Pop von Jan Delay Disko Deutschland
Der Rapper Jan Delay aus Hamburg-Eppendorf liefert mit seinem neuen Album »Wir Kinder vom Bahnhof Soul« einen Beitrag zur stilvollen Entkrampfung der Nation
© Matthias Bothor

Jan Delay reimt: »Wir können wetten/ in 20 Jahren mach ich dir aus Bielefeld Manhattan«
Das kann den Hauptstädtern nicht gefallen, was da von Hamburg herübergeweht kommt. Zwei schnelle Fanfarenstöße, Stakkatogitarren, und das Schlagzeug voll auf die Zwölf, dann steigt er auch schon aus der Kulisse, der Chefstyler, der Headliner, der größte selbst ernannte Charismatiker vor dem Herrn, um uns seine neuesten Verse um die Ohren zu hauen. »Alle Jungen alle Mädchen / Woll’n auf dem schnellsten Wege in die Medien / Ja, wer was auf sich hält in diesem Land / Geht nach Berlin und wird berühmter Praktikant / Und so ergattert sich ein jeder einen Sitz / Auf der großen Milchkaffee-Rampe ins Nichts.«
Deutschland-Diagnostik mit Jan Delay, dem Anzugträger unter den hiesigen Rap-Reimschmieden – ein Schnack, bei dem vieles zur Sprache kommt: das Land, die Leute, der Zustand, in dem sich das Entertainment noch immer befindet. Delay ist auch diesmal wieder zeitkritisch unterwegs, von Düsseldorf bis Bitterfeld hat er in sämtliche Winkel der Republik hineingeschaut, er hat die Traurigen besucht, die immer nur zu Hause vor der Glotze sitzen, und sich unter die Feiernden gemischt auf ihren Partyfeldzügen durch die Nacht. Seine Botschaft: »Ich sag, sie wollen es fresh, und so richtig funky. / Ey, das mach ich doch mit links wie Ypsilanti.« Jan Delay ist eben einer der freiesten Reimer, die wir haben. Unter der Maske des begnadeten Entertainers ist er aber auch ein Wirkungsästhet mit Bildungsauftrag.
Delays Band hat den Sound der Siebziger bis in die Finessen ertüftelt
Wir Kinder vom Bahnhof Soul heißt seine neue Platte, es ist, wie schon der Vorgänger Mercedes Dance, eine Funkplatte geworden, die den Vorbildern in punkto Groove in nichts nachsteht. Monatelang haben Delay, Produzent Kaspar »Tropf« Wiens und seine Band Disko No. 1 sich in diversen Hamburger Studios eingegraben, um den amtlichen Sound der späten Siebziger nachzuempfinden oder besser: auszuertüfteln, komplett mit Bläsersätzen, James-Brown-Schreien und ultrascharfen Gitarrenriffs. Prächtig haben sie ihren Job gemacht, bis in die feinsten Finessen von Sound und Rhythmik ist alles im Angebot, was das Kennerherz begehrt, wahrscheinlich hat keine deutsche Pop-Band zuvor sich je so konsequent reingefuchst ins einschlägige Repertoire. Und doch ist dieses rundum gelungene Werk nicht einfach der auf handwerklichem Wege erbrachte Beweis dafür, dass auch im kalten Hamburg heiße Diskomusik entstehen kann.
Es handelt sich vielmehr um ein Manifest zur Deutschlandverbesserung, ein musikalisches Entkrampfungsprogramm, verabschiedet in geschmacks- und stilbildender Absicht, mit ihm selbst, Jan Delay, in der Rolle des Vortänzers und obersten Zeremonienmeisters. Glamourös wie einst Frank Sinatra kommt er, umringt von coolen Männern und tief dekolletierten Frauen, von einer imaginären Showtreppe herabgestiegen ins Land der Kartoffeln. So werden bekanntlich die Deutschen von ihren polnischen Nachbarn genannt – vollkommen zu Recht, wie Jan Delay findet: »Ja der Flavour ist braun, und der Groove, der ist Marsch, und wir haben keinen Stock, sondern ’nen Wald im Arsch«, rappte er schon 2006 in Kartoffeln, dem Song zum Thema. Ein bisschen Nachhilfeunterricht schadet da nicht, ein wenig lockerer kann es schon werden in Potatoland. Und weil das so ist, lädt er alles, was Beine hat, in die hauseigene Disko, wo Schampus und Schweiß in Strömen fließen.
