Pop von Jan Delay Disko DeutschlandSeite 2/2

Er will mit einprägsamen Reimen und Groove die Mitte erobern

Jetzt also der Ritt auf dem Soultrain. Musikalisch lässt die Platte, wie gesagt, nichts zu wünschen übrig, doch um Musik allein geht es nicht. Wir Kinder vom Bahnhof Soul ist Jan Delays Versuch, die demokratische Mitte für sich zu gewinnen. Um die Ansprache möglichst breit zu halten, hat der den »Politonkel« (Eißfeldt) diesmal weit in den Hintergrund gemischt und stattdessen den Showmann von der Leine gelassen, eine Figur, der das Entertainen so sehr in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass der rote Teppich ihr unter den Füßen festgewachsen ist. Auch wurde auf Parolenhaftes wie allzu Anspielungsreiches zugunsten einprägsamer Reime und universeller Tanzbarkeit weitestgehend verzichtet. Es ist eine gründliche Lektion, die der Chefstyler hier austeilt, one nation under a groove, immer, wenn man glaubt, es sei endlich genug, »geht irgendwer los und bestellt die achte Runde, und wir schütteln, was wir haben, so als wär’n wir nasse Hunde.«

Nach einer Kur wie dieser kann man nur erschöpft in die Laken sinken. Wir befänden uns allerdings nicht in uncool Germany, gäbe es nicht trotzdem noch viel zu tun. Showgeschäft ist ein an die nächste Generation gerichtetes Plädoyer für nachhaltige Karriereplanung: »Gestern warst du die Award-Gewinner-Sensation, heute bist du schon beim Promi-Dinner, Endstation!« Überdosis Fremdscham widmet sich jenen Zeitgenossen, deren Würde »klein wie Erbsen« ist. Kommando Bauchladen schließlich kommt als fast schon rührendes Plädoyer für korrektes Kaufen daher: Wenn in den Einkaufszonen, wohin man auch schaut, Don Aldi regiert, Bruder Kamps und der blutige McPaper, lohnt es sich, auch beim Griff zum Geldbeutel Stil zu beweisen. Fazit: »Aber ihr macht mich nich’ gleich! Ja und ich mach euch nich’ reich! Nee Mann, ihr kriegt mich nich’ klein, nee ihr Schweine!«

Bis aus Bielefeld Manhattan geworden ist, wird es also noch eine Weile dauern, was ja sein Gutes hat: Der Bahnhof Soul war auch nur eine Zwischenstation auf dem Weg hin zur coolen Republik, wir dürfen uns auf weitere Lockerungsübungen aus dem Hause Delay freuen. In den Beinen ist die Botschaft bereits angekommen. Wenn sie von dort aus nach oben steigt, kann zum Wahl- und Wiedervereinigungsherbst alles nur besser werden.

 
Leser-Kommentare
  1. ...selten so einen Krampf gelesen.

  2. Beim Lesen merkt man schnell, dass der Autor die "Mercedes Dance" liebt. Zu Recht, wie ich finde ;-) Ich staune zwar auch selbst immer wieder über die rhetorischen Figuren von Musikjournalisten, aber das gleich als "Krampf" zu bezeichnen scheint mir doch über das Ziel hinauszuschießen. Bisschen "verkrampft", so eine Reaktion, oder?

    Aber das Wichtigste ich trotzdem die Musik als solche: Jan Delay hat einen großartigen Flow, den ich einzigartig finde. Hören!

  3. ...zum Thema einzigartig: der Titel "Wir Kinder vom Bahnhof Soul" ist geklaut von "Wir Kinder vom Bahnhof Strom" von T.Raumschmiere....und im Gegensatz zum ewig möchtegern kopierten Soul- HipHop-Abklatsch "inspiriert" aus den USA, war dieses Album etwas...aber hier ist ja schon ein weißer Mittelschichtjunge, der einen auf Raggea und Soul macht, das nonplusultra der Originalität...aber was soll man Leuten erzählen die die Charts "querbeet" hören und auf U2-Konzerte gehen....und die Wortspiele wie "Mercedes Dance" lustig finden...

