Natur Grüner wird's nicht
Warum zieht es in diesem Jahr alle Welt in den Garten, sogar Michelle Obama und die Queen, Filmstars und Schriftsteller? Unsere Autorin gräbt nach einer Antwort - im eigenen Beet
Die Queen steht im Regen. Und merkt es kaum, während sie mit der typischen weltentrückten Kenner-Konzentration an einem Junitag ihren neuen allotment garden begutachtet, den dekorativen Küchengarten am Buckingham Palace. Das Biogemüse, von den Tomaten Queen of Hearts über den Kopfsalat Northern Queen bis hin zur Buschbohne Royal Red, präsentiert sich durchaus standesgemäß. Sachkundige Tipps für ihren Garten bekam die Queen von Michelle Obama, die auf dem ehemaligen Südrasen des Weißen Hauses selbst hackt und erntet, ihre Salatköpfe dekorativ nach Farben geordnet hat und schwärmt: "Es gibt wirklich nichts Cooleres, als ins Weiße Haus zu kommen, Gemüse zu ernten und in der Küche tatsächlich die Früchte deiner Arbeit zu genießen."
Fast scheint es in diesem Sommer, als wollten sich die Wichtigen und Mächtigen an einem globalen Garten-Wettbewerb beteiligen. Prinz Charles spricht ja schon lange mit seinen Pflanzen, in souveräner Missachtung der Tatsache, dass einer seiner Ahnen, George III., unter anderem deshalb für verrückt erklärt wurde, weil er mit einer Eiche zu konversieren pflegte. Aber jetzt: Frank-Walter Steinmeier gibt "im Garten buddeln" als sein Hobby an. Angela Merkel wird als Besitzerin einer Datsche, in deren Garten Obst, Gemüse und Kräuter wachsen, keineswegs mehr belästert, sondern kann sich allgemeiner Sympathien sicher sein. Wolfgang Joop zieht Salat, Tomaten und Kürbisse. Und auch Maria Shriver, die Frau von Gouverneur Arnold Schwarzenegger und Erste Dame Kaliforniens, will nun Gemüse anbauen. Sie alle huldigen demonstrativ einer der ältesten Leidenschaften der Kulturgeschichte.
Wäre Hillary Clinton für das hingebungsvolle öffentliche Kultivieren von Gemüse noch belächelt worden, so hat Michelle Obama mit ihrem grünen Vergnügen den Zeitgeist genau getroffen. Es ist das gleiche Lebensgefühl, das die Bloggerin Alexandra Rigos beschreibt , die in Berlin-Mitte auf 140 Quadratmetern zwischen Auswärtigem Amt und einem Plattenbau ein Biotop angelegt hat. Es ist das Lebensgefühl all derer, die etwa der Zeitschrift Landlust mit einer Auflage von 450.000 Exemplaren innerhalb kürzester Zeit zu einem Erfolg verholfen haben, der die gesamte Branche überrascht hat.
Was treibt plötzlich so viele, die ein Salatbeet vor nicht allzu langer Zeit eher als den grünen Vorhof zur Spießerhölle denn als begehrenswertes Lifestyle-Accessoire betrachtet hätten, zum Wühlen, Gießen und Darüberreden? Prominente Vorbilder? Flucht aus der Krise in die Idylle? Neu erwachtes ökologisches Bewusstsein? Die Suche nach einem Gegenpol zur urbanen Schnelllebigkeit?
Vielleicht ist es von allem etwas, vielleicht ist es aber auch viel einfacher. Seit ein Garten nicht mehr unbedingt die Ernährung sicherstellen muss, entspringt seine Hauptanziehungskraft einem mächtigen Impuls. Her Majesty teilt ihn mit dem Kind, das auf dem Wochenmarkt hingerissen nach einer knallroten Geranie greift: Es ist die Freude an der lebendigen Schönheit.
