keine Joberfüller als Chefs sondern wir brauchen Wirtschaftsbosse deren Kind das Unternehmen ist und die dieses Unternehmen als IHRES ansehen und nicht als eines von vielen in die sie eben mal kommen.
    Das Problem ist das die die die Firma leiten selber kaum Beziehung zur Firma haben, dass muss sich ändern.

  5. Ich würde hier eher vom Realitätskampf, als vom Kulturkampf, sprechen. Wenn die Umsätze sinken, muss gegen gesteuert werden. Erschreckend ist hier nur, dass man billige Spielchen mit Änderungskündigungen für Wartungsverträge probiert und nicht mehr in die Entwicklung innovativer Produkte investiert. Dies klappt bei Softwareunternehmen am Besten mit hochqualifierten Fachkräften. Und diese (und nicht nur diese!) fühlen sich besonders wohl, wenn sie einen hohen Standard an Sozialleistungen erhalten. Also: Gratis Cappuccino für das Wachstum!

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    Tatsache (und das wird oft vergessen) ist das das beste Mittel gegen eine Krise Innovation ist, die kann man aber am besten dadurch abwürgen indem man hochqualifizierte Mitarbeiter vergrault.

    Tatsache (und das wird oft vergessen) ist das das beste Mittel gegen eine Krise Innovation ist, die kann man aber am besten dadurch abwürgen indem man hochqualifizierte Mitarbeiter vergrault.

  6. Die reine Fixierung auf den Shareholder Value ist aber genau das was uns in diese Krise gestürzt hat.
    Wir brauchen nicht dicke Aktiendividenden und tolle Kurssteigerungen, sondern wir brauchen wieder Unternehmen mit Kultur, wo der Chef einen Kontakt zu den Mitarbeitern hat und diese nicht nur irgendwelche Zahlen und Namen für ihn sind. Wir brauchen Unternehmen in denen der Unternehmer auch am Wohle der Arbeiter interessiert ist und nicht nur an der Aktiendividende.
    Kurz wir brauchen keine Joberfüller als Chefs sondern wir brauchen Wirtschaftsbosse deren Kind das Unternehmen ist und die dieses Unternehmen als IHRES ansehen und nicht als eines von vielen in die sie eben mal kommen.
    Das Problem ist das die die die Firma leiten selber kaum Beziehung zur Firma haben, dass muss sich ändern.

    Antwort auf "Ach ja, der Aktionär"
  7. Tatsache (und das wird oft vergessen) ist das das beste Mittel gegen eine Krise Innovation ist, die kann man aber am besten dadurch abwürgen indem man hochqualifizierte Mitarbeiter vergrault.

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