WirtschaftskriseVon wegen Export

Plötzlich wird den Deutschen vorgeworfen, sie seien Ausfuhrweltmeister. Dabei geht es um unser Allerheiligstes. von 

Wie sich die Bilder gleichen könnten: Im Bundestagswahlkampf 2005 zeigte Gerhard Schröder gern das Titelbild eines amerikanischen Magazins. "What’s right with Germany?", hatten die Journalisten von Time gefragt und überraschend positiv über Deutschland geschrieben. Der Kanzler, angezählt in den Umfragen und angeschlagen vom Streit um die Agenda 2010, nahm’s als Beweis dafür, dass seine Politik so falsch nicht war.

Vier Jahre später gibt es wieder eine Coverstory über Deutschland, der Economist hat sie veröffentlicht – aber diesmal will niemand damit werben. "Germany’s unbalanced economy", kritisieren die Briten die einseitige Ausrichtung unserer Wirtschaft auf die Exporte. Sie führe dazu, dass Deutschland viel tiefer greifende Probleme habe als andere Industrienationen.

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Diese Kritik passt so gar nicht in Angela Merkels Wahlkampfkonzept, das auf dem Eindruck basiert, die Kanzlerin führe das Land gut durch die Krise.

Deutschland soll nicht länger Exportweltmeister sein dürfen? Das muss die Bürger irritieren. Für die meisten Linken klingt es wie die Forderung nach mehr Nationalismus, für viele Konservative wie Verrat an der Aufbauleistung der Wirtschaftswundergeneration. War es denn nicht die weltweite Begeisterung für Autos und Maschinen made in Germany, die diesem Land neues Selbstbewusstsein bescherte?

Auch Angela Merkel wird in den kommenden Wochen betonen, wie wichtig es sei, so schnell wie möglich wieder den Zustand zu erreichen, der vor Ausbruch der Krise herrschte. Sie wird an den Aufschwung ihrer ersten Regierungsjahre erinnern, als die Exporte dem Land einen ungeahnten Boom bescherten. Auch jetzt könnte die Wirtschaft vor allem dank der Ausfuhren wieder Tritt fassen. Die Chinesen kaufen wieder deutsche Maschinen, die deutschen Autobauer verschiffen wieder Luxuskarossen nach Übersee. Was sollte daran so schlimm sein?

Das Problem an der einseitigen Exportorientierung ist erstens, dass sie die Gesellschaft auf Dauer zerreißen kann. Schon im vergangenen Aufschwung hatten die Arbeitnehmer nicht mehr Geld zur Verfügung, sondern weniger. Erstmals überhaupt in der Geschichte des Landes schrumpften die Realeinkommen, während die Wirtschaft gleichzeitig wuchs. Die Exporterfolge wurden durch Lohnzurückhaltung erkauft. So etwas mag einige Jahre funktionieren, wenn eine schwächelnde Volkswirtschaft im internationalen Wettbewerb aufholen muss. Aber es funktioniert nicht über Jahrzehnte.

Dazu kommt, zweitens, die internationale Dimension: Unsere "unbalanced economy" ist untrennbar mit der Wirtschaftskrise verknüpft. In der Theorie mag es nicht grundsätzlich schädlich sein, wenn sich die Wirtschaftskraft eines Landes auf die Exporte stützt: Eine alternde Gesellschaft, die eher wenig konsumiert und mehr exportiert, bildet von den Einnahmen aus dem Ausland Ersparnisse, von denen die Bürger später im Ruhestand leben können. In der Praxis freilich legten die Deutschen ihre Exporteinnahmen genau in jenen Ländern an, in die sie vorher ihre Waren geliefert hatten. Sie tauschten Autos und Maschinen in Lehman-Zertifikate und Subprime-Kredite. Die deutschen Exportüberschüsse befeuerten die Spekulationsblase in den USA.

