Neokonservatismus
German Techno-Angst
Der Neokonservatismus der Deutschen beschäftigt nicht nur Josef Joffe

© Michael Kappeler/ ddp
Demonstration gegen genetisch maniulierte Nahrungsmittel in Berlin (20.5.2009)
Häufig ist der Blick von außen der schärfere, weil er aufspießt, was im eigenen Land nicht mehr strittig ist, also nicht mehr hinterfragt wird. So hat Newsweek den Deutschen gerade eine ganze Titelgeschichte unter der reizvollen Überschrift Technophobia gewidmet. Natürlich ist Deutschland nicht »technikfeindlich«; der lebende Beweis sind die Millionen von Kids, die keine echte Kuh mehr kennen, dafür aber jedes Gadget, das gemeinhin in Amerika erfunden, in China produziert und hier konsumiert wird. Die Älteren sind techniktrunken, wo es um Autos und Präzisionsmechanik, also »deutsche Wertarbeit« geht.
Und das ist das Problem. Das Land liebt die Technik (neudeutsch: Technologie), die vertraut und demnach sicher zu sein scheint. Es spezialisiert sich auf die Perfektion des Bekannten und ist deshalb Weltmeister in der Verfeinerung dessen, was im 19. und 20. Jahrhundert die Zukunft eroberte. Atomares, Bio und Nano, dazu Großtechnologie insgesamt produzieren dagegen Abwehr, gar Abscheu. »Atom« ist »Bombe« oder »Tschernobyl«, Bio ist »Eingriff in die Schöpfung«, Nano sind unheimliche Winz-Partikel, die überall Verheerendes einschleusen könnten.
Diese Ängste haben einen gemeinsamen Nenner: »Man kann nicht ausschließen…« Dann lieber kein synthetisches Insulin herstellen, eine Hoechst-Erfindung, und weiter natürliches aus der Bauchspeicheldrüse von Millionen geschlachteter Schweine verwenden – oder das Gen-Insulin aus Frankreich importieren. Krümmel treibt die existenzielle Angst, aber wir importieren Atomstrom aus dem Nachbarland und bauen unter ausländischem Dach (Areva, Rosatom) Atomkraftwerke jenseits von Deutschland. 400 neue KKWs stehen weltweit im Programm, aber hier gilt der Total-Ausstieg, als ob radioaktive Wolken die Staatsgrenzen respektierten. Wir essen längst GM-Produkte, aber vertreiben die Biotech-Forschung nach Amerika. Selbst in der haltbaren Frischmilch lauert das Gift.
Newsweek meint, dass der Idealismus, der mit der Heiligsprechung der Natur einhergehe, der moralischen Selbstbestätigung nach Hitler diene. Das stimmt weder hinten noch vorne. Hinten nicht, weil die Verachtung des »Künstlichen« und der »kalten« Wissenschaft tradiertes Bewusstseinsgut ist – siehe Faust wie auch Hegel, Herder und Heidegger. Vorne nicht, weil die Nachkriegsdeutschen bis in die Achtziger sehr wohl an Technik, Wachstum und Fortschritt glaubten.
Heiß wurde das Thema erst danach. Bis dato war Antimodernismus ein konservativer Topos, doch circa 1980 wanderte er nach links – erst zu den Grünen, dann in die Sozialdemokratie, die frühere Fortschrittspartei par excellence. Deutschland, einst die Avantgarde der Moderne, hat sich so in der Angst vor der Veränderung vereint (sofern sie nicht dem eigenen Lifestyle dient, sei es die Fernreiselust, die sexuelle Präferenz oder der neueste Apple). Das Phänomen lässt sich einfacher konstatieren als explizieren. Aber es gilt, was Michael Naumann schon 2005 Nr. 6/05) beobachtet hat: »Wir trauen uns inzwischen weniger zu, als wir leisten könnten.«
- Datum 7.8.2009 - 16:07 Uhr
- Serie opi
- Quelle DIE ZEIT, 06.08.2009 Nr. 33
- Kommentare 176
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„[…] hier gilt der Total-Ausstieg, als ob radioaktive Wolken die Staatsgrenzen respektierten.“
Das ist das lustigste Argument für die Atomkraft, das ich seit langem gelesen habe.
