SPD und Medien Rache für gestern
Warum dreschen so viele Journalisten besonders hart auf die SPD ein?
Es gibt in diesem Wahlkampf einen antisozialdemokratischen Affekt. Er äußert sich am auffälligsten in dem spöttischen Mitleid, welches dem Kanzlerkandidaten der SPD, Frank-Walter Steinmeier, vor allem von ehedem befreundeter Seite entgegenschlägt. Mit seiner Person hat das wenig zu tun. Eher folgt die herabsetzende Kritik hier dem dringenden Erfordernis, Ablehnung konkret zu machen. Denn der massiv gegen die Sozialdemokraten gerichteten Stimmung entspricht in keiner Weise eine irgendwie geartete Sympathie für die Unionsparteien. Die FDP war noch nie so sehr Klientel-Partei wie in diesem Jahr der Weltwirtschaftskrise. Und die durch Umfragen präsent gehaltene Beliebtheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel schwebt über den Dingen, als gebe es den Wahlkampf gar nicht.
Jeder Teilnehmer redseliger Runden in deutschen Wirtshäusern kann diesen Befund bestätigen. Dort gelten Journalisten noch weniger als Politiker. Es sind gewiss nicht die in solchen Fällen gern beschimpften Medien allein, die der SPD den Sommer verhageln, wenn auch der Konformismus, den zumal Zeitungsschreiber bei dieser Gelegenheit offenbaren, es den Sozialdemokraten schwer macht, sich in knapper Zeit gegen Unbill zu wehren.
Der Konformismus ist nicht neu. Er begegnete Helmut Kohl nach seiner Wahlniederlage 1976, er begleitete Gerhard Schröder bei seiner Kampagne gegen den »Professor aus Heidelberg«, den von der CDU als Finanzminister vorgesehenen Paul Kirchhof. Auch hier machte das begeisterte Johlen auf Marktplätzen den Anfang. Wenn man heute sagt, dass die Unionspolitiker ihren Mann nicht genügend verteidigt hätten, muss man hinzufügen, dass auch die sogenannte veröffentlichte Meinung einem übel Angegriffenen nicht beistand, der immerhin zuvor Bundesverfassungsrichter gewesen war.
Rudolf Augsteins Wort, wenn eine Lawine auf einen Mann herabstürze, sei er nicht gern Teil der Lawine, wird zwar gern zitiert, aber fast nie befolgt. Da man derzeit viel zur Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik erzählt, sollte ein trübes Kapitel auch dem Konformismus in der deutschen Presse gewidmet sein.
Sucht man jedoch nach den Gründen für den Anti-SPD-Affekt, gibt es sicherlich deren mehrere, darunter aber auch den speziellen, dass es eine engere Beziehung zwischen der SPD und zahlreichen Journalisten gibt als zwischen der Union und den Koryphäen dieses Standes. Das hat eine lange Tradition, und für die meiste Zeit davon brauchen sich weder Sozialdemokraten noch Journalisten zu schämen. Von den drei sozialdemokratischen Kanzlern war der erste, Willy Brandt, Journalist am Beginn seines Berufsweges, und der zweite, Helmut Schmidt, war es nach der politischen Karriere – beide mit Erfolg.
Es gibt im deutschen Journalismus »eine Geneigtheit, Progressivität zu demonstrieren«, hat einmal der Philosoph Hermann Lübbe gesagt, der zur Zeit der Studentenbewegung als Sozialdemokrat Staatssekretär in Düsseldorf war. Er bezog das auf die Wende von 1968. Die Journalisten, die damals am Anfang ihrer Karrieren standen, gehen demnächst in Rente. Und viele der Journalisten, die heute über die Fülle der Möglichkeiten ihres Berufs verfügen, sind von ihnen geprägt worden, was – bei der bekannten Überheblichkeit der 68er – nicht ohne Leiden abgegangen sein wird. Und jetzt, da sich unübersehbar das Generationenprojekt des »Marsches durch die Institutionen« dem Ende zuneigt, bestimmt enttäuschte Liebe die Abrechnung mit der SPD.
