Solarenergie Vertreibung vom Sonnendeck
Sinkende Preise, hohe Kosten und harte Konkurrenz in Asien: Die deutschen Hersteller sind bequem geworden und verlieren
Von einer »Riesenenttäuschung« sprachen die Aktienanalysten, von einem »Schock« und einem »Desaster«. Sie ließen kein gutes Haar an Q-Cells, dem Vorzeigeunternehmen der deutschen Solarbranche. Der weltweit größte Hersteller von Solarzellen mit Sitz in Thalheim bei Bitterfeld musste kürzlich für das zweite Quartal ein Minus von 62 Millionen Euro bekannt geben – im Vorjahreszeitraum lag der Gewinn noch bei 60 Millionen Euro. Die Umsatzprognose für 2009 kassierte das Unternehmen lieber, stattdessen verkündete es die Ausweitung der Kurzarbeit. Dabei hatte Firmenchef Anton Milner wenige Tage zuvor noch ganz zuversichtlich geklungen: Er rechne im zweiten Halbjahr mit einer Erholung der Märkte. An diesem Donnerstag nun will er weitere Details zur Geschäftsentwicklung und einen Krisenplan des Managements vorstellen.
Die Lage ist nicht mehr zu beschönigen. Ob Conergy, das an diesem Donnerstag seine Halbjahreszahlen vorlegt und wohl einen Umsatzeinbruch melden wird, ob kleine Unternehmen wie die Fürther Sunline AG, die vor Kurzem Insolvenz anmelden musste, oder Branchenriesen wie Q-Cells: Die deutsche Solarbranche ist in einer Krise. »Der Solarmarkt hat sich seit Ende 2008 enorm gewandelt«, sagt Matthias Fawer von der Schweizer Bank Sarasin. »Der fallende Ölpreis, Probleme bei der Finanzierung und Veränderungen bei den Förderprogrammen haben die Nachfrage enorm einbrechen lassen.« Über das Geschäft mit der Sonne legt sich ein Schatten.
Überleben werden die Firmen, die alle Produktionsstufen vereinen
Vor allem Spanien ist für die Misere verantwortlich. Überraschend deckelte Madrid im vergangenen September den Fördertopf. Damit brach der global wichtigste Solarmarkt – der zuletzt mit einer jährlichen Wachstumsrate von 200 Prozent gelockt hatte – ein. Weltweit sieht es nicht besser aus. Die Schweizer Bank Sarasin rechnet für dieses Jahr erstmals mit einem globalen »Wachstum« von null Prozent. Und das nach dem Boomjahr 2008, in dem die Leistung der installierten Photovoltaikanlagen weltweit noch um 126 Prozent gewachsen war.
Diese Entwicklung trifft insbesondere auch die deutschen Hersteller, deren Exportquote mehr als 40 Prozent beträgt. Bei Q-Cells warteten im Frühjahr Zellen mit einer Leistung von 60 Megawatt auf Käufer, eine ungewohnte Situation für Firmenchef Anton Milner: »Früher haben wir nie ein Lager gebraucht.« Um bis zu 30 Prozent sind die Preise für Solarmodule in den vergangenen Monaten gefallen – und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Erstmals seit Jahren müssen die Hersteller ihr Marketing bemühen, um die Produktion loszuwerden. Im Namen des Bonner Konzerns Solarworld wirbt inzwischen Fußballstar Lukas Podolski für die »Dachsparkasse«.
Größte Verkaufshilfe in der Heimat ist nach wie vor die lukrative Förderung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Jede eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom wird per Umlage mit mehr als 40 Cent vergütet. Für die üppige Förderung hatte die Branche jahrelang Lobbyarbeit betrieben und mit kleingerechneten Zubauraten dafür gestritten. Mithilfe des EEGs wurden aus kleinen Klitschen börsennotierte Konzerne, darunter international agierende Firmen wie Q-Cells und Solarworld. Rund 10.000 Unternehmen mit knapp 50.000 Mitarbeitern verdienen inzwischen nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft in der Photovoltaikbranche ihr Geld, rund sieben Milliarden Euro betrug der Gesamtumsatz 2008.
