Solarenergie Vertreibung vom SonnendeckSeite 2/2

Doch die Nachfrage in der deutschen Heimat hilft den Firmen nur bedingt. In Zeiten fallender Verkaufspreise sinken zugleich ihre Gewinne. Siehe Q-Cells. Siehe Solarworld, das im ersten Halbjahr 2009 zwar einen steigenden Absatz, im Vergleich zum Vorjahr aber einen Rückgang von Umsatz und Gewinn melden musste. Siehe Phoenix Solar, einen Kraftwerksspezialisten, der Ende Juni eine Gewinnwarnung herausgab. Siehe Solon, einen Berliner Modulhersteller, der im ersten Quartal mit 18,5 Millionen Euro ein deftiges Minus verbuchte und die Produktion radikal zurückfuhr.

Wie es für die deutschen Solarfirmen weitergehen könnte, skizziert Erkan Aycicek, Photovoltaik-Experte der Landesbank Baden-Württemberg, in seiner aktuellen Studie Solardarwinismus: Nur die Besten werden bleiben. Aycicek glaubt, dass die Unternehmen im Vorteil seien, »die alle Wertschöpfungsstufen abdecken«. Ein Unternehmen, das wie Solarworld selbst Wafer sowie Solarzellen und Module produziert und diese dann verbaut, steht besser da als eine Firma, die sich nur auf ein Segment konzentriert. Bei einem integrierten Konzern erhebt nicht noch jeder Zulieferer eine Gewinnmarge und treibt so den Endpreis hoch. »Die Großen der Branche wie Q-Cells oder Solarworld werden die Krise aller Voraussicht nach überstehen«, sagt Aycicek. Die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken ist auch das erklärte Motiv von Bosch: Vergangene Woche erklärte der Autozulieferer, nach der Solarfirma Ersol 2008 nun auch Aleo Solar übernehmen zu wollen.

Die Zeiten unangefochtener Marktführerschaft sind für die Deutschen dennoch vorbei. Dieses Jahr verdrängt der US-Konzern First Solar wohl erstmals Q-Cells vom Platz des weltweit größten Zellherstellers. »Tatsache ist, dass Deutschland seine führende Position als Produktionsstandort für erneuerbare Energien mehr und mehr an die USA und China verliert«, sagt Analyst Fawer. So kam 2008 jede dritte Solarzelle weltweit aus dem Reich der Mitte. Und immer öfter landen diese im Ausland hergestellten Produkte auch auf deutschen Dächern. Branchenexperten schätzen, dass der Anteil chinesischer Wafer, Zellen und Module bei etwa 50 Prozent liegen könnte – genaue Zahlen gibt es nicht. Suntech Power aus der Provinz Jiangsu ist innerhalb weniger Jahre zum weltgrößten Modulhersteller aufgestiegen. Mit beeindruckenden Kostenvorteilen: Um aus einem Siliziumwafer eine Zelle zu produzieren, müsse Suntech laut Photon 0,77 US-Dollar ausgeben – Solarworld dagegen knapp doppelt so viel.

Ein wichtiger Grund für diese Vorteile liegt im Einkauf der nötigen Rohstoffe. Solarzellen bestehen in erster Linie aus Silizium, das an sich reichlich vorhanden ist. Doch bis vor Kurzem gab es weltweit nur eine Handvoll Hersteller. Wegen dieser Knappheit und weil die Halbleiterindustrie ein großer Konkurrent um die Nutzung von Silizium ist, sicherten sich deutsche Solarfirmen ihre Mengen mehrheitlich mit langfristigen Verträgen. Das Hamburger Solarunternehmen Conergy etwa ist an einen viele Milliarden schweren, zehnjährigen Liefervertrag gebunden. In den vergangenen Monaten aber ist der Siliziumpreis um mehr als 70 Prozent eingebrochen. Anders als Conergy können chinesische Firmen das nutzen, denn sie decken ihren Bedarf an Silizium auf dem Spotmarkt und haben ihre Eigenproduktion kräftig ausgebaut. Auch ihre niedrigeren Lohnkosten lassen sie günstiger produzieren als deutsche Firmen.

