Kulinarisch reisen Der Ruf des BirkhuhnsSeite 4/4
Als die Gäste eintrafen, bog sich der Esstisch unter der Last der Speisen, die die Prinsessa aufgetragen hatte. Außer den in Sahne geschmorten Enten gab es Heringsrouladen, Elchschinken in feingeschnittenen Scheiben, einen ganzen pochierten Lachs und Pfifferlinge in drei Varianten: eingelegt, in Sahne gekocht und mit gehackten Äpfeln und Walnüssen. Dazu kamen Salate und heißes, knuspriges Brot, das mit Butter bestrichen wurde.
Wie es die Tradition verlangte, las Pertti eine Passage aus der Bibel über die Freuden des gemeinsamen Genusses der Früchte der Erde vor, und dann machten wir uns über eine unvergessliche Mahlzeit her, deren Zutaten fast alle aus dem Wald oder vom Himmel darüber kamen. Das üppige Angebot beinhaltete auch ein kleines Gericht aus Frühkartoffeln aus dem Garten unserer Gastgeber. Ich probierte eine: Es war die beste Kartoffel, die ich je gegessen hatte. Man musste sie weder salzen noch in Butter wälzen, denn sie besaß eine köstliche Süße. Ich stibitzte eine nach der anderen.
Wir aßen, bis wir uns kaum noch vom Tisch erheben konnten, und schleppten uns anschließend ins Wohnzimmer, um Tee zu trinken und ein Stück Apfelkuchen zu uns zu nehmen. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mich davonstahl, um mir die letzte Kartoffel zu holen. Um solche Augenblicke ging es mir bei meiner Weltreise – darum, mit Menschen, die noch vor kurzem Fremde waren, ihr köstliches Essen zu teilen und Freundschaft zu schließen.
Es war ein ganz besonderes Erlebnis, nach einem der härtesten Abschnitte meiner Reise die Bekanntschaft dieser warmherzigen finnischen Familie zu machen. Die Begegnung mit diesen Menschen werde ich nie vergessen. Doch als ich mich an jenem Abend schlafen legte, beschäftigte mich bereits die nächste Etappe meiner Reise.
Ich würde Amerika entdecken.
An seinem 40. Geburtstag beschloss Simon Majumdar, sich auf das Wesentliche zu besinnen. Die Arbeit in einem Londoner Verlagshaus kam ihm fade vor; der Tod seiner Mutter, einer leidenschaftlichen Köchin und Gastgeberin, zwang ihn zu radikalem Umdenken. Majumdar, der vielseitig geschmackserprobte Sohn walisisch-indischer Eltern, wollte zurück zu den leiblichen Genüssen, hinaus ins Weltreich der bayerischen Weißwürste, türkischen Kebabs und mexikanischen Kaldaunen.
Er kündigte den Job, machte Termine mit Freunden in Übersee und folgte seiner inneren Stimme: »Alle Speisen in aller Welt essen!« Mehr als hundert Flüge absolvierte er im Jahr 2007, mindestens ebenso viele fremde Betten und Leute, die ihn zum Essen einluden, belegte er mit Beschlag. Wie man in der südchinesischen Provinz Yangshuo auf den Hund kommen kann, warum amerikanische Frauen beim Barbecue zu Strohwitwen werden und wie Majumdar in Indien für ein Linsengericht die Benimmregeln außer Kraft setzte – davon handelt sein Reisebericht All you can eat. Er erscheint am 14. August im Berliner Ullstein Verlag (aus dem Englischen von Stephan Gebauer; 352 S., 16,90 Euro). Unser Text ist ein Vorabdruck.
- Datum 19.08.2009 - 11:41 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 13.08.2009 Nr. 34
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ein sher schöner artikel, der die gastfreundschaft, ehrlichkeit und die liebe der finnen zu gutem essen verdeutlicht, den höchsten genuss erlebt man(ich) nicht in einem 5sternelokal in frankreich sondern abends am see in netter gesellschaft in finnland, frische pilze, beeren, fische etc. und morgens korvapuusti, frisch sind sie ein genuss und ich empfehle simon majumdar mal selbst den versuch, denn sie sind wirklich einfach und lecker
Also sorry, aber ich finde diesen Artikel extrem schlecht, sowohl sprachlich als auch inhaltlich. Aber wenn einen nix anderes als "viel Essen" interessiert... Von einer Familie ständig auf "die Finnen" zu schließen nervt ziemlich. Ich lebe hier seit ein paar Jahren und würde mal sagen, dass der größte Teil der Finnen "abgepackte" Sachen auf dem Tisch stehen hat, was sich letztlich auch im allgemeinen Gesundheitszustand und Übergewicht der Bevölkerung niederschlägt. Man kann hier sicherlich solche "besonderen Genüsse" finden, aber Standard sind sie nicht. Und Gastfreundschaft wird auch vor allem dann großgeschrieben, wenn es gut für die publicity ist, denn den Finnen ist vor allem eins wichtig: ihr Image. Typischer Fall von "Greenhorn im Dschungel". Wo war denn da die Schlussredaktion?
auch ich habe in finnland gelebt und kenne somit auch einige familien, habe es anders erlebt,
zur sache mit der publicity: habe ich komplett anders erlebt, war echte gastfreundschaft, kommt dann halt auf die gastgeber drauf an, einige haben es halt nicht nötig sich für irgendeinen zu verkaufen und ihm ein essen zu servieren, dass es normalerweise in der familie nicht gibt...
insgesamt sind die finnen aber wesentlich ehrlicher als die deutschen (meine meinung)
und man kann über geschmack bekanntlich streiten...
auch ich habe in finnland gelebt und kenne somit auch einige familien, habe es anders erlebt,
zur sache mit der publicity: habe ich komplett anders erlebt, war echte gastfreundschaft, kommt dann halt auf die gastgeber drauf an, einige haben es halt nicht nötig sich für irgendeinen zu verkaufen und ihm ein essen zu servieren, dass es normalerweise in der familie nicht gibt...
insgesamt sind die finnen aber wesentlich ehrlicher als die deutschen (meine meinung)
und man kann über geschmack bekanntlich streiten...
auch ich habe in finnland gelebt und kenne somit auch einige familien, habe es anders erlebt,
zur sache mit der publicity: habe ich komplett anders erlebt, war echte gastfreundschaft, kommt dann halt auf die gastgeber drauf an, einige haben es halt nicht nötig sich für irgendeinen zu verkaufen und ihm ein essen zu servieren, dass es normalerweise in der familie nicht gibt...
insgesamt sind die finnen aber wesentlich ehrlicher als die deutschen (meine meinung)
und man kann über geschmack bekanntlich streiten...
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