Jugendkriminalität Jagdszenen in Krems

Die österreichische Polizei erschießt einen 14-jährigen Kleinganoven und will darin keine eigenen Fehler erkennen

Das Machtwort, es war wahrlich überfällig, und vermutlich sprach der Landeshauptmann von Niederösterreich sogar der Leserschaft der Boulevardzeitungen aus der Seele. »Schluss mit der Hatz auf Polizisten«, verlangte Erwin Pröll. Schlagzeilentauglich, dieser Spruch, muss sich der populäre Landesvater gedacht haben. Doch wovon sprach der Mann eigentlich, der mit einer Kandidatur bei der bevorstehenden Bundespräsidentschaftswahl liebäugelt? Wer hetzt hier wen?

Die traurige Geschichte verlangte eher nach einem nachdenklichen, auch beschwichtigenden Wort. Vergangene Woche war spät nach Mitternacht ein 14-jähriger Junge in einem Supermarkt in Krems von einer Polizeikugel tödlich in den Rücken getroffen worden. Ein zweiter Schuss durchschlug seinem 17-jährigen Kumpanen beide Oberschenkel. Bewaffnet war das Duo mit einem Schraubenzieher und einer »Gartenhaue«, wie ein Polizeisprecher sagte. Mit diesen Werkzeugen hatten sich beide Zutritt zu dem Verbrauchermarkt verschafft, Alarm ausgelöst und waren von einer Streife gestellt worden. Dann krachten die Schüsse. Alles andere ist nach wie vor ungewiss, der Tathergang verschüttet unter einem Wust von Geheimniskrämerei, Verdächtigungen, Widersprüchen und Vertuschungsversuchen. Der tote Junge wird am Donnerstag in Krems zu Grabe getragen, der verletzte Überlebende wurde in Untersuchungshaft genommen. Jetzt soll der Eindruck entstehen, die beiden Missetäter seien ganz allein für ihr Schicksal verantwortlich.

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Von Anfang an muss den Vorgesetzten der Polizeistreife klar gewesen sein, dass hier ein nächtlicher Routineeinsatz (der Polizist und die Polizistin versicherten, sie hätten mit einem Fehlalarm gerechnet) ziemlich schiefgelaufen war. Todesschüsse gehören nicht zum Alltag der Exekutive. Sie verfügt kaum über Erfahrungen, an denen sich eine verantwortungsbewusste Kommandoebene nach einem solch dramatischen Vorfall orientieren könnte. Und ihr fehlt das Verständnis dafür, dass sich kritische Fragen geradezu aufdrängen, nachdem ein halbwüchsiger Kleinkrimineller einem Polizeieinsatz zum Opfer gefallen ist. Stattdessen stellt sie stur in Abrede, dass diese Möglichkeit überhaupt bestehen könnte. Kurz, ihr fehlt die Fähigkeit, mit Fehlern in den eigenen Reihen umzugehen.

Dieses Unvermögen mag an Mängeln in der Ausbildung, auch der Führungskräfte, liegen. Eine ganz Reihe von Fällen, bei denen in den vergangenen Jahren tödliche Schüsse gefallen waren und bei denen jedes Mal der Waffengebrauch in keinem Verhältnis zu Tat und Täter stand, erzählen davon, dass weder die Einsatzkräfte noch deren Vorgesetzte für die Anforderungen gewappnet sind, die an eine zeitgemäße Exekutive gestellt werden. Ein wenig scheinen in ihrer Vorstellungswelt noch immer die Gesetzmäßigkeiten zu herrschen, die früher einmal die Räuber-und-Gendarm-Spiele bestimmten.

Moderne Polizeitruppen hingegen wissen um den großen Graubereich, der sich in der Gesellschaft ausgebreitet und ihre Arbeit mühevoller, komplizierter und weniger kalkulierbar gemacht hat. Sie verfügen über mehr Fingerspitzengefühl als Durchschlagskraft. Sie bilden nicht in erster Linie einen eisernen Kordon gegen das kriminelle Potenzial in einer Gesellschaft, sondern sie bemühen sich, zunächst in jenen Konflikten zu vermitteln, die unweigerlich in einem Gemeinwesen zunehmen, in dem Migration die Regel geworden ist, sich psychische Verstörung häuft und soziale Problemzonen entstanden sind.