Schon jetzt sehen einige Branchenkenner die neuen »Solar Valleys« nicht in Bitterfeld entstehen, sondern in China. Selbst Solarworld besitzt bereits einen Standort in Südkorea. Auch Q-Cells geht verstärkt nach Asien: In Malaysia eröffneten die Thalheimer eine weitere Produktionslinie, in China gründete Firmenchef Milner im April eine Kooperation mit dem Waferhersteller LDK Solar. Und erstmals seit seinem Bestehen schifft Q-Cells Zellen nach China, um sie dort zu Modulen zusammensetzen zu lassen.

 
Leser-Kommentare
    • hermse
    • 14.08.2009 um 8:26 Uhr
    1. So so

    "...Und erstmals seit seinem Bestehen schifft Q-Cells Zellen nach China, um sie dort zu Modulen zusammensetzen zu lassen."

    Na dann möchte ich aber mal die komplette CO2 Bilanz von so einem Modul sehen und wissen wann die Zellen damit zum ersten mal emmisionsfreien Stom herstellen. Wieviel Öl braucht man um Waren von Deutschland nach China zu schiffen (und ggf. wieder zurück)???

    Das hat jawohl nichts mehr mit Umweltschutz zu tun.

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    ... vermutlich nicht so viel, zumindest behaupten das immer die Globalisierungsexperten und -befürworter, die Beschwerde kann also auch kaum an die deutsche Solarindustrie gehen, sie müsste direkt an Merkel, EU, Weltbank gehen, die die sogenannte globale Arbeitsteilung als die tollste Sache der Welt ansehen.

    Der Transport von Gütern per Schiff ist die umweltfreundlichste Art des Transportes, die es gibt.

    Die fertigen PV-Zellen wiegen fast nichts und daher ist der Energieaufwand um sie von Deutschland nach China und ggf. wieder zurück zu transportieren für die gesamte Energiemenge nicht relevant.

    Und daher liegt die Energierücklaufzeit bei PV-Modulen auch weiterhin bei ca. 2-5 Jahren in Deutschland. Dazu gibt es zig Berechnungen.

    Wer etwas anderes behauptet lügt. Sei es aus Dummheit, Unkenntnis oder anderen weniger lauteren Motiven heraus.

    ... vermutlich nicht so viel, zumindest behaupten das immer die Globalisierungsexperten und -befürworter, die Beschwerde kann also auch kaum an die deutsche Solarindustrie gehen, sie müsste direkt an Merkel, EU, Weltbank gehen, die die sogenannte globale Arbeitsteilung als die tollste Sache der Welt ansehen.

    Der Transport von Gütern per Schiff ist die umweltfreundlichste Art des Transportes, die es gibt.

    Die fertigen PV-Zellen wiegen fast nichts und daher ist der Energieaufwand um sie von Deutschland nach China und ggf. wieder zurück zu transportieren für die gesamte Energiemenge nicht relevant.

    Und daher liegt die Energierücklaufzeit bei PV-Modulen auch weiterhin bei ca. 2-5 Jahren in Deutschland. Dazu gibt es zig Berechnungen.

    Wer etwas anderes behauptet lügt. Sei es aus Dummheit, Unkenntnis oder anderen weniger lauteren Motiven heraus.

  1. Warum ist es nicht möglich die Branche der Zukunft,welche in Deutschland schon eine sehr gute Grundlage hat, so auszubauen, dass wir über Jahrzente Marktführer sind, vor China und den USA? Die Politik soll endlich aus dem Knick kommen! Es wird wird wieder so kommen, dass man der vergebenen Chance in ein paar Jahren hinterhertrauer wird, wie schon so oft!

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    • Ete2
    • 14.08.2009 um 10:14 Uhr

    Hier ist es falsch, auf die Politik zu schimpfen. Die hat mit dem EEG schon einen enormen Vorschub für die Branche geleistet, der seinesgleichen weltweit nicht findet. Hier muss ganz klar ein Versagen der Unternehmen angeprangert werden, die es trotz der Politik geschafft hat, Ihre Weltmarktführung zu verspielen. Warum kommen nur Chinesen auf die Idee, Ihre Wafer selbst herzustellen und nicht Deutsche? Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen?