Allein vergangenes Jahr schlossen die Deutschen Anlagen mit einer Kapazität von 1500 Megawatt ans Netz. Allerdings produzieren Solarzellen nur bei Sonnenschein Strom, ihr Wirkungsgrad ist im Durchschnitt gering. Und so lag der Anteil des Solarstroms am Bruttostromverbrauch in Deutschland im Jahr 2008 bei gerade einmal 0,7 Prozent – der letzte Platz unter den erneuerbaren Energien, die es insgesamt auf immerhin 15,1 Prozent schaffen. Nur knapp drei Millionen Tonnen Kohlendioxid wurden dem Klima durch Solarstrom erspart.
Gemessen an der verbauten Stromleistung, kann der deutsche Markt auch dieses Jahr weiter wachsen. Der europäische Branchenverband EPIA schätzt, dass die zusätzlich verbaute Leistung in Deutschland 2009 um 50 Prozent über der des vergangenen Jahres liegt. Selbst das unabhängige Fachmagazin Photon hält 2009 für Deutschland einen Zubau von mehr als 3000 Megawatt für möglich. Die ersten offiziellen Zahlen geben diesen Prognosen recht: Nach Angaben der Bundesnetzagentur hat sich die Zahl der neuen Solarstromanlagen allein von Januar bis April Monat für Monat verdoppelt. Insgesamt 15.000 Anlagen gingen bis Ende April ans Netz. »Die Deutschen nutzen die Chance: Sie kaufen sich qualitativ hochwertige Solarstromanlagen zu Preisen von teils nur noch 3200 Euro pro Kilowatt – als Endpreis inklusive Montage und Netzanschluss. Letztes Jahr zahlten sie noch weit über 4000 Euro«, sagt Photon - Experte Bernd Schüßler.
- Datum 02.09.2009 - 08:46 Uhr
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- Serie Energie
- Quelle DIE ZEIT, 13.08.2009 Nr. 34
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"...Und erstmals seit seinem Bestehen schifft Q-Cells Zellen nach China, um sie dort zu Modulen zusammensetzen zu lassen."
Na dann möchte ich aber mal die komplette CO2 Bilanz von so einem Modul sehen und wissen wann die Zellen damit zum ersten mal emmisionsfreien Stom herstellen. Wieviel Öl braucht man um Waren von Deutschland nach China zu schiffen (und ggf. wieder zurück)???
Das hat jawohl nichts mehr mit Umweltschutz zu tun.
... vermutlich nicht so viel, zumindest behaupten das immer die Globalisierungsexperten und -befürworter, die Beschwerde kann also auch kaum an die deutsche Solarindustrie gehen, sie müsste direkt an Merkel, EU, Weltbank gehen, die die sogenannte globale Arbeitsteilung als die tollste Sache der Welt ansehen.
Der Transport von Gütern per Schiff ist die umweltfreundlichste Art des Transportes, die es gibt.
Die fertigen PV-Zellen wiegen fast nichts und daher ist der Energieaufwand um sie von Deutschland nach China und ggf. wieder zurück zu transportieren für die gesamte Energiemenge nicht relevant.
Und daher liegt die Energierücklaufzeit bei PV-Modulen auch weiterhin bei ca. 2-5 Jahren in Deutschland. Dazu gibt es zig Berechnungen.
Wer etwas anderes behauptet lügt. Sei es aus Dummheit, Unkenntnis oder anderen weniger lauteren Motiven heraus.
... vermutlich nicht so viel, zumindest behaupten das immer die Globalisierungsexperten und -befürworter, die Beschwerde kann also auch kaum an die deutsche Solarindustrie gehen, sie müsste direkt an Merkel, EU, Weltbank gehen, die die sogenannte globale Arbeitsteilung als die tollste Sache der Welt ansehen.
Der Transport von Gütern per Schiff ist die umweltfreundlichste Art des Transportes, die es gibt.
