Afghanistan Wo auch Geister wählen
Wie demokratisch ist Afghanistan? Die Präsidentenwahl ist ein Test, ob sich der Einsatz des Westens lohnt. Eine Reise zu Kriegsherren, Mullahs und Demokraten
Kundus
Fangen wir dort an, wo es für die Deutschen derzeit am schwierigsten ist: in Kundus, im Haus des Gouverneurs Haji Omar. Die gute Nachricht ist, dass Omar ein richtig schönes Gebäude hat, geräumig, frisch gestrichen, nur der Rasen im Vorgarten muss noch wachsen, dann kann Omar, seinem Stand entsprechend, repräsentieren und – so gut es eben in Kundus geht – regieren. »Kein Gouverneur hatte meiner Erinnerung nach je mehr als zwei mickrige Zimmer zur Verfügung, immer nur Bruchbuden«, sagt einer, der in Kundus vor mehr als dreißig Jahren geboren wurde. Solche Vergleiche sind wichtig, denn am 20. August wird in Afghanistan gewählt. Es wird Bilanz gezogen. Wie sieht es aus mit Wiederaufbau und Demokratie? Kommt beides voran? Sichtbare Ergebnisse zählen. Ein Haus für den Gouverneur vermittelt die Gewissheit, dass es vorangeht. Klare Konturen sind gut. Verschwommen wird es in dieser Geschichte noch früh genug.
Der Nebel steigt schon auf, als Haji Omar spricht. Er hat zwar eindeutige Ansichten und feste Meinungen, doch je länger man ihm zuhört, desto mehr flattern seine Worte, ganz so, als stünden sie nicht auf dem festen Grund der Wahrheit. Manchmal, wenn er sich gerade wieder verliert im eigenen Wortgalopp, hält er, von sich selbst überrascht, inne, um dann gleich wieder vorzupreschen: »Die Deutschen müssen bleiben. Wenn sie nicht bleiben, werden die Terroristen morgen zu ihnen kommen und ihre Kinder umbringen. Wir sind eine globale Familie!« Wir zusammen, will er sagen, sind das Bollwerk gegen den Terrorismus. Der Westen, Haji Omar und sein Herr und Präsident Hamid Karsai, der ihn zum Gouverneur ernannt hat. Karsai will am 20. August wiedergewählt werden.

Dabei steht gar nicht zur Debatte, ob die Deutschen abziehen. Sie sind heute in Kundus in so großer Zahl vertreten wie noch nie zuvor in den sieben Jahren, die der Einsatz schon dauert. Sie tun, was sie können und was ihnen die Bundesregierung erlaubt. Die Soldaten sind vor wenigen Wochen zum ersten Mal in bemerkenswerter Stärke ausgerückt, um die Taliban im wenige Kilometer entfernten Bezirk Chahar Darreh zu bekämpfen. Die zivilen Aufbauhelfer verrichten täglich unbeirrt ihre mühsame Arbeit in den vielen Dörfern, die geplagt werden von Krankheiten und Unwissen, von Dürre und Armut. »Unsere Projekte wirken«, sagt Kornelius Schiffer, der für die GTZ in Kundus arbeitet, »da bin ich mir ganz sicher. Es braucht allerdings Geduld und Zeit.«
Zeit – das ist der Schlüsselbegriff. Wie ein Mantra wird er hier wiederholt. Die Taliban, so heißt es, würden früher oder später von der Bildfläche verschwinden. Sie hätten nichts anzubieten, nur Angst, Schrecken und Gewalt. Doch die Zeit hat die Taliban zurückgebracht, nach Helmand, nach Paktia, nach Wardak, nach Logar, selbst in die Provinz Kundus, die bis vor zwei Jahren noch als sehr sicher galt. Die Deutschen sind unter Beschuss geraten.
