Frauen im Islam Sie wollen, was auch ihr verlangtSeite 2/2

Dieser Band hat zwei kleine Schwächen: Einmal ist nicht vermerkt, wann welche Frau in welchem Land lebte, es hätte ja vielleicht manchmal einen Unterschied gemacht. Außerdem ist es ein typisches Produkt selbst organisierter Oral History – manchmal ist noch ein Schreibfehler drin, bisweilen versteht man nicht, warum ein autobiografisches Dokument hier beginnt und dort plötzlich abbricht. Dem Vorwort ist zu entnehmen, dass diese Texte schon mehrmals in Stunden währenden Lesungen einem Publikum präsentiert wurden; es müssen ganz exzeptionelle Veranstaltungen gewesen sein.

Denn trotz der erwähnten kleinen Stolpersteine ist dies ein so ergreifendes Buch, wie es sie selten gibt. Es enthält Gespräche unter Freundinnen und Fremden: offenherzig, einfühlsam und oft auch sehr reflektiert. Freuden werden geteilt, Narben und Wunden vorgezeigt. Das Innerste wird hier zuäußerst gekehrt. Wir hören von Pubertät und Menopause, von Abscheu und Liebe zum eigenen Körper, von Verliebtheiten, Abstinenz oder Annäherung, von Heiraten und Lesbischsein. Von einem ersten Mal, das nicht klappt, von einem, das wunderbar ist, und einem weiteren, das traumatisch wird. Was Frauen mit ihrem Körper, mit Freundinnen und Freunden erleben können: Alles ist hier drin.

Die Draufsicht aus dichtester Nähe ermöglicht manchmal, etwas zu verstehen, das man aus anderen Situationen und Familien kennt; als Beispiel sei hier vom Coming-out der 27-jährigen Yagmur erzählt. Auf Drängen ihres Bruders outet sie sich irgendwann am Abendbrottisch. Aufgewühlt tigert der Bruder daraufhin im Zimmer auf und ab. Die Mutter ist panisch: »Mädchen, sei bitte nicht lesbisch, in Ordnung?« Der Bruder ruft sie zur Besinnung: »Mutter, mach dich doch nicht lächerlich.« Der anfangs noch ahnungslose Vater findet später den Dreh, der die Sache »in Ordnung« bringt: »Ehe sie eine Hure ist, soll sie lieber lesbisch sein.« Anfangs ist Yagmur davon nicht begeistert, meint inzwischen aber: »Er hat für sich selbst diese Ausflucht gefunden, was soll man da machen? Mittlerweile haben sie sich daran gewöhnt. Mein Vater erkundigt sich inzwischen auch schon nach meiner Freundin. Er sieht es nicht negativ.«

So viel enthüllt diese Anekdote von dem, was man Multikulturalismus und »Integration« nennt – aber auch, welche Anpassungsleistungen generell die (Post-)Moderne von ihren Zeitgenossen verlangt. Einiges in diesem Buch mag einem nämlich speziell türkisch oder zumindest mediterran vorkommen und erinnert an manches, das man aus Duygu Asenas Die Frau hat keine Stimme (Türkei 1987) oder Lara Cardellas Ich wollte Hosen (Italien 1989) kennt. Das meiste jedoch ist allgemein menschlich, auf unterschiedlichste Weise weiblich, aufrichtig und intim. In mehr als einem Sinne ist So ist das, meine Schöne daher ein Buch, das Frauen – und Männer – über Erzählen und Zuhören hinweg zueinander führt.

 
Leser-Kommentare
  1. [Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Vielen Dank, die Redaktion /ft]

    • mwo
    • 16.08.2009 um 11:51 Uhr

    aufgegeben, sonst hätte ich wieder mit dem Rauchen anfangen müssen.

    Sowas hab ich nicht im Bücherregal und das bleibt auch so!

    Grüße, auch an die Redaktion,

    O.

  2. sind arm dran. Die islamischen Weisungen für Frauen sind der Steinzeit näher, wie die der modernen Zivilisationen des 21. Jahrhunderts, z.B. in den westlichen und buddhistisch grundierten Gesellschaften.