Leserkommentare
  1. Die Diagnose ist richtig aber auch nicht neu, nur wollte sie vor der Krise niemand hören.
    Amerikanische Schulden haben unseren Export finanziert, soweit so richtig, doch gehört auch eine zweite Sicht dazu, amerikanische Schulden haben damit auch unsere versteckte reale Arbeitslosigkeit finanziert, weil diese Quote ohne diesen Export viel höher gewesen wäre. vielleicht sind diese statistischen Erfolge auf dme Arbeitsmarkt auch ein Grund gewesen, warum man es unter Schröder bei der Exportwirtschaft belassen hat?

    Bedenklich finde ich den Vorschlag durch staatliche Subventionen, sei es direkt in Unternehmen oder über die Gehälter staatlich Angestellter hier einzugreifen.
    Wie soll das finanziert werden? Durch höhere Steuern und Abgaben? Sicher gibt es hier eine teilweise Selbstfinanzierung, doch wird diese doch durch die Abgaben wieder aufgefressen. Denn die Vergangenheit beweist, selbst linke Regierungen belasten immer nur unterhalb der Progressionsgrenze, entweder durch Steuern oder Sozialabgaben, auch wenn sie Gegenteiliges behaupten.

    Ich persönlich glaube nicht, dass das wirkt, weil damit das Interesse der Arbeitgeber in der Produktion weiter steigt Arbeitskräfte so gering wie möglich oder erst gar nicht zu bezahlen.
    Das einzige Rezept was auf Dauer Erfolg verspräche, wäre die Kaufkraft der Beschäftigten in der freien Wirtschaft zu erhöhen, dass aber ginge nur durch Senkung der Steuer- und mehr noch der Sozialabgaben. Ist die Belastung von einkommen gering lohnt sich die Investiton in Arbeitsplätze mehr, als in Maschinen, denn der Gewinn liegt nicht in qualifiziertem Personal, als vielmehr in einem potenten Käuferpotential das man sich damit schafft, da bleibt am Ende dann auch mehr für die öffentlich Beschäftigten übrig.

    Allerdings stellt sich die Frage, wie man das Dilemma der Vorfinanzierung löst, bei schwindenden Reserven, denn der Staat bekommt zunächst ein gravierendes Einnahmeproblem.

    H.

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    • lef
    • 22. August 2009 18:45 Uhr

    Der Artikel begreift offenbar den Inhalt der amerikanischen Artikel nicht.

    Die (neuere) These lautet: Die deutsche Ökonomie ist nicht ausbalanciert,
    und das sollte auch noch viel deutlicher herauskristallisiert werden, und ich beschreibe es mal übertrieben drastisch:

    Was Deutschland exportiert, ist angewandtes Wissen, und diese Exportprodukte werden von immer weniger Menschen produziert.
    Eine immer größer werdende Mehrheit lebt davon, lebt von diesem immer kleiner werdenden Expertenkreis bzw. vom Erlös derer Exportartikel.
    Diese Mehrheit konsumiert im Grunde unverdient überwiegend im Ausland produzierte Luxusartikel.

    Gemessen an den unterschiedlichen Mengen lebt die im Grunde nutzlose Mehrheit sogar immer noch sehr gut (global gesehen) und die Bereitschaft der eher Wenigen, die Mehrheit über Steuern mitzufinanzieren, ist nicht hoch genug zu achten (da gibt es andere Gesellschaften, wo solche Großzügigkeit eher nicht zu finden ist).

    Der Ausweg kann aber keines Falls sein, für die nichts produzierende Mehrheit noch mehr Konsum zu fordern, das Argument "Stärkung des Binnenmarktes" ist völlig anachronistisch, denn "der Binnenmarkt" besteht fast nur noch aus importierten Waren.

    Aber auch Rückkehr zu wieder eher selbst produzierten Waren ist inzwischen nicht mehr möglich, denn so billig (= mit so wenig Zeit und Energieaufwand) kann keine deutsche Produktion von Konsumwaren realisiert werden.