Die fertigen PV-Zellen wiegen fast nichts und daher ist der Energieaufwand um sie von Deutschland nach China und ggf. wieder zurück zu transportieren für die gesamte Energiemenge nicht relevant.
Und daher liegt die Energierücklaufzeit bei PV-Modulen auch weiterhin bei ca. 2-5 Jahren in Deutschland. Dazu gibt es zig Berechnungen.
Wer etwas anderes behauptet lügt. Sei es aus Dummheit, Unkenntnis oder anderen weniger lauteren Motiven heraus.
Warum ist es nicht möglich die Branche der Zukunft,welche in Deutschland schon eine sehr gute Grundlage hat, so auszubauen, dass wir über Jahrzente Marktführer sind, vor China und den USA? Die Politik soll endlich aus dem Knick kommen! Es wird wird wieder so kommen, dass man der vergebenen Chance in ein paar Jahren hinterhertrauer wird, wie schon so oft!
Hier ist es falsch, auf die Politik zu schimpfen. Die hat mit dem EEG schon einen enormen Vorschub für die Branche geleistet, der seinesgleichen weltweit nicht findet. Hier muss ganz klar ein Versagen der Unternehmen angeprangert werden, die es trotz der Politik geschafft hat, Ihre Weltmarktführung zu verspielen. Warum kommen nur Chinesen auf die Idee, Ihre Wafer selbst herzustellen und nicht Deutsche? Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen?
Das ist für mich nur mit Bequemlichkeit und Kurzsichtigkeit der Verantwortlichen Entscheidungsträger zu erklären, aber nicht mit gesundem Geschäftssinn. Das kommt wohl daher, dass die Unternehmen Ihre Führungsetagen mit Leuten besetzen, die sich durch einen besonders guten BWL- oder MBA-Abschluss und Vitamin B auszeichnen anstatt durch geschäftsmännische Tüchtigkeit. Ein Studienabgänger ist immerhin auch billiger und einfacher zu beeinflussen als ein Mann, der sich seit 10, 20 oder 30 Jahren im Geschäft durchgebissen hat.
"Das Hamburger Solarunternehmen Conergy etwa ist an einen viele Milliarden schweren, zehnjährigen Liefervertrag gebunden."
Bei einem Rohstoff, der prinzipiell nahezu unendlich verfügbar ist, ist das auch eine saudumme Strategie.
Nach meinen Erfahrungen mit einem guten Dutzend BWL-lern wundert mich das allerdings nicht.
Aber Bildung kostet eben, hat vermutlich auch eine BWL-Bande beschlossen und für zu teuer empfunden
Hier ist es falsch, auf die Politik zu schimpfen. Die hat mit dem EEG schon einen enormen Vorschub für die Branche geleistet, der seinesgleichen weltweit nicht findet. Hier muss ganz klar ein Versagen der Unternehmen angeprangert werden, die es trotz der Politik geschafft hat, Ihre Weltmarktführung zu verspielen. Warum kommen nur Chinesen auf die Idee, Ihre Wafer selbst herzustellen und nicht Deutsche? Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen?
Das ist für mich nur mit Bequemlichkeit und Kurzsichtigkeit der Verantwortlichen Entscheidungsträger zu erklären, aber nicht mit gesundem Geschäftssinn. Das kommt wohl daher, dass die Unternehmen Ihre Führungsetagen mit Leuten besetzen, die sich durch einen besonders guten BWL- oder MBA-Abschluss und Vitamin B auszeichnen anstatt durch geschäftsmännische Tüchtigkeit. Ein Studienabgänger ist immerhin auch billiger und einfacher zu beeinflussen als ein Mann, der sich seit 10, 20 oder 30 Jahren im Geschäft durchgebissen hat.
"Das Hamburger Solarunternehmen Conergy etwa ist an einen viele Milliarden schweren, zehnjährigen Liefervertrag gebunden."
Bei einem Rohstoff, der prinzipiell nahezu unendlich verfügbar ist, ist das auch eine saudumme Strategie.
Nach meinen Erfahrungen mit einem guten Dutzend BWL-lern wundert mich das allerdings nicht.