Auch für mich begann alles genau so, mit den überwältigenden, flammenfarbenen Blüten direkt in meiner Augenhöhe, mit den Lilien im Garten meines Großvaters. Dieses spontane Entzücken, das oft den Anfang einer Lebensliebe bedeutet, ist unabhängig von Geschlecht und Alter, Status und Grundstücksgröße. Michelle Obama hat natürlich recht. Ein Garten ist cool, doch für die Freude an ihm braucht man selbst nicht cool zu sein. Das ist es, was den Garten ausmacht: Es gibt im Beet, zwischen Büschen und Rabatten keine Zwänge, nur diese eine Voraussetzung: Man muss sich anrühren lassen. Und anrührende Schönheit gedeiht auf dem Balkon ebenso wie auf dem Latifundium. "Es ist ganz gleich, ob ein Garten klein oder groß ist", schrieb Hugo von Hofmannsthal. "Was die Möglichkeiten seiner Schönheit betrifft, so ist seine Ausdehnung so gleichgültig, wie es gleichgültig ist, ob ein Bild groß oder klein, ob ein Gedicht zehn oder hundert Zeilen lang ist."
Mein eigener Garten etwa erreicht nicht einmal die Ausmaße eines bescheidenen Reihenhaus-Grundstücks. Trotzdem wird er, auch wenn ich nun schon 14 Jahre lang mit ihm lebe, glücklicherweise nie fertig sein. Seinen größten Vorteil teilt er mit allen Gärten: Er ist immer da, jederzeit ohne Autobahnstau, Flugreise und Klimawechsel zu erreichen. Vielleicht ist das stille Abenteuer Garten auch deshalb so rasant in Mode gekommen, weil wir vom Spektakulären allmählich übersättigt sind? Der viel beklagte Stress hektischen Alltags und durchorganisierter Freizeit ist jedoch nicht nur ein gesellschaftlicher, sondern auch ein selbst gemachter Zwang. Ihm jederzeit, und sei es nur für ein paar kostbare Minuten, einfach aus der Haustür in eine andere Welt entfliehen zu können kann mehr entspannen als eine Urlaubsreise – sofern man eben bereit ist, sich auch auf die kleinen, die ruhigen, die buchstäblich naheliegenden Sensationen einzulassen.
Mag sich der Garten als bevorzugter Ort für romantische Liebeserklärungen auch durch die gesamte Weltliteratur ziehen, von Shakespeare über Goethe bis zu Tschechow – die Vorstellung, dort das Paradies wiederzufinden, bleibt trotzdem eine Illusion. Natur, auch domestizierte, ist nie paradiesisch. Umso unvergesslicher sind dafür die flüchtigen Momente, in denen diese Illusion eben doch greifbar scheint: knittrige Mohnblüten, der Duft nasser Rosen, das Licht auf einem filigranen Libellenflügel. Und dicht neben aller Schönheit immer die Melancholie. "Die Weitgereisten werden wissen", schrieb Joseph Roth, "dass es genügt, einen einzigen verstaubten Fliederbaum in einem verstaubten Großstadthof zu sehen, um die ganze tiefe Trauer aller verborgenen Fliederbäume der Welt zu verstehen."
Ein Garten ist also genau wie das richtige Leben: durchwachsen. Und oft ganz anders, als man es sich vorgestellt hat. Die von üppiger Hochglanz-Pracht angefachte Anfängerbegeisterung kollidiert bald mit der ernüchternden Realität von Mistwetter und Mehltau und erst recht mit der Erkenntnis, dass Pflanzen eben keine dekorativen Accessoires, keine beliebig manipulierbare Kulisse sind. Das meiste Grünzeug lässt menschliche Ansprüche mit archaischem Gleichmut an seinen Blättern abgleiten. Für Pflanzen ist alles einfach: Entweder sie bekommen, was sie brauchen, oder sie verabschieden sich zügig und unter tatkräftiger Nachhilfe von Schädlingen, von deren ausgeprägtem Appetit die Neugärtner bis dahin nichts ahnten.
Für das andere Anfängerextrem legt mein eigenes Gärtchen dramatisch Zeugnis ab: Die im ersten Enthusiasmus viel zu eng gesetzten Pflanzen, darunter gleich ein halbes Dutzend Rambler, unwiderstehliche, unbezähmbare Kletterrosen-Giganten, wuchsen sich im Nu zu einem eigensinnigen Dschungel aus. Dornröschen hätte mich eigentlich warnen können, bevor ich mich inmitten eines ebenso militanten wie wuchsfreudigen Stacheldrahtverhaus wiederfand. So aber packten mich genau die Neugier und der Drang zum Experimentieren, die Anfänger schließlich in Gärtner verwandeln: Wer mag was? Wer kann mit wem? Und immer wieder, bis heute: Wie würde es wohl aussehen, wenn ich…? Meiner selig verrückten Zukunft waren von diesem Moment an nur noch die Grenzen gesetzt, die Brieftasche und Bandscheibe diktieren.