In Metropolen herrscht nach tödlichen Polizeischüssen Aufruhr

Derart einfühlsame Methoden bei der Polizeiarbeit sind in Österreich nicht durchsetzbar. Hier dominiert der scharfe Ton der Ordnungshüter im Innenministerium. Hier vergiften Boulevardzeitungen, die nicht zufällig früher Revolverblätter genannt wurden, das Klima und suggerieren ihren Lesern, sie wären umzingelt von fremdländischen Verbrecherbanden, gewissenlosen Drogenringen und lichtscheuem Gesindel aller Art, das es auf ihr Hab und Gut abgesehen habe. Diesen Unfug lesen natürlich auch Polizisten, und viele machen sich in ihrem Selbstverständnis einen Reim darauf. Sie greifen deshalb nicht unverzüglich zur Pistole. Aber wer weiß, welche Gefahr da draußen im Dunkel auf sie lauert?

Österreich ist ein nicht nur im internationalen Vergleich sicheres Land, in dem eine ziemlich friedfertige, eher phlegmatische Bevölkerung lebt. Wäre der Todesschuss von Krems nicht in dem schmucken Landstädtchen, sondern in einer Metropole gefallen, die Chancen wären groß, dass sich die Ghettojugend im Aufruhr befände und Straßenzüge in Flammen stünden. In Krems hingegen, da versammelten sich lediglich ein paar Jugendliche aus der Nachbarschaft des getöteten Jungen auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt und zündeten mit hängenden Köpfen Erinnerungskerzen an. Eine derart friedfertige Bevölkerung hat es nicht verdient, dass sich Polizeiführung und Politik regelmäßig aus der Verantwortung stehlen, wenn etwas schiefgelaufen ist. Und dass sie dabei aus der Novelle von Franz Werfel Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig ihre Argumentationsmuster beziehen.

Es gibt einen 40 Jahre alten Film namens Jagdszenen aus Niederbayern, der davon erzählt, wie eine Gemeinschaft an sozialer Ausgrenzung zerbricht. In den Jagdszenen, die in Niederösterreich spielen, gilt allerdings das Diktum des Landeshauptmannes, der nach einem anderen Todesschuss behauptete: Wer in seinem Land etwas »anstellt«, der müsse mit »dem Schlimmsten« rechnen. Seit der Abschaffung der Todesstrafe vor 40 Jahren gilt im Übrigen die Vorstellung, es gebe todeswürdige Verbrecher, als überlebt. Oder etwa nicht?

 
Leser-Kommentare
  1. "Rechtsstaat" Österreich... Es geht bergab, nicht nur in Graz, wo mittlerweile Sicherheitsbeamte die Rolle der Exekutive übernehmen. Die Krone und Politiker wie H.C. zeigen ihre verherrende Wirkung und viele Österreicher können sich nicht zu kritischen Handlungen (wohl aber Denken) überwinden...

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    >>armer "Rechtsstaat" Österreich... Es geht bergab, nicht nur in Graz<<

    in der tat. nicht nur in oesterreich, auch in vielen anderen demokratien gibt es immer mehr menschen, die den "rechtsstaat" veraechtlich in anfuehrungsstriche setzen.

    polizeiliche uebergriffe bis hin zu folter und mord (und ihre meist laxe verfolgung) sind allerdings auch in rechtsstaaten weit verbreitet. die idee des rechtsstaats an sich, und insbesondere die idee seines gewaltmonopols, ist aber nach wie vor das beste, was menschen sich zu diesem thema bisher ausgedacht haben. ich persoenlich lebe viel lieber in einer fehlerhaften demokratie als in einer perfekten diktatur.

    >>armer "Rechtsstaat" Österreich... Es geht bergab, nicht nur in Graz<<

    in der tat. nicht nur in oesterreich, auch in vielen anderen demokratien gibt es immer mehr menschen, die den "rechtsstaat" veraechtlich in anfuehrungsstriche setzen.

    polizeiliche uebergriffe bis hin zu folter und mord (und ihre meist laxe verfolgung) sind allerdings auch in rechtsstaaten weit verbreitet. die idee des rechtsstaats an sich, und insbesondere die idee seines gewaltmonopols, ist aber nach wie vor das beste, was menschen sich zu diesem thema bisher ausgedacht haben. ich persoenlich lebe viel lieber in einer fehlerhaften demokratie als in einer perfekten diktatur.