    Das ist für mich nur mit Bequemlichkeit und Kurzsichtigkeit der Verantwortlichen Entscheidungsträger zu erklären, aber nicht mit gesundem Geschäftssinn. Das kommt wohl daher, dass die Unternehmen Ihre Führungsetagen mit Leuten besetzen, die sich durch einen besonders guten BWL- oder MBA-Abschluss und Vitamin B auszeichnen anstatt durch geschäftsmännische Tüchtigkeit. Ein Studienabgänger ist immerhin auch billiger und einfacher zu beeinflussen als ein Mann, der sich seit 10, 20 oder 30 Jahren im Geschäft durchgebissen hat.

    • keox
    • 14.08.2009 um 19:57 Uhr

    "Das Hamburger Solarunternehmen Conergy etwa ist an einen viele Milliarden schweren, zehnjährigen Liefervertrag gebunden."

    Bei einem Rohstoff, der prinzipiell nahezu unendlich verfügbar ist, ist das auch eine saudumme Strategie.

    Nach meinen Erfahrungen mit einem guten Dutzend BWL-lern wundert mich das allerdings nicht.

    Aber Bildung kostet eben, hat vermutlich auch eine BWL-Bande beschlossen und für zu teuer empfunden

    • Ete2
    • 14.08.2009 um 10:14 Uhr

    Hier ist es falsch, auf die Politik zu schimpfen. Die hat mit dem EEG schon einen enormen Vorschub für die Branche geleistet, der seinesgleichen weltweit nicht findet. Hier muss ganz klar ein Versagen der Unternehmen angeprangert werden, die es trotz der Politik geschafft hat, Ihre Weltmarktführung zu verspielen. Warum kommen nur Chinesen auf die Idee, Ihre Wafer selbst herzustellen und nicht Deutsche? Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen?

    Das ist für mich nur mit Bequemlichkeit und Kurzsichtigkeit der Verantwortlichen Entscheidungsträger zu erklären, aber nicht mit gesundem Geschäftssinn. Das kommt wohl daher, dass die Unternehmen Ihre Führungsetagen mit Leuten besetzen, die sich durch einen besonders guten BWL- oder MBA-Abschluss und Vitamin B auszeichnen anstatt durch geschäftsmännische Tüchtigkeit. Ein Studienabgänger ist immerhin auch billiger und einfacher zu beeinflussen als ein Mann, der sich seit 10, 20 oder 30 Jahren im Geschäft durchgebissen hat.

    • keox
    • 14.08.2009 um 19:57 Uhr

    "Das Hamburger Solarunternehmen Conergy etwa ist an einen viele Milliarden schweren, zehnjährigen Liefervertrag gebunden."

    Bei einem Rohstoff, der prinzipiell nahezu unendlich verfügbar ist, ist das auch eine saudumme Strategie.

    Nach meinen Erfahrungen mit einem guten Dutzend BWL-lern wundert mich das allerdings nicht.

    Aber Bildung kostet eben, hat vermutlich auch eine BWL-Bande beschlossen und für zu teuer empfunden

  2. in den "Strohfeuern" namens Abwrackprämie zu verheizen, hätte man sinnvoller etwas für die Ökologie getan und in die Verbesserung der Energiebilanz von Immobilien investiert!
    Dadurch hätte man einerseits einer innovativen Technologie Vorschub geleistet und zusätzlich etwas zur Schonung der endlichen Ressourcen beigetragen.

    Leider haben die Interessenvertretungen der grünen Industrie bei Weitem nicht die Macht und den Einfluss wie die hoch budgetierten Regierungsflüster von der Automobil-Lobby :((

    Wenn da man nicht der Schuss im Ofen gelandet ist...
    __________________
    "Dubito, ergo sum."