    Tatsache ist also: Es gibt zwar keine praktikable kurzfristige Lösung,
    aber zumindestens die Richtung sollte erkannt werden und in diese Richtung muss bewegt werden.
    Die Richtung ist:
    Wenn wir alle von dem Export von angewandtem Wissen leben, muss dieses Wissen ausgebaut werden, müssen möglichst alle Potentiale ausgeschöpft werden, möglichst vielen Deutschen einen Bildungsstand zu verschaffen, der Kreativität und Innovation fördert und schafft.

    Es ist richtig, dass Deutschland in der Ausbildung offenbar nicht ganz falsch liegt oder vielleicht nur lag, das zeigt unsere Exportstatistik, aber diese Erfolge sind immer noch eher zufällig.
    Schon in Kindergärten, spätestens in Schulen und Universitäten ist ein großflächig hoffnungsloser Wissensstillstand auf breiter Basis zu erkennen, der immer mehr Schulabgänger in einem (für die "WirtSchaft") hoffnungslosen Wissensrückstand zurück lässt bzw. immer mehr junge Menschen in Arbeitslosigkeit (härter gesagt: Nutzlosigkeit) stößt.
    Die Schere zwischen hochqualifizierter Ausbildung einerseits (in Exportbetrieben und angeschlossenen Universitäten) und Ausbildungsstätten mit relativ niedrigem Abgangsniveau wird immer größer.

    Ein neues Ausbildungskonzept wäre aber NICHT noch mehr Akkumulieren von sinnlosem Basiswissen (was leider verstärkt sogar für Kindergärten gefordert wird), sondern Förderung von Kreativität, Motivation und Individualität (und dies AUCH schon in Kindergärten - aber ein solches Konzept ist höchstens in Experimentalkindergärten ansatzweise verwirklicht und kann immer noch nicht präzise im Modell dargestellt werden.
    Aber:
    NUR eine solche Veränderung mit DIESEM Ziel bewahrt Deutschland (uns) langfristig vor einem ökonomischen Niedergang.
    Bis dahin müssen wir unseren jetzigen Defizitzustand verwalten, können (so wir es uns noch leisten können) soziale Hilfen verstärken, die bestehende Infrastruktur erhalten, sprich:
    Das Dienstleistungsgewerbe ausbauen, optimieren, möglichst viele ansonsten nutzlose Mitmenschen dafür animieren, daran teil zu nehmen.

    Aber jeden Falls darf man NICHT noch mehr Konsum fordern, um uns eine heile Welt der Besserverdiener vorzugaukeln - das funktioniert nun ein Mal mangels Einnahmen (aus Export) nicht.

    (Übrigens sind auch die meisten deutschen Energiealternativen wie Photovoltaik oder neuerdings E-Autos völlig nutzlose Steuergeld- und Energievernichter, zumal auch diese Produkte inzwischen importiert werden müssen. Richtiger und sinnvoller wäre konsequente Wärmedämmung- und Energiesparprogramme, um mittelfristig weniger Energie importieren zu müssen und natürlich: Bessere Ausbildungskonzepte.)

    • silente
    • 22. August 2009 18:15 Uhr

    ... falsch an dem Gedanken, endlich auch mal über die Gesundung der Binnenwirtschaft nachzudenken? Wenn sogar schon die Briten kopfschüttelnd über unseren ökonomischen Firlefanz, den unsere "Eliten" hier veranstalten, munkeln, sollte man sich als Bürger endlich mal aus dem Dornröschenschlaf und mit einem oppositionsstärkendem Kreuz an die Wahlurne begeben.

    • politz
    • 22. August 2009 18:16 Uhr

    Die Gründe für die Schädlichkeit des deutschen Exportmodells liegen aber im Finanzsektors. Die deutsche Wettbewerbsfähigkeit - ob sie jetzt an niedrigen Lohnstückkosten oder sonstigen Faktoren liegt - drängt andere europäische Volkswirtschaften an die Seite. Diese werden somit dazu gedrängt, sich per saldo bei Deutschland zu verschulden - d.h. Kredite aufzunehmen. Die deutschen Banken führen also zwangsläufig viele und immer mehr Kredite in ihren Büchern, die nicht nachhaltig sind, weil sie von wenig wettbewerbsfähigen ausländischen Unternehmen bedient werden müssen.