  2. Was sich die Rechte offenbar nicht klarmacht, ist, daß das Drehen an der Gewaltspirale für Bürger und Polizei lebensgefährlich ist.

    Welcher Bürger möchte wirklich riskieren, erschossen zu werden, nur weil er wegen verbummelten Schlüssels nachts über den Gartenzaun klettert? Welcher Polizist möchte von Verbrechern bereits aus dem Hinterhalt erschossen werden, nur weil dieser Verbrecher damit rechnen muß, im Entdeckungsfalle augenblicklich exekutiert zu werden?

    Wenn es schon nicht zu Mitmenschlichkeit reicht, müßte doch schon aus Gründen des Selbstschutzes jedermann ein Interesse daran haben, daß Frieden herrscht!

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    • keox
    • 14.08.2009 um 23:13 Uhr

    ist selten

    • ADoria
    • 14.08.2009 um 23:27 Uhr

    Sie argumentieren unlogisch.
    Nach Ihrer Sicht der Dinge herrscht Friede, wenn kein Polizist gerufen wird. Dann kann der eine nachts über den Gartenzaun klettern, weil er seine Schlüssel verbummelt hat, der andere räumt das Haus aus, wenn er die Schlüssel eher gefunden hat.
    Was würden Sie denn sagen, wenn Sie am frühen Morgen vor Ihrem ausgeräumten Haus stehen, die Nachbarn Ihnen erzählen, dass sie alles beobachtet haben, aber aus Gründen des Friedens die Polizei nicht gerufen haben? Auf Ihre fassungslose Frage, ja warum denn nur in aller Welt, winkt Ihr Nachbar ab und sagt Ihnen: Er möchte die Aufmerksamkeit im Bezug auf die polizeilichen Hinrichtungskommandos vermeiden.
    Die Aufgabe der Polizei besteht nicht darin, Leute jedweder Art zu exekutieren. Vielleicht wohnen Sie in Dodge City; da wo ich wohne, enden die meisten Einsätze nicht in einem Blutbad - eigentlich gar keiner.
    Dass dies so ist, liegt mehrheitlich an der Besonnenheit der Polizisten.

    • keox
    • 14.08.2009 um 23:13 Uhr

    ist selten

    • ADoria
    • 14.08.2009 um 23:27 Uhr

    Sie argumentieren unlogisch.
    Nach Ihrer Sicht der Dinge herrscht Friede, wenn kein Polizist gerufen wird. Dann kann der eine nachts über den Gartenzaun klettern, weil er seine Schlüssel verbummelt hat, der andere räumt das Haus aus, wenn er die Schlüssel eher gefunden hat.
    Was würden Sie denn sagen, wenn Sie am frühen Morgen vor Ihrem ausgeräumten Haus stehen, die Nachbarn Ihnen erzählen, dass sie alles beobachtet haben, aber aus Gründen des Friedens die Polizei nicht gerufen haben? Auf Ihre fassungslose Frage, ja warum denn nur in aller Welt, winkt Ihr Nachbar ab und sagt Ihnen: Er möchte die Aufmerksamkeit im Bezug auf die polizeilichen Hinrichtungskommandos vermeiden.
    Die Aufgabe der Polizei besteht nicht darin, Leute jedweder Art zu exekutieren. Vielleicht wohnen Sie in Dodge City; da wo ich wohne, enden die meisten Einsätze nicht in einem Blutbad - eigentlich gar keiner.
    Dass dies so ist, liegt mehrheitlich an der Besonnenheit der Polizisten.

  3. [entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ew]

    Die Gewaltspirale wird primär von einer Jugend vorangetrieben die das Recht auf alles, und zwar ein bisschen plötzlich, komplett internalisiert hat.

    Die auch findet, wozu brauch ich ein Gehirn, solange ich die Vodkaflasche aufkriege.

    Die nichts dabei findet, Menschen über den Haufen zu fahren, Leute willkürlich zum Krüppel zu schlagen etc.