Mittlerweile beherberge ich übrigens ein Dutzend Rambler in halbwegs friedlicher Koexistenz, ein beträchtlicher Teil des Luftraums ist von allem erobert, was klettern kann. Meine an der Pergola aufgebundenen Kürbisse haben Blüten wie strahlende kleine Augustsonnen; meine bunten Bohnenhülsen sind, vom Spanndraht zwischen Hauswand und Blumenkübel auf der Terrasse baumelnd, kaum noch als Gemüse zu identifizieren, und Salatgurken-Ranken umrahmen mein Küchenfenster. Mein Garten und ich dürfen uns stolz zu den Pionieren des inzwischen besonders für kleine Grundstücke modernen vertical gardening zählen.
Weil botanische Vorlieben so charakteristisch sein können, wird das öffentliche Bekenntnis zur Lieblingspflanze seit je gezielt als PR eingesetzt. Die bescheiden-treudeutsche Kornblume, die Wilhelm I. angeblich mochte, galt als blühender Sympathieträger für den ersten Hohenzollernkaiser. Michelle Obama legt Wert darauf, dass in ihren zusammen mit Washingtoner Schulkindern gepflegten Gemüsebeeten auch die politische Botschaft gut gedeiht: "Frische und lokale Lebensmittel schmecken besser."
Ein Garten enthüllt einiges über seine Besitzer. Koniferen plus Stiefmütterchen-Tristesse lassen auf einen schließen, der dem fröhlichen Überschwang eher abgeneigt ist. Teure Formschnittgehölze verraten den Hang zur Repräsentation, ein Apfelbaum spricht dafür, dass hier auch die Menschen Wurzeln geschlagen haben. Gärten variieren, je nach den Neigungen und Prioritäten ihrer Besitzer, je nachdem, ob die Sehnsucht nach Ordnung größer ist oder die nach Freiheit, in allen Schattierungen zwischen den Extremen "Die Wüste lebt" (einsame Gewächse starren entsetzt in die lebensfeindlich geharkte Umgebung) und dem Gegenpol "Wunderbar, wenn’s wuchert!" (das gesamte Areal droht unter enthemmter Flora begraben zu werden).
Und was sagt mein Garten über mich? Vielleicht, dass ich die kleinen Abenteuer inzwischen den großen deutlich vorziehe. Der erste und größte Gefallen, den ich meinem Garten tat, war übrigens, ihm eine Umfriedung zu geben, die diesen Namen verdient (und die vollkommen zu Unrecht als spießig verunglimpft wird!). Mein Vorbesitzer, ein uralter Kapitän, der allem landbewohnenden Grünzeug abhold war, hatte die Hecke gnadenlos darben lassen, damit er sie mit der Papierschere in Schach halten konnte. Nachdem sich die Sträucher erholt hatten, wirkte mein Garten paradoxerweise deutlich großzügiger als vorher mit freiem Blick auf Nachbars Mülltonnen. Lebendig, finde ich, sollte eine Umfriedung allerdings sein, und wenn es Kapuzinerkresse am Rankgitter ist.
Blauzypressenaufmärsche, die Reihen fest geschlossen, wie sie eine meiner Nachbarinnen liebt (sie staubt die Blauzypressen mit dem Handfeger ab), erinnern eher an das Verdikt des Schriftstellers Beverley Nichols über die diesem Gartenstil eng verbundenen Begonien: "Sie sind keine Blumen, sie sind ein Gemütszustand, und ein sehr bedauerlicher Gemütszustand noch dazu."
