Zukunftsforschung Großes schaffen

Studenten aus 13 Ländern treffen sich an der kalifornischen Singularity University, um die großen Probleme der Menschheit zu lösen. Interview mit Teilnehmerin Justyna Zander

DIE ZEIT: 1200 Menschen aus der ganzen Welt haben sich beworben, aber nur 40 erhielten einen Platz im ersten neunwöchigen Lehrgang. Was macht die Singularity University in San Francisco so besonders?

Justyna Zander: Sie konzentriert sich auf Zukunftstechniken wie Künstliche Intelligenz, Robotik, Bio- und Nanotechnologie, erneuerbare Energien und Astronautik. Unter den Dozenten sind berühmte Wissenschaftler, zum Beispiel Christopher Field, Biologieprofessor von der Stanford University und führendes Mitglied im UN-Weltklimarat, außerdem Experten von Google und der Nasa. Sie diskutieren mit uns über die Chancen und Risiken neuer Entwicklungen, etwa über die Gentechnik.

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ZEIT: Was haben Sie als Informatikerin davon?

Zander: Ich lerne andere Perspektiven, andere Disziplinen und auch andere Kulturen kennen, denn meine Kommilitonen kommen aus 13 Ländern wie den USA, Brasilien, Indien, Russland und Portugal. Einige haben erfolgreiche Start-Ups gegründet, andere sind wie ich eher akademisch orientiert, besitzen Titel von Elite-Unis und sind Experten auf einem der Spezialgebiete, die wir hier miteinander verknüpfen. An den Grenzen verschiedener Wissenschaften und zugleich interkulturell zu arbeiten, ist sehr inspirierend. Das Wichtigste ist für mich aber, dass die Dozenten uns motivieren, an das Potenzial exponentiell wachsender Technologien zu glauben, damit wir etwas Großes, Bahnbrechendes schaffen können.

ZEIT: Was könnte das sein?

Zander: Wir sollen – so sieht es das Leitbild der SU vor – unser Wissen nutzen, um die Probleme der Menschheit anzupacken: den Klimawandel, die Energieversorgung, Wasserknappheit, Hunger und Krankheiten.

ZEIT: Was ist konkret geplant?

Zander: Für eines dieser Probleme werden alle 40 Studenten zum Abschluss des Lehrgangs eine mögliche Lösung erarbeiten, die innerhalb von zehn Jahren realisiert werden kann. Das Ergebnis dieses Projekts wird dann im Herbst auf der Website der SU veröffentlicht.

Leser-Kommentare
  1. Eine Frage, die ich erhielt: Wenn die Lösung all unserer Probleme in der Korrektur der zwischenmenschlichen Beziehungen liegt, wie unterscheidet sich dann der Denkansatz der Kabbala von allen anderen Methoden, die sagen, dass man gute Taten ausführen soll?

    Meine Antwort: Die Wissenschaft der Kabbala erklärt, dass wir alle in einem Netz existieren, das uns miteinander verbindet. Daher müssen wir uns gegenseitig so behandeln, als befänden wir uns in einem Boot oder als wären wir Mitglieder einer einzigen Familie. Baal HaSulam schreibt, dass die gesamte Welt eine einzige Familie ist und wir deshalb harmonische Beziehungen der Zusammenarbeit unter uns aufbauen müssen, anstatt unserer gegenwärtigen egoistischen Beziehungen.

    Die allgemeine Verbindung unter uns, die enthüllt wurde, verpflichtet uns, in gegenseitiger Übereinstimmung zu sein. Das bedeutet, dass es ein Einvernehmen in unseren Handlungen, Gedanken, Verlangen und allem anderen geben muss. Allerdings weiß niemand, wie man sieben Milliarden Menschen dazu bringt, untereinander harmonisch zusammenzuwirken. Und dennoch verpflichtet uns die gegenseitige Verbindung, welche enthüllt wurde, dies auszuführen.

    Die Enthüllung wird weiter schrittweise und langsam fortschreiten. Niemand weiß, wie sich die nächste Stufe enthüllen wird, denn dies hängt davon ab, wie wir die gegenwärtige Stufe erfassen. Aus diesem Grund schlagen Kabbalisten vor, die gesamte Gesellschaft das Gesetz der Wechselwirkung zu lehren, welches in der Welt enthüllt wird. Dieses Wissen wird die Menschen befähigen, die richtigen Handlungen auszuführen.
    www.laitman.de
    Celine Polo

    • OIKOS
    • 13.08.2009 um 20:59 Uhr

    Dozenten wollen den Teilnehmern etwas vom exponentiellen Wachstum der Technik erzählen, das ist doch ein alter Hut! Keine Spur der Erkenntnis von den Grenzen des Wachstums oder der Ökologie. Ein solches Studium ist reine Zeitverschwendung.

  2. "An das Potential...zu glauben". Ich habe ein merkwürdiges Gefühl bei dieser "Singularity University", zumal sie von Ray Kurzweil geleitet wird, der unter anderem bekannt ist für seinen Glauben an das Bevorstehen einer "technologischen Singularität" - ein Zeitpunkt, an dem die Intelligenz der von uns geschaffenen Technik unsere eigene übertrifft. Wenn ich es richtig sehe, ist das für ihn und die sogenannten Transhumanisten sogar ein erstrebenswertes Ziel. Für mich eine Mischung aus Science Fiction, Sektiererei und (finanz-) elitärer Selbstbeweihräucherung. Das fängt schon damit an, daß ein 3-Wochen Sommerkurs nicht weniger als 25.000 (!!) US$ kostet (für Studenten). Der 3-Tages Kurs für Führungskräfte kommt auf schlappe 12.000 US$ (Quelle: Website der "Universität".) Für letzteren Kurs muß man, um sich zu qualifizieren, mindestens für ein Budget von 10 Millionen verantwortlich sein. Für leichtgewichtigere Manager gibt es eine abgespecktere Version. Was soll das? Qualifikation wird an Geld gemessen, und sonst an nichts? Ich dachte, es geht um Technik... Steve Jobs und Bill Gates hätten sich in Ihren Anfangstagen nicht qualifiziert - und jemand wie Albert Einstein schon gar nicht (oder die Mehrzahl der Nobelpreisträger, was das angeht). Daß hier "exponentiellem Wachstum" gegen jeden gesunden Menschenverstand das Wort geredet wird ist fast schon nicht erwähnenswert. Wie gesagt: mich beschleicht ein merkwürdiges Gefühl. Hat was Scientology-mäßiges an sich, das Ganze.

    Wirklichkeit ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben. (P.K. Dick)

  3. Der Kommentar No 2 "Gegen Technikgläubigkeit" ist vollkommen unsinnig - es geht nicht um Kohle oder Uran oder sonst etwas materielles, sondern um Information: Seit 1965 ist hier das Wachstum um etwa 100 Millionen gewesen in verschiedensten Grössen, und das geht noch einige Zeit weiter. Auch "nur" ein Faktor 100000 dazu veränder nochmals alles.
    Es gibt drei Technologieepochen:
    1. Die Entstehung der materiellen Grundlagen (Eisenbahn, Chemie, Stahl etc),
    2. Die Entstehung der Informationstechnologie,
    3. Die grosse Konvergenz (in etwa die "Singularität).

    Hier stehen wir gerade im Übergang!

    Der Kommentator No 2 ist etwa 40 Jahre im Verständnis und in der Emotion zurück... sorry

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