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    • RRan
    • 15.08.2009 um 0:11 Uhr

    Ja, da sind wir doch alle glücklich, dass man in deutschsprachigen Landen auf die geballte Gehirnleistung solch verdienter, älterer Mitbürger, wie sie, nach ihrer Aussage bezüglich "der Jugend" zu urteilen, einer zu sein scheinen, zurückgreifen kann.

    Sie haben nicht zufällig lange Jahre in England gelebt? Dort wird auch recht häufig die Meinung vertreten, dass "die Jugend" - als die Personifikation des Bösen - für alles Übel der Welt verantwortlich sei.

    Nun denn, ich kann Ihnen versichern, dass dies lediglich auf den natürlichen Lauf der Welt zurückzuführen ist, der auch als das "Altern" bekannt ist. Ab einem gewissen Alter neigen wir häufig dazu zu glauben, dass früher ja alles besser gewesen ist und wir viel braver waren. Amüsant: Fragen sie mal einen Zwölftklässler nach seiner Meinung über die derzeitigen Unterstüfler. Und danach einen Lehrer.

    Ansonsten strotzt Ihr Beitrag nur so vor Verbitterung, so dass ich ihn nicht wirklich ernst nehmen möchte. Das ist mir auch ganz angenehm, denn somit muss ich mich über so viel Ignoranz und Arroganz nicht mehr aufregen.

    • RRan
    • 15.08.2009 um 0:11 Uhr

    Ja, da sind wir doch alle glücklich, dass man in deutschsprachigen Landen auf die geballte Gehirnleistung solch verdienter, älterer Mitbürger, wie sie, nach ihrer Aussage bezüglich "der Jugend" zu urteilen, einer zu sein scheinen, zurückgreifen kann.

    Sie haben nicht zufällig lange Jahre in England gelebt? Dort wird auch recht häufig die Meinung vertreten, dass "die Jugend" - als die Personifikation des Bösen - für alles Übel der Welt verantwortlich sei.

    Nun denn, ich kann Ihnen versichern, dass dies lediglich auf den natürlichen Lauf der Welt zurückzuführen ist, der auch als das "Altern" bekannt ist. Ab einem gewissen Alter neigen wir häufig dazu zu glauben, dass früher ja alles besser gewesen ist und wir viel braver waren. Amüsant: Fragen sie mal einen Zwölftklässler nach seiner Meinung über die derzeitigen Unterstüfler. Und danach einen Lehrer.

    Ansonsten strotzt Ihr Beitrag nur so vor Verbitterung, so dass ich ihn nicht wirklich ernst nehmen möchte. Das ist mir auch ganz angenehm, denn somit muss ich mich über so viel Ignoranz und Arroganz nicht mehr aufregen.

    • ADoria
    • 14.08.2009 um 22:59 Uhr

    Dies hält ihn aber nicht davon ab, seine persönliche Sicht der Dinge in die Spalten zu drücken.
    Vieles ist an diesem Fall bedauerlich. Am bedauerlichsten ist jedoch, dass wohl in frühester Kindheit bei den beiden Jungen etwas schief gelaufen ist. Deutungsschwangere Sätze gegenüber einer Polizeistreife, die sicherlich nicht damit rechnen konnte, dass ihr nach Mitternacht zwei Kinder gegenüberstehen, sind unfair und selbstgerecht. Der Autor sitzt im Sicheren und würde sich doch im Zweifelsfall darauf verlassen, dass ihm Polizisten zur nächtlichen Stunde auch Beistand gewähren. Es ist leicht über Notsituationen zu urteilen, wenn man den Schlaf der Gerechten schlafen kann – Herr Riedl wird sicherlich ganz, ganz selten zu Einsätzen in später oder früher Stunde gerufen. Man kann nicht den Polizisten den Vorwurf machen, sie seien an einer Fehlentwicklung schuld, für die ganz andere verantwortlich sind. Nach meiner Auffassung gehört ein 14-jähriger nach Mitternacht ins Bett.
    Selbst wenn sie erkannt hätten, dass es sich bei den Einbrechern um Minderjährige handelt, was bedeutet dies?
    Es ist eben leider auch zeitgemäß, dass die Hemmschwellen im Bezug auf die Akzeptanz schwerster Verbrechen auch bei minderjährigen Tätern immer weiter sinken. Wenn ihnen nach Mitternacht jemand mit einem Gartengerät in der Hand gegenübersteht, dann werden sie schwer in jenen Konflikten vermitteln, die unweigerlich in einem Gemeinwesen zunehmen, in dem Migration die Regel geworden ist, sich psychische Verstörung häuft und soziale Problemzonen entstanden sind. Die Regel für was? Was für ein Gemeinwesen?
    Insofern ist die Einbringung der Worte Mörder und Ermordete in diesem Fall infam. Sie kommen einer Verurteilung gleich