Aber Bildung kostet eben, hat vermutlich auch eine BWL-Bande beschlossen und für zu teuer empfunden
in den "Strohfeuern" namens Abwrackprämie zu verheizen, hätte man sinnvoller etwas für die Ökologie getan und in die Verbesserung der Energiebilanz von Immobilien investiert!
Dadurch hätte man einerseits einer innovativen Technologie Vorschub geleistet und zusätzlich etwas zur Schonung der endlichen Ressourcen beigetragen.
Leider haben die Interessenvertretungen der grünen Industrie bei Weitem nicht die Macht und den Einfluss wie die hoch budgetierten Regierungsflüster von der Automobil-Lobby :((
Wenn da man nicht der Schuss im Ofen gelandet ist...
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"Dubito, ergo sum."
Hier ist es falsch, auf die Politik zu schimpfen. Die hat mit dem EEG schon einen enormen Vorschub für die Branche geleistet, der seinesgleichen weltweit nicht findet. Hier muss ganz klar ein Versagen der Unternehmen angeprangert werden, die es trotz der Politik geschafft hat, Ihre Weltmarktführung zu verspielen. Warum kommen nur Chinesen auf die Idee, Ihre Wafer selbst herzustellen und nicht Deutsche? Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen?
Das ist für mich nur mit Bequemlichkeit und Kurzsichtigkeit der Verantwortlichen Entscheidungsträger zu erklären, aber nicht mit gesundem Geschäftssinn. Das kommt wohl daher, dass die Unternehmen Ihre Führungsetagen mit Leuten besetzen, die sich durch einen besonders guten BWL- oder MBA-Abschluss und Vitamin B auszeichnen anstatt durch geschäftsmännische Tüchtigkeit. Ein Studienabgänger ist immerhin auch billiger und einfacher zu beeinflussen als ein Mann, der sich seit 10, 20 oder 30 Jahren im Geschäft durchgebissen hat.
Sie haben sicher recht damit, den "Schwarzen Peter" hier nicht der Politik zuzuschieben; der Sektor "erneuerbare Energien" wird in der Tat stark subventioniert. Daneben - so schreibt der Artikel - stellen die grossen Firmen der Branche in Deutschland ihre Waver durchaus selbst her.
Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen? Deutsche Unternehmen können nicht dieselben Risiken eingehen wie chinesische Unternehmen, die sich im Notfall ohne viel Federlesen, Sozialplan etc. ihrer Mitarbeiter entledigen - im Deutschland ist hier eine langfristigere Planung erforderlich, denn unsere Wirtschaft ist nicht im selben Masse sozialdarwinistisch angelegt wie das von einer angeblich kommunistischen Partei regierte China (witzigerweisse), und das ist auch gut so, hat aber natürlich auch seinen Preis.
"Hier muss ganz klar ein Versagen der Unternehmen angeprangert werden, die es trotz der Politik geschafft hat, Ihre Weltmarktführung zu verspielen."
Das wird noch öfter passieren, solange China seine Währung dumpt, von anderen Ländern Produkte klaut, sich nicht um die Umwelt schert und seine Arbeiter ausbeutet. NUR die Politik hat hier versagt. Allenfalls kann man den Unternehmern vorwerfen, dass sie blind dem Freihandel hinterherlaufen, anstatt sich der enormen Ungleichgewichte bewußt zu werden und entsprechend Lobbying betreiben.
"Warum kommen nur Chinesen auf die Idee, Ihre Wafer selbst herzustellen und nicht Deutsche? Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen?"
Die Deutschen stellen ihre Wafer selbst her, zumindest die großen Firmen (ist extrem aufwendig und teuer). Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, dann kaufen die Chinesen auf dem Spotmarkt (also kurzfristig), hätte es die Krise und diverse Förderzusammenbrüche (Spanien) nicht gegeben, wären die Deutschen mit ihren langlaufenden Verträgen viel besser dran gewesen, da die Waferpreise nicht so stark eingebrochen wären. Jetzt werden sie wieder von den Discountländern ausgebootet und die deutsche Politik sieht tatenlos zu und freut sich ob der waltenden "Markt"kräfte...