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    ... von diesem pseudokritischen Wichtigtuer auch noch "politische" Statements kommen, wird es nur noch lächerlich. Hauptsache das Image ist auf "Links" gebügelt, dann wird man seine Musik bei den anderen Pseudoalternativen schon los.

    Für mich ist die Figur Jan Delay / Eißfeld nur eine weitere Sellout-Figur die nach der eigenen Labelpleite irgendwie doch im Rampenlicht bleiben will. Egal ob man damit seine (angeblichen) Ideale verkauft.

    Die ganze Entwicklung wäre im Grunde auch gar nicht schlimm, soll er seinen Erfolg ruhig genießen, aber dann bitte ohne dieses alternative Image, dem er in keinster Weise entspricht.

    • RobJir
    • 21.08.2009 um 1:02 Uhr

    Wenn Sie Jan Delays / Eißfeldts Karriere verfolgt hätten, wüssten Sie dass er ständig solche Wortspiele macht - Ob nun 'Chili Chili Bang Bang' mit den Beginnern, 'Atarihuana' oder 'Delaylama' und so weiter. Ich persönlich finde das sehr kreativ, aber mit dem Finger auf bereits bekannte Wortspiele zu zeigen ist ja auch nicht die feine englische Art, denn im Endeffekt war alles schonmal da. Daher kommt ja auch das Internet-Kommentar-Phänomen "The Simpsons did it!". Auf Dauer passiert einem das dann auch, er hat es ja nicht 1:1 kopiert und somit denk ich mal auch nicht wissentlich getan. Natürlich kann ich das aber auch nur genauso wenig wissen wie Sie.
    Zum Thema mit aus den USA kopiert: Welches Musik-Genre soll er denn als Deutscher in Angriff nehmen? Rock?Pop?Jazz? War ja alles schonmal da, kommend aus Groß Britannien oder den USA. Soll er sich doch wieder auf die Klassik beschränken, da haben wir ja mit Bach Beethoven Händel usw. eine geeignete Herkunft.
    Also bitte deutsche Künstler, Mister Herdplattenkind schreibt Ihnen vor, keine Musik aus dem Ausland mehr zu machen! Das ist nämlich billig aus anderen Ländern kopiert!

    Originalität kommt aus dem Mix, Raggae auf deutsch gab es vorher in dieser Qualität noch nicht, gleiches gilt mMn auch für Funk/Soul, aber da können Sie mich auch ruhig vom Gegenteil überzeugen!
    Und die Qualität von U2s "The Joshua Tree" können ja auch Sie nicht wirklich abstreiten, oder?

    ... von diesem pseudokritischen Wichtigtuer auch noch "politische" Statements kommen, wird es nur noch lächerlich. Hauptsache das Image ist auf "Links" gebügelt, dann wird man seine Musik bei den anderen Pseudoalternativen schon los.

    Für mich ist die Figur Jan Delay / Eißfeld nur eine weitere Sellout-Figur die nach der eigenen Labelpleite irgendwie doch im Rampenlicht bleiben will. Egal ob man damit seine (angeblichen) Ideale verkauft.

    Die ganze Entwicklung wäre im Grunde auch gar nicht schlimm, soll er seinen Erfolg ruhig genießen, aber dann bitte ohne dieses alternative Image, dem er in keinster Weise entspricht.

    • RobJir
    • 21.08.2009 um 1:02 Uhr

    Wenn Sie Jan Delays / Eißfeldts Karriere verfolgt hätten, wüssten Sie dass er ständig solche Wortspiele macht - Ob nun 'Chili Chili Bang Bang' mit den Beginnern, 'Atarihuana' oder 'Delaylama' und so weiter. Ich persönlich finde das sehr kreativ, aber mit dem Finger auf bereits bekannte Wortspiele zu zeigen ist ja auch nicht die feine englische Art, denn im Endeffekt war alles schonmal da. Daher kommt ja auch das Internet-Kommentar-Phänomen "The Simpsons did it!". Auf Dauer passiert einem das dann auch, er hat es ja nicht 1:1 kopiert und somit denk ich mal auch nicht wissentlich getan. Natürlich kann ich das aber auch nur genauso wenig wissen wie Sie.
    Zum Thema mit aus den USA kopiert: Welches Musik-Genre soll er denn als Deutscher in Angriff nehmen? Rock?Pop?Jazz? War ja alles schonmal da, kommend aus Groß Britannien oder den USA. Soll er sich doch wieder auf die Klassik beschränken, da haben wir ja mit Bach Beethoven Händel usw. eine geeignete Herkunft.
    Also bitte deutsche Künstler, Mister Herdplattenkind schreibt Ihnen vor, keine Musik aus dem Ausland mehr zu machen! Das ist nämlich billig aus anderen Ländern kopiert!