    [Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

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    daß Sie das so kurz und genau beurteilen können? Muslima=arm dran?

    Es werden zwei Themen miteinander vermischt - einesteils der Islam, der eine Vielzahl unterschiedlicher Ausprägungen hat und anderenteils männlicher Chauvinismus und patriarchale Dominanz, die sich gern auch der Religion bedienen, keineswegs aber nur den Islam dazu wählen.

    In den 'westlich grundierten' (*g*) Gesellschaften sind wir zwar durch Frauenbewegung und Säkularisierung ein klein bißchen weiter, die Strukturen sind aber gleichwohl vorhanden. Siehe katholische Kirche, wo der Geschlechtsunterschied von Altar zu Kirchenbank wohl kaum zu übersehen ist. In so mancher buddhistisch beeinflussten Gesellschaft sind Frauen übrigens auch nicht besonders viel wert. Lediglich der Respekt vor dem Leben im Allgemeinen verhindert die Manifestierung der vorhandenen Degradierung wegen des Geschlechts weiblich.

    Mir scheint aber eigentlich immer mehr, daß Frauen allerorten fürs ganz alltägliche Leben gar nicht so schlecht damit fahren, nicht ganz ernst genommen zu werden, siehe auch das Outing der jungen Frau im Artikel.

    Wer im letzten Satz Galgenhumor findet, darf ihn gern behalten...;-)...

    daß Sie das so kurz und genau beurteilen können? Muslima=arm dran?

    Es werden zwei Themen miteinander vermischt - einesteils der Islam, der eine Vielzahl unterschiedlicher Ausprägungen hat und anderenteils männlicher Chauvinismus und patriarchale Dominanz, die sich gern auch der Religion bedienen, keineswegs aber nur den Islam dazu wählen.

    In den 'westlich grundierten' (*g*) Gesellschaften sind wir zwar durch Frauenbewegung und Säkularisierung ein klein bißchen weiter, die Strukturen sind aber gleichwohl vorhanden. Siehe katholische Kirche, wo der Geschlechtsunterschied von Altar zu Kirchenbank wohl kaum zu übersehen ist. In so mancher buddhistisch beeinflussten Gesellschaft sind Frauen übrigens auch nicht besonders viel wert. Lediglich der Respekt vor dem Leben im Allgemeinen verhindert die Manifestierung der vorhandenen Degradierung wegen des Geschlechts weiblich.

    Mir scheint aber eigentlich immer mehr, daß Frauen allerorten fürs ganz alltägliche Leben gar nicht so schlecht damit fahren, nicht ganz ernst genommen zu werden, siehe auch das Outing der jungen Frau im Artikel.

    Wer im letzten Satz Galgenhumor findet, darf ihn gern behalten...;-)...

    • lef
    • 16.08.2009 um 12:10 Uhr

    in Form von zwei Rezensionen.

    Es ist eine ganz andere Welt, diese islamisch geprägte Kultur - besonders hier wird die Gegensätzlichkeit deutlich: Hier das immer noch christlich/protestantisch geprägte Europa mit recht prüder Moral, dort die immer noch stark islamisch geprägte Kultur mitsamt ihrer Trennung in Frauen- und Männerwelten.

    Noch interessanter fand ich den Link unter dem Artikel: Der Bericht über einen weiteren (der vielen anderen) Ehrenmord in diesen Kreisen.

    Dieser enge Zusammenhang lässt vermuten, dass die islamische Moral des 12.Jhdt. (n.Chr.) und die heutige denn doch nicht so sehr weit auseinander liegt, wie die Rezension des aktuelleren Buches die Verfasserin hoffen lässt.

    Noch bedenklicher finde ich, dass die Verfasserin von der islamisch geprägten Gesellschaft (speziell der Frauenwelt dort) eigentümlich fasziniert scheint.

    Verstehen könnte ich es - der immer noch sehr moralisch verklemmten protestantische Gesellschaft täte etwas mehr Emotionalität durchaus gut.
    Die Sexualität in Europa ist nur äußerlich "freier" (weniger kontrolliert) geworden.