Jetzt geht es nicht mehr darum, dass die von der Union geprägte Bundesrepublik – »der CDU-Staat«, hieß es 1968 – dank Brandt, Schmidt und Schröder, zuletzt dank der SPD-Minister in der Großen Koalition immer sozialdemokratischer geworden sei. Jetzt geht es darum, dass die einst von Herbert Wehner, Fritz Erler und Willy Brandt geprägte SPD dank Schröder, Clement und Steinmeier der CDU immer ähnlicher geworden ist – einer CDU, die jahrzehntelang von linksliberalen Journalisten dämonisiert worden war.
Als der Traum von Rot-Grün Wirklichkeit geworden war, war es ein sozialdemokratischer Kanzler, der deutsche Soldaten zum Kriegführen über die Grenze schickte, war es sein Superminister, der mit den Hartz-IV-Reformen den Arbeitnehmern ans kärgliche Vermögen ging, war es der gegenwärtige Kanzlerkandidat, der die Aufnahme eines deutschen Staatsbürgers in Deutschland verweigerte, der unschuldig in Guantánamo saß. All das und mehr wurde isoliert in den elf Jahren sozialdemokratischer Regierungsbeteiligung in Berlin von den meisten Journalisten erklärt, wo nicht aus Überzeugung verteidigt. Doch in der Summe ist es irgendwann zu viel geworden.
Was die Presse – um das veraltete Wort noch einmal zu gebrauchen – derzeit hämisch demonstriert, ist nachgeholte Unabhängigkeit. Sie rächt sich an der SPD nicht nur für enttäuschte Liebe. Sie rächt sich, erbitterter noch, für manches eigene Versagen. Wie es weitergeht, sieht man nach der Wahl.
- Datum 16.08.2009 - 17:31 Uhr
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- Serie opi
- Quelle DIE ZEIT, 13.08.2009 Nr. 34
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Das aber macht das Verhalten der SPD zu Regierungszeiten nicht besser.
Der Artikel ist meiner Ansicht nach sehr gut geworden, endlich mal ein Zeichen, dass die Praxis der Medien einmal in den Medien dargestellt wird. Besonders der Absatz mit der "veröffentlichte(n) Meinung" gefällt mir sehr gut.
Aber da muss noch mehr kommen!
Ich denke die Medien sollten nicht nur die Politik, sondern in gewisser Weise auch sich selbst kontrollieren. Dass das grundsätzlich sehr schwer ist, da man schnell in -auch durch finanzielle Konkurrenz bedingte- festgefahrene Feindbilder verfallen kann, ist klar, dennoch sollte reflektiert werden, dass die veröffentlichte Meinung a) nicht zwangsläufig die öffentliche Meinung darstellt und b) auch nicht zwangsläufig wahrhaftig sein muss, wobei an dieser Stelle gesagt werden sollte, dass selbst so etwas wie "die Wahrheit" mitunter im subjektiven Erkenntnisbereich eines jeden Einzelnen liegt und daher grundsätzlich schwer vermittelbar ist.
Ich denke es wäre eine gute Idee, wenn einige Verlage oder meinetwegen auch einzelne Zetungen eine Reihe anstreben würden, in der den Bürgern einfach eine Medienkompetenz vermittelt wird. Diese zu haben ist nicht selbstverständlich! Das wäre ein erster Schritt, um sich selbst in gewisser Weise zu offenbaren, dazu aber übergeordnet weiten Teilen (mich eingeschlossen) der Bevölkerung einen besseren Zugang, gerade zum politischen Geschehen, zu ermöglichen, indem einfach mal gesagt wird, dass die Wahrheit nicht immer in der FAZ und das Gelogene nicht immer in der Bild steht.
das müssen wir Citoyens schon selbst leisten.
Was erwarten Sie davon, wenn die Großpresse - maximal ein Dutzend Verlagsfamilien kontrollieren die deutsche Presse - im Verbund mit parteigeknebelten, öffentlich-rechtlich organisierten, bebilderten Volksempfängern die MedienKompetenz der Bevölkerung pushen?
Das kennen wir doch nun zur Genüge
das müssen wir Citoyens schon selbst leisten.
Was erwarten Sie davon, wenn die Großpresse - maximal ein Dutzend Verlagsfamilien kontrollieren die deutsche Presse - im Verbund mit parteigeknebelten, öffentlich-rechtlich organisierten, bebilderten Volksempfängern die MedienKompetenz der Bevölkerung pushen?