    Originalität kommt aus dem Mix, Raggae auf deutsch gab es vorher in dieser Qualität noch nicht, gleiches gilt mMn auch für Funk/Soul, aber da können Sie mich auch ruhig vom Gegenteil überzeugen!
    Und die Qualität von U2s "The Joshua Tree" können ja auch Sie nicht wirklich abstreiten, oder?

  4. ... von diesem pseudokritischen Wichtigtuer auch noch "politische" Statements kommen, wird es nur noch lächerlich. Hauptsache das Image ist auf "Links" gebügelt, dann wird man seine Musik bei den anderen Pseudoalternativen schon los.

    Für mich ist die Figur Jan Delay / Eißfeld nur eine weitere Sellout-Figur die nach der eigenen Labelpleite irgendwie doch im Rampenlicht bleiben will. Egal ob man damit seine (angeblichen) Ideale verkauft.

    Die ganze Entwicklung wäre im Grunde auch gar nicht schlimm, soll er seinen Erfolg ruhig genießen, aber dann bitte ohne dieses alternative Image, dem er in keinster Weise entspricht.

    Antwort auf "Schauen und klauen..."
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    • RobJir
    • 21.08.2009 um 0:51 Uhr

    "Die ganze Entwicklung wäre im Grunde auch gar nicht schlimm, soll er seinen Erfolg ruhig genießen, aber dann bitte ohne dieses alternative Image, dem er in keinster Weise entspricht."
    Also muss man sich Ihrer Meinung nach unbedingt ein alternatives Image zulegen um auch solche Ideale zu verfolgen, mit Kleidung, Herkunft und Lebensstil? Naja, ich kann's verstehen - die NSDAP wollte ihre Jünger ja auch unbedingt in braunen Uniformen mit Seitenscheitel sehen, sonst waren es ja keine vernünftigen Nationalsozialisten.
    Es ist wohl eher ein Zeichen der Freiheit, dass man sich nicht so ein Image zulegen muss so wie man denkt.

    • RobJir
    • 21.08.2009 um 0:51 Uhr

    "Die ganze Entwicklung wäre im Grunde auch gar nicht schlimm, soll er seinen Erfolg ruhig genießen, aber dann bitte ohne dieses alternative Image, dem er in keinster Weise entspricht."
    Also muss man sich Ihrer Meinung nach unbedingt ein alternatives Image zulegen um auch solche Ideale zu verfolgen, mit Kleidung, Herkunft und Lebensstil? Naja, ich kann's verstehen - die NSDAP wollte ihre Jünger ja auch unbedingt in braunen Uniformen mit Seitenscheitel sehen, sonst waren es ja keine vernünftigen Nationalsozialisten.
    Es ist wohl eher ein Zeichen der Freiheit, dass man sich nicht so ein Image zulegen muss so wie man denkt.

  5. ich habe mich nicht mehr der figur jan delay und seinen texten beschäftigt, aber musikalisch ist das projekt unter aller sau! die allerletzten beats, cover die selbst kleine bands nicht mehr spielen dürfen weil sie zu billig sind, einstimmige bläsersätze mit den einfallslosesten melodien überhaupt(allerliebste figur: grundton, kl.septime und zurück) und ein gesamtsound der einen sich fremdschämen läßt.
    alles zwar perfekt einstudiert, mit guten doch für diese musik letztlich den falschen musikern besetzt, aber grooven tuts nicht für 5 cent.
    wenn jan delay ist dass das beste ist was er je gemacht hat, grade weil sie sich ausgiebig mit den sounds der siebziger beschäftigt hat, so muß man ihm attestieren das er überhaupt keine ahnung hat und sich anscheinend von, in diesem gebiet, pseudoprofis hat beraten lassen.
    hätten sie doch nur einmal james brown gehört....