Dabei gibt es doch im Garten immer wieder diese unbezahlbaren Momente leicht absurden Vergnügens: wenn ich etwa, nach Dünger stinkend, verdreckt und erschöpft ins Haus wanke in dem Glücksgefühl, etwas geschafft zu haben, als zivilisationsverwöhntes Weichei den Herausforderungen der Natur gewachsen zu sein. Und wenn ich neunhundert Elfenkrokusse gerade noch rechtzeitig in die Erde bekommen habe, bevor es friert. Dass dann vieles später nicht so kommt wie erhofft, kann diese Euphorie übrigens nicht trüben. Ein Garten erzieht zu einer gewissen Demut, und die Erfahrung, dass alle blühende Sommerpracht jederzeit einem einzigen Unwetter zum Opfer fallen kann, macht die Freude am Gelungenen nur noch intensiver. Geht alles schief, gibt es ja immer noch ein nächstes Gartenjahr – die botanische Übersetzung der Maxime no risk, no fun .
Seit auch die aktuellen Modefarben zügig ihren Weg in die Beete finden, könnten wir Gärtner ja ohnehin ständig neu pflanzen. "Designorientierte Puristen", so informieren uns einschlägige Publikationen, gestalten ihre Gärten zurzeit bevorzugt in Grün-Weiß. Dieser Trend beruhigt ungemein, wäre doch Grün auch im Fall eines modischen Verdammungsurteils nur schwer aus der Pflanzenwelt zu verbannen. Weiß bleibt, so paradox das klingt, ein Evergreen.
Das Spiel mit der hellsten und reinsten Farbe, mit dem Kühlen, Erfrischenden, überirdisch Unheimlichen ist jedoch eine gefährliche Sache. Eine willkürlich zusammengesetzte Gruppe weißer Pflanzen verströmt statt betörender Mondschein-Magie höchstens den sterilen Charme eines Arztkittels. Obwohl eine makellos weiße Rose, eine schimmernde Königslilie an Eleganz kaum zu überbieten sind, können gerade sie einige der jammervollsten Anblicke bieten, die ein Gärtnerauge zu foltern vermögen. Ich kenne kein deprimierenderes Symbol für einen verregneten Sommer als unter Schimmel dahinsterbende Rosenknospen oder schmierig braun gefleckte, zerfressene Königslilien. Was gleich doppelt schmerzlich ist, denn wirkt der Garten traurig, ist es auch der Mensch.
Aber: Erzwingen lässt sich nichts. Und spätestens mit dieser Erkenntnis weicht der Aktionismus der Anfangstage einer gewissen Gelassenheit. Die Pflanzen wachsen sich buchstäblich zurecht, die Tiere, ohne die kein Garten je lebendig wäre, lassen sich nur einladen, aber niemals nötigen. Das kurze, intensive Kulissenrücken im Frühjahr und Herbst bekommt bald ebenso viel vom Reiz einer großen Inszenierung wie das gespannte Warten auf die Darsteller. Nur dass ich eben nie weiß, wer in der nächsten Saison die Hauptrolle übernehmen wird: eine wundervoll singende Mönchsgrasmücke – oder doch irgendeine lichtscheue Gärtner-Nemesis, die im Schutz einer einzigen Nacht alle Setzlinge zu einer amorphen Masse abfräst?
Aber selbst auf diese schräge Weise bietet der Garten noch sein großes Geschenk: einen Weg aus der Zeit. Wenn ich mich über die Schnecken ärgere, vergesse ich immerhin die Steuererklärung, und unerwartet tiefe Einblicke in das Wesen aller Dinge gibt es oft sowieso auf seltsamen Wegen: Nichts auf diesem Planeten vermag einem frustrierten Erdling die Eitelkeit und Sinnlosigkeit allen menschlichen Strebens so eindrucksvoll vor Augen zu führen wie der Giersch, der auch nach Jahren rückenverschleißender Buddelei unverdrossen aus den Büschen kriecht. Von meinem mickrigen alten Apfelbaum, der eher an Fachbuch-Illustrationen über Baumkrankheiten als an ein anständiges Ertragsgehölz erinnert, werde ich mich niemals trennen – einfach weil ich ihn gern habe, so wie er ist. Und weil ich ihm eine befreiende Erkenntnis verdanke: dass der eigene Garten der Ort sein kann, an dem es vernünftig ist, sich auch die unvernünftigsten Wünsche zu erfüllen. Ein Ort, wo das nächste Wunder immer nur einen Schritt entfernt zu warten scheint.