Das kennen wir doch nun zur Genüge
Endlich einmal ein selbstkritischer Beitrag!
Das Problem mit der enttäuschten Liebe teile ich mit den Journalisten.
Man darf aber auch nicht vergessen, wie insbesondere die Fahnen der Lobbyisten innerhalb der SPD hochgehalten wurden und einer den ausschließlich den Interessen des Kapitals dienende aushöhlende Sozialdemokratie das Wort geredet wurde.
Die Möglichkeit der Angleichung der SPD an eine CDU ist doch nicht zufällig gegeben, sondern mediengestützt.
Was derzeit in den im Bundestag repräsentierten Parteien fehlt, sind Visionen, den Kapitalismus zu reformieren und wieder menschenwürdig zu gestalten. Wenn eines Tages in der postindustriellen Gesellschaft tatsächlich nur noch 30 Prozent des Arbeitnehmerpotentials benötigt werden und sich unsere Gesellschaft nur noch über Lohnarbeit identifiziert, stehen existenzielle Probleme an, die dieses System in dieser Form nicht mehr tragen kann.
Diesem bevorstehenden, aber absehbaren Supergau stehen bislang keine Lösungen gegenüber. Rekordverschuldung, demoskopische Warnungen, Praktika und Minigehälter, mediale Verblödung der Massen, steht eine Jugend gegenüber, die all diese Probleme der Gegenwart stemmen und den Systemkollaps abfangen soll.
Gerade von der Sozialdemokratie würde ich mir Visionen wünschen, die über das Hoffen auf ein 4-Millionen-Jobwunder hinausgehen.
Vielleicht wäre es auch einmal schön, wenn man von journalistischer Seite dem derzeitigen oberflächlichen Schlagabtausch der politischen Kaste ignorieren könnte und gerade jetzt eine sachliche Diskussion über die Zukunft Deutschlands zum Wahlkampfthema erheben würde.
sehr treffend formuliert, ihr Kommentar. Ich habe mir erlaubt, ihn zu zitieren.
sehr treffend formuliert, ihr Kommentar. Ich habe mir erlaubt, ihn zu zitieren.
Nicht zum erstenmal, aber plötzlich tauchen hie und da Statistiken und/oder Aussagen auf die den meisten Journalisten linke/soziale Gesinnung zuschreiben wollen.
Für mich doch fragwürdig und zu hinterfragen, da die Aussagen ebendieser Journalisten mit links/sozial rein gar nicht's zu tun haben. Im Gegenteil, in so manchem Artikel/Interview über/mit SPD Exponenten wurde empfohlen die SPD "Pragmatischer" oder mit anderen Worten Marktgerechter/Neoliberaler werden zu lassen damit die Wähler sich nicht noch mehr von den alten Sozialdemokraten abwenden.
Den Massenmedien nun linke/soziale Gesinnung anzudenken die sich gerade wegen der Politik der SPD nun als Racheglüste äussern kann nicht sein. Dazu sind die Aussagen und Kontexte der Artikel/Interviews/TV Shows aus den vergangen 10-20 jahren bereits viel zu weit nach Rechts und/oder in das Neoliberale abgedriftet.
Auch die Politik der SPD kann in so manchen Punkten nicht mehr als SPD bezeichnet werden. Dazu lehnt sich das viel zu stark an das der CDU/FDP und beliebige Neoliberale Dogmen an.
Wie extrem sich die Wahrnehmung was die SPD zu sein hat nach rechts verschoben hat lässt sich hier feststellen.
Die SP(D) der Schweiz ist mit ihrem Parteiprogramm Denkungsgleich mit "Die Linke" in Deutschland.
erschreckend was mit konstanter Verdrehung von Aussagen und deren Kontext erreicht werden kann. Erschreckend für die Demokratie und die Stimme und den Willen des Volkes. Für einige aber, wurde das Ziel, die SPD "fertigzumachen" beinahe erreicht. Dies sollte so manchem zu Denken geben...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
interessanter Link
Sie schreiben: "Wie extrem sich die Wahrnehmung was die SPD zu sein hat nach rechts verschoben hat lässt sich hier feststellen" - es folgt ein Link auf den Zürcher Tagesanzeiger mit einer Analyse der Schweizer Sozialdemokratischen Partei.