"Ihre Führungsetagen mit Leuten besetzen, die sich durch einen besonders guten BWL- oder MBA-Abschluss und Vitamin B auszeichnen anstatt durch geschäftsmännische Tüchtigkeit."
Ich bezweifle, dass das für die meisten Solarfirmen zutrifft, dazu sind sie einfach noch zu jung und die Geschäftsführer vermutlich oft Selfmademan. Ohne technisches KnowHow überlebt man da nicht sehr lange. Wahrscheinlich ist das sogar eher die Fußangel, Kosten drücken auf Teufel komm raus und in China produzieren, bringt wesentlich mehr Erfolg am Markt, als Innovationen. Aber welcher deutsche Mittelständler würde sowas ruhigen Gewissens machen? Die haben zu Recht Skrupel ihre fähigen und oft langjährigen Mitarbeiter rauszuschmeißen und zögern deshalb bis es nicht mehr länger geht. Da sind die Amis mit ihrer Fire&Hire Mentalität wahrscheinlich im Vorteil und das KnowHow kaufen sie dann notfalls ein...
bzw. so sehe ich das auch
Sie haben sicher recht damit, den "Schwarzen Peter" hier nicht der Politik zuzuschieben; der Sektor "erneuerbare Energien" wird in der Tat stark subventioniert. Daneben - so schreibt der Artikel - stellen die grossen Firmen der Branche in Deutschland ihre Waver durchaus selbst her.
Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen? Deutsche Unternehmen können nicht dieselben Risiken eingehen wie chinesische Unternehmen, die sich im Notfall ohne viel Federlesen, Sozialplan etc. ihrer Mitarbeiter entledigen - im Deutschland ist hier eine langfristigere Planung erforderlich, denn unsere Wirtschaft ist nicht im selben Masse sozialdarwinistisch angelegt wie das von einer angeblich kommunistischen Partei regierte China (witzigerweisse), und das ist auch gut so, hat aber natürlich auch seinen Preis.
"Hier muss ganz klar ein Versagen der Unternehmen angeprangert werden, die es trotz der Politik geschafft hat, Ihre Weltmarktführung zu verspielen."
Das wird noch öfter passieren, solange China seine Währung dumpt, von anderen Ländern Produkte klaut, sich nicht um die Umwelt schert und seine Arbeiter ausbeutet. NUR die Politik hat hier versagt. Allenfalls kann man den Unternehmern vorwerfen, dass sie blind dem Freihandel hinterherlaufen, anstatt sich der enormen Ungleichgewichte bewußt zu werden und entsprechend Lobbying betreiben.
"Warum kommen nur Chinesen auf die Idee, Ihre Wafer selbst herzustellen und nicht Deutsche? Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen?"
Die Deutschen stellen ihre Wafer selbst her, zumindest die großen Firmen (ist extrem aufwendig und teuer). Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, dann kaufen die Chinesen auf dem Spotmarkt (also kurzfristig), hätte es die Krise und diverse Förderzusammenbrüche (Spanien) nicht gegeben, wären die Deutschen mit ihren langlaufenden Verträgen viel besser dran gewesen, da die Waferpreise nicht so stark eingebrochen wären. Jetzt werden sie wieder von den Discountländern ausgebootet und die deutsche Politik sieht tatenlos zu und freut sich ob der waltenden "Markt"kräfte...
"Ihre Führungsetagen mit Leuten besetzen, die sich durch einen besonders guten BWL- oder MBA-Abschluss und Vitamin B auszeichnen anstatt durch geschäftsmännische Tüchtigkeit."