    • Ete2
    • 14.08.2009 um 10:14 Uhr

    Hier ist es falsch, auf die Politik zu schimpfen. Die hat mit dem EEG schon einen enormen Vorschub für die Branche geleistet, der seinesgleichen weltweit nicht findet. Hier muss ganz klar ein Versagen der Unternehmen angeprangert werden, die es trotz der Politik geschafft hat, Ihre Weltmarktführung zu verspielen. Warum kommen nur Chinesen auf die Idee, Ihre Wafer selbst herzustellen und nicht Deutsche? Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen?

    Das ist für mich nur mit Bequemlichkeit und Kurzsichtigkeit der Verantwortlichen Entscheidungsträger zu erklären, aber nicht mit gesundem Geschäftssinn. Das kommt wohl daher, dass die Unternehmen Ihre Führungsetagen mit Leuten besetzen, die sich durch einen besonders guten BWL- oder MBA-Abschluss und Vitamin B auszeichnen anstatt durch geschäftsmännische Tüchtigkeit. Ein Studienabgänger ist immerhin auch billiger und einfacher zu beeinflussen als ein Mann, der sich seit 10, 20 oder 30 Jahren im Geschäft durchgebissen hat.

    Antwort auf "das alte Lied"
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    Sie haben sicher recht damit, den "Schwarzen Peter" hier nicht der Politik zuzuschieben; der Sektor "erneuerbare Energien" wird in der Tat stark subventioniert. Daneben - so schreibt der Artikel - stellen die grossen Firmen der Branche in Deutschland ihre Waver durchaus selbst her.

    Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen? Deutsche Unternehmen können nicht dieselben Risiken eingehen wie chinesische Unternehmen, die sich im Notfall ohne viel Federlesen, Sozialplan etc. ihrer Mitarbeiter entledigen - im Deutschland ist hier eine langfristigere Planung erforderlich, denn unsere Wirtschaft ist nicht im selben Masse sozialdarwinistisch angelegt wie das von einer angeblich kommunistischen Partei regierte China (witzigerweisse), und das ist auch gut so, hat aber natürlich auch seinen Preis.


    "Hier muss ganz klar ein Versagen der Unternehmen angeprangert werden, die es trotz der Politik geschafft hat, Ihre Weltmarktführung zu verspielen."

    Das wird noch öfter passieren, solange China seine Währung dumpt, von anderen Ländern Produkte klaut, sich nicht um die Umwelt schert und seine Arbeiter ausbeutet. NUR die Politik hat hier versagt. Allenfalls kann man den Unternehmern vorwerfen, dass sie blind dem Freihandel hinterherlaufen, anstatt sich der enormen Ungleichgewichte bewußt zu werden und entsprechend Lobbying betreiben.


    "Warum kommen nur Chinesen auf die Idee, Ihre Wafer selbst herzustellen und nicht Deutsche? Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen?"

    Die Deutschen stellen ihre Wafer selbst her, zumindest die großen Firmen (ist extrem aufwendig und teuer). Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, dann kaufen die Chinesen auf dem Spotmarkt (also kurzfristig), hätte es die Krise und diverse Förderzusammenbrüche (Spanien) nicht gegeben, wären die Deutschen mit ihren langlaufenden Verträgen viel besser dran gewesen, da die Waferpreise nicht so stark eingebrochen wären. Jetzt werden sie wieder von den Discountländern ausgebootet und die deutsche Politik sieht tatenlos zu und freut sich ob der waltenden "Markt"kräfte...


    "Ihre Führungsetagen mit Leuten besetzen, die sich durch einen besonders guten BWL- oder MBA-Abschluss und Vitamin B auszeichnen anstatt durch geschäftsmännische Tüchtigkeit."

    Ich bezweifle, dass das für die meisten Solarfirmen zutrifft, dazu sind sie einfach noch zu jung und die Geschäftsführer vermutlich oft Selfmademan. Ohne technisches KnowHow überlebt man da nicht sehr lange. Wahrscheinlich ist das sogar eher die Fußangel, Kosten drücken auf Teufel komm raus und in China produzieren, bringt wesentlich mehr Erfolg am Markt, als Innovationen. Aber welcher deutsche Mittelständler würde sowas ruhigen Gewissens machen? Die haben zu Recht Skrupel ihre fähigen und oft langjährigen Mitarbeiter rauszuschmeißen und zögern deshalb bis es nicht mehr länger geht. Da sind die Amis mit ihrer Fire&Hire Mentalität wahrscheinlich im Vorteil und das KnowHow kaufen sie dann notfalls ein...