    Nicht nur Frankreich, Spanien und andere "zu teuren" Länder leiden unter Deutschlands Exportüberschüssen, sondern vermutlich noch mehr Deutschland selbst. Wenn die Banken hierzulande zu viele Kredite abschreiben müssen, gehen sie Insolvenz. Und was ein Kollaps der deutschen Großbanken für unsere Volkswirtschaft bedeutet, muss hier nicht näher erläutert werden.

    Die internationalen makroökonomischen Ungleichgewichte (vor allem zwischen China und den USA) sind auch allgemein gesehen wohl eine wesentliche Ursache für die Wirtschafts- und Finanzkrise. Unzureichende Regulierung allein ist zur Erklärung der weltweiten Verbreitung der Krise nicht hinreichend. Normalerweise würden ausfallende Kredite in den USA das hiesige Bankensystem überhaupt nicht betreffen, weil das Bankensystem eben nicht globalisiert ist. Jede Notenbank macht ihre eigene Geldpolitik und die Geschäftsbanken eines Landes vergeben nur Kredite an Unternehmen des Landes.

    Eigentlich hätte die Krise uns nur über fallende Exporte in die USA getroffen, was zu verkraften gewesen wäre. Aber die Welt fiel fast synchron in die Rezession, weil amerikanische Kredite - wie schon in den späten 1920ern - aus Europa (und Asien) abgezogen wurden und die europäischen Banken Abschreibungen auf die Hypothekenkredite vornehmen mussten. Die Deindustrialisierung Amerikas hat an all dem einen hohen Anteil: es ist erschreckend, dass die dortigen Arbeitsplätze in der Industrie absolut auf einem ähnlichen Niveau wie beim vielfach kleineren Deutschland stehen.

    Grob gesehen sind China, Japan und Deutschland die vollindustrialisierten (Export)Länder der Weltwirtschaft, die hohe Leistungsbilanzüberschüsse aufgebaut haben. Deindustrialisiert sind dagegen die Finanzzentren USA und Großbrittanien sowie innerhalb Europas Spanien, Portugal, Griechenland und in geringerem Maße Italien und Frankreich sowie Teile Osteuropas. Dieser Zustand ist überhaupt nicht nachhaltig, weder für die Überschuss- noch für die Defizitländer, da sie Arbeitslosigkeit und vor allem die Probleme im Bankensektor mit sich bringen.

    Es bedarf daher einer gezielten Reindustrialisierung der zurzeit deindustrialisierten Länder. Die Abwertung der Währungen dieser Länder reicht nicht aus, weil sie bislang keinen Erfolg gezeitigt hat - die Industrie in den USA hat von der jahrelangen Dollar-Abwetung kein bisschen profitieren können. Vielleicht sind wieder einmal die Banken Ursache und Lösung des Problems. In Deutschland hatten offenbar große und exportorfixierte Unternehmen kaum Probleme, an Kredite zu kommen und/oder waren aufgrund der Gewinnsituationen garnicht darauf angewiesen.

    In den USA und in Großbritannien dagegen wurden Industriekredite massiv rationiert. Es ist mittlerweile weitgehend bekannt, das man sich dort zulasten der Industrie und des produzierenden Gewerbes auf nichtproduktive Kredite für Häuslebauer und die Spekulation (Hedgefonds, Rohstoffe etc.) konzentriert hat.

    Das ganz große Dilemma ist jedoch, dass man eine jahrzehntelange Deindustrialisierung in einigen Ländern nicht einfach wieder beheben kann. Vielleicht ist es schon zu spät, um gegenzusteuern, jedenfalls sollte man möglichst bald damit beginnen. Es würde auch helfen, künftige Finanzkrisen zu vermeiden.

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    Diesen Artikel finde ich trefflich:

    Fricke: Exportjunkie, noch ein Schuss

    Ich denke mal, Frickes Sichtweise ist da viel klarer und strukturierter bzgl. Ursachen und Auswirkungen. Vor allem wohin ein großer Anteil der Exportüberschüsse "entschwunden " ist, statt die Arbeitnehmer fair daran zu beteiligen, was dem Staat (also uns allen) viele Sozialausgaben erspart hätte.