Was die angebliche Angst vor der Technik mit „Neokonservativismus“ zu tun haben soll, ist mir leider schleierhaft.
Letzterer beruht auf der Überzeugung, dass die konventionellen Techniken, die konservative Lebensweisen und die bisher etablierten Prozesse in der Natur "eingeschwungene" und deshalb irgendwie optimale Zustände darstellen.
Vor dem Hintergrund dieser Einstellung bedeutet jede innovative Technik automatisch ein hohes Risiko der Verschlechterung. (Bildlich: steht man auf dem Gipfel, dann führt jeder Schritt tendenziell wieder abwärts.)
So hängt das zusammen.
Wenn ich mich nun aber schon dazu hab verführen lassen, Ihre Skepsis zu kommentieren, möchte ich auch noch der Versuchung nachgeben, kurz zu erläutern, warum ich den "Neokonservativismus" für abgrundtief falsch halte:
Das, was wir auf der Erde und im Zusammenleben feststellen, ist eine Momentaufnahme und ist bestenfall ein zeitlich begrenzter eingeschwungener Zustand. Die Natur war vor 10.000 Jahren eine andere und sie wird in 10.000 Jahren ebenfalls wieder eine andere sein. Auch unsere Lebensweise war vor 10.000 anders als heute und sie wird in weiteren 10.000 Jahren wiederum wenig mit unserer heutigen gemein haben.
Konkret: Die nächste Eiszeit kommt vielleicht schon in füftausend Jahren, es sei denn die Technik könnte sie verhindern. Diese Eiszeit wird etwa fünfzigtausend Jahre anhalten. Ob dann von unseren Nachkommen noch einer am Leben ist?
(Wenn es nach der Partei der Neokonservativen, den Grünen, ginge, wäre die Antwort nein.)
Politisch erzeugt diese Philosophie des Neokonservativismus schlechtes Verhalten, denn es werden notwendig immer mehr Ressourcen in die Bewahrung gesteckt. Man versucht den Wandel, pardon: die Gefahr, mit immer mehr Mitteln aufzuhalten. So etwas geht stets nur begrenzt lange gut. Man schafft physische Mauern, angefangen vom Limes über die chinesische Mauer, Festungsmauern, Maginotlinie, Westwall und Bar-Lev-Linie, oder Mauern wie die Berlinermauer, man schottet Märkte ab, versucht Kartelle zu etablieren, probiert es mit der Omerta etc. etc.
So etwas kann eine Zeit lang gut gehen, aber eigentlich wussten wir doch schon immer "Nichts ist schwieriger zu erhalten als der Status quo". (Sogar die Mafia hat das schon lernen müssen.)
Welche Konsequenzen wir daraus ziehen sollten? Wir sollten die Welle, die auf uns zu kommt, reiten und nicht zu versuchen, sie durch Dämme, physische, politische, wirtschaftliche oder geistige, zu stoppen.
Denn wir würden es nicht schaffen.
Herzlichst Crest
Was für ein ärgerlicher Begriff und falsch dazu, wenn es um Technikfolgenabschätzung durch Naturwissenschftler geht. Da möchte man sich als NaWi beleidigt fühlen wie weiland irgendwelche beschränkten Frömmler!
Ein Kernproblem ist aber auch die unreflektierte Darstellung der anesprochenen Sachverhalte in der veröffentlichten Meinung. Dabei wird der Stand von Forschung und Technik bestenfalls völlig verzehrt wiedergegeben. Das macht es nicht besser!
Zutreffend ist die Zustandsbeschreibung "Angst" dagegen in und für unsere mehrheitlich naturwissenschaftlich unausgebildete/vorgebildete Bevölkerung. Die, allzuoft auch noch verdorben durch Betroffenheitskonditioniertung und Denkverbote, auch nicht in der Lage ist mehr als diffuses Unbehagen zu äußern. Sich darüber lustig zu machen, sehr geehrter Herr Joffe, ist eine Sache für den Elitestammtisch und dort nicht verwerflich.
Nur nach Form und Inhalt kann dieser Artikel ebenso nur als verharmlosende Relativierung rezipiert werden; das ist auch nicht erfreulich, da so der Verrdacht auf emotionale Einflussnahme aufkommen kann. Rationale Begründung sieht anders aus.
