Liebeskolumne Schatz, ich hab mich verliebt!

Jede Woche beantwortet der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer eine große Frage der Liebe. Diesmal: Soll er Gefühle für eine andere beichten?

Die Frage: Hans hat sich in Julia verliebt, mit der er zusammen in einem Laienorchester musiziert. Er spielt Geige, sie Cello. Allerdings ist Hans seit 15 Jahren mit Irene verheiratet. Er sagt Julia nichts von seinen Gefühlen. Aber er beruhigt sein schlechtes Gewissen damit, dass er seiner Frau erzählt, dass er sich verliebt hat. Irene reagiert allerdings nicht so, wie ihr Mann gehofft hat. Sie wird sehr eifersüchtig und wütend. Sie verlangt von Hans, aus dem Orchester auszuscheiden. Die Musik ist ihm allerdings fast so wichtig wie sein Beruf als Kinderarzt und wie seine Familie. Hans hat das Gefühl, nichts Unrechtes getan zu haben – schließlich hat er doch nichts mit Julia gemacht und sich vertrauensvoll an seine Ehefrau gewandt. Wer von den beiden hat nun recht?

Liebeskolumne
Lesen Sie hier alle bisherigen Ratschläge von unserem Paartherapeuten Wolfgang Schmidbauer

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Wolfgang Schmidbauer antwortet: Wie so oft haben beide recht und unrecht zugleich – und sind auf einem gefährlichen Weg. Hans mischt in seinem Frauenbild Mutter, Freundin und Geliebte. Indem er sich an Irene wendet, appelliert er an ihre mütterlichen Qualitäten: Soll sie ihn denn beraten, wie man einen Seitensprung organisiert oder sich die Gefühle für die falsche Frau aus dem Herzen reißt? Indem Irene Hans herumkommandiert, nimmt sie diese Mutterrolle an. Die Beziehung verarmt derweil noch mehr. Denn nun fehlt ihr das Element der Geliebten. Weder Irene noch Julia kommen für die Mutterrolle infrage. Irene sollte ihrem Mann sagen, dass er wissen müsse, was er tut. Und Hans sollte versuchen, gemeinsam mit Irene herauszufinden, was mit dem Element der Verliebtheit in ihrer Partnerschaft geschehen ist.

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Wolfgang Schmidbauer, 68, ist einer der bekanntesten deutschen Paartherapeuten. Sein Buch zu dieser Kolumne ist soeben erschienen: "Lässt sich Sex verhandeln?", Gütersloher Verlagshaus 2009

Haben Sie auch eine "große Frage der Liebe"? Schicken Sie eine E-Mail an liebeskolumne@zeit.de.

 
Leser-Kommentare
    • eras
    • 22.08.2009 um 15:18 Uhr

    Hans hätte die Klappe halten sollen. Und in aller Ruhe herausfinden können, ob es eine temporäre Geschichte ist, oder ob seine Ehe den Bach runter geht.

    Die Aussage "Schatz, ich hab mich verliebt" führt nur zu (berechtigtem) Misstrauen der Frau, nützen tut sie nichts...

  1. ueberein. Auf der anderen Seite haette Hans aber entscheiden muessen: entweder die eine oder andere. Ein Mann kann nicht zwischen zwei Stuehlen leben.

    • kkr
    • 22.08.2009 um 19:41 Uhr

    er hätte die Entscheidung treffen müssen:
    a) entweder eine Affäre anfangen sollen, oder
    b) diese Geschichte -wie auch immer- bereinigen.

    Aber was er gemacht hat ist riesengroßer Mist, nämlich mit so einer Geschichte Eifersucht und Mißtrauen Tür und Tor zu öffnen. Damit wird er gegenüber seiner Frau auf lange Zeit einen gewissen Untreuevorwurf erdulden müssen. Und wenn er diese Situation klären will, dann ist er wieder bei (b) beim Bereinigen. Und das ohne (a) Affäre.

    Dumm gelaufen.

    PS: auch wenn es nicht so erscheint, bei mir wäre (b) die klare Wahl ausser die Ehe wäre nur noch "status quo"

  2. Man kann das Problem a) auf der Du-musst-Ebene lösen oder b) auf der Ich-kann-Ebene. Hier agieren alle unter dem Stern des "Du-musst" und das Ergebnis ist immer weniger "Ich kann" für alle. Wenn einer der Beteiligten sich auf sein Ich-kann besinnt und es stärkt, dann wird er auch für das Ich-kann dessen interessant, der sich nicht um sein Ich-kann kümmert. "Wenn ich mit Deinen Kräften (dem Ich-kann) BESSER umgehe als Du, mögen sie mich und folgen mir lieber als Dir" sagt es der Ich-kann-Schule-Satz 2008. Statt also auf eigene oder fremde Talenete einzureden und ihr Du-musst zu steigern, wäre es klüger sich zu überlegen, was den Kräften fehlt, und diesen Hunger zu stillen: das mehrt das Ich-kann, und das Ich-kann in der betroffenen Person und dieses ist natürlich dem verbunden, der ihm ihm geholfen hat. Ich grüße freundlich

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    herr neffe,

    ich habe den eindruck sie nutzen das forum lediglich um werbung für ihr fragwürdiges projekt "ich-kann-schule" und den dazu von ihnen geschriebenen büchern zu machen.

    mich wundert auch das ich im internet nichts über sie finde außer den zahllosen foren in denen sie kommentieren, den links zu ihren büchern, wikipedia etc.
    gerne hätte ich einen link gefunden der zu inhalten über sie und ihre theorien, nicht von ihnen führt(direkt oder indirekt). können sie mir weiterhelfen?

    werden ihre vorschläge anerkannt, diskutiert, angewendet? also außer von ihnen?

    hoffe es macht keine umstände...danke im voraus.

    herr neffe,

    ich habe den eindruck sie nutzen das forum lediglich um werbung für ihr fragwürdiges projekt "ich-kann-schule" und den dazu von ihnen geschriebenen büchern zu machen.

    mich wundert auch das ich im internet nichts über sie finde außer den zahllosen foren in denen sie kommentieren, den links zu ihren büchern, wikipedia etc.
    gerne hätte ich einen link gefunden der zu inhalten über sie und ihre theorien, nicht von ihnen führt(direkt oder indirekt). können sie mir weiterhelfen?

    werden ihre vorschläge anerkannt, diskutiert, angewendet? also außer von ihnen?

    hoffe es macht keine umstände...danke im voraus.