Tatsächlich war die SP Schweiz immer schon sehr viel weiter links als die deutsche Sozialdemokratie - und ist es deswegen auch noch nie über die 30% Marke hinausgekommen.
Die Sozialdemokratie in Deutschland ist nicht "nach rechts" gerutscht, sondern nach einem kurzen Flirt mit der Realität unter Schröder nach links. Heute gibt es praktisch nur noch den linken Parteifügel, egal ob Yspilanti, Stegner, Nahles oder Dientswagen-Ulla. Verloren hat die SPD den Bezug zur Mitte, den Schröder als "neue Mitte" kurzfristig wieder herstellen konnte. Verloren hat die SPD den Bezug zu den Menschen, die mit murxistischen Parolen noch nie etwas, mit der vernünftigen, realistischen Politik eines Helmut Schmidt und wieder eines Gerhard Schröder sehr wohl etwas anfangen konnten. Die sind praktisch alle weg (ich zum Beispiel). Und die fehlen der SPD, um über die 20%-Hardcore-Sozialisten wieder in mehrheitsfähige Bereiche zu kommen.
**************
"Kommunisten sind in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt."
Kurt Schumacher (SPD)
interessanter Link
Sie schreiben: "Wie extrem sich die Wahrnehmung was die SPD zu sein hat nach rechts verschoben hat lässt sich hier feststellen" - es folgt ein Link auf den Zürcher Tagesanzeiger mit einer Analyse der Schweizer Sozialdemokratischen Partei.
Tatsächlich war die SP Schweiz immer schon sehr viel weiter links als die deutsche Sozialdemokratie - und ist es deswegen auch noch nie über die 30% Marke hinausgekommen.
Die Sozialdemokratie in Deutschland ist nicht "nach rechts" gerutscht, sondern nach einem kurzen Flirt mit der Realität unter Schröder nach links. Heute gibt es praktisch nur noch den linken Parteifügel, egal ob Yspilanti, Stegner, Nahles oder Dientswagen-Ulla. Verloren hat die SPD den Bezug zur Mitte, den Schröder als "neue Mitte" kurzfristig wieder herstellen konnte. Verloren hat die SPD den Bezug zu den Menschen, die mit murxistischen Parolen noch nie etwas, mit der vernünftigen, realistischen Politik eines Helmut Schmidt und wieder eines Gerhard Schröder sehr wohl etwas anfangen konnten. Die sind praktisch alle weg (ich zum Beispiel). Und die fehlen der SPD, um über die 20%-Hardcore-Sozialisten wieder in mehrheitsfähige Bereiche zu kommen.
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"Kommunisten sind in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt."
Kurt Schumacher (SPD)
... war es der gegenwärtige Kanzlerkandidat, der die Aufnahme eines deutschen Staatsbürgers in Deutschland verweigerte, der unschuldig in Guantánamo saß.
Wenn damit Murat Kurnaz gemeint sein sollte: Er war (und ist m.W: auch gegenwärtig) kein deutscher, sondern türkischer Staatsbürger. Deshalb konnte man den Standpunkt vertreten: a) sei es nicht die Aufgabe Deutschlands, sondern der Türkei, sich für ihren Staatsangehörigen konsularisch einzusetzen, und b) habe er keinen Anspruch auf Rückkehr nach Deutschland, sondern allenfalls in die Türkei als das Land, dessen Staatsbürger er ist. Wäre M.K. zum fraglichen Zeitpunkt deutscher Staatsbürger gewesen, hätte auch Steinmeier keine Möglichkeit gehabt, seine Rückkehr nach Deutschland zu verhindern.
wie noch nie in früheren Vorwahl- und Wahlkampfzeiten, die SPD hat in der Presse und in anderen Medien einen ganz schweren Stand. Ich dachte immer, nun gut wirst alt und vergesslich und denkst auch schon, früher war alles besser. Aber dann hörte ich in dieser Woche Tagesgespräch im Bayerischem Rundfunk. Da telefonierte ein Hörer an und hatte den gleichen Eindruck. Er regte sich auf, was und wieviel über die Dienstwagengeschichte geschrieben und gesagt und kommentiert wird und keiner sagt was zu den Parteispenden, z.B. der Banken, die würden sich ganz eindeutig zugunsten Schwarz-Gelb verteilen, das hätte er aus der Financial Times und kein anderer sagt was. Seine Einwurf war, der einzige Wahlkampf, der heuer stattfindent, ist der, der Medien gegen die SPD. Der Moderator ging elegant drüber hinweg und gleich ging's weiter, nix Antwort und Stellungnahme, null, Schweigen. Hä dachte ich mir, was ist da los, der könnte ja mal sagen stimmt nicht, verehrter Hörer, oder sagen stimmt, aber er sagt nichts.
