Modellorganismen Liebling der Forscher
Von Zebrafischen lernen Wissenschaftler, wie Krebs entsteht oder Medikamente wirken. In Karlsruhe entsteht gerade ein europäisches Zentrum, das Aquarium, Forschungslabor, Archiv und Postamt ist
Casper ist weit gereist. Gezeugt wurde er in Boston, geschlüpft ist er im Frühjahr in einer Kunststoffbox am Institut für Toxikologie und Genetik des Forschungszentrums Karlsruhe. Casper ist ein Star. Anders als seine Artgenossen in den Fünflitertanks um ihn herum hat er nicht im Alter von vier Wochen blaue Längsstreifen bekommen, sondern wird sein Leben lang durchsichtig bleiben. Casper produziert keine Pigmente, seine Zuchtlinie entstand durch die Kreuzung von zwei genetisch veränderten Zebrafischen. Mit seiner transparenten Haut, durch die sämtliche Organe, Blutgefäße und Knochen zu sehen sind, ist er ein ideales Forschungsobjekt.
Casper soll als Modellorganismus dienen. Krebsforscher wollen Tumorzellen in seine Adern spritzen, ihren Weg durch die Gefäße verfolgen und beobachten, an welchen Stellen Metastasen entstehen. Unter dem Mikroskop können die Wissenschaftler das Wachstum des Tumors direkt betrachten und Rückschlüsse darauf ziehen, wie sich Krebs verbreitet.
So wie der durchsichtige Casper avancierte seine ganze Spezies in den vergangenen zehn Jahren zum Liebling der Forscher: die Zebrabärblinge (Danio rerio). Entwicklungsbiologen, Toxikologen, Neurologen und Dermatologen in Tübingen, Heidelberg, Dresden oder Köln arbeiten an völlig unterschiedlichen Fragestellungen, aber alle mit dem gleichen Forschungsobjekt. Deswegen baut Uwe Strähle gerade ein europäisches Forschungszentrum für Zebrafische auf – am Helmholtz-Institut für Toxikologie und Genetik in Karlsruhe, wo auch Casper in seinem Tank umherschwimmt. Bereits im Frühjahr 2010 hofft Strähle das Zentrum offiziell eröffnen zu können.
Was macht diesen Fisch so besonders, dass in Deutschland ein riesiges Aquariumsarchiv entsteht, dass der Pharmakonzern Novartis ihm in den USA ein eigenes Forschungszentrum gewidmet hat?
Zunächst einmal pflanzt er sich in Rekordtempo fort. Bis zu 300 Eier kann ein Weibchen pro Woche ablaichen. Sind sie befruchtet, wächst der Nachwuchs unabhängig von der Mutter heran, die Embryonen ernähren sich von Eidotter. Bereits nach 100 Tagen können junge Zebrafische selbst Nachwuchs zeugen.
»Als ich Ende der achtziger Jahre begann, mich für Zebrabärblinge zu interessieren, waren Frösche die üblichen Wirbeltiermodelle«, erinnert sich Christiane Nüsslein-Volhard. »Die brauchen unheimlich viel Platz und haben eine Generationszeit von zwei Jahren.«
- Datum 16.08.2009 - 14:24 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 13.08.2009 Nr. 34
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Allein in der Bundesrepublik Deutschland sterben jährlich noch immer mehrere Millionen Tiere im Namen der Wissenschaft. Dass man von den aus Tierversuchen gewonnenen Ergebnissen nicht auf die Wirkung beim Menschen schließen kann, ist inzwischen bekannt.
Für Hamster ist leckere Petersilie tödlich, Meerschweinchen sterben an dem für uns lebensrettenden Penicillin, Schafe können Unmengen des Nervengifts Arsen vertilgen – wie will man da wissen, welches im Tierversuch gewonnene Ergebnis auf den Menschen übertragbar ist und welches nicht?
Sehr geehrte(r) Herr/Frau fuerTiere,
wissen Sie was ein Spambot ist? Ein Spambot ist ein Programm, das einen Text automatisch in Foren postet (bzw an E-Mail Adressen verschickt). Glauben Sie mir bitte, niemand möchte mit einem Spambot diskutieren.
Als Biologe möchte ich ihnen zusätzlich noch versichern, dass Erkenntnisse die an Tiermodellen gewonnen wurden, Evolution sei dank, durchaus auch zum Verständnis der menschlichen Biologie beitragen. Im Prinzip haben wir unsere komplette Kenntnis molekularbiologischer Prozesse im Menschen durch das Studium von Tiermodellen gewonnen.
Wenn Sie in der Lage wären zu lesen, was Spambots nicht können, und nicht nur auf irgendwelche Schlüsselwörter reagierten, was sie dann veranlasst den ewig gleichen Text zu posten, und wenn Sie in der Lage wären, sich für ihr Rumgespamme zu schämen, dann würde ich wohl annehmen, die Beiträg eines Menschen und nicht die eines Spambots zu lesen.
Da wird von Menschen für Menschen geforscht, dann forschen wir doch auch einfach an Menschen. Wer ( von den Tierversuchsgegenern ) meldet sich freiwillig als Versuchs"mensch"? Er wird dann sicher auch namentlich für den Einsatz gelobt.
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