Wir Kinder vom Bahnhof Soul ist der vorläufige Höhepunkt einer Volksbildungsmaßnahme, die von Hamburg-Eppendorf aus ihren Lauf nahm. In den Neunzigern des letzten Jahrhunderts, als Jan Philipp Eißfeldt die Absoluten Beginner gründete, war Deutschland noch Entwicklungsland in Sachen Groove und Style, außer dem Mittelstands-Rap der Fantastischen Vier und den Aktionen diverser versprengter Ortsgruppen ging wenig. Entsprechend separatistisch der Sound der frühen Beginner: Mit ihrem auf Krawall gebürsteten Polit-Hip-Hop spielten sie ausschließlich für die Minderheit des lokalen Linksanarchismus rund um die Hafenstraße. Das Hip-Hop-typische gesteigerte Selbstbewusstsein allerdings lässt sich von Anfang an nachweisen, und weil der Wunsch, die Massen zu erreichen, darin mit eingebaut ist, sagte Eißfeldt sich irgendwann: Anarchie, gut und schön, aber nur zu den Bekehrten predigen möchte man auch nicht.
Mit ihrem zweiten Album Bambule begannen die Beginner erstmals zur deutschen Provinzjugend zu sprechen, zu Jungs in komischen Schuhen, Zahnspangenmädels und anderen, die’s nötig hatten – und trafen auf überwältigende Gegenliebe. Was seither geschah, lässt sich als Ausweitung der Einflusszone bei gleichzeitigem Zickzack-Kurs beschreiben: Mal drehten die Beginner ihren Erfolgs-Sound komplett durch den Remix-Wolf, mal gingen sie in Riesenschritten auf den Mainstream zu. Mit einer Reggae-Version des Nena-Songs Irgendwo, Irgendwie, Irgendwann landete Eißfeldt 2000 einen Riesenhit – um gleich darauf ein letztes Mal zum radical chic seiner Ursprünge zurückzukehren. Für Searching For The Jan Soul Rebels, das erste Album unter dem Namen Jan Delay, schlüpfte er in die Rolle eines schwer bewaffneten Spaßterroristen, der die gesamtdeutsche Unterhaltung mit unterhaltsamen Mitteln niedersingt. Freilich war auch das irgendwie stylish.
Der Wille zum Stil ist es, der die verschiedenen Identitäten Eißfeldts zusammenhält, den Polit-Jan, den Reggae-Jan und den Jan aus der Hitparade. Style, dieser Basiswert und innere Kompass des Pop, sagt ihm, wo in der weiten Welt der Zeichen und Klänge noch Potenziale schlummern, was geht und was nicht, an welchem Punkt man in eine Sache investieren sollte, und wo es besser ist, die Aktien wieder abzustoßen. Im style steckt aber auch die Lizenz, als Botschafter des guten Geschmacks aufzutreten. Eißfeldt hat ein Jahrzehnt gebraucht, um diese Figur in sich zu voller Lebensgröße aufzublasen, mit funky Jan war das Werk schließlich vollbracht. In jenem näselnden Tonfall, der zu seinem Markenzeichen geworden ist, spendierte er uns und sich eine Vision: »Gib mir gutes Radio, gutes Fernsehen, gute Mode, gutes Essen, gute Clubs und ein paar fähige Idole, gib mir das alles, Digger, und wir können wetten, in 20 Jahren mach ich dir aus Bielefeld Manhattan.«
- Datum 01.09.2009 - 14:36 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 20.08.2009 Nr. 35
- Kommentare 11
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...selten so einen Krampf gelesen.
Beim Lesen merkt man schnell, dass der Autor die "Mercedes Dance" liebt. Zu Recht, wie ich finde ;-) Ich staune zwar auch selbst immer wieder über die rhetorischen Figuren von Musikjournalisten, aber das gleich als "Krampf" zu bezeichnen scheint mir doch über das Ziel hinauszuschießen. Bisschen "verkrampft", so eine Reaktion, oder?