    Was mich jedoch noch interessieren würde, was bedeutet die Assoziation der brennenden Ghettos in dem Artikel? Hat der Autor besondere Wünsche? Ich gebe zu, meine Frage ist nicht aufrecht. Ich kann mir die Gedankengänge selber vorstellen.

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    • keox
    • 14.08.2009 um 23:17 Uhr

    gilt gemeinhin als Exekution

    Nun, leider gehören halt auch Sie mit Ihrem Beitrag zu denjenigen, die gerne vom Thema ablenken.

    Es geht hier gar nicht darum, ob die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben oder ob die Jugendkrminalität steigt - was sie in Ö. im übrigen nicht tut - sondern darum, daß eine Polizistin und ein Polizist einen unbewaffneten 14-jährigen erschossen und einen unbewaffneten 17-jährigen durch Schüsse schwer verletzt haben, und zwar bei einem Einbruchsdelikt. Und es geht darum, wie die österreichische Polizei und die Innenministerin in derartigen Fällen agieren. Und darum, daß den Polizisten drei Tage Zeit gegeben wurde, sich abzusprechen und die Aussagen des schwerverletzten Jugendlichen in ihre Absprache mit einzubeziehen, ehe sie, nicht von der Staatsanwaltschaft, sondern von den eigenen Polizeikollegen vernommen wurden.

    Die Polizei in Ö. genießt einen äußerst schlechten Ruf aufgrund vieler fremdenfeindlicher Übergriffe und, auch in harmlosen Fällen, unangemessener Härte. Die Polizisten sind schlecht ausgebildet und die Polizeiführung seit der "Reform" durch den ehemaligen Innenminister Strasser ein inkompetenter und durch interne Machtkämpfe desorganisierter S...haufen.

    Herzlichst Ihr
    Theobald Tiger

    • keox
    • 14.08.2009 um 23:17 Uhr

    gilt gemeinhin als Exekution

    Nun, leider gehören halt auch Sie mit Ihrem Beitrag zu denjenigen, die gerne vom Thema ablenken.

    Es geht hier gar nicht darum, ob die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben oder ob die Jugendkrminalität steigt - was sie in Ö. im übrigen nicht tut - sondern darum, daß eine Polizistin und ein Polizist einen unbewaffneten 14-jährigen erschossen und einen unbewaffneten 17-jährigen durch Schüsse schwer verletzt haben, und zwar bei einem Einbruchsdelikt. Und es geht darum, wie die österreichische Polizei und die Innenministerin in derartigen Fällen agieren. Und darum, daß den Polizisten drei Tage Zeit gegeben wurde, sich abzusprechen und die Aussagen des schwerverletzten Jugendlichen in ihre Absprache mit einzubeziehen, ehe sie, nicht von der Staatsanwaltschaft, sondern von den eigenen Polizeikollegen vernommen wurden.

    Die Polizei in Ö. genießt einen äußerst schlechten Ruf aufgrund vieler fremdenfeindlicher Übergriffe und, auch in harmlosen Fällen, unangemessener Härte. Die Polizisten sind schlecht ausgebildet und die Polizeiführung seit der "Reform" durch den ehemaligen Innenminister Strasser ein inkompetenter und durch interne Machtkämpfe desorganisierter S...haufen.