Dass dieser Ort plötzlich wieder so aktuell ist, hat auch für uns Normalgärtner einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Endlich umweht uns nicht mehr der Mief von Sellerie, Achselschweiß und Spießigkeit, sondern das Flair des White House. Hartnäckige Erdreste rund um die Fingernägel zeugen heute nicht mehr von Kleingarten-Beschränktheit, sondern adeln die weitblickenden Gralshüter des Landlust-Lifestyles.
Einst wurde uns die Frage "Was machst du bloß immer da draußen?" gerne betont angeödet als Smalltalk-Köder hingeworfen; die gereizte Antwort "Nacktschnecken zerschneiden" wurde mit ekelverzerrter Grimasse beantwortet. Heute könnten wir bei solchen Gelegenheiten natürlich Eindruck schinden, etwa mit der kühlen Bemerkung, Belle de Crécy (wahlweise Cardinal de Richelieu oder Queen of Denmark) habe aus der unerwünscht innigen Umarmung von Convolvulus arvensis befreit werden müssen. Übersetzt hieße das zwar bloß: "Die verdammten Ackerwinden waren schon wieder in die Rosen geklettert!", doch wir Gärtner wissen ja um die Kraft der Inszenierung. Und sei es die unserer selbst.
- Datum 13.08.2009 - 12:12 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 13.08.2009 Nr. 34
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"Seit ein Garten nicht mehr unbedingt die Ernährung sicherstellen muss, ...". Dem möchte ich anmerken, dass Nutzgärten vorallem im Stadtraum gerade in Zeiten von HartzIV, eine Wertschöpfung und eine Steigerung der Lebensqualität bedeuten. Unsere Eltern und Großeltern haben es auf Ruinengrundstücken vorgemacht. Nicht nur für die Kubaner gehört es zum täglichen Leben. Für einen Nutzgarten im Stadtbereich sollte man vorher den Mutterboden auf Schadstoffe (Schwermetallbelastung, ...) hin untersuchen lassen.
Auf der anderen Seite habe ich in der Zeit noch nichts von "guerrilla gardening" gelesen.
www.guerrillagardening.org
Weiterhin frohes Schaffen
Michel Katzentisch
Dann sagen Sie das mal nicht zu laut, sonst kommen die ARGEn auch dahinter und wollen den Nutzgarten vom Bedarf abziehen!
Dann sagen Sie das mal nicht zu laut, sonst kommen die ARGEn auch dahinter und wollen den Nutzgarten vom Bedarf abziehen!
Die beschriebenen Umstände sind leider zu komplex, um sie in einem Artikel, geschweige denn in einem Kommentar erfassen zu können.
Was sich aber durchaus sagen lässt, ist dass das Gärtnern in einem Zusammenhang mit dem Erfolg der Einrichtungs- und Kochmagazine, sowie deren Pendants im TV zu sehen sind. Natürlich gehören auch Entwicklungen wie der Wander- und Handwerksboom, aber auch die "Mass Customization" in diese Kategorie.
Sie alle beschreiben die Zerrissenheit und die Ohnmacht des Individuums in einem zunehmend überfordernden Konflikt zwischen Universalisierung und Partikularität. Die Kontingenz des Lebens bedeutet nicht nur den Verlust traditioneller Gewohnheiten und Gewissheiten, sondern erzeugt auch ein Spannungsfeld zwischen Selbsterkenntnis und der Gefahr einer Selbstauflösung.
Die Gesellschaft befindet sich in einem Zustand, in der sie die vormals als gesichert geltenden Traditionen, die Gewissheiten und Selbstverständlichkeiten eingebüßt hat.
Die reflexive Auseinandersetzung mit der eigenen kulturellen Situation führt zu Verunsicherung und Identitätsverlust sowie zu einem instabilen Selbstverständnis. Existenzielle Fragen bleiben dabei unbeantwortet.
Rückzüge in meist private und von übergeordneten Mechanismen entkoppelten, - versteh- und kontrollierbaren Situationen sind daher eine existentielle Notwendigkeit in der Welt der sog. postindustriellen Informationsgesellschaft.