    Nur sollte daraus nicht gefolgert werden, dass die islamische Gesellschaft dieses Problem besser bewältigt.
    Es ist ja nicht nur Tatsache, dass die islamisch geprägten Gesellschaften hoffnungslos rückständig sind und ihre eigenen Probleme (Überbevölkerung, Diktaturen, Bürgerkriege ff) nur mit Hilfe westlicher Innovationen einigermäßen bewältigen kann.
    Auch im Kleinen (im inneren Kreis der Familien) ist der unter dem Artikel verlinkte Ehrenmord ja nicht ein unerklärlicher "Ausrutscher", sondern zwangsläufige Folge der islamischen Moral, eine zwar nur extreme Folge, aber eben doch zwangsläufig.

    • Gözde
    • 16.08.2009 um 12:32 Uhr

    Immer wieder wird vergessen sich wirklich mit diesem Thema auseinander zu setzen bevor man Kommentare in diese Richtung ablässt.
    Bevor man die Frauen im Islam im Allgemeinen verurteilen kann, muss man den Islam kennen, der wie im Artikel genannt, Frauen und Männer gleichstellt. Der Islam gibt beiden Geschlechtern gewisse Rollen, die sie erfüllen sollen, was an sich nicht zu kritisieren ist. Es ist für diese Zeit typisch. Der Koran ist nunmal, trotz aller Heiligkeit, ein Buch, dass um 300 n. Ch. erschien. Die Verhältnisse waren ganz anders und somit überhaupt nicht mit heutigem Standard, gemessen im Zeitalter der Emanzipation, vergleichbar ist. "Männer und Frauen sind einfach unterschiedlich, warum sollte man ihnen nicht unterschiedliche ROllen zuweisen?" ist ein einfacher und in seiner Einfachheit logischer Gedanke.
    Zudem muss man bedenken, dass der Islam gerade in armen Ländern verbreitet ist, wo die Demokratie keine 100 Jahre alt ist. Diese Länder leben noch in dem europäischen Mittelalter und damals war in Europa Gleichberechtigung kein Thema. Wenn man versucht diesen Menschen, die immer die Frau dem Mann unterlegen sahen, plötzlich weis zu machen: Diese Frauen sind genauso viel wert wie du, fühlen sie sich erstmal in ihrer Ehre verletzt. Genauso wäre es gewesen, wenn jemand im Mittelalter aufgetaucht wäre mit Hosen für Frauen. Den hätte man für verrückt erklärt.
    Bevor man diese Menschen auf den europäischen Standard bringen kann, muss man erstmal das System und den ganzen Lebensstandard ändern. Man muss Millionen Menschen heilen, ihren Hunger besiegen, sie bilden, ihnen eine Arbeit geben und dann erst kann man mit gebildeten Menschen, die mit sich reden lassen, über Emanzipation diskutieren.
    Das heißt keineswegs, dass ich die Frauenunterdrückung gut heiße oder irgendwen rechtfertige. Doch man darf keinen Menschen verurteilen ohne den Hintergrund zu kennen und gerade die westlichen Ländern sollten anstatt zu kritisieren endlich mal anpacken und bei der Modernisierung und Aufklärung helfen.
    Das ist kein Problem des Islams, geht aber öfters mit dem Islam einher. Es ist auch nicht so, dass alle Muslime Kofferbomber sind. Du würdest deinen türkischen Nachbarn ja auch nicht des Selstmordattentats beschuldigen.
    Aber wie ich bereits erwähnte ist der Islam gerade in armen, ungebildeten Ländern vertreten, in denen die Menschen auf sich aufmerksam machen wollen und gegen ihren geringen Standard rebellieren.
    So sind es nicht die Muslime, die Terroristen werden, sondern die armen Menschen ohne Perspektive, die mehr zufällig Muslime sind. Diese Menschen kennen noch nicht einmal ihre eigene Religion richtig, weil sie nicht lesen können. Sie werden dann in einem sinnlosen Krieg von mächtigen Staaten, die sich gefährdet fühlen, abgemetzelt. Und genauso lässt sich das Problem nicht lösen, weil auf diesen Krieg dann eine neue noch ärmere Gesellschaft folgt...