    Herzlichst Ihr
    Theobald Tiger

    • keox
    • 14.08.2009 um 23:13 Uhr
    • keox
    • 14.08.2009 um 23:17 Uhr

    gilt gemeinhin als Exekution

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    • ADoria
    • 14.08.2009 um 23:51 Uhr

    Ein Schuß in den Rücken ist zunächst ein Schuß in den Rücken.
    Andernfalls wäre Ihre Aussage: Die Polizisten haben den Jungen vorsätzlich erschossen. Fahrlässigkeit und Affekt scheiden aus, da es keine fahrlässigen Hinrichtungen gibt.
    Die beiden Streifenbeamten werden diese Nacht verfluchen und sich wünschen, sie wären zu spät gekommen. Leider hat das Schicksal einen anderen Weg genommen. Es hätte jede andere Streife treffen können, es waren aber genau diese Polizisten, die dort mit den beiden Kindern zusammengetroffen sind. Die Begegnung war zufällig, da Polizist und Täter in der Regel nicht ihr Zusammentreffen vorher absprechen.
    Man kann auch davon ausgehen, dass die Polizisten einem solchen Einsatz nicht zum ersten mal ins Auge gesehen haben. Es müssen besondere Umstände gewesen sein, die nur in diesem Zusammentreffen existiert haben, die zu diesen Folgen führten.
    Wenn Sie allerdings mehr wissen sollten, sollten Sie sich einen Anwalt nehmen und die Staatsanwaltschaft in NÖ aufsuchen.

    Das ist hier die zentrale Aussage: "in den Rücken geschossen". Die Polizei selbst sabotiert die Beweisaufnahme, die Polizisten werden der sofortigen Befragung entzogen, somit ist keine unabhängige Sachabklärung mehr möglich. Die Partizipation an einem Kapitalverbrechen wird protegiert. Es gibt genug andere Mittel die ein ausgebildeter Polizist anwenden kann, um eventuelle Angreifer abzuwehren. Sollte dies verneint werden, wären diese "Ordnungshüter" nicht qualifiziert, eine Funktion auszüben, sondern eine bewaffnete Gefahr für die Allgemeinheit. Dass sich der Landesprimate derart aufplustert verrät doch, mit welcher Sorglosigkeit hier gehandelt wurde. Das erinnert mich an einen Fall, der etwa 3 Jahrzehnte zurückliegen durfte, wo in ähnlicher Weise ein Unbewaffneter von Polizisten hinterrücks erschossen wurde, weil er sich an Altmetall zu schaffen gemacht hatte. Kann es sein, dass wir wirklich einen Standard etabliert haben, der materielles Gut über das Leben selbst stellt? Die Polizei bemängelt Pauschalanschuldigungen, nährt diese aber mit der Mauertaktik, da keine Untersuchung möglich ist. Die Exekutive scheint in diesem Fall davon überzeugt zu sein, dass es sich hierbei um einen für sie rechtsfreien Raum handelt. Der Skandal ist gross und ebenso die Abscheu vor einem "Hauptmann", der statt Bedauern nur Häme und Spott für das Ableben dieses Jugendlichen übrig hat.

    • ADoria
    • 14.08.2009 um 23:51 Uhr

    Ein Schuß in den Rücken ist zunächst ein Schuß in den Rücken.
    Andernfalls wäre Ihre Aussage: Die Polizisten haben den Jungen vorsätzlich erschossen. Fahrlässigkeit und Affekt scheiden aus, da es keine fahrlässigen Hinrichtungen gibt.
    Die beiden Streifenbeamten werden diese Nacht verfluchen und sich wünschen, sie wären zu spät gekommen. Leider hat das Schicksal einen anderen Weg genommen. Es hätte jede andere Streife treffen können, es waren aber genau diese Polizisten, die dort mit den beiden Kindern zusammengetroffen sind. Die Begegnung war zufällig, da Polizist und Täter in der Regel nicht ihr Zusammentreffen vorher absprechen.
    Man kann auch davon ausgehen, dass die Polizisten einem solchen Einsatz nicht zum ersten mal ins Auge gesehen haben. Es müssen besondere Umstände gewesen sein, die nur in diesem Zusammentreffen existiert haben, die zu diesen Folgen führten.
    Wenn Sie allerdings mehr wissen sollten, sollten Sie sich einen Anwalt nehmen und die Staatsanwaltschaft in NÖ aufsuchen.