    • keox
    • 14.08.2009 um 20:01 Uhr

    bzw. so sehe ich das auch

    Sie haben sicher recht damit, den "Schwarzen Peter" hier nicht der Politik zuzuschieben; der Sektor "erneuerbare Energien" wird in der Tat stark subventioniert. Daneben - so schreibt der Artikel - stellen die grossen Firmen der Branche in Deutschland ihre Waver durchaus selbst her.

    Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen? Deutsche Unternehmen können nicht dieselben Risiken eingehen wie chinesische Unternehmen, die sich im Notfall ohne viel Federlesen, Sozialplan etc. ihrer Mitarbeiter entledigen - im Deutschland ist hier eine langfristigere Planung erforderlich, denn unsere Wirtschaft ist nicht im selben Masse sozialdarwinistisch angelegt wie das von einer angeblich kommunistischen Partei regierte China (witzigerweisse), und das ist auch gut so, hat aber natürlich auch seinen Preis.


    "Hier muss ganz klar ein Versagen der Unternehmen angeprangert werden, die es trotz der Politik geschafft hat, Ihre Weltmarktführung zu verspielen."

    Das wird noch öfter passieren, solange China seine Währung dumpt, von anderen Ländern Produkte klaut, sich nicht um die Umwelt schert und seine Arbeiter ausbeutet. NUR die Politik hat hier versagt. Allenfalls kann man den Unternehmern vorwerfen, dass sie blind dem Freihandel hinterherlaufen, anstatt sich der enormen Ungleichgewichte bewußt zu werden und entsprechend Lobbying betreiben.


    "Warum kommen nur Chinesen auf die Idee, Ihre Wafer selbst herzustellen und nicht Deutsche? Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen?"

    Die Deutschen stellen ihre Wafer selbst her, zumindest die großen Firmen (ist extrem aufwendig und teuer). Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, dann kaufen die Chinesen auf dem Spotmarkt (also kurzfristig), hätte es die Krise und diverse Förderzusammenbrüche (Spanien) nicht gegeben, wären die Deutschen mit ihren langlaufenden Verträgen viel besser dran gewesen, da die Waferpreise nicht so stark eingebrochen wären. Jetzt werden sie wieder von den Discountländern ausgebootet und die deutsche Politik sieht tatenlos zu und freut sich ob der waltenden "Markt"kräfte...


    "Ihre Führungsetagen mit Leuten besetzen, die sich durch einen besonders guten BWL- oder MBA-Abschluss und Vitamin B auszeichnen anstatt durch geschäftsmännische Tüchtigkeit."

    Ich bezweifle, dass das für die meisten Solarfirmen zutrifft, dazu sind sie einfach noch zu jung und die Geschäftsführer vermutlich oft Selfmademan. Ohne technisches KnowHow überlebt man da nicht sehr lange. Wahrscheinlich ist das sogar eher die Fußangel, Kosten drücken auf Teufel komm raus und in China produzieren, bringt wesentlich mehr Erfolg am Markt, als Innovationen. Aber welcher deutsche Mittelständler würde sowas ruhigen Gewissens machen? Die haben zu Recht Skrupel ihre fähigen und oft langjährigen Mitarbeiter rauszuschmeißen und zögern deshalb bis es nicht mehr länger geht. Da sind die Amis mit ihrer Fire&Hire Mentalität wahrscheinlich im Vorteil und das KnowHow kaufen sie dann notfalls ein...

    • keox
    • 14.08.2009 um 20:01 Uhr

    bzw. so sehe ich das auch

  3. Sie haben sicher recht damit, den "Schwarzen Peter" hier nicht der Politik zuzuschieben; der Sektor "erneuerbare Energien" wird in der Tat stark subventioniert. Daneben - so schreibt der Artikel - stellen die grossen Firmen der Branche in Deutschland ihre Waver durchaus selbst her.