Aber das Wichtigste ich trotzdem die Musik als solche: Jan Delay hat einen großartigen Flow, den ich einzigartig finde. Hören!
...zum Thema einzigartig: der Titel "Wir Kinder vom Bahnhof Soul" ist geklaut von "Wir Kinder vom Bahnhof Strom" von T.Raumschmiere....und im Gegensatz zum ewig möchtegern kopierten Soul- HipHop-Abklatsch "inspiriert" aus den USA, war dieses Album etwas...aber hier ist ja schon ein weißer Mittelschichtjunge, der einen auf Raggea und Soul macht, das nonplusultra der Originalität...aber was soll man Leuten erzählen die die Charts "querbeet" hören und auf U2-Konzerte gehen....und die Wortspiele wie "Mercedes Dance" lustig finden...
... von diesem pseudokritischen Wichtigtuer auch noch "politische" Statements kommen, wird es nur noch lächerlich. Hauptsache das Image ist auf "Links" gebügelt, dann wird man seine Musik bei den anderen Pseudoalternativen schon los.
Für mich ist die Figur Jan Delay / Eißfeld nur eine weitere Sellout-Figur die nach der eigenen Labelpleite irgendwie doch im Rampenlicht bleiben will. Egal ob man damit seine (angeblichen) Ideale verkauft.
Die ganze Entwicklung wäre im Grunde auch gar nicht schlimm, soll er seinen Erfolg ruhig genießen, aber dann bitte ohne dieses alternative Image, dem er in keinster Weise entspricht.
Wenn Sie Jan Delays / Eißfeldts Karriere verfolgt hätten, wüssten Sie dass er ständig solche Wortspiele macht - Ob nun 'Chili Chili Bang Bang' mit den Beginnern, 'Atarihuana' oder 'Delaylama' und so weiter. Ich persönlich finde das sehr kreativ, aber mit dem Finger auf bereits bekannte Wortspiele zu zeigen ist ja auch nicht die feine englische Art, denn im Endeffekt war alles schonmal da. Daher kommt ja auch das Internet-Kommentar-Phänomen "The Simpsons did it!". Auf Dauer passiert einem das dann auch, er hat es ja nicht 1:1 kopiert und somit denk ich mal auch nicht wissentlich getan. Natürlich kann ich das aber auch nur genauso wenig wissen wie Sie.
Zum Thema mit aus den USA kopiert: Welches Musik-Genre soll er denn als Deutscher in Angriff nehmen? Rock?Pop?Jazz? War ja alles schonmal da, kommend aus Groß Britannien oder den USA. Soll er sich doch wieder auf die Klassik beschränken, da haben wir ja mit Bach Beethoven Händel usw. eine geeignete Herkunft.
Also bitte deutsche Künstler, Mister Herdplattenkind schreibt Ihnen vor, keine Musik aus dem Ausland mehr zu machen! Das ist nämlich billig aus anderen Ländern kopiert!
Originalität kommt aus dem Mix, Raggae auf deutsch gab es vorher in dieser Qualität noch nicht, gleiches gilt mMn auch für Funk/Soul, aber da können Sie mich auch ruhig vom Gegenteil überzeugen!
Und die Qualität von U2s "The Joshua Tree" können ja auch Sie nicht wirklich abstreiten, oder?
... von diesem pseudokritischen Wichtigtuer auch noch "politische" Statements kommen, wird es nur noch lächerlich. Hauptsache das Image ist auf "Links" gebügelt, dann wird man seine Musik bei den anderen Pseudoalternativen schon los.
Für mich ist die Figur Jan Delay / Eißfeld nur eine weitere Sellout-Figur die nach der eigenen Labelpleite irgendwie doch im Rampenlicht bleiben will. Egal ob man damit seine (angeblichen) Ideale verkauft.
Die ganze Entwicklung wäre im Grunde auch gar nicht schlimm, soll er seinen Erfolg ruhig genießen, aber dann bitte ohne dieses alternative Image, dem er in keinster Weise entspricht.