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    Ich möchte meiner Vorrednerin(Schreiberin) in einem Punkt wiedersprechen:
    "Der Koran ist nunmal, trotz aller Heiligkeit, ein Buch, dass um 300 n. Ch. erschien."
    Ist dann doch etwas ungenau; richtig wäre um 632 nach christlicher Zeitrechnung.

    Darüber hinaus sehe ich noch ein Problem: Ich stimme zu dass hinreichende Bildung der Menschen in den islamischen Ländern eine Vorraussetzung für das Erreichen einer gesunden diskussionsfähigen Streit-Kultur ist. Nur muss diese Bildung dann auch den Menschen verfügbar sein, die dieser Disput maßgeblich betrifft: den Frauen. Darin liegt die Crux, denn Bildung wird in manchen islamischen Ländern gezielt den Frauen und Mädchen vorenthalten. Als Beispiel sei hier Afghanistan angefürt, mit dem Vermerk, dass dies gerade das extremste ferfügbare Beispiel ist und sicherlich nicht stellvertretend für alle islamischen Länder steht. Es sei nur verdeutlicht dass die Tendenz jedoch besteht, die Jungen die Bildung betreffend, zu bevorzugen. Dies liegt seinserseits gerade in dem (islamischen) Rollenmodell der Frau begründet, die als Mutter und Haushälterin Lesen und Schreiben nicht nötigerweise lernen muss.
    Die Entwicklung muss also an diesem Punkt ansetzen: Bildung der Menschen -also auch Schulpflicht für Mädchen über den Kopf mancher Eltern hinweg (die aus ihrem traditionellen Rollenverständnis heraus dies evtl. nicht einsehen)

    Herr Gözde, Sie schreiben: "....Bevor man diese Menschen auf den europäischen Standard bringen kann, muss man erstmal das System und den ganzen Lebensstandard ändern. Man muss Millionen Menschen heilen, ihren Hunger besiegen, sie bilden, ihnen eine Arbeit geben und dann erst kann man mit gebildeten Menschen, die mit sich reden lassen, über Emanzipation diskutieren...."

    Sie setzen Mensch mit Mann gleich, oder? Und Emanzipation ist für Sie ein "Goodie", das man den Frauen dann eventuell gewährt, wenn "alles gut" sein wird, scheint mir. Emanzipation (letztendlich für alle Unterdrückten) ist aber Voraussetzung für die schöne Welt, in der niemand Hunger oder Arbeitslosigkeit leidet.

    • ktz
    • 16.08.2009 um 13:29 Uhr

    denn dann, geehrte(r) Gözde, würden Sie vielleicht auch erfahren daß der Koran nicht um 300 n. Chr. verfaßt worden ist. Moahmmed lebte nämlich erst ein paar Jahrhunderte später. Soviel zu Ihrer Sachkompetenz in puncto Isalm.
    Sie behaupten, Männer und Frauen würden im Koran gleichgestellt. Tatsache ist aber, daß in islamischen Ländern, die die Vorgaben des Korans und der Sharia streng befolgen, Frauen von Rechts wegen nur halb soviel wert sind wie Männer, von allen anderen herabwürdigenden Attributen wie "Acker", "Sklave" etc ganz zu schweigen. Das entlarvt ihre koranischen Gleichstellungphantasien als das was sie sind: in gutmenschenlnde Floskeln verpackte Unwahrheiten. Bitte verzichten Sie daher auf solche Märchen aus 1001 Nacht, denn sie beleidigen damit die Intelligenz jedes halbwegs denkfähigen Menschen. Wir wollen diese Fabeln nicht mehr hören; auch die Geschichte der armen, unterdrükten Muslime, die durch Gewalt auf sich aufmerksam machen müssen, nimmt Ihnen niemand mehr ab. Der Isalm und seine Anhänger sind - wie heißt es doch so schön - an ihren Früchten im Hier und Jetzt zu erkennen. Verweise auf das "europäische Mittlealter" helfen da gar nicht weiter, sie beleidigen nur das Mittelalter, das zu keinem Zeitpunkt moralisch so fragwürdig war, wie es der Islam seit jeher in wesentlichen Punkten ist.
    (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Die Redaktion/jk)