MfG
Karl Müller
Letzterer beruht auf der Überzeugung, dass die konventionellen Techniken, die konservative Lebensweisen und die bisher etablierten Prozesse in der Natur "eingeschwungene" und deshalb irgendwie optimale Zustände darstellen.
Vor dem Hintergrund dieser Einstellung bedeutet jede innovative Technik automatisch ein hohes Risiko der Verschlechterung. (Bildlich: steht man auf dem Gipfel, dann führt jeder Schritt tendenziell wieder abwärts.)
So hängt das zusammen.
Wenn ich mich nun aber schon dazu hab verführen lassen, Ihre Skepsis zu kommentieren, möchte ich auch noch der Versuchung nachgeben, kurz zu erläutern, warum ich den "Neokonservativismus" für abgrundtief falsch halte:
Das, was wir auf der Erde und im Zusammenleben feststellen, ist eine Momentaufnahme und ist bestenfall ein zeitlich begrenzter eingeschwungener Zustand. Die Natur war vor 10.000 Jahren eine andere und sie wird in 10.000 Jahren ebenfalls wieder eine andere sein. Auch unsere Lebensweise war vor 10.000 anders als heute und sie wird in weiteren 10.000 Jahren wiederum wenig mit unserer heutigen gemein haben.
Konkret: Die nächste Eiszeit kommt vielleicht schon in füftausend Jahren, es sei denn die Technik könnte sie verhindern. Diese Eiszeit wird etwa fünfzigtausend Jahre anhalten. Ob dann von unseren Nachkommen noch einer am Leben ist?
(Wenn es nach der Partei der Neokonservativen, den Grünen, ginge, wäre die Antwort nein.)
Politisch erzeugt diese Philosophie des Neokonservativismus schlechtes Verhalten, denn es werden notwendig immer mehr Ressourcen in die Bewahrung gesteckt. Man versucht den Wandel, pardon: die Gefahr, mit immer mehr Mitteln aufzuhalten. So etwas geht stets nur begrenzt lange gut. Man schafft physische Mauern, angefangen vom Limes über die chinesische Mauer, Festungsmauern, Maginotlinie, Westwall und Bar-Lev-Linie, oder Mauern wie die Berlinermauer, man schottet Märkte ab, versucht Kartelle zu etablieren, probiert es mit der Omerta etc. etc.
So etwas kann eine Zeit lang gut gehen, aber eigentlich wussten wir doch schon immer "Nichts ist schwieriger zu erhalten als der Status quo". (Sogar die Mafia hat das schon lernen müssen.)
Welche Konsequenzen wir daraus ziehen sollten? Wir sollten die Welle, die auf uns zu kommt, reiten und nicht zu versuchen, sie durch Dämme, physische, politische, wirtschaftliche oder geistige, zu stoppen.
Denn wir würden es nicht schaffen.
Herzlichst Crest
Ihr Einwurf ist insofern richtig, als es in der Tat einfach widersinnig erscheint die 'Umwelt' als ein statisches Gebilde zu sehen, was man so erhalten muss. Wir haben jetzt schon die Umwelt in vielelei Hinsicht (negativ) verändert und viele dieser Veränderungen kann man gar nicht rückgängig machen. Die Herausforderung der Ökologie von morgen ist demnach die Kontrolle der Veränderungen und Gestaltung von Ökosystemen, die sowohl Menschen als auch Tieren und Pflanzen Platz bieten. Wir müssen lernen mit unserer Natur zu koexistieren, statt sie zu zerstören, denn sie ist es nach wie vor, die uns ernährt und warm hält - auch wenn das viele vor den Supermarktregalen gerne vergessen.
... was ist von einer Gesellschaft zu erwarten, die von Bankern/Finanzies und Verwaltungsfachleuten beherrscht wird, die jedes Risiko abgesichert wissen möchten. Andererseits warum sollte die Weltgesellschaft unter dem Risiko 'einer geöffneten Büchse der Pandora' leiden, wenn nur wenige davon profitieren würden.
Michel Katzentisch
Sie beschreiben sehr schön, dass gesellschaftliche Entwicklungen Prozesse und keine zeitlich stabilen Zustände sind, erkennen aber in ihrer Konsequenz die vor allem politisch hergestellte Realität nicht an.