    • RobJir
    • 21.08.2009 um 0:51 Uhr

    "Die ganze Entwicklung wäre im Grunde auch gar nicht schlimm, soll er seinen Erfolg ruhig genießen, aber dann bitte ohne dieses alternative Image, dem er in keinster Weise entspricht."
    Also muss man sich Ihrer Meinung nach unbedingt ein alternatives Image zulegen um auch solche Ideale zu verfolgen, mit Kleidung, Herkunft und Lebensstil? Naja, ich kann's verstehen - die NSDAP wollte ihre Jünger ja auch unbedingt in braunen Uniformen mit Seitenscheitel sehen, sonst waren es ja keine vernünftigen Nationalsozialisten.
    Es ist wohl eher ein Zeichen der Freiheit, dass man sich nicht so ein Image zulegen muss so wie man denkt.

    Antwort auf "Wenn dann.... "
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    Man muss nicht "alternativ" aussehen, sollte in seinen Handlungen aber den eigenen Aussagen folgen.

    Es ist halt einfach lächerlich, wenn Delay früher über die "Schlips- und Anzugträger" herzog / herzieht, über das Establishment lästert, aber aktuell selbst ständig in teurem Zwirn zu sehen ist, oder gerne teure Restaurants geht. Ich habe damit auch kein Problem, nur sollte jemand dann eben entsprechende Aussagen einfach stecken lassen, weil diese schlicht lächerlich und aufgesetzt - oder im "besten" Fall - sehr unreflektiert wirken, was die Texte dann ja nicht besser macht.

    Man muss nicht "alternativ" aussehen, sollte in seinen Handlungen aber den eigenen Aussagen folgen.

    Es ist halt einfach lächerlich, wenn Delay früher über die "Schlips- und Anzugträger" herzog / herzieht, über das Establishment lästert, aber aktuell selbst ständig in teurem Zwirn zu sehen ist, oder gerne teure Restaurants geht. Ich habe damit auch kein Problem, nur sollte jemand dann eben entsprechende Aussagen einfach stecken lassen, weil diese schlicht lächerlich und aufgesetzt - oder im "besten" Fall - sehr unreflektiert wirken, was die Texte dann ja nicht besser macht.

    • RobJir
    • 21.08.2009 um 1:02 Uhr

    Wenn Sie Jan Delays / Eißfeldts Karriere verfolgt hätten, wüssten Sie dass er ständig solche Wortspiele macht - Ob nun 'Chili Chili Bang Bang' mit den Beginnern, 'Atarihuana' oder 'Delaylama' und so weiter. Ich persönlich finde das sehr kreativ, aber mit dem Finger auf bereits bekannte Wortspiele zu zeigen ist ja auch nicht die feine englische Art, denn im Endeffekt war alles schonmal da. Daher kommt ja auch das Internet-Kommentar-Phänomen "The Simpsons did it!". Auf Dauer passiert einem das dann auch, er hat es ja nicht 1:1 kopiert und somit denk ich mal auch nicht wissentlich getan. Natürlich kann ich das aber auch nur genauso wenig wissen wie Sie.
    Zum Thema mit aus den USA kopiert: Welches Musik-Genre soll er denn als Deutscher in Angriff nehmen? Rock?Pop?Jazz? War ja alles schonmal da, kommend aus Groß Britannien oder den USA. Soll er sich doch wieder auf die Klassik beschränken, da haben wir ja mit Bach Beethoven Händel usw. eine geeignete Herkunft.
    Also bitte deutsche Künstler, Mister Herdplattenkind schreibt Ihnen vor, keine Musik aus dem Ausland mehr zu machen! Das ist nämlich billig aus anderen Ländern kopiert!

    Originalität kommt aus dem Mix, Raggae auf deutsch gab es vorher in dieser Qualität noch nicht, gleiches gilt mMn auch für Funk/Soul, aber da können Sie mich auch ruhig vom Gegenteil überzeugen!
    Und die Qualität von U2s "The Joshua Tree" können ja auch Sie nicht wirklich abstreiten, oder?