    bin ich nicht der Meinung, dass wir Europäer diese Leute auf den europäischen Standard bringen sollten, wie Sie schreiben. Vielmehr bin ich der Ansicht, dass die westliche Welt ihre Kontakte in die muslimisch-arabische Welt auf ein Minimum reduzieren sollte. Handel ja, kultureller Austausch nein. Der Westen kann von dort nichts lernen, der vordere Orient wiederum will vom Westen nichts lernen. Das westliche Wertesystem wird von den Menschen im Nahen Osten ohnehin mehrheitlich abgelehnt. Dieses Faktum sollten wir endlich anerkennen. Wenn sich die Frauen oder sonstwer in der arabischen Welt emanzipieren wollen, ist das deren Sache. Müssen sie halt selber sehen, wo sie bleiben. Der Westen aber darf nicht mehr den Fehler machen, den Leuten dort die Aufklärung aufzudrängen.

    Ich wüsste nicht, warum die westlichen Länder in einer Art Bringschuld stehen, den rückständigen islamischen Ländern beim Prozess der Aufklärung zu helfen. (entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Die Redaktion/jk)

    Ich möchte meiner Vorrednerin(Schreiberin) in einem Punkt wiedersprechen:
    "Der Koran ist nunmal, trotz aller Heiligkeit, ein Buch, dass um 300 n. Ch. erschien."
    Ist dann doch etwas ungenau; richtig wäre um 632 nach christlicher Zeitrechnung.

    Darüber hinaus sehe ich noch ein Problem: Ich stimme zu dass hinreichende Bildung der Menschen in den islamischen Ländern eine Vorraussetzung für das Erreichen einer gesunden diskussionsfähigen Streit-Kultur ist. Nur muss diese Bildung dann auch den Menschen verfügbar sein, die dieser Disput maßgeblich betrifft: den Frauen. Darin liegt die Crux, denn Bildung wird in manchen islamischen Ländern gezielt den Frauen und Mädchen vorenthalten. Als Beispiel sei hier Afghanistan angefürt, mit dem Vermerk, dass dies gerade das extremste ferfügbare Beispiel ist und sicherlich nicht stellvertretend für alle islamischen Länder steht. Es sei nur verdeutlicht dass die Tendenz jedoch besteht, die Jungen die Bildung betreffend, zu bevorzugen. Dies liegt seinserseits gerade in dem (islamischen) Rollenmodell der Frau begründet, die als Mutter und Haushälterin Lesen und Schreiben nicht nötigerweise lernen muss.
    Die Entwicklung muss also an diesem Punkt ansetzen: Bildung der Menschen -also auch Schulpflicht für Mädchen über den Kopf mancher Eltern hinweg (die aus ihrem traditionellen Rollenverständnis heraus dies evtl. nicht einsehen)

    Herr Gözde, Sie schreiben: "....Bevor man diese Menschen auf den europäischen Standard bringen kann, muss man erstmal das System und den ganzen Lebensstandard ändern. Man muss Millionen Menschen heilen, ihren Hunger besiegen, sie bilden, ihnen eine Arbeit geben und dann erst kann man mit gebildeten Menschen, die mit sich reden lassen, über Emanzipation diskutieren...."

    Sie setzen Mensch mit Mann gleich, oder? Und Emanzipation ist für Sie ein "Goodie", das man den Frauen dann eventuell gewährt, wenn "alles gut" sein wird, scheint mir. Emanzipation (letztendlich für alle Unterdrückten) ist aber Voraussetzung für die schöne Welt, in der niemand Hunger oder Arbeitslosigkeit leidet.