  2. Jahrelange Begünstigung der Exportindustrie führte dazu, dass viele deutsche Firmen sich mehr und mehr auf den spezifischen Bedarf ihrer ausländischen Kunden umstellten. In China war dies sogar noch extremer, wo ganze Fabriken überhaupt nur noch für das Ausland arbeiteten. Bei einer Krise sind solche Länder natürlich am allerstärksten betroffen.

    Im Gegensatz zu Deutschland erkannte China sofort die Lage und benutzte die Flaute, um seine Infrastruktur aufzubessern. Unsere Kanzlerin hingegen redet heute noch von Exportförderung. Erst müssen sich die Importländer erholt haben, ehe sie wieder bei uns kaufen können.

    • lef
    • 22. August 2009 18:45 Uhr

    Der Artikel begreift offenbar den Inhalt der amerikanischen Artikel nicht.

    Die (neuere) These lautet: Die deutsche Ökonomie ist nicht ausbalanciert,
    und das sollte auch noch viel deutlicher herauskristallisiert werden, und ich beschreibe es mal übertrieben drastisch:

    Was Deutschland exportiert, ist angewandtes Wissen, und diese Exportprodukte werden von immer weniger Menschen produziert.
    Eine immer größer werdende Mehrheit lebt davon, lebt von diesem immer kleiner werdenden Expertenkreis bzw. vom Erlös derer Exportartikel.
    Diese Mehrheit konsumiert im Grunde unverdient überwiegend im Ausland produzierte Luxusartikel.

    Gemessen an den unterschiedlichen Mengen lebt die im Grunde nutzlose Mehrheit sogar immer noch sehr gut (global gesehen) und die Bereitschaft der eher Wenigen, die Mehrheit über Steuern mitzufinanzieren, ist nicht hoch genug zu achten (da gibt es andere Gesellschaften, wo solche Großzügigkeit eher nicht zu finden ist).

    Der Ausweg kann aber keines Falls sein, für die nichts produzierende Mehrheit noch mehr Konsum zu fordern, das Argument "Stärkung des Binnenmarktes" ist völlig anachronistisch, denn "der Binnenmarkt" besteht fast nur noch aus importierten Waren.

    Aber auch Rückkehr zu wieder eher selbst produzierten Waren ist inzwischen nicht mehr möglich, denn so billig (= mit so wenig Zeit und Energieaufwand) kann keine deutsche Produktion von Konsumwaren realisiert werden.

    Tatsache ist also: Es gibt zwar keine praktikable kurzfristige Lösung,
    aber zumindestens die Richtung sollte erkannt werden und in diese Richtung muss bewegt werden.
    Die Richtung ist:
    Wenn wir alle von dem Export von angewandtem Wissen leben, muss dieses Wissen ausgebaut werden, müssen möglichst alle Potentiale ausgeschöpft werden, möglichst vielen Deutschen einen Bildungsstand zu verschaffen, der Kreativität und Innovation fördert und schafft.

    Es ist richtig, dass Deutschland in der Ausbildung offenbar nicht ganz falsch liegt oder vielleicht nur lag, das zeigt unsere Exportstatistik, aber diese Erfolge sind immer noch eher zufällig.
    Schon in Kindergärten, spätestens in Schulen und Universitäten ist ein großflächig hoffnungsloser Wissensstillstand auf breiter Basis zu erkennen, der immer mehr Schulabgänger in einem (für die "WirtSchaft") hoffnungslosen Wissensrückstand zurück lässt bzw. immer mehr junge Menschen in Arbeitslosigkeit (härter gesagt: Nutzlosigkeit) stößt.
    Die Schere zwischen hochqualifizierter Ausbildung einerseits (in Exportbetrieben und angeschlossenen Universitäten) und Ausbildungsstätten mit relativ niedrigem Abgangsniveau wird immer größer.