Ich bezweifle, dass das für die meisten Solarfirmen zutrifft, dazu sind sie einfach noch zu jung und die Geschäftsführer vermutlich oft Selfmademan. Ohne technisches KnowHow überlebt man da nicht sehr lange. Wahrscheinlich ist das sogar eher die Fußangel, Kosten drücken auf Teufel komm raus und in China produzieren, bringt wesentlich mehr Erfolg am Markt, als Innovationen. Aber welcher deutsche Mittelständler würde sowas ruhigen Gewissens machen? Die haben zu Recht Skrupel ihre fähigen und oft langjährigen Mitarbeiter rauszuschmeißen und zögern deshalb bis es nicht mehr länger geht. Da sind die Amis mit ihrer Fire&Hire Mentalität wahrscheinlich im Vorteil und das KnowHow kaufen sie dann notfalls ein...
bzw. so sehe ich das auch
Sie haben sicher recht damit, den "Schwarzen Peter" hier nicht der Politik zuzuschieben; der Sektor "erneuerbare Energien" wird in der Tat stark subventioniert. Daneben - so schreibt der Artikel - stellen die grossen Firmen der Branche in Deutschland ihre Waver durchaus selbst her.
Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen? Deutsche Unternehmen können nicht dieselben Risiken eingehen wie chinesische Unternehmen, die sich im Notfall ohne viel Federlesen, Sozialplan etc. ihrer Mitarbeiter entledigen - im Deutschland ist hier eine langfristigere Planung erforderlich, denn unsere Wirtschaft ist nicht im selben Masse sozialdarwinistisch angelegt wie das von einer angeblich kommunistischen Partei regierte China (witzigerweisse), und das ist auch gut so, hat aber natürlich auch seinen Preis.
"...im Deutschland ist hier eine langfristigere Planung erforderlich, denn unsere Wirtschaft ist nicht im selben Masse sozialdarwinistisch angelegt wie das von einer angeblich kommunistischen Partei regierte China..."
"...im Deutschland ist hier eine langfristigere Planung erforderlich, denn unsere Wirtschaft ist nicht im selben Masse sozialdarwinistisch angelegt wie das von einer angeblich kommunistischen Partei regierte China..."
Ökonomisch gesehen ist die Subvention für Solaranlagen eine Subventionierung von Arbeitsplätzen und Vermögenswerten der Anteilseigner.
Bei allem Bedauern über die Verluste der Solarfirmen darf nicht übersehen werden woher die Gewinne kamen. Aus den Taschen der Steuerzahler.
Schon immer war es so, daß der deutsche Steuerzahler auch Arbeitsplätze bei Zulieferern im Ausland subventioniert hat. Dies wurde geflissentlich übersehen, da die Gewinne der Solarfirmen mit der Sinnhaftigkeit der Solartechnik gleichgesetzt wurden. Ein teurer Trugschluß.
Es wäre an der Zeit, aus dem ökologischen Traumland in die Wirklichkeit zurückzukehren. Ökologisch ist die Lieferkette der Solarenergie äußerst fragwürdig. Die ökologische Bilanz zur Herstellung einer Photovoltaikanlage (Energieaufwand über alle Herstellungsstufen bis zur Inbetriebnahme - Energieausbeute) ist bestenfalls ausgeglichen. Die ökonomische Bilanz ist vernichtend.
Das stimmt nicht. Es gibt durchaus Bilanzen für Photovoltaikzellen und die sind positiv. Nach ca. 3-5 Jahren hat die Zelle die Schadstoffe eingespart die durch Produktion und Transport entstanden sind.
Und da nunmal keine Internalisierung der externen Kosten bei der Stromerzeugung stattfindet sind auch die ökonomischen Bilanzen "gefälscht"
Das stimmt nicht. Es gibt durchaus Bilanzen für Photovoltaikzellen und die sind positiv. Nach ca. 3-5 Jahren hat die Zelle die Schadstoffe eingespart die durch Produktion und Transport entstanden sind.
Und da nunmal keine Internalisierung der externen Kosten bei der Stromerzeugung stattfindet sind auch die ökonomischen Bilanzen "gefälscht"
Das stimmt nicht. Es gibt durchaus Bilanzen für Photovoltaikzellen und die sind positiv. Nach ca. 3-5 Jahren hat die Zelle die Schadstoffe eingespart die durch Produktion und Transport entstanden sind.