Stattdessen beschreiben sie diese Prozesse als Welle (in naturwissenschaftlicher Anlehnung), als eine Art Naturkonstante, der man sich anpassen sollte, "Denn wir würden es nicht schaffen," uns diesem Gesetz entgegenzustellen.
Auf "the Wave" (Morton Rhue) zu verweisen legt ihre Metapher bereits nahe, und zeigt zugleich auf die gebotene, hier als Neokonservatismus deklarierte, kritische und nachhaltige Sichtweise gegenüber technologischen Veränderungen.
Dabei geht es sicherlich nicht darum, gesellschaftliche Entwicklungen zu blockieren, Grenzen aufzubauen und dergleichen, sondern sie in bestimmte, verantwortungsvolle Richtungen zu lenken.
In der ethischen Definition und der folgenden Ausrichtung der Gestalltung unserer Lebensumwelt (auch) mithilfe technologischer Innovationen liegt das fortschrittliche Deutschlands gegenüber (der typischen kulturellen Orientierung) den USA!
In der Einleitung wird noch groß Deutschlands frühere Vorreiterrolle gelobt, im Artikel fällt sie dann weg. Wieso? Vielleicht hat auch der Autor gesehen, dass Deutschlands Vorsprung in der Wissenschaft und Technik seinerzeit gnadenlos für militärische (und völkermordende) Einsätze missbraucht worden ist. Und somit ist die heutige Position der Deutschen vielleicht doch nicht ganz falsch: Denn Technik ohne Moral führt ins Verderben - aber Ethik entsteht nuneinmal nicht im Reagenzglas sondern erst im gesellschaftlichen Diskurs.
Anstatt zu lamentieren, dass es nicht vorwärts geht, ist es doch vielleicht besser sich zu freuen, dass erst räsoniert wird, bevor die neue Technik zum Einsatz kommt, denn ist eine Erfindung erstmal in der Welt, läßt sie sich nicht mehr ins Nirvana zurückbeamen (s. 'Die Physiker'). Dass jedoch Deutschland sich umstrittener Technik aus dem Ausland bedient kann vielleicht auch damit erklärt werden, dass nicht alle Marktteilnehmer sich der gesellchaftlichen Ethik unterwerfen wollen. Auch das Problem ist kein neues in Deutschland.
Das ist für sich gesehen nicht falsch. Sie brauchen aber eine Handlungsoption, einen Plan B, für den Fall, dass andere Völker mit anderen Historien, Philosophien und Einstellungen zu anderen ethischen Schlussfolgerungen kommen, und "diese anderen ethischen Schlussfolgerungen dann auch noch wirtschaftlich erfolgreich vermarkten", wenn ich das einmal so ausdrücken darf.
Ihr Plan B könnte selbstverständlich so aussehen, wie der der Amish People. Sie suchen sich eine Nische. Vielleicht wird die "Menschheit" sie Ihnen auch gewähren und schaut (Ironie-on) ab und zu vorbei und macht Photos von Ihnen, oder was immer an Medien dann zur Verfügung steht (Ironie-off).
Die Lebensweise der Amish People ist bezogen auf Amerika ganz offenichtlich nicht mehrheitsfähig. Ich prognostiziere, dass Ihre ganz spezielle Ethik ebenfalls auf Akzeptanzprobleme bei anderen Kulturen stößt.
Herzlichst Crest
Dem kann ich zustimmen. Mich überrascht immer wieder, wie wir mit Technik umgehen. Es gibt nun schon länger einen gesamtgesellschaftlichen Konsens über die Wichtigkeit der Natur. Doch ist es immer wieder schockierend, dass es vorallem an der Umsetzung scheitert. Ein tolles Beispiel sind Elektroautos. Denen entweicht zwar nicht sichtbar Ruß und CO2, allerdings wird eigentlich nur der Motor in ein Kohlekraftwerk(/KKWs sollten ja abgeschaltet werden) "verlagert". Derartige Augenwischerein sollte man gezielt aufklären.
Anderes Beispiel sind Solarzellen bei deren Produktion umweltschädliche Stoffe(u.a. Cadmium, Arsen) verwendet werden und bei Reinigung der Produktionsanlagen(Beschichtungskammer) anfallen.