  3. "Hans mischt in seinem Frauenbild Mutter, Freundin und Geliebte"

    - Mmh, vielleicht ja deshalb, weil seine Ehefrau Mutter, Freundin und Geliebte ist? Zumindest ist er ja Kinderarzt mit Familie, das deutet sehr darauf hin, zumal nach 15 Jahren Ehe. Mein Partner ist auch nicht mehr nur Freund und Geliebter, sondern ich erlebe ihn eben auch als Vater, was eine neue Dimension in eine Beziehung bringt.

    Ich finde, Hans hat genau das Richtige getan! Denn: Verliebtheit ist erstmal was tolles, sie kommt aus mir heraus und wird nur ausgelöst durch eine mir-noch-fremde Person, durch die Möglichkeiten, die ich für mein Leben durch sie entdecke. Hätte er diese Verliebtheit heimlich ausgelebt, hätte er zwei Menschen belogen und als egoistisches Spielzeug missbraucht. Wär sicher nicht besser gewesen? Stattdessen hat er sich im Vertrauen an seine Partnerin gewandt, und auch wenn ein Vorkommentator meinte: Dumm gelaufen ... wie hätte er sich denn gefühlt, wenn seine Frau da keine Probleme mit gehabt hätte? Dann hätte er sicher gedacht, er sei ihr egal. Beide haben also zunächst (im Sinne ihrer Beziehung) richtig gehandelt, und jetzt kommts drauf an was sie mit der Wahrheit anfangen. Das Wichtigste zuerst: seinem Hobby soll er weiter nachgehen, sie sollte aber ebenso eins haben (hat sie?).

    Mir scheint es sehr wahrscheinlich, dass seine Verliebtheit nun schnell wieder abklingt, so wie auch ihre Wut. Sie weiß jetzt sicher: mein Mann zieht mich ins Vertrauen, auch bei unangenehmen. Bevor er irgendwas tut. Sie weiß unbewusst sicher, dass sie das honorieren sollte, ihr Ehrgeiz wird auch geweckt sein, für ihren Mann nun wieder begehrenswerter sein zu wollen. Er seinerseits könnte seine jüngsten Phantasien durchgehen um herauszufinden, was genau er in seiner Beziehung vermisst. Und dann vielleicht - Rollenspielmäßig - seine Frau zu den Dingen einladen, die er sich mit der neuen erträumt hatte.

    Einfallsreichtum und Neugier ist gefragt, immer mal wieder, in jeder Beziehung. Wir sollten dankbar sein, wenn uns eine frische Verliebtheit Schwung und Ideen gibt, und noch dankbarer, wenn wir einen Partner haben, dem wir uns in jeder emtionalen Ausnahmesituation anvertrauen wollen.

  4. "was mit dem Element der Verliebtheit in ihrer Partnerschaft geschehen ist" - wer so schreibt und denkt, wird wohl lange suchen und wenig finden.

  5. herr neffe,

    ich habe den eindruck sie nutzen das forum lediglich um werbung für ihr fragwürdiges projekt "ich-kann-schule" und den dazu von ihnen geschriebenen büchern zu machen.

    mich wundert auch das ich im internet nichts über sie finde außer den zahllosen foren in denen sie kommentieren, den links zu ihren büchern, wikipedia etc.
    gerne hätte ich einen link gefunden der zu inhalten über sie und ihre theorien, nicht von ihnen führt(direkt oder indirekt). können sie mir weiterhelfen?

    werden ihre vorschläge anerkannt, diskutiert, angewendet? also außer von ihnen?

    hoffe es macht keine umstände...danke im voraus.

    • hirmer
    • 26.10.2010 um 6:43 Uhr

    Darin liegt Irenes Über-Interpretation. Männer verlieben sich gefühlte zwanzig mal häufiger als Frauen. Männer können sich in jede attraktive Frau verlieben: Das heißt noch gar nichts! Sehr viel bedenklicher wäre gewesen, wenn Hans berichtet hätte, Julia habe sich in ihn verliebt. Nur so herum funktioniert's nämlich: Merkt der Erwählte (hoffentlich), daß er geliebt wird, "ist der Käs' gess'", wie man so sagt; ein verliebter Mann ist in der Regel eine Witzfigur.

    Gottseidank hat meine Schwester, jetzt, wo ich alleine bin, mir nicht geraten, mich zu verlieben. Wäre leicht zu erfüllen gewesen mit der Garantie der Lächerlichkeit. Besser erst eine Partnerschaft suchen und sich dann verlieben. Sich zu verlieben - in den Richtigen - kann und sollte man nur einer Frau empfehlen, falls sie sich alleine fühlt.

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    Harald Artur Irmer

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  • Serie Liebeskolumne
  • Quelle DIE ZEIT, 20.08.2009 Nr. 35
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  • Schlagworte Familie und Partnerschaft | Musik | Liebe
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