Wenn Sie Jan Delays / Eißfeldts Karriere verfolgt hätten, wüssten Sie dass er ständig solche Wortspiele macht - Ob nun 'Chili Chili Bang Bang' mit den Beginnern, 'Atarihuana' oder 'Delaylama' und so weiter. Ich persönlich finde das sehr kreativ, aber mit dem Finger auf bereits bekannte Wortspiele zu zeigen ist ja auch nicht die feine englische Art, denn im Endeffekt war alles schonmal da. Daher kommt ja auch das Internet-Kommentar-Phänomen "The Simpsons did it!". Auf Dauer passiert einem das dann auch, er hat es ja nicht 1:1 kopiert und somit denk ich mal auch nicht wissentlich getan. Natürlich kann ich das aber auch nur genauso wenig wissen wie Sie.
Zum Thema mit aus den USA kopiert: Welches Musik-Genre soll er denn als Deutscher in Angriff nehmen? Rock?Pop?Jazz? War ja alles schonmal da, kommend aus Groß Britannien oder den USA. Soll er sich doch wieder auf die Klassik beschränken, da haben wir ja mit Bach Beethoven Händel usw. eine geeignete Herkunft.
Also bitte deutsche Künstler, Mister Herdplattenkind schreibt Ihnen vor, keine Musik aus dem Ausland mehr zu machen! Das ist nämlich billig aus anderen Ländern kopiert!
Originalität kommt aus dem Mix, Raggae auf deutsch gab es vorher in dieser Qualität noch nicht, gleiches gilt mMn auch für Funk/Soul, aber da können Sie mich auch ruhig vom Gegenteil überzeugen!
Und die Qualität von U2s "The Joshua Tree" können ja auch Sie nicht wirklich abstreiten, oder?
... von diesem pseudokritischen Wichtigtuer auch noch "politische" Statements kommen, wird es nur noch lächerlich. Hauptsache das Image ist auf "Links" gebügelt, dann wird man seine Musik bei den anderen Pseudoalternativen schon los.
Für mich ist die Figur Jan Delay / Eißfeld nur eine weitere Sellout-Figur die nach der eigenen Labelpleite irgendwie doch im Rampenlicht bleiben will. Egal ob man damit seine (angeblichen) Ideale verkauft.
Die ganze Entwicklung wäre im Grunde auch gar nicht schlimm, soll er seinen Erfolg ruhig genießen, aber dann bitte ohne dieses alternative Image, dem er in keinster Weise entspricht.
"Die ganze Entwicklung wäre im Grunde auch gar nicht schlimm, soll er seinen Erfolg ruhig genießen, aber dann bitte ohne dieses alternative Image, dem er in keinster Weise entspricht."
Also muss man sich Ihrer Meinung nach unbedingt ein alternatives Image zulegen um auch solche Ideale zu verfolgen, mit Kleidung, Herkunft und Lebensstil? Naja, ich kann's verstehen - die NSDAP wollte ihre Jünger ja auch unbedingt in braunen Uniformen mit Seitenscheitel sehen, sonst waren es ja keine vernünftigen Nationalsozialisten.
Es ist wohl eher ein Zeichen der Freiheit, dass man sich nicht so ein Image zulegen muss so wie man denkt.
"Die ganze Entwicklung wäre im Grunde auch gar nicht schlimm, soll er seinen Erfolg ruhig genießen, aber dann bitte ohne dieses alternative Image, dem er in keinster Weise entspricht."
Also muss man sich Ihrer Meinung nach unbedingt ein alternatives Image zulegen um auch solche Ideale zu verfolgen, mit Kleidung, Herkunft und Lebensstil? Naja, ich kann's verstehen - die NSDAP wollte ihre Jünger ja auch unbedingt in braunen Uniformen mit Seitenscheitel sehen, sonst waren es ja keine vernünftigen Nationalsozialisten.