Wahlkampf in Kundus – das sind ein paar Plakate an den Häuserwänden und das Gefühl, umstellt zu sein, sich nicht mehr frei bewegen zu können, auf die eigenen Worte achten zu müssen, denn sie könnten weitergetragen werden zu den Taliban. Die Straße, die wir von Kabul nach Kundus nehmen, gilt als No-go-Area für Ausländer, für Afghanen ist sie zumindest gefährlich. Misstrauen liegt wie dichter Nebel über dem Basar der Stadt. Ausländer kommen kaum mehr her. Mit Händlern zu reden ist schwierig geworden. Nach einem diskreten Vorgespräch schnell in einen Laden schlüpfen, eine halbe Stunde bleiben, dann wieder hinaus, in den nächsten Laden, am besten ein paar Straßen weiter, immer leicht gehetzt. Bei diesen kurzen Begegnungen hört man immer wieder: Der Gouverneur sei korrupt bis auf die Knochen. Er fahre immer wieder nach Kabul, mit Taschen voller Geld, um die Leute zu bezahlen, die ihn ins Amt gebracht haben und auch nach den Wahlen im Amt halten wollen. Es gehe dabei nur um Macht und Geld. Die ganze Verwaltung sei bestechlich, Blutsauger allesamt. Die Taliban seien »sauber«. Sie entschieden Dispute, schnell und kostenlos. Keiner sagt, dass er sich die Taliban zurückwünsche, doch jeder glaubt, dass sie wiederkommen könnten, wenn sich nichts ändere. Diese durch und durch korrupte Zeit spiele ihnen in die Hände. Es ist eine leise, beharrliche Klage. Sie sagt viel darüber aus, wie die Hoffnung in die Demokratie zerrieben werden kann.
Gehör finden die Menschen bei religiösen Männern wie Faiz Mohammed. Der Vorsitzende des lokalen Klerikerrates trägt einen tiefschwarzen, langen Bart, hat dunkel funkelnde Augen und diese sanfte Art des Sprechens, die so vielen Gottesfürchtigen eigen ist. Über seine Nähe zu den Taliban lässt er einen im Unklaren. Er habe Kontakte zu ihnen, heißt es in der Stadt. Er selbst behauptet, von ihnen bedroht zu werden. Gemessen daran, sitzt er recht entspannt im Empfangsraum der Religionsschule von Kundus, ohne erkennbaren Schutz, versorgt von einem Diener, der frisch geschnittene Melonen serviert. »Die Taliban kommen zurück«, sagt Faiz Mohammed, »weil die Regierung für die Nöte der Menschen keine Antwort hat!« Ein bisschen klingt es, als sage er, es werde regnen, weil es so lange trocken war. Faiz Mohammed wird wählen gehen. »Das ist wichtig für Afghanistan!« Ob das ein Zeichen dafür sei, dass er der Regierung vertraue. »Nein!«, antwortet er scharf. Dann nimmt er ein Melonenstück und beißt davon ab. Es knackt so heftig, als hätte der Kleriker dem Gouverneur, dem Präsidenten und allen seinen Ministern in Kabul gleichzeitig das Genick gebrochen.
Masar-i-Scharif
Es gibt nur einen anziehenden Ort in dieser Wüstenstadt, die Moschee des Hazrat Ali. Sie ist gleichzeitig Quelle aller Hoffnung. Masar-i-Scharif hat trotz seiner unwirklichen Erscheinung den Ruf, allen Menschen, die an seine Tore klopfen, Arbeit und Auskommen zu geben. Es ist der Glaube, der Masar-i-Scharif am Leben erhält – und Mohammed Atta Noor. Der ehemalige Mudschahed ist hier unumschränkter Herrscher. Seit dem Sturz der Taliban hat er sich verdient gemacht. Es fließen Hilfsgelder der internationalen Gemeinschaft, relativ wenig versickert in den dunklen Kanälen der Korruption, vieles kommt bei den Menschen an, in Form von asphaltierten Straßen, Schulen, Straßenbeleuchtung. Masar macht einen aufgeräumten Eindruck. Taliban gibt es in der Stadt keine. Ein Besuch in den Dörfern der Paschtunen der Umgebung ist allerdings nicht ratsam. Die Bundeswehr sitzt am Flughafen von Masar und geht ihrer Arbeit nach. Sie ist kein auffallender Faktor im Leben dieser Stadt, sondern ein wohlwollender helfender Akteur im Hintergrund. Eben ist ein Umspannwerk in Betrieb genommen worden – finanziert mit deutscher Hilfe.