Aber Hauptsache es wird als grün verkauft und jeder fühlt sich gut. Bestenfalls werden die Umweltprobleme, in den genannten Fällen, in andere Formen von Umweltproblemen umgewandelt.
Warum mischt sich da kein Naturwissenschaftler ein?
Sie tun es.
Allerdings haben Naturwissenschaftler hin und wieder ein Problem mit den Diskussionstechniken: Sie argumentieren (sach- und rollengemäß) bevorzugt auf der "Objektebene". Die Opponenten verlagern die Diskusson schnell auf die Metaebene. Konkret: Sie unterstellen z. B. eine Interessengebundenheit beim Naturwissenschaftler, die den Naturwissenschaftler unglaubwürdig machen soll.
Dass die Naturwissenschaftler im Gegenzug zurückhaltender sind, hängt mit ihrer höheren Ethik gegenüber der Wahrheit zusammen. Warum sie hier eine höhere Ethik haben sollen , fragen Sie? Weil ihnen die Natur ansonsten sehr schnell und sehr schmerzhaft auf die Finger schlägt. Gelogen, getrickst wird natürlich auch in den Naturwissenschaften. Das Risiko, erwischt zu werden ist aber um etliche Größenordnungen höher als in anderen gesellschaftlichen Bereichen.
Bottom line: Die Naturwissenschaftler müssen einfach nur lernen (in Diskussionen) etwas ruchloser zu werden und dem Opponenten nicht nur die Liebe zur Wahrheit zu unterstellen.
Ich denke, auch das tun sie über kurz oder lang.
Herzlichst Crest
Haben Sie schon von dem Projekt Desertec der München Re gehört - da können wir in Afrika unseren Strombedarf produzieren und diesen per gepulsten Gleichstrom nach Europa importieren -
Es handelt sich hier um ein vielschichtiges, kollektives Phänomen, das mit der individuellen Vernunft und Vorgehensweise leider nicht viel zu tun hat / haben kann.
Viele Technologien, die unser Leben auf der Erde revolutionieren können, existieren schon lange, liegen aber aus verschiedenen Gründen in den Tresoren der Firmen, denen eben diese Technologien am meisten schaden würden.
Beispiel: Ein mir bekannter Erfinder hat mal zusammen mit anderen Wissenschaftlern an Systemen gearbeitet, die mit dem Begriff „Elektro-Farming" zusammengefaßt werden können:
Da gibt es zum Beispiel im Mittelmeerraum ein bestimmtes Gras, daß sehr viel Sauerstoff produziert. Es wurde ein System entwickelt, diesen Sauerstof aufzufangen und zur Stromerzeugung zu nutzen. Zahlreiche ähnlich erfolgversprechende Methoden der Stromerzeugung wurden entwickelt... .
Zur wirtschaftlichen Nutzung der entwickelten Methoden der Stromerzeugung mußte ein Patent angemeldet werden - dazu war eine größere Geldmenge nötig, die durch eine Bankfinanzierung erbracht werden sollte - diese Finanzierung ist leider geplatzt und -- einen Tag nach Ablauf der Patentfrist wurde das Patent von einem Elektro-Konzern Namen angemeldet - der Erfinder hat dadurch kein Recht, seine Erfindung weiter in irgend einer Form zu nutzen.
In Schleswig Holstein (deckt seinen Strombedarf ganz durch Windenergie und exportiert sogar noch) werden Elektro-Windmühlenbetreiber von den Netzbetreibern systematisch gestört - die müßen den Strom zwar annehmen, können die Windmühlen jedoch vom Netz nehmen, wenn kein Strom gebraucht wird... dadurch kommt es zu langen Auszeiten, die das ganze unrentabel für die Windparkbetreiber gestalten - man versucht jetzt dieses Problem durch die Erzeugung von Wasserstoff in den Auszeiten zu lösen.
Viele wirklich guten Erfindungen werden zuerst vom Militär beschlagnahmt - anstatt dem Wohle der Menschheit zu nutzen werden sie dann zu ihrer potentiellen Zerstörung im Verborgenen kultiviert... .