Es ist wohl eher ein Zeichen der Freiheit, dass man sich nicht so ein Image zulegen muss so wie man denkt.
ich habe mich nicht mehr der figur jan delay und seinen texten beschäftigt, aber musikalisch ist das projekt unter aller sau! die allerletzten beats, cover die selbst kleine bands nicht mehr spielen dürfen weil sie zu billig sind, einstimmige bläsersätze mit den einfallslosesten melodien überhaupt(allerliebste figur: grundton, kl.septime und zurück) und ein gesamtsound der einen sich fremdschämen läßt.
alles zwar perfekt einstudiert, mit guten doch für diese musik letztlich den falschen musikern besetzt, aber grooven tuts nicht für 5 cent.
wenn jan delay ist dass das beste ist was er je gemacht hat, grade weil sie sich ausgiebig mit den sounds der siebziger beschäftigt hat, so muß man ihm attestieren das er überhaupt keine ahnung hat und sich anscheinend von, in diesem gebiet, pseudoprofis hat beraten lassen.
hätten sie doch nur einmal james brown gehört....
"Die ganze Entwicklung wäre im Grunde auch gar nicht schlimm, soll er seinen Erfolg ruhig genießen, aber dann bitte ohne dieses alternative Image, dem er in keinster Weise entspricht."
Also muss man sich Ihrer Meinung nach unbedingt ein alternatives Image zulegen um auch solche Ideale zu verfolgen, mit Kleidung, Herkunft und Lebensstil? Naja, ich kann's verstehen - die NSDAP wollte ihre Jünger ja auch unbedingt in braunen Uniformen mit Seitenscheitel sehen, sonst waren es ja keine vernünftigen Nationalsozialisten.
Es ist wohl eher ein Zeichen der Freiheit, dass man sich nicht so ein Image zulegen muss so wie man denkt.
Man muss nicht "alternativ" aussehen, sollte in seinen Handlungen aber den eigenen Aussagen folgen.
Es ist halt einfach lächerlich, wenn Delay früher über die "Schlips- und Anzugträger" herzog / herzieht, über das Establishment lästert, aber aktuell selbst ständig in teurem Zwirn zu sehen ist, oder gerne teure Restaurants geht. Ich habe damit auch kein Problem, nur sollte jemand dann eben entsprechende Aussagen einfach stecken lassen, weil diese schlicht lächerlich und aufgesetzt - oder im "besten" Fall - sehr unreflektiert wirken, was die Texte dann ja nicht besser macht.
Man muss nicht "alternativ" aussehen, sollte in seinen Handlungen aber den eigenen Aussagen folgen.
Es ist halt einfach lächerlich, wenn Delay früher über die "Schlips- und Anzugträger" herzog / herzieht, über das Establishment lästert, aber aktuell selbst ständig in teurem Zwirn zu sehen ist, oder gerne teure Restaurants geht. Ich habe damit auch kein Problem, nur sollte jemand dann eben entsprechende Aussagen einfach stecken lassen, weil diese schlicht lächerlich und aufgesetzt - oder im "besten" Fall - sehr unreflektiert wirken, was die Texte dann ja nicht besser macht.
Wenn Sie Jan Delays / Eißfeldts Karriere verfolgt hätten, wüssten Sie dass er ständig solche Wortspiele macht - Ob nun 'Chili Chili Bang Bang' mit den Beginnern, 'Atarihuana' oder 'Delaylama' und so weiter. Ich persönlich finde das sehr kreativ, aber mit dem Finger auf bereits bekannte Wortspiele zu zeigen ist ja auch nicht die feine englische Art, denn im Endeffekt war alles schonmal da. Daher kommt ja auch das Internet-Kommentar-Phänomen "The Simpsons did it!". Auf Dauer passiert einem das dann auch, er hat es ja nicht 1:1 kopiert und somit denk ich mal auch nicht wissentlich getan. Natürlich kann ich das aber auch nur genauso wenig wissen wie Sie.
Zum Thema mit aus den USA kopiert: Welches Musik-Genre soll er denn als Deutscher in Angriff nehmen? Rock?Pop?Jazz? War ja alles schonmal da, kommend aus Groß Britannien oder den USA. Soll er sich doch wieder auf die Klassik beschränken, da haben wir ja mit Bach Beethoven Händel usw. eine geeignete Herkunft.
Also bitte deutsche Künstler, Mister Herdplattenkind schreibt Ihnen vor, keine Musik aus dem Ausland mehr zu machen! Das ist nämlich billig aus anderen Ländern kopiert!