Und da nunmal keine Internalisierung der externen Kosten bei der Stromerzeugung stattfindet sind auch die ökonomischen Bilanzen "gefälscht"
Dieses Märchen ist längst alsa reine Verkaufslüge enttarnt,
die Basis watr eine Verlautbarung der TU-Berlin, und die war derart dämlich, dass sie sehr bald zurück gezogen wurde.
Tsatsache ist, dass es KEINE Berechnung zu Photovoltaik gibt, die irgendwelchen Kriterien standhält - es ist einfach eine dreiste Verkaufslüge der PV-Branche.
Tatsache ist auch, dass PV-Strom ca. 12-fach teurer ist, als der Strom, mit dem PV-Technik hergestellt wird,
wahrscheinlich sogar noch viel teurer, denn chinesischer Strom (aus Kohle) ist sehr viel billiger, als deutscher Kohlestrom.
Nur deswegen ist chinesische PV eben billiger, als deutsche.
Die einzig gültige Berechnung der Energieanortisation ist eine Berechnung auf der Basis der DIN (Deutsche Industrienorm!") Nr. 4600.
(Inhalt: KEA = Kumulierter Energieaufwand)
Eine solche Berechnung gibt es IMHO für Photovoltaik nicht.
Mit gutem Grund - sie wäre vernichtend.
Na, ob die 3 - 5 Jahre richtig sind, kommt darauf an, wie man gerechnet hat. Alleine schon die Ungenauigkeitsbreite (3 - 5 Jahre) spricht nicht gerade für sich.
Aber sei es drum. Es gibt noch ein anderes Argument, das in eine Betrachtung einzubeziehen ist. Es stammt vom Chef des Ifo-Instituts, Prof. Sinn. und geht so: dadurch, daß wegen des EE-Stroms weniger Öl verbraucht wird, sinkt der Preis für Öl und wird insbesondere von den Ländern vermehrt nachgefragt, die keinen Ökostrom prodzieren. M.a.w. Was wir an Öl einsparen, verbrauchen die Asiaten, so daß per Saldo ichts dabei herauskommt als daß wir für die Öko-Energie viel Geld ausgegeben haben.
Und was den ökonomischen Aspekt der erneuerbaren Energie anbelangt, sieht es so aus, daß das ganze ein Verlustgeschäft ist. Privatwirtschaftlich mag sich eine Solaranlage durchaus rentieren, aber das tut sie nur, weil sie über die Einspeisungsgebühr (jetzt ca. 40 ct./kWh) subventioniert wird. Diese Subvention muss die Gesamtheit der privaten Strombenutzeraber tragen. M.a.W.: bei gesamtwirtscahftlicher Betrachtungsweise ist die Solarenergie ein ganz großes Verlustgeschäft.
Man kann auch Schwachsinn dazu sagen, oder etwas vornehmer: alles andere als eine marktwirtschaftliche Lösung.
Im übrigen: In der Sowjetunion wurde der Brotpreis subventioniert. Brot wurde für die Armen erschwinglich. Eine sehr gute soziale Maßnahme. Sie hatte nur einen kleinen Nebeneffekt: Nachdem das Brot billiger als das Getreide war, hat man an die Schweine kein geschrotetes Getreide mehr verfüttert, sondern das billigere Brot.
Will damti sagen: Statt den Strompreis zu verteuern, auf daß weniger verbraucht wird (gespart wird: Häuser dämmen, etc...), werfen wir das Geld für die nutzlose Solaranlagen raus. Und subventionieren die Arbeitsplätze in China.
Dieses Märchen ist längst alsa reine Verkaufslüge enttarnt,
die Basis watr eine Verlautbarung der TU-Berlin, und die war derart dämlich, dass sie sehr bald zurück gezogen wurde.
Tsatsache ist, dass es KEINE Berechnung zu Photovoltaik gibt, die irgendwelchen Kriterien standhält - es ist einfach eine dreiste Verkaufslüge der PV-Branche.
Tatsache ist auch, dass PV-Strom ca. 12-fach teurer ist, als der Strom, mit dem PV-Technik hergestellt wird,
wahrscheinlich sogar noch viel teurer, denn chinesischer Strom (aus Kohle) ist sehr viel billiger, als deutscher Kohlestrom.