    Das ist hier die zentrale Aussage: "in den Rücken geschossen". Die Polizei selbst sabotiert die Beweisaufnahme, die Polizisten werden der sofortigen Befragung entzogen, somit ist keine unabhängige Sachabklärung mehr möglich. Die Partizipation an einem Kapitalverbrechen wird protegiert. Es gibt genug andere Mittel die ein ausgebildeter Polizist anwenden kann, um eventuelle Angreifer abzuwehren. Sollte dies verneint werden, wären diese "Ordnungshüter" nicht qualifiziert, eine Funktion auszüben, sondern eine bewaffnete Gefahr für die Allgemeinheit. Dass sich der Landesprimate derart aufplustert verrät doch, mit welcher Sorglosigkeit hier gehandelt wurde. Das erinnert mich an einen Fall, der etwa 3 Jahrzehnte zurückliegen durfte, wo in ähnlicher Weise ein Unbewaffneter von Polizisten hinterrücks erschossen wurde, weil er sich an Altmetall zu schaffen gemacht hatte. Kann es sein, dass wir wirklich einen Standard etabliert haben, der materielles Gut über das Leben selbst stellt? Die Polizei bemängelt Pauschalanschuldigungen, nährt diese aber mit der Mauertaktik, da keine Untersuchung möglich ist. Die Exekutive scheint in diesem Fall davon überzeugt zu sein, dass es sich hierbei um einen für sie rechtsfreien Raum handelt. Der Skandal ist gross und ebenso die Abscheu vor einem "Hauptmann", der statt Bedauern nur Häme und Spott für das Ableben dieses Jugendlichen übrig hat.

    • ADoria
    • 14.08.2009 um 23:27 Uhr

    Sie argumentieren unlogisch.
    Nach Ihrer Sicht der Dinge herrscht Friede, wenn kein Polizist gerufen wird. Dann kann der eine nachts über den Gartenzaun klettern, weil er seine Schlüssel verbummelt hat, der andere räumt das Haus aus, wenn er die Schlüssel eher gefunden hat.
    Was würden Sie denn sagen, wenn Sie am frühen Morgen vor Ihrem ausgeräumten Haus stehen, die Nachbarn Ihnen erzählen, dass sie alles beobachtet haben, aber aus Gründen des Friedens die Polizei nicht gerufen haben? Auf Ihre fassungslose Frage, ja warum denn nur in aller Welt, winkt Ihr Nachbar ab und sagt Ihnen: Er möchte die Aufmerksamkeit im Bezug auf die polizeilichen Hinrichtungskommandos vermeiden.
    Die Aufgabe der Polizei besteht nicht darin, Leute jedweder Art zu exekutieren. Vielleicht wohnen Sie in Dodge City; da wo ich wohne, enden die meisten Einsätze nicht in einem Blutbad - eigentlich gar keiner.
    Dass dies so ist, liegt mehrheitlich an der Besonnenheit der Polizisten.

    • ADoria
    • 14.08.2009 um 23:51 Uhr

    Ein Schuß in den Rücken ist zunächst ein Schuß in den Rücken.
    Andernfalls wäre Ihre Aussage: Die Polizisten haben den Jungen vorsätzlich erschossen. Fahrlässigkeit und Affekt scheiden aus, da es keine fahrlässigen Hinrichtungen gibt.
    Die beiden Streifenbeamten werden diese Nacht verfluchen und sich wünschen, sie wären zu spät gekommen. Leider hat das Schicksal einen anderen Weg genommen. Es hätte jede andere Streife treffen können, es waren aber genau diese Polizisten, die dort mit den beiden Kindern zusammengetroffen sind. Die Begegnung war zufällig, da Polizist und Täter in der Regel nicht ihr Zusammentreffen vorher absprechen.
    Man kann auch davon ausgehen, dass die Polizisten einem solchen Einsatz nicht zum ersten mal ins Auge gesehen haben. Es müssen besondere Umstände gewesen sein, die nur in diesem Zusammentreffen existiert haben, die zu diesen Folgen führten.
    Wenn Sie allerdings mehr wissen sollten, sollten Sie sich einen Anwalt nehmen und die Staatsanwaltschaft in NÖ aufsuchen.

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