    Ein neues Ausbildungskonzept wäre aber NICHT noch mehr Akkumulieren von sinnlosem Basiswissen (was leider verstärkt sogar für Kindergärten gefordert wird), sondern Förderung von Kreativität, Motivation und Individualität (und dies AUCH schon in Kindergärten - aber ein solches Konzept ist höchstens in Experimentalkindergärten ansatzweise verwirklicht und kann immer noch nicht präzise im Modell dargestellt werden.
    Aber:
    NUR eine solche Veränderung mit DIESEM Ziel bewahrt Deutschland (uns) langfristig vor einem ökonomischen Niedergang.
    Bis dahin müssen wir unseren jetzigen Defizitzustand verwalten, können (so wir es uns noch leisten können) soziale Hilfen verstärken, die bestehende Infrastruktur erhalten, sprich:
    Das Dienstleistungsgewerbe ausbauen, optimieren, möglichst viele ansonsten nutzlose Mitmenschen dafür animieren, daran teil zu nehmen.

    Aber jeden Falls darf man NICHT noch mehr Konsum fordern, um uns eine heile Welt der Besserverdiener vorzugaukeln - das funktioniert nun ein Mal mangels Einnahmen (aus Export) nicht.

    (Übrigens sind auch die meisten deutschen Energiealternativen wie Photovoltaik oder neuerdings E-Autos völlig nutzlose Steuergeld- und Energievernichter, zumal auch diese Produkte inzwischen importiert werden müssen. Richtiger und sinnvoller wäre konsequente Wärmedämmung- und Energiesparprogramme, um mittelfristig weniger Energie importieren zu müssen und natürlich: Bessere Ausbildungskonzepte.)

    Antwort auf "Bedenklich"
  3. Subventionen sind möglich, um neue Produkte zu fördern, wie z. B. Solaranlagen, wie man sie auf jeder Parkuhr findet. Aber nur solange, bis sich ein neuer Markt etabliert hat.

    Besser als Subventionen sind allerdings Mindestlöhne, wie es sie in jedem Nachbarstaat von Deutschland und in den USA gibt.
    Siehe: Mindestlöhne
    Das erspart dem Staat eine Menge Subventionen und fördert kräftig die Binnennachfrage.

    In einigen Branchen werden die Arbeitnehmer aufgefordert, für eine Aufstockung Hartz4 zu beantragen. Auch Ein-Euro-Jobs sind Subventionen, die den Steuerzahler viel Geld kosten und obendrein den Wettbewerb verzerren. Die kann ja auch nicht im Sinne der INSM-Jünger sein.

  4. vor allem aber auf Kosten der eigenen Bürger. Der Service- und Dienstleisungssektor ist nicht nur praktisch nicht vorhanden, die Reallöhne stagnieren seit Jahren, weil die produzierten Waren im Ausland gekauft werden, merkt man das hier gar nicht.

    • kkr
    • 22. August 2009 19:20 Uhr

    durch die viel hohe Steuer- und Abgabenlast wird die Binnenkonjunktur mehr oder weniger durch den Staat und nicht durch den Bürger gemacht. Das selbe klingt auch im Artikel an.

    Wir exportiern nicht zu viel, sondern importieren zu wenig. Das selber gilt nur umgekehrt für Großbritannien und die USA. Es muss ein neues Gleichgewicht gefunden werden, dazu gehört auch eine bessere Verteilung des Volkseinkommens.

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    • lef
    • 23. August 2009 1:27 Uhr

    von Ihnen verlangte Importmenge ist die bereits existierende hohe Verschuldung Deutschlands.

    Wie viel mehr Schulden im Ausland soll die BRD noch machen, damit die Unproduktiven hierzulande den Luxus von importierten Konsumgütern genießen, ohne dafür etwas tun zu müssen?

    OK, wir (D.) sind noch kreditwürdig, aber wo ist die Grenze?
    Schon jetzt liegt die BRD in der Schuldenhöhe kurz hinter den USA und Japan an 3. Stelle weltweit.

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