    Warum machen Deutsche sich mit 10jährigen Verträgen abhängig und nicht Chinesen? Deutsche Unternehmen können nicht dieselben Risiken eingehen wie chinesische Unternehmen, die sich im Notfall ohne viel Federlesen, Sozialplan etc. ihrer Mitarbeiter entledigen - im Deutschland ist hier eine langfristigere Planung erforderlich, denn unsere Wirtschaft ist nicht im selben Masse sozialdarwinistisch angelegt wie das von einer angeblich kommunistischen Partei regierte China (witzigerweisse), und das ist auch gut so, hat aber natürlich auch seinen Preis.

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    • keox
    • 14.08.2009 um 20:09 Uhr

    "...im Deutschland ist hier eine langfristigere Planung erforderlich, denn unsere Wirtschaft ist nicht im selben Masse sozialdarwinistisch angelegt wie das von einer angeblich kommunistischen Partei regierte China..."

    • keox
    • 14.08.2009 um 20:09 Uhr

    "...im Deutschland ist hier eine langfristigere Planung erforderlich, denn unsere Wirtschaft ist nicht im selben Masse sozialdarwinistisch angelegt wie das von einer angeblich kommunistischen Partei regierte China..."

  4. Ökonomisch gesehen ist die Subvention für Solaranlagen eine Subventionierung von Arbeitsplätzen und Vermögenswerten der Anteilseigner.
    Bei allem Bedauern über die Verluste der Solarfirmen darf nicht übersehen werden woher die Gewinne kamen. Aus den Taschen der Steuerzahler.
    Schon immer war es so, daß der deutsche Steuerzahler auch Arbeitsplätze bei Zulieferern im Ausland subventioniert hat. Dies wurde geflissentlich übersehen, da die Gewinne der Solarfirmen mit der Sinnhaftigkeit der Solartechnik gleichgesetzt wurden. Ein teurer Trugschluß.
    Es wäre an der Zeit, aus dem ökologischen Traumland in die Wirklichkeit zurückzukehren. Ökologisch ist die Lieferkette der Solarenergie äußerst fragwürdig. Die ökologische Bilanz zur Herstellung einer Photovoltaikanlage (Energieaufwand über alle Herstellungsstufen bis zur Inbetriebnahme - Energieausbeute) ist bestenfalls ausgeglichen. Die ökonomische Bilanz ist vernichtend.

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    • Lyaran
    • 14.08.2009 um 11:08 Uhr

    Das stimmt nicht. Es gibt durchaus Bilanzen für Photovoltaikzellen und die sind positiv. Nach ca. 3-5 Jahren hat die Zelle die Schadstoffe eingespart die durch Produktion und Transport entstanden sind.

    Und da nunmal keine Internalisierung der externen Kosten bei der Stromerzeugung stattfindet sind auch die ökonomischen Bilanzen "gefälscht"

    • Lyaran
    • 14.08.2009 um 11:08 Uhr

    Das stimmt nicht. Es gibt durchaus Bilanzen für Photovoltaikzellen und die sind positiv. Nach ca. 3-5 Jahren hat die Zelle die Schadstoffe eingespart die durch Produktion und Transport entstanden sind.

    Und da nunmal keine Internalisierung der externen Kosten bei der Stromerzeugung stattfindet sind auch die ökonomischen Bilanzen "gefälscht"

    • Lyaran
    • 14.08.2009 um 11:08 Uhr

    Das stimmt nicht. Es gibt durchaus Bilanzen für Photovoltaikzellen und die sind positiv. Nach ca. 3-5 Jahren hat die Zelle die Schadstoffe eingespart die durch Produktion und Transport entstanden sind.

    Und da nunmal keine Internalisierung der externen Kosten bei der Stromerzeugung stattfindet sind auch die ökonomischen Bilanzen "gefälscht"

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    • lef
    • 14.08.2009 um 16:54 Uhr

    Dieses Märchen ist längst alsa reine Verkaufslüge enttarnt,
    die Basis watr eine Verlautbarung der TU-Berlin, und die war derart dämlich, dass sie sehr bald zurück gezogen wurde.