Nur deswegen ist chinesische PV eben billiger, als deutsche.
Die einzig gültige Berechnung der Energieanortisation ist eine Berechnung auf der Basis der DIN (Deutsche Industrienorm!") Nr. 4600.
(Inhalt: KEA = Kumulierter Energieaufwand)
Eine solche Berechnung gibt es IMHO für Photovoltaik nicht.
Mit gutem Grund - sie wäre vernichtend.
Na, ob die 3 - 5 Jahre richtig sind, kommt darauf an, wie man gerechnet hat. Alleine schon die Ungenauigkeitsbreite (3 - 5 Jahre) spricht nicht gerade für sich.
Aber sei es drum. Es gibt noch ein anderes Argument, das in eine Betrachtung einzubeziehen ist. Es stammt vom Chef des Ifo-Instituts, Prof. Sinn. und geht so: dadurch, daß wegen des EE-Stroms weniger Öl verbraucht wird, sinkt der Preis für Öl und wird insbesondere von den Ländern vermehrt nachgefragt, die keinen Ökostrom prodzieren. M.a.w. Was wir an Öl einsparen, verbrauchen die Asiaten, so daß per Saldo ichts dabei herauskommt als daß wir für die Öko-Energie viel Geld ausgegeben haben.
Und was den ökonomischen Aspekt der erneuerbaren Energie anbelangt, sieht es so aus, daß das ganze ein Verlustgeschäft ist. Privatwirtschaftlich mag sich eine Solaranlage durchaus rentieren, aber das tut sie nur, weil sie über die Einspeisungsgebühr (jetzt ca. 40 ct./kWh) subventioniert wird. Diese Subvention muss die Gesamtheit der privaten Strombenutzeraber tragen. M.a.W.: bei gesamtwirtscahftlicher Betrachtungsweise ist die Solarenergie ein ganz großes Verlustgeschäft.
Man kann auch Schwachsinn dazu sagen, oder etwas vornehmer: alles andere als eine marktwirtschaftliche Lösung.
Im übrigen: In der Sowjetunion wurde der Brotpreis subventioniert. Brot wurde für die Armen erschwinglich. Eine sehr gute soziale Maßnahme. Sie hatte nur einen kleinen Nebeneffekt: Nachdem das Brot billiger als das Getreide war, hat man an die Schweine kein geschrotetes Getreide mehr verfüttert, sondern das billigere Brot.
Will damti sagen: Statt den Strompreis zu verteuern, auf daß weniger verbraucht wird (gespart wird: Häuser dämmen, etc...), werfen wir das Geld für die nutzlose Solaranlagen raus. Und subventionieren die Arbeitsplätze in China.
immerhin sehr wohlwollend vor. Eine Technik die sich ohne massive Subventionen und Lobbymaßnahmen am Markt und im normalen Wettbewerb nicht behaupten kann ist ganz klar keine Wachstumsbranche. Bei der Herstellung der Paneele und Zubehör sind Produktionsstandorte mit billigen Arbeitskosten und billiger Energie, wie in China, im Vorteil. Wer sich die Paneele aufs Dach setzt, zeigt offensichtlich Geschäftssinn zur Teilhabe an einer Subventionsbewirtschaftung und modernem Glauben. Angenommen, die zugesicherten Subventionen für diese Anlagen könnten oder wollten von der Bevölkerungsmehrheit nicht mehr durch höhere Stromkosten bezahlt werden, enstünde erheblicher "Dachschaden" im Land. Mit der Angst vor anderen Techniken bzw. Maßnahmen die Erderwärmung zu beeinflussen stehen die Deutschen allerdings an forderster Front. Eine Exportbranche wie Fahrzeug- und Maschinenbau oder Chemie die bisher durch ihre Wertschöpfung unseren Wohlstand und Sozialstaat ermöglichten, kann in der Solarbranche, als echter Verkaufsschlager, hier leider nicht entstehen.
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