    Antwort auf "Schauen und klauen..."
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    ..schreibe ich niemanden etwas vor, was er als "Deutscher" zu tun hat. Ob er nun Musiker ist oder nicht. Und die sog. "Originalität, die aus dem Mix, Raggae auf deutsch zu singen" kommen soll, ist ja wie bereits erwähnt, nicht wirklich "originell". Das konnte ja bereits Hans Söllner erstens besser, und zweitens mit weitaus mehr Humor.

    Allerdings war "The Joshua Tree" auch nicht allerschlechtestes Studentengeschrammel. Schaut man sich aber die aktuellen Bombast-Shows der Kapelle an, hat man irgendwie das Gefühl, dass Bono, dem immer gut gelaunten Supergutmensch, die Ideen ausgegangen sind.

    Es gibt in der Tat nicht so viele von Grund auf neue Ansätze, was die Genres der deutschen Musik-Szene angeht. Aber z.B. "Kraftwerk" war ja eine Hausnummer, die man in diesem Zusammenhang mal erwähnen kann....Und T.Raumschmiere hat immerhin als "angry young kraut with a laptop" (New York Times) für aufsehen gesorgt....aber mittlerweile scheinen auch ihm leider die Ideen ausgegangen zu sein. Vielleicht doch wieder zurück zum Ludwig van....?

    ..schreibe ich niemanden etwas vor, was er als "Deutscher" zu tun hat. Ob er nun Musiker ist oder nicht. Und die sog. "Originalität, die aus dem Mix, Raggae auf deutsch zu singen" kommen soll, ist ja wie bereits erwähnt, nicht wirklich "originell". Das konnte ja bereits Hans Söllner erstens besser, und zweitens mit weitaus mehr Humor.

    Allerdings war "The Joshua Tree" auch nicht allerschlechtestes Studentengeschrammel. Schaut man sich aber die aktuellen Bombast-Shows der Kapelle an, hat man irgendwie das Gefühl, dass Bono, dem immer gut gelaunten Supergutmensch, die Ideen ausgegangen sind.

    Es gibt in der Tat nicht so viele von Grund auf neue Ansätze, was die Genres der deutschen Musik-Szene angeht. Aber z.B. "Kraftwerk" war ja eine Hausnummer, die man in diesem Zusammenhang mal erwähnen kann....Und T.Raumschmiere hat immerhin als "angry young kraut with a laptop" (New York Times) für aufsehen gesorgt....aber mittlerweile scheinen auch ihm leider die Ideen ausgegangen zu sein. Vielleicht doch wieder zurück zum Ludwig van....?

    • Verney
    • 21.08.2009 um 3:40 Uhr

    Also wenn Jan Delay's neue Platte die "feinsten Finessen von Sound und Rhythmik" darstellt, dann Gute Nacht. Musikalisch gesehen ist das ja wohl eher unteres Regal. Man bräuchte sich nur mal James Brown oder Maceo Parker anhören und würde sofort bemerken, dass Welten zwischen diesen und Jan Delay liegen.
    Nichteinmal auf Deutschland trifft diese völlig übertriebene Einschätzung zu.
    Bloß weil Jan Delay bekannter ist als andere Funk Bands, heisst das noch lange nicht, dass er auch besser in der musikalischen Ausführung/Umsetzung als diese ist.
    Britney Spears ist auch bekannter als King Crimson und dennoch nicht mal annähernd in deren Liga.

    Diese Platte könnte man als bescheidenen Versuch, die Funk Musik der 70er Jahre zu zelebrieren, bezeichnen. Hier werden die allersimpelsten Strukturen wieder hervorgegraben, die man schon tausendfach gehört hat. Es ist alles sauber gespielt, aber einen "Mega Groove" kann ich hier nicht orten - verweise auf die obigen zwei.
    Die Texte sind Stellenweise ganz lustig, aber beiweitem nicht auf einem solch hohem Niveau wie der Autor es hier darstellt.

    Ich finde, dass ist keine kompetente Plattenkritik, sondern eine zweiseitige Werbeanzeige.

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