    Tsatsache ist, dass es KEINE Berechnung zu Photovoltaik gibt, die irgendwelchen Kriterien standhält - es ist einfach eine dreiste Verkaufslüge der PV-Branche.

    Tatsache ist auch, dass PV-Strom ca. 12-fach teurer ist, als der Strom, mit dem PV-Technik hergestellt wird,
    wahrscheinlich sogar noch viel teurer, denn chinesischer Strom (aus Kohle) ist sehr viel billiger, als deutscher Kohlestrom.
    Nur deswegen ist chinesische PV eben billiger, als deutsche.

    Die einzig gültige Berechnung der Energieanortisation ist eine Berechnung auf der Basis der DIN (Deutsche Industrienorm!") Nr. 4600.
    (Inhalt: KEA = Kumulierter Energieaufwand)

    Eine solche Berechnung gibt es IMHO für Photovoltaik nicht.

    Mit gutem Grund - sie wäre vernichtend.

    • kw-muc
    • 15.08.2009 um 0:54 Uhr

    Na, ob die 3 - 5 Jahre richtig sind, kommt darauf an, wie man gerechnet hat. Alleine schon die Ungenauigkeitsbreite (3 - 5 Jahre) spricht nicht gerade für sich.

    Aber sei es drum. Es gibt noch ein anderes Argument, das in eine Betrachtung einzubeziehen ist. Es stammt vom Chef des Ifo-Instituts, Prof. Sinn. und geht so: dadurch, daß wegen des EE-Stroms weniger Öl verbraucht wird, sinkt der Preis für Öl und wird insbesondere von den Ländern vermehrt nachgefragt, die keinen Ökostrom prodzieren. M.a.w. Was wir an Öl einsparen, verbrauchen die Asiaten, so daß per Saldo ichts dabei herauskommt als daß wir für die Öko-Energie viel Geld ausgegeben haben.

    Und was den ökonomischen Aspekt der erneuerbaren Energie anbelangt, sieht es so aus, daß das ganze ein Verlustgeschäft ist. Privatwirtschaftlich mag sich eine Solaranlage durchaus rentieren, aber das tut sie nur, weil sie über die Einspeisungsgebühr (jetzt ca. 40 ct./kWh) subventioniert wird. Diese Subvention muss die Gesamtheit der privaten Strombenutzeraber tragen. M.a.W.: bei gesamtwirtscahftlicher Betrachtungsweise ist die Solarenergie ein ganz großes Verlustgeschäft.

    Man kann auch Schwachsinn dazu sagen, oder etwas vornehmer: alles andere als eine marktwirtschaftliche Lösung.

    Im übrigen: In der Sowjetunion wurde der Brotpreis subventioniert. Brot wurde für die Armen erschwinglich. Eine sehr gute soziale Maßnahme. Sie hatte nur einen kleinen Nebeneffekt: Nachdem das Brot billiger als das Getreide war, hat man an die Schweine kein geschrotetes Getreide mehr verfüttert, sondern das billigere Brot.

    Will damti sagen: Statt den Strompreis zu verteuern, auf daß weniger verbraucht wird (gespart wird: Häuser dämmen, etc...), werfen wir das Geld für die nutzlose Solaranlagen raus. Und subventionieren die Arbeitsplätze in China.

    • lef
    • 14.08.2009 um 16:54 Uhr

    Dieses Märchen ist längst alsa reine Verkaufslüge enttarnt,
    die Basis watr eine Verlautbarung der TU-Berlin, und die war derart dämlich, dass sie sehr bald zurück gezogen wurde.

    Tsatsache ist, dass es KEINE Berechnung zu Photovoltaik gibt, die irgendwelchen Kriterien standhält - es ist einfach eine dreiste Verkaufslüge der PV-Branche.

    Tatsache ist auch, dass PV-Strom ca. 12-fach teurer ist, als der Strom, mit dem PV-Technik hergestellt wird,
    wahrscheinlich sogar noch viel teurer, denn chinesischer Strom (aus Kohle) ist sehr viel billiger, als deutscher Kohlestrom.
    Nur deswegen ist chinesische PV eben billiger, als deutsche.