Originalität kommt aus dem Mix, Raggae auf deutsch gab es vorher in dieser Qualität noch nicht, gleiches gilt mMn auch für Funk/Soul, aber da können Sie mich auch ruhig vom Gegenteil überzeugen!
Und die Qualität von U2s "The Joshua Tree" können ja auch Sie nicht wirklich abstreiten, oder?
..schreibe ich niemanden etwas vor, was er als "Deutscher" zu tun hat. Ob er nun Musiker ist oder nicht. Und die sog. "Originalität, die aus dem Mix, Raggae auf deutsch zu singen" kommen soll, ist ja wie bereits erwähnt, nicht wirklich "originell". Das konnte ja bereits Hans Söllner erstens besser, und zweitens mit weitaus mehr Humor.
Allerdings war "The Joshua Tree" auch nicht allerschlechtestes Studentengeschrammel. Schaut man sich aber die aktuellen Bombast-Shows der Kapelle an, hat man irgendwie das Gefühl, dass Bono, dem immer gut gelaunten Supergutmensch, die Ideen ausgegangen sind.
Es gibt in der Tat nicht so viele von Grund auf neue Ansätze, was die Genres der deutschen Musik-Szene angeht. Aber z.B. "Kraftwerk" war ja eine Hausnummer, die man in diesem Zusammenhang mal erwähnen kann....Und T.Raumschmiere hat immerhin als "angry young kraut with a laptop" (New York Times) für aufsehen gesorgt....aber mittlerweile scheinen auch ihm leider die Ideen ausgegangen zu sein. Vielleicht doch wieder zurück zum Ludwig van....?
..schreibe ich niemanden etwas vor, was er als "Deutscher" zu tun hat. Ob er nun Musiker ist oder nicht. Und die sog. "Originalität, die aus dem Mix, Raggae auf deutsch zu singen" kommen soll, ist ja wie bereits erwähnt, nicht wirklich "originell". Das konnte ja bereits Hans Söllner erstens besser, und zweitens mit weitaus mehr Humor.
Allerdings war "The Joshua Tree" auch nicht allerschlechtestes Studentengeschrammel. Schaut man sich aber die aktuellen Bombast-Shows der Kapelle an, hat man irgendwie das Gefühl, dass Bono, dem immer gut gelaunten Supergutmensch, die Ideen ausgegangen sind.
Es gibt in der Tat nicht so viele von Grund auf neue Ansätze, was die Genres der deutschen Musik-Szene angeht. Aber z.B. "Kraftwerk" war ja eine Hausnummer, die man in diesem Zusammenhang mal erwähnen kann....Und T.Raumschmiere hat immerhin als "angry young kraut with a laptop" (New York Times) für aufsehen gesorgt....aber mittlerweile scheinen auch ihm leider die Ideen ausgegangen zu sein. Vielleicht doch wieder zurück zum Ludwig van....?
Also wenn Jan Delay's neue Platte die "feinsten Finessen von Sound und Rhythmik" darstellt, dann Gute Nacht. Musikalisch gesehen ist das ja wohl eher unteres Regal. Man bräuchte sich nur mal James Brown oder Maceo Parker anhören und würde sofort bemerken, dass Welten zwischen diesen und Jan Delay liegen.
Nichteinmal auf Deutschland trifft diese völlig übertriebene Einschätzung zu.
Bloß weil Jan Delay bekannter ist als andere Funk Bands, heisst das noch lange nicht, dass er auch besser in der musikalischen Ausführung/Umsetzung als diese ist.
Britney Spears ist auch bekannter als King Crimson und dennoch nicht mal annähernd in deren Liga.
Diese Platte könnte man als bescheidenen Versuch, die Funk Musik der 70er Jahre zu zelebrieren, bezeichnen. Hier werden die allersimpelsten Strukturen wieder hervorgegraben, die man schon tausendfach gehört hat. Es ist alles sauber gespielt, aber einen "Mega Groove" kann ich hier nicht orten - verweise auf die obigen zwei.
Die Texte sind Stellenweise ganz lustig, aber beiweitem nicht auf einem solch hohem Niveau wie der Autor es hier darstellt.
Ich finde, dass ist keine kompetente Plattenkritik, sondern eine zweiseitige Werbeanzeige.
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