- Datum 21.08.2009 - 09:27 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 13.08.2009 Nr. 34
- Kommentare 21
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Alle paar Jahre darf man ein Kreuzchen machen, dass keine wirkliche Auswirkung auf das Ergebnis hat, und dann machen die Politiker vier Jahre lang dass, was ihre Lobbyisten und Parteispender wollen. Und wir dürfen es ausbaden, werden gegängelt, besteuert und abgehört.
Der Unterschied zu Afghanistan ist, dass die Afghanen auf eine Demokratie hinsteuern und wir sie schon (fast) hinter uns haben.
Der Unterschied zu Afghanistan ist, dass die Afghanen auf eine Demokratie hinsteuern und wir sie schon (fast) hinter uns haben.
Tja, angesichts dieser möglichen Entwicklung ist es wohl sinnvoll, diesen Begriff mal
zu problematisieren.
http://www.stattweb.de/ba...
-----------------------------------------
-----------------------------------------
www.nachdenkseiten.de
Die haben im wahrsten Sinne des Wortes Wahlkampf.
Dort kämpfen Engländer, Amerikaner, Deutsche. Drogenbosse u. s. w. mit Afghanen gegen Afghanen und Drogenbosse für Kasai.
Es werden von der Nato oder mindestens einem ihrer Mitglieder Folter, Mord, Panzer und Kampfflugzeuge eingesetzt. Die andere Seite antwortet mit Kalaschnikows, Enthauptungen und Kamikaze.
So hat man sich Demokratie immer vorgestellt. Aber keine neue Weltordnung ohne Blut. Frieden ist immer dann, wenn die Bomben wo anders fallen.
Schöne neue neoliberale Welt.
Was erwartet uns Niemande denn noch in unserem Land?
Solange Leute wie Sie unter Demokratie "alle 4 Jahre ein Kreuz machen" verstehen, solange wirds hier auch so bleiben. Aber ist halt einfacher dazwischen bloß zu maulen statt sich selbst in eine Partei einzubringen oder ähnliches, nicht wahr?
Der Unterschied zu Afghanistan ist, dass die Afghanen auf eine Demokratie hinsteuern und wir sie schon (fast) hinter uns haben.
Tja, angesichts dieser möglichen Entwicklung ist es wohl sinnvoll, diesen Begriff mal
zu problematisieren.
http://www.stattweb.de/ba...
-----------------------------------------
-----------------------------------------
www.nachdenkseiten.de
Die haben im wahrsten Sinne des Wortes Wahlkampf.
Dort kämpfen Engländer, Amerikaner, Deutsche. Drogenbosse u. s. w. mit Afghanen gegen Afghanen und Drogenbosse für Kasai.
Es werden von der Nato oder mindestens einem ihrer Mitglieder Folter, Mord, Panzer und Kampfflugzeuge eingesetzt. Die andere Seite antwortet mit Kalaschnikows, Enthauptungen und Kamikaze.
So hat man sich Demokratie immer vorgestellt. Aber keine neue Weltordnung ohne Blut. Frieden ist immer dann, wenn die Bomben wo anders fallen.
Schöne neue neoliberale Welt.
Was erwartet uns Niemande denn noch in unserem Land?
Solange Leute wie Sie unter Demokratie "alle 4 Jahre ein Kreuz machen" verstehen, solange wirds hier auch so bleiben. Aber ist halt einfacher dazwischen bloß zu maulen statt sich selbst in eine Partei einzubringen oder ähnliches, nicht wahr?
Der Unterschied zu Afghanistan ist, dass die Afghanen auf eine Demokratie hinsteuern und wir sie schon (fast) hinter uns haben.
Tja, angesichts dieser möglichen Entwicklung ist es wohl sinnvoll, diesen Begriff mal
zu problematisieren.
http://www.stattweb.de/ba...