Und mir ist klar, die SPD hat in Vielem selber Schuld. Aber sind denn die anderen so viel besser? Sind sie nicht, nur man erfährt es nicht. Da wird immer schön differenziert, haben wir erst bei Gutzi erlebt, wie sich die Kommentatoren in die Bresche schmeißen, damit ihm ja nichts anbrennt. Da können manche Redaktuere wieder ihr Handwerk, was sie im Fall der SPD sofort wieder vergessen, da wird blind hineingeprügelt.
Ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien, an solche glaub ich einfach nicht. Ist immer alles ein bisschen komplizierter. Wie entsteht ein Hype und wie verstärkt er sich in seiner Selbstreferenzialität? Wie kann man ihn unterbrechen? Da ist so was wie Lemmigezug dran, wir marschieren, wir marschieren, und springen über die Klippe, juhu und fliegen ...
Und viele Kritiker der SPD von rechts und links, die schreien sich die Hälse rauh, die SPD, das ist vorbei, die braucht's nicht mehr. Aber die müssen aufpassen, vielleicht sind sie ja selbst bald nicht mehr zu gebrauchen. Dann wären sie schön angeschmiert.
aber Herr Kirchhoff hat sich mit seiner 0,7 % Sekretärin, die 1,35 Kinder hat (oder so ähnlich) sich schon selber zum Professor aus Heidelberg gemacht, der mit der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen nichts gemein hat.
Schröder hat nur aufgenommen, was sich die meisten Menschen sowieso gedacht hatten.
Selbstkritik ist schon mal ein Anfang. Deshalb möchte ich diesen Beitrag auch gar nicht zu heftig kritisieren.
Nur dass die Republik in der großen Koalition immer sozialdemokratischer geworden sein soll, das ist doch bittschön ein Märchen. Die SPD ist immer unsozialdemokratischer geworden, so dass viele Sozialdemokraten mit etwas Ehrgefühl im Leibe zur Linken abwandern mussten. Im Grunde repräsentieren große Teile der Linken heute die alte Sozialdemokratie, als systemreformerische Kraft ohne Absicht eines Systemwechsels.
Dass ihre unsoziale Wirtschaftspolitik die SPD marginalisieren würde, dass haben Schröder, Clement, Steinmeier und Müntefering nicht bedacht oder wollen es bis heute nicht sehen. Im Prinzip hat die SPD die Stelle der neoliberalen FDP besetzt gehalten.
Steinmeier fällt dieser Opportunismus jetzt voll auf die Füße, auch wenn er es nicht zugeben kann. Der alte Satz "Wer hat uns verraten: Sozialdemokraten" hat wieder traurige Aktualität gewonnen.
Im Übrigen möchte ich das geringe Ansehen der Journalisten bestätigen. Auch hier in der ZEIT gibt es des öfteren "Journalismus", welcher einem den Finger im Rachen vollwertig ersetzen kann.
Aber zum Glück gibt es noch Journalisten oder im weitesten Sinne sachkundige, freche, analytische Schreiber, die in eher kleineren Zeitschriften veröffentlichen, Web-Blogs pflegen oder Bücher herausbringen. Wer sich informieren will, kann dies tun (noch). Solch Qualitätsjournalismus muss man in den "Qualitätsmedien" mittlerweile mit der Lupe suchen.
in diesem Zusammenhang gern die 'Konkret', auch im 'Freitag' finden sich fundierte Artikel.
Ansonsten ist man fast schon auf´s Netz angewiesen, die Gegenmaßnahmen laufen alledings schon unerbittlich.
in diesem Zusammenhang gern die 'Konkret', auch im 'Freitag' finden sich fundierte Artikel.
Ansonsten ist man fast schon auf´s Netz angewiesen, die Gegenmaßnahmen laufen alledings schon unerbittlich.
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