Kochen, Basteln und Gärtnern sind somit kein Indikator für eine heile Welt. Das Gegenteil ist der Fall.
WOW..was für ein Kommentar!! Fünf Sternchen, Dr. Sorglos
Endlich einer, der uns LIEBE erklärt!
ich denke, es hat schon einen ziemlich guten grund, dass dieser garten-artikel unter der rubrik 'lebensart' erscheint, während der 'ernste' artikel rund um die angeblich so dringende notwendigkeit der genveränderten pflanzen aber letztendlich woanders 'rauskommt. der eigenanbau als nettes, ein bisschen peinliches hobby, das jetzt zum trend wird?
herr dr. sorglos, an ihrem kommentar ist was wahres dran. aber dann greift er in seinem pessimismus auch wieder zu kurz. denn in den usa passieren im bereich gartenbau und urbane landwirtschaft gerade dinge, die man hierzulande noch nicht wirklich erfasst hat. und die gehen mitnichten nur in die richtung eines bucklichten, degenerierten biedermeier, sondern sind, projekt für projekt, in die zukunft orientiert.
deshalb greift auch die verfasserin des artikels zu kurz, die das zwiebelstecken und jauchepampen lediglich als wert an sich versteht. und dann auch noch irgendwelche yuppietanten aus berlin-mitte verlinkt, die, hach ja, den buchsbaum sooo spießig finden.
und beide gruppen, die kritiker wie die enthusiasten, verstehen wiederum nicht, dass dem eigenbau von obst und gemüse etwas ureigen emanzipatorisches innewohnt. hier geht's um nicht mehr und nicht weniger als die revolutionierung und demokratisierung unserer lebensmittelproduktion.
und wenn diese demokratisierung nicht im kleinen stattfindet - wo dann?
WOW..was für ein Kommentar!! Fünf Sternchen, Dr. Sorglos
Endlich einer, der uns LIEBE erklärt!
ich denke, es hat schon einen ziemlich guten grund, dass dieser garten-artikel unter der rubrik 'lebensart' erscheint, während der 'ernste' artikel rund um die angeblich so dringende notwendigkeit der genveränderten pflanzen aber letztendlich woanders 'rauskommt. der eigenanbau als nettes, ein bisschen peinliches hobby, das jetzt zum trend wird?
herr dr. sorglos, an ihrem kommentar ist was wahres dran. aber dann greift er in seinem pessimismus auch wieder zu kurz. denn in den usa passieren im bereich gartenbau und urbane landwirtschaft gerade dinge, die man hierzulande noch nicht wirklich erfasst hat. und die gehen mitnichten nur in die richtung eines bucklichten, degenerierten biedermeier, sondern sind, projekt für projekt, in die zukunft orientiert.
deshalb greift auch die verfasserin des artikels zu kurz, die das zwiebelstecken und jauchepampen lediglich als wert an sich versteht. und dann auch noch irgendwelche yuppietanten aus berlin-mitte verlinkt, die, hach ja, den buchsbaum sooo spießig finden.
und beide gruppen, die kritiker wie die enthusiasten, verstehen wiederum nicht, dass dem eigenbau von obst und gemüse etwas ureigen emanzipatorisches innewohnt. hier geht's um nicht mehr und nicht weniger als die revolutionierung und demokratisierung unserer lebensmittelproduktion.
und wenn diese demokratisierung nicht im kleinen stattfindet - wo dann?
Ich kann die Leute verstehn. Wir wurden hier auch für verrückt erklärt, mit 17 ha Wald und Garten. Sobald der direkte "Erlös" der ganzen Arbeit in Form einer hohen Gutschrift vom Energieversorger bzw. der Holzerlös ins Haus flattert, verstummen die Lästermäuler. Unser Holzofen hat sich jetzt schon bezahlt gemacht.
Von Obst und Gemüse aus dem Garten mal ganz zu schweigen. Was ist schon ein Exemplar einer Uralten Apfelsorte gegen einen Supermarkt-Granny Smith...