    • ktz
    • 16.08.2009 um 13:29 Uhr

    denn dann, geehrte(r) Gözde, würden Sie vielleicht auch erfahren daß der Koran nicht um 300 n. Chr. verfaßt worden ist. Moahmmed lebte nämlich erst ein paar Jahrhunderte später. Soviel zu Ihrer Sachkompetenz in puncto Isalm.
    Sie behaupten, Männer und Frauen würden im Koran gleichgestellt. Tatsache ist aber, daß in islamischen Ländern, die die Vorgaben des Korans und der Sharia streng befolgen, Frauen von Rechts wegen nur halb soviel wert sind wie Männer, von allen anderen herabwürdigenden Attributen wie "Acker", "Sklave" etc ganz zu schweigen. Das entlarvt ihre koranischen Gleichstellungphantasien als das was sie sind: in gutmenschenlnde Floskeln verpackte Unwahrheiten. Bitte verzichten Sie daher auf solche Märchen aus 1001 Nacht, denn sie beleidigen damit die Intelligenz jedes halbwegs denkfähigen Menschen. Wir wollen diese Fabeln nicht mehr hören; auch die Geschichte der armen, unterdrükten Muslime, die durch Gewalt auf sich aufmerksam machen müssen, nimmt Ihnen niemand mehr ab. Der Isalm und seine Anhänger sind - wie heißt es doch so schön - an ihren Früchten im Hier und Jetzt zu erkennen. Verweise auf das "europäische Mittlealter" helfen da gar nicht weiter, sie beleidigen nur das Mittelalter, das zu keinem Zeitpunkt moralisch so fragwürdig war, wie es der Islam seit jeher in wesentlichen Punkten ist.
    (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Die Redaktion/jk)

    bin ich nicht der Meinung, dass wir Europäer diese Leute auf den europäischen Standard bringen sollten, wie Sie schreiben. Vielmehr bin ich der Ansicht, dass die westliche Welt ihre Kontakte in die muslimisch-arabische Welt auf ein Minimum reduzieren sollte. Handel ja, kultureller Austausch nein. Der Westen kann von dort nichts lernen, der vordere Orient wiederum will vom Westen nichts lernen. Das westliche Wertesystem wird von den Menschen im Nahen Osten ohnehin mehrheitlich abgelehnt. Dieses Faktum sollten wir endlich anerkennen. Wenn sich die Frauen oder sonstwer in der arabischen Welt emanzipieren wollen, ist das deren Sache. Müssen sie halt selber sehen, wo sie bleiben. Der Westen aber darf nicht mehr den Fehler machen, den Leuten dort die Aufklärung aufzudrängen.

    Ich wüsste nicht, warum die westlichen Länder in einer Art Bringschuld stehen, den rückständigen islamischen Ländern beim Prozess der Aufklärung zu helfen. (entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Die Redaktion/jk)

  3. ....dass Religion uns und die Welt nicht weiterbringt. Aber anscheinend nicht aus den Köpfen zu kriegen ist.
    Was soll frau mt so einem Artikel machen? Sich an den Schminkspiegel tackern?

  4. daß Sie das so kurz und genau beurteilen können? Muslima=arm dran?

    Es werden zwei Themen miteinander vermischt - einesteils der Islam, der eine Vielzahl unterschiedlicher Ausprägungen hat und anderenteils männlicher Chauvinismus und patriarchale Dominanz, die sich gern auch der Religion bedienen, keineswegs aber nur den Islam dazu wählen.

    In den 'westlich grundierten' (*g*) Gesellschaften sind wir zwar durch Frauenbewegung und Säkularisierung ein klein bißchen weiter, die Strukturen sind aber gleichwohl vorhanden. Siehe katholische Kirche, wo der Geschlechtsunterschied von Altar zu Kirchenbank wohl kaum zu übersehen ist. In so mancher buddhistisch beeinflussten Gesellschaft sind Frauen übrigens auch nicht besonders viel wert. Lediglich der Respekt vor dem Leben im Allgemeinen verhindert die Manifestierung der vorhandenen Degradierung wegen des Geschlechts weiblich.

    Mir scheint aber eigentlich immer mehr, daß Frauen allerorten fürs ganz alltägliche Leben gar nicht so schlecht damit fahren, nicht ganz ernst genommen zu werden, siehe auch das Outing der jungen Frau im Artikel.