    Die einzig gültige Berechnung der Energieanortisation ist eine Berechnung auf der Basis der DIN (Deutsche Industrienorm!") Nr. 4600.
    (Inhalt: KEA = Kumulierter Energieaufwand)

    Eine solche Berechnung gibt es IMHO für Photovoltaik nicht.

    Mit gutem Grund - sie wäre vernichtend.

    • kw-muc
    • 15.08.2009 um 0:54 Uhr

    Na, ob die 3 - 5 Jahre richtig sind, kommt darauf an, wie man gerechnet hat. Alleine schon die Ungenauigkeitsbreite (3 - 5 Jahre) spricht nicht gerade für sich.

    Aber sei es drum. Es gibt noch ein anderes Argument, das in eine Betrachtung einzubeziehen ist. Es stammt vom Chef des Ifo-Instituts, Prof. Sinn. und geht so: dadurch, daß wegen des EE-Stroms weniger Öl verbraucht wird, sinkt der Preis für Öl und wird insbesondere von den Ländern vermehrt nachgefragt, die keinen Ökostrom prodzieren. M.a.w. Was wir an Öl einsparen, verbrauchen die Asiaten, so daß per Saldo ichts dabei herauskommt als daß wir für die Öko-Energie viel Geld ausgegeben haben.

    Und was den ökonomischen Aspekt der erneuerbaren Energie anbelangt, sieht es so aus, daß das ganze ein Verlustgeschäft ist. Privatwirtschaftlich mag sich eine Solaranlage durchaus rentieren, aber das tut sie nur, weil sie über die Einspeisungsgebühr (jetzt ca. 40 ct./kWh) subventioniert wird. Diese Subvention muss die Gesamtheit der privaten Strombenutzeraber tragen. M.a.W.: bei gesamtwirtscahftlicher Betrachtungsweise ist die Solarenergie ein ganz großes Verlustgeschäft.

    Man kann auch Schwachsinn dazu sagen, oder etwas vornehmer: alles andere als eine marktwirtschaftliche Lösung.

    Im übrigen: In der Sowjetunion wurde der Brotpreis subventioniert. Brot wurde für die Armen erschwinglich. Eine sehr gute soziale Maßnahme. Sie hatte nur einen kleinen Nebeneffekt: Nachdem das Brot billiger als das Getreide war, hat man an die Schweine kein geschrotetes Getreide mehr verfüttert, sondern das billigere Brot.

    Will damti sagen: Statt den Strompreis zu verteuern, auf daß weniger verbraucht wird (gespart wird: Häuser dämmen, etc...), werfen wir das Geld für die nutzlose Solaranlagen raus. Und subventionieren die Arbeitsplätze in China.

    • Gast09
    • 14.08.2009 um 11:26 Uhr

    immerhin sehr wohlwollend vor. Eine Technik die sich ohne massive Subventionen und Lobbymaßnahmen am Markt und im normalen Wettbewerb nicht behaupten kann ist ganz klar keine Wachstumsbranche. Bei der Herstellung der Paneele und Zubehör sind Produktionsstandorte mit billigen Arbeitskosten und billiger Energie, wie in China, im Vorteil. Wer sich die Paneele aufs Dach setzt, zeigt offensichtlich Geschäftssinn zur Teilhabe an einer Subventionsbewirtschaftung und modernem Glauben. Angenommen, die zugesicherten Subventionen für diese Anlagen könnten oder wollten von der Bevölkerungsmehrheit nicht mehr durch höhere Stromkosten bezahlt werden, enstünde erheblicher "Dachschaden" im Land. Mit der Angst vor anderen Techniken bzw. Maßnahmen die Erderwärmung zu beeinflussen stehen die Deutschen allerdings an forderster Front. Eine Exportbranche wie Fahrzeug- und Maschinenbau oder Chemie die bisher durch ihre Wertschöpfung unseren Wohlstand und Sozialstaat ermöglichten, kann in der Solarbranche, als echter Verkaufsschlager, hier leider nicht entstehen.

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