Das ist für sich gesehen nicht falsch. Sie brauchen aber eine Handlungsoption, einen Plan B, für den Fall, dass andere Völker mit anderen Historien, Philosophien und Einstellungen zu anderen ethischen Schlussfolgerungen kommen, und "diese anderen ethischen Schlussfolgerungen dann auch noch wirtschaftlich erfolgreich vermarkten", wenn ich das einmal so ausdrücken darf.
Ihr Plan B könnte selbstverständlich so aussehen, wie der der Amish People. Sie suchen sich eine Nische. Vielleicht wird die "Menschheit" sie Ihnen auch gewähren und schaut (Ironie-on) ab und zu vorbei und macht Photos von Ihnen, oder was immer an Medien dann zur Verfügung steht (Ironie-off).
Die Lebensweise der Amish People ist bezogen auf Amerika ganz offenichtlich nicht mehrheitsfähig. Ich prognostiziere, dass Ihre ganz spezielle Ethik ebenfalls auf Akzeptanzprobleme bei anderen Kulturen stößt.
Herzlichst Crest
Gentechnik, Atomstrom und Nanotechnologie sind allerdings Themen, die durchaus kontrovers diskutiert werden können.
BSE ist ja auch nicht gerade vom Himmel gefallen, sondern einem ungezügelten Wirtschaftsliberalismus und blindem Fortschrittsglauben geschuldet.
Nehmen wir doch das Internet als Beispiel.
In Deutschland inzwischen ein Wildwuchs aus Jugendschutz, Telemediengesetzen, garniert mit Stoppschildern und einem Überwachungsapparat, der sich bald vor Iran und China nicht mehr verstecken muss.
DAS ist krank.
Einfach mal die Politik wechseln ?
Sie haben ja Recht, daß "Fortschritt" durch Gentechnik, Atomstrom und Nanotechnologie diskutiert werden müssen, das Internet gehört aber auch in die Sammlung dieser Diskussionsthemen.
"garniert mit Stoppschildern und einem Überwachungsapparat, der sich bald vor Iran und China nicht mehr verstecken muss"
Bei der Beurteilung der Situation in Deutschland sollte man aber nicht gleich übertreiben.
Für so einen Unsinn wollen Sie von mir auch noch Geld? Das können Sie vergessen.
Ich werde mir nicht die Mühe machen Ihr Pamphlet ausführlich zu kommentieren.
Ich sage nur Asse, Kontargan, Tschernobyl & Co. - Wo war hier die korrekte Risikofolgenabschätzung? Wer kann es sich anmasen zu wissen, welche Auswirkungen Nannopartikel auf die Natur, z.B. Schwanger haben? Welche Folgen Gentechnik beim Konsumenten wirklich nach sich zieht?
Bin ich wegen den Risiken gegen diese Technologien? NEIN - aber ich möchte ausgiebige Tests von UNABHÄNGIGEN Institutionen. Hinterher will es dann ja niemand gewesen sein, falls der GAU eintrifft und der Steuerzahler, also vor allem die Ehrlichen nicht Steueroptimierer in der Schweiz und Lichtenstein, sind die Dummen. (Die MWST ist IDEAL dafür geeignet.....)
selten so einen konfusen Kommentar gelesen. "Für so einen Unsinn wollen Sie von mir auch noch Geld?" Wer will denn von Ihnen Geld? Sie werden ja nicht im Ernst behaupten wollen, zu den Abonnenten der ZEIT zu gehören oder wenigsten bisweilen mal eine Printausgabe zu kaufen.
"Steueroptimierer in der Schweiz und Lichtenstein, sind die Dummen" - da scheint die LOGIK dann völlig ausgesetzt zu haben - oder können sie das näher erklären?
aber lernen sie erst mal korrektes Deutsch... . Es ist ja schon schlimm genug, wenn es Menschen an naturwissenschaftlichem Grundwissen fehlt. Aber wenn solche Ergüsse dann auch noch in völlig schräger Orthographie (von Grammatik ganz zu schweigen) daherkommen wird es wirklich recht peinlich. Nur zu Ihrer Information, ohne moderne Wissenschaft und Technik wäre ich spätestens im Alter von sieben Tagen gestorben. Nunmehr bin ich knapp 43.
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