    Wer im letzten Satz Galgenhumor findet, darf ihn gern behalten...;-)...

    Antwort auf "Frauen im Islam"
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    dieses Thema beurteilen zu können, muss ich keine Moslemin sein. Es genügt etwas Bildung und Verstand, um zu erkennen, dass der Islam die Frauenunterdrückung religiös legitimiert, u.a. in der Sharia und im Koran.

    Um aber richtig zitieren zu können muss man im Gebrauch der deutschen Sprache schon hinreichend sicher sein, gelle? :-)

    dieses Thema beurteilen zu können, muss ich keine Moslemin sein. Es genügt etwas Bildung und Verstand, um zu erkennen, dass der Islam die Frauenunterdrückung religiös legitimiert, u.a. in der Sharia und im Koran.

    Um aber richtig zitieren zu können muss man im Gebrauch der deutschen Sprache schon hinreichend sicher sein, gelle? :-)

  5. Ich möchte meiner Vorrednerin(Schreiberin) in einem Punkt wiedersprechen:
    "Der Koran ist nunmal, trotz aller Heiligkeit, ein Buch, dass um 300 n. Ch. erschien."
    Ist dann doch etwas ungenau; richtig wäre um 632 nach christlicher Zeitrechnung.

    Darüber hinaus sehe ich noch ein Problem: Ich stimme zu dass hinreichende Bildung der Menschen in den islamischen Ländern eine Vorraussetzung für das Erreichen einer gesunden diskussionsfähigen Streit-Kultur ist. Nur muss diese Bildung dann auch den Menschen verfügbar sein, die dieser Disput maßgeblich betrifft: den Frauen. Darin liegt die Crux, denn Bildung wird in manchen islamischen Ländern gezielt den Frauen und Mädchen vorenthalten. Als Beispiel sei hier Afghanistan angefürt, mit dem Vermerk, dass dies gerade das extremste ferfügbare Beispiel ist und sicherlich nicht stellvertretend für alle islamischen Länder steht. Es sei nur verdeutlicht dass die Tendenz jedoch besteht, die Jungen die Bildung betreffend, zu bevorzugen. Dies liegt seinserseits gerade in dem (islamischen) Rollenmodell der Frau begründet, die als Mutter und Haushälterin Lesen und Schreiben nicht nötigerweise lernen muss.
    Die Entwicklung muss also an diesem Punkt ansetzen: Bildung der Menschen -also auch Schulpflicht für Mädchen über den Kopf mancher Eltern hinweg (die aus ihrem traditionellen Rollenverständnis heraus dies evtl. nicht einsehen)

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    den Iran - das Land mit den bestausgebildesten Hausfrauen der Welt. 60% aller Studenten sind weiblich, 30% der Doktortitel tragen Frauen. Höchste Frauenbildungsquote im Mittleren Osten und islamische Republik.

    ......................................................................................................................................

    Und nochmal und an Sie alle, meine Herren - es ist dummer Unfug, patriachale Reaktion und männlichen Chauvinismus mit gleich welcher Religion gleich zu setzen, Religionen aller Art dienen lediglich als Instrument.

    Es sei denn, Sie alle möchten der ängstlichen Bewahrung westlich-männlicher Hegemonialität wie schlimmer Unbildung verdächtig sein.

    den Iran - das Land mit den bestausgebildesten Hausfrauen der Welt. 60% aller Studenten sind weiblich, 30% der Doktortitel tragen Frauen. Höchste Frauenbildungsquote im Mittleren Osten und islamische Republik.

    ......................................................................................................................................

    Und nochmal und an Sie alle, meine Herren - es ist dummer Unfug, patriachale Reaktion und männlichen Chauvinismus mit gleich welcher Religion gleich zu setzen, Religionen aller Art dienen lediglich als Instrument.

    Es sei denn, Sie alle möchten der ängstlichen Bewahrung westlich-männlicher Hegemonialität wie schlimmer Unbildung verdächtig sein.

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