-----------------------------------------
-----------------------------------------
www.nachdenkseiten.de
said the spider to the fly
said the spider to the fly
demokratisch zu bezeichnen ist eine Farce. Diese Farce dient nur dem Zwecke die Besetzung des Landes durch die NATO mit Legitimation zu versorgen.
Es geht nicht um Demokratie, nicht um Menschenrechte und nicht um den Kampf gegen den Terror. Der Westen hat sich, was die Eliten betrifft sogar sehr gerne, durch den fanatischen Bellizisten Bush in ein Kriegsabenteuer ohne den geringsten Sinn und Verstand verstricken lassen.
Jetzt sucht man händeringend nach einem Vorwand um den ganzen Wahnsinn doch noch zu legitimieren, da man nicht weiß wie man ohne Verlust des Gesichtes aus der dummen Geschichte kommt.
Oder geht es doch um den geplanten Raub von Rohstoffen und die Errichtung von Militärstützpunkten? Wo wir dann beim Iran wären.
Man darf gespannt sein, ob die Empörung über die Wahlen in Afghanistan in den Medien so gefeiert wird wie die über die Wahlen im Iran. Man hätte vermutlich allen Grund.
Übrigens findet man in der FR gerade einen guten Artikel über das Wählen in Afghanistan.
unter den Taliban Bin Laden Unterschlupf gewährt hatte, um den 11. September 2001 Wirklichkeit werden zu lassen, war die Besetzung des Landes und der Sturz des Taliban-Regimes allerdings legitim. Freilich hätte man sich danach schnell wieder zurückziehen sollen und den Afghanen klar und deutlich zu verstehen geben müssen, dass Afghanistan weitere Nato-Strafaktionen zu gewärtigen habe, wenn dort wieder zugelassen würde, dass von afghanischem Staatsgebiet aus Aggressionen gegen Nato-Staaten und deren Verbündete geplant bzw. unternommen werden.
unter den Taliban Bin Laden Unterschlupf gewährt hatte, um den 11. September 2001 Wirklichkeit werden zu lassen, war die Besetzung des Landes und der Sturz des Taliban-Regimes allerdings legitim. Freilich hätte man sich danach schnell wieder zurückziehen sollen und den Afghanen klar und deutlich zu verstehen geben müssen, dass Afghanistan weitere Nato-Strafaktionen zu gewärtigen habe, wenn dort wieder zugelassen würde, dass von afghanischem Staatsgebiet aus Aggressionen gegen Nato-Staaten und deren Verbündete geplant bzw. unternommen werden.
in einem Staate, wo der Islam die Staatsreligion ist und zentrale Doktrin bildet, kann nicht funktionieren. Schon überhaupt nicht nach europäischen Maßstäben. Schon deshalb nicht, weil Islam Unterwerfung bedeutet. Und Unterwerfung hat in einer Demokratie nichts zu suchen.
diesen Satz:
"Und Unterwerfung hat in einer Demokratie nichts zu suchen."
einmal zum Grundsatz einer Analyse deutscher Verhältnisse zu machen.
Sie werden staunen
diesen Satz:
"Und Unterwerfung hat in einer Demokratie nichts zu suchen."
einmal zum Grundsatz einer Analyse deutscher Verhältnisse zu machen.
Sie werden staunen
said the spider to the fly
diesen Satz:
"Und Unterwerfung hat in einer Demokratie nichts zu suchen."
einmal zum Grundsatz einer Analyse deutscher Verhältnisse zu machen.
Sie werden staunen
was da abgehen wird, als demokratische Wahl billigt, dann frage ich mich ernsthaft beängstigt, was es dann bei unseren Wahlen wohl noch mit Demokratie(=direkte Volksherrschaft!) auf sich hat!?
_________________
"Dubito, ergo sum."
Jede noch so schlechte Demokratie ist besser als eine noch so gutgemeinte Diktatur.