Dass man damit wirklich unabhängig wird, glaube ich eher nicht, selbst wenn man es schafft, einen eigenen Brunnen, eigene Kläranlage, eigene Energieversorgung hinzubekommen. Der gemeine Westler hat einen entsprechenden Lebensstandard, der durch Subsistenzwirtschaft nicht aufrecht zu erhalten ist. Das fängt bei einer Banane und ner Tafel Schoggi an. Es reicht aber, um sich gegen gewisse Bürokraten in Gemeinde, Kreis und Land eine "Leck-mich-am-Arsch" Einstellung leisten zu können.
Aber: Es ist trotzdem Arbeit. Bin gespannt, ob die Damen der High Society in drei Jahren immer noch gärtnern und von Selbstversorgung träumen. Dass trau ich nur der Queen zu.
“Es gibt keinen einzigen Grashalm, der nicht von einer Kraft angetrieben wird, welche ihm befiehlt: Wachse!” (Midrash Raba)
So überraschend es sein mag, unsere gemächliche Gartenarbeit der Vergangenheit spiegelt unsere eigenen spirituellen Wurzeln wider und wir können uns mit diesen durch einfache Betrachtung verbinden, indem wir die Weisheit der Kabbala nutzen.
Und Gott sprach: „Die Erde lasse Gras hervorsprießen, das Samen hervorbringt, Fruchtbäume, die auf der Erde Früchte tragen nach ihrer Art.”
—Genesis 1,11
Das Symbol, das am meisten mit der Weisheit der Kabbala in Verbindung gebracht wird, ist der Baum des Lebens. Kabbala und all die althergebrachten Schriften sind voll von Beispielen aus dem Pflanzenreich. Historische hebräische Schriften verwendeten die spirituellen Wurzeln der Vegetation, um den menschlichen, spirituellen Wachstumsprozess zu beschreiben. Sie benutzten sie als Lernwerkzeug und wir können Nutzen daraus ziehen, indem wir sie dazu verwenden, um unserer Seele „auf den Grund” zu gehen.
Die nachfolgenden Worte beruhen auf einem Brief, den der Kabbalist Rabbi Baruch Ashlag, der erstgeborene Sohn und Nachfolger von Rabbi Yehuda Ashlag, auch als Baal HaSulam bekannt, schrieb. In seinem Brief erklärt Rabbi Ashlag seinen Studenten, dass die Arbeit auf dem Felde spirituelle Prozesse darstellt und wie wir diese erfahren können.weiter unter.....
http://www.kabbalahblog.d...
Celine Polo
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Endlich einer, der uns LIEBE erklärt!
ich denke, es hat schon einen ziemlich guten grund, dass dieser garten-artikel unter der rubrik 'lebensart' erscheint, während der 'ernste' artikel rund um die angeblich so dringende notwendigkeit der genveränderten pflanzen aber letztendlich woanders 'rauskommt. der eigenanbau als nettes, ein bisschen peinliches hobby, das jetzt zum trend wird?
herr dr. sorglos, an ihrem kommentar ist was wahres dran. aber dann greift er in seinem pessimismus auch wieder zu kurz. denn in den usa passieren im bereich gartenbau und urbane landwirtschaft gerade dinge, die man hierzulande noch nicht wirklich erfasst hat. und die gehen mitnichten nur in die richtung eines bucklichten, degenerierten biedermeier, sondern sind, projekt für projekt, in die zukunft orientiert.
deshalb greift auch die verfasserin des artikels zu kurz, die das zwiebelstecken und jauchepampen lediglich als wert an sich versteht. und dann auch noch irgendwelche yuppietanten aus berlin-mitte verlinkt, die, hach ja, den buchsbaum sooo spießig finden.
und beide gruppen, die kritiker wie die enthusiasten, verstehen wiederum nicht, dass dem eigenbau von obst und gemüse etwas ureigen emanzipatorisches innewohnt. hier geht's um nicht mehr und nicht weniger als die revolutionierung und demokratisierung unserer lebensmittelproduktion.
und wenn diese demokratisierung nicht im kleinen stattfindet - wo dann?
Che Buendchen, Che Rigos, Che Mrs. Obama,
Che Elizabeth Alexandra Mary Windsor II!
Che Buendchen, Che Rigos, Che Mrs. Obama,
Che Elizabeth Alexandra Mary Windsor II!
Che Buendchen, Che Rigos, Che Mrs. Obama,
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