Und nur weil man die meisten Stimmen hat, heißt noch lange nicht das man Präsident wird - Fragen Sie einfach Al Gore...
ich finde die frage nach der qualität der demokratie deplaziert.
erstens wissen wir , 'das volk', ja nur das, was uns vorgekaut wird,
und zweitens finde ich die frage nach der demokratischen legitimation des bundesrepublikanischen krieges dortselbst viel wichtiger.
was haben sie gesagt?
dieser 'friedenseinsatz' ist demokratisch legitimiert durch demokratisch legitimierte institutionen?
dann gab es 33 nicht den demokratischen GAU,
dann ist nordkorea eine vorzeigedemokratie, dann...
merke, es ist nicht immer drin was draufsteht.
Jung ist nicht jung, friedenseinsatz ist kriegseinsatz.
wie demokratisch ist die bundesrepublik, wenn der von ihr geführte krieg euphemistisch 'friedenseinsatz' genannt wird?
"Jede noch so schlechte Demokratie ist besser als eine noch so gutgemeinte Diktatur."
wirklich?
oder ist es nicht vielmehr entscheidend, was für den bürger dabei herauskommt?
ist die art und weise wie die staatsoberhäupter an ihre position kommen wichtiger als ihre fähigkeiten, ihre moral und ihre integrität?
für uns hier in dieser, ich sag' mal noch einigermassen / halbwegs funktionierenden demokratie ist es leicht zu sagen, dass all die tollen möglichkeiten wie mitbestimmung ecetera - die die meisten von uns, nebenbei bemerkt, herzlich wenig in anspruch nehmen... - das höchste, wichtigste und unbedingt zu erhaltende gut sind.
aber für menschen, die nicht wissen woher sie ihre nächste mahlzeit nehmen sollen, die nicht wissen wie sich sich und das leben ihrer famile schützen können, sind halt mal andere dinge wichtiger. Erst kommt das fressen, dann die moral! wenn ich am verhungern bin verkaufe ich meine freiheit auch für ein stückchen brot.
heldentum und märtyretum ("ich würde lieber sterben als...") klingen in der theorie ganz toll, die geschichte zeigt aber, dass sie in der realität recht selten sind...
ich finde die frage nach der qualität der demokratie deplaziert.
erstens wissen wir , 'das volk', ja nur das, was uns vorgekaut wird,
und zweitens finde ich die frage nach der demokratischen legitimation des bundesrepublikanischen krieges dortselbst viel wichtiger.
was haben sie gesagt?
dieser 'friedenseinsatz' ist demokratisch legitimiert durch demokratisch legitimierte institutionen?
dann gab es 33 nicht den demokratischen GAU,
dann ist nordkorea eine vorzeigedemokratie, dann...
merke, es ist nicht immer drin was draufsteht.
Jung ist nicht jung, friedenseinsatz ist kriegseinsatz.
wie demokratisch ist die bundesrepublik, wenn der von ihr geführte krieg euphemistisch 'friedenseinsatz' genannt wird?
"Jede noch so schlechte Demokratie ist besser als eine noch so gutgemeinte Diktatur."
wirklich?
oder ist es nicht vielmehr entscheidend, was für den bürger dabei herauskommt?
ist die art und weise wie die staatsoberhäupter an ihre position kommen wichtiger als ihre fähigkeiten, ihre moral und ihre integrität?
für uns hier in dieser, ich sag' mal noch einigermassen / halbwegs funktionierenden demokratie ist es leicht zu sagen, dass all die tollen möglichkeiten wie mitbestimmung ecetera - die die meisten von uns, nebenbei bemerkt, herzlich wenig in anspruch nehmen... - das höchste, wichtigste und unbedingt zu erhaltende gut sind.
aber für menschen, die nicht wissen woher sie ihre nächste mahlzeit nehmen sollen, die nicht wissen wie sich sich und das leben ihrer famile schützen können, sind halt mal andere dinge wichtiger. Erst kommt das fressen, dann die moral! wenn ich am verhungern bin verkaufe ich meine freiheit auch für ein stückchen brot.
heldentum und märtyretum ("ich würde lieber sterben als...") klingen in der theorie ganz toll, die geschichte zeigt aber, dass sie in der realität recht selten sind...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren