Klimawandel an der Küste Kampf um jeden Zentimeter
Der Meeresspiegel steigt – aber wie hoch? Forscher wagen erste Prognosen für Deutschland

Bekommt Deutschland mit steigendem Meeresspiegel nur nasse Füße oder geht es unter?
Im Gemeindehaus von Wyk auf Föhr, nachdem eigentlich alles gesagt ist, meldet sich ein Mann zu Wort, der gerade Urlaub auf der Nordseeinsel macht. Ob die Prognose von 20 bis 80 Zentimetern nicht doch zu optimistisch sei? Es gebe doch viel schlimmere Zahlen.
Vorne steht der Klimaforscher Hans von Storch, der mit seinen weißen Haaren und seiner norddeutschen Gemütlichkeit auch einen guten Pastor abgeben würde. Gerade hat er eine Stunde lang über den Klimawandel und den Anstieg des Meeresspiegels geredet. Wegen seines Vortrags hat der Gospelchor seine Probe verschoben, die Lokalpolitiker sind gekommen, viele Touristen. Die Einheimischen haben aufblasbare Sitzkissen mitgebracht. War seine Prognose zu optimistisch? »Das kommt darauf an, was Sie lesen«, sagt von Storch und hält ein Kurzreferat über das Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Journalismus. »Sie lesen ein mediales Konstrukt«, sagt er und meint all die Zeitungsartikel über den Klimawandel.
Es ist das Ende eines langen Tages, an dem sich Wyk und die Weltpolitik ganz nahe kommen. Einigung über Klimaziele, steht an diesem Tag in den Zeitungen, in Italien haben die Regierungschefs der G-8-Staaten versprochen, die Treibhausgase zu reduzieren, sodass die globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit unterhalb von zwei Grad bleibt. 0,8 Grad ist es schon wärmer geworden. Hans von Storch ist auf Wyk geboren, und die Menschen hier sind manchmal sehr direkt. Er sagt: »Zwei Grad ist eine politische, eine sinnlose Zahl. Ich halte das für Verarschung.« Das Ziel sei nicht mehr zu erreichen.
Eine Woche lang schippern Hans von Storch und seine Mitarbeiter vom Küstenforschungszentrum GKSS die Westküste von Schleswig-Holstein entlang. Nachmittags zeigen sie den Anwohnern ihr Schiff, abends halten sie Vorträge. Es geht um Küstenschutz und Deichkronen, um den Golfstrom, das Grönlandeis und die Frage, was Klimaforscher wissen und was nicht. Es geht um Zentimeter. Es geht darum, ob Deutschland bald untergeht oder nur nasse Füße bekommt.
Deiche sind so teuer wie Autobahnen. Reicht ein halber Meter mehr?
Wyk liegt null bis zehn Meter über dem mittleren Tidehochwasser. »Wir haben keine Angst vor dem Klimawandel«, sagt Bürgermeister Heinz Lorenzen. »Wir passen uns an, indem wir die Deiche erhöhen und an der Südküste Sand aufspülen.« Und natürlich will Wyk jetzt auch klimaneutral werden. Wie hoch das Wasser ansteigen wird, wüsste er trotzdem gerne. Ein halber Meter mehr oder weniger ist für das Dorf an der Nordsee ein großer Unterschied.
Die Vermittlung der Ergebnisse der Klimaforschung hat hierzulande Hochkonjunktur. Forscher wie von Storch ziehen von Ort zu Ort, in Bremen eröffnet an diesem Donnerstag eine eigene Ausstellung über die Auswirkungen des Klimawandels und den Anstieg des Meeresspiegels. Bezeichnender Titel: Muss Bremen umziehen?
Unter den deutschen Klimaforschern (siehe auch folgende Seite) werden drei zum Meeresspiegelanstieg besonders oft befragt: Hans von Storch, Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Jochem Marotzke vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. Sie haben an den Berichten des Weltklimarats IPCC mitgeschrieben, von Storch und Rahmstorf waren Mitglieder der Deltakommission, die den Meeresspiegelanstieg für die niederländische Küste abschätzen sollte, Jochem Marotzke wird Ende August bei der World Climate Conference in Genf auftreten. Die drei sind nicht auf einer Wellenlänge, wie man so sagt. Ihre Positionen zum Anstieg des Meeresspiegels kann man grob so zusammenfassen: Für Rahmstorf ist alles doppelt so schlimm, für Hans von Storch halb so schlimm, für Marotzke »so schlimm«. Das macht die Angelegenheit etwas verwirrend.
Vor allem für Leute wie Dirk van Riesen. Am Morgen ist er in Husum an Bord gekommen, um während der Überfahrt nach Wyk mit Hans von Storch zu plaudern. Van Riesen ist ein Zweimetermann in Anzug und Schlips, bei Windstärke sechs auf der Nordsee nicht gerade die passende Kleidung, aber er hat später noch einen Termin. Normalerweise sitzt er im Landesamt für Küstenschutz und rechnet aus, wie hoch die Sturmfluten an den Küsten Schleswig-Holsteins auflaufen können; das hängt von den Wellen ab und von der Strömung, von der Windrichtung und der Windstärke – und vom Klimawandel. Seine Kollegen bestimmen auf dieser Grundlage die Deichhöhe, jeder Zentimeter mehr kostet Geld, Deiche sind fast so teuer wie Autobahnen. Schleswig-Holstein hat an der Westküste einen Klimazuschlag von einem halben Meter für seine Deiche eingeplant, die höchsten ragen jetzt neun Meter in den Himmel. Reicht das?
Dirk van Riesen kennt den Bericht des Weltklimarats IPCC von 2007, jeder Küstenschützer in Schleswig-Holstein kennt Tabelle 10.7, Seite 820. Dort steht, wie hoch der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 ansteigen könnte: 59 Zentimeter für den Fall, dass die Menschheit so weitermacht wie bisher. Gut die Hälfte dieses Anstiegs geht auf die thermische Ausdehnung des Wassers durch höhere Temperaturen zurück, der Rest stammt von abschmelzenden Gletschern. Weitere 17 Zentimeter stehen in dieser Tabelle für das möglicherweise beschleunigte Abschmelzen der Grönland- und der Antarktisgletscher, das ergibt eine Obergrenze von 76 Zentimetern. Aber auf Seite 821 steht ein Satz, den Deichbauer gar nicht mögen: »Es gibt Defizite im wissenschaftlichen Verständnis des Meeresspiegelanstiegs. Vielleicht unterschätzen die Berechnungen die wirklichen Verhältnisse.«
Würde Grönland abtauen, stiege der Meeresspiegel um sieben Meter
Es ist wie mit einem Kind in der Badewanne, sagt Hans von Storch zu Dirk van Riesen, als das Forschungsschiff an der Wattkante entlangtuckert. Ob die Badewanne überläuft, hängt von zwei Dingen ab: Wie stark planscht das Kind? Und wie viel Wasser läuft in die Wanne? Das Planschen steht in diesem Bild für die Stürme. Und das Wasser aus dem Wasserhahn ist geschmolzenes Eis aus Grönland und der Antarktis. Hans von Storch sagt: »Wie weit der Wasserhahn geöffnet ist, wissen wir nicht.« Bis auf Weiteres geht er daher von den IPCC-Zahlen aus: rund 20 bis 80 Zentimeter bis zum Jahr 2100, plus 10 bis 30 Zentimeter durch stärkere Stürme, sie drücken die Nordsee in die Deutsche Bucht wie in einen Trichter. Dirk van Riesen sagt: »Herr von Storch als konservativer Klimaforscher erscheint uns so glaubhaft, dass wir seine Worte für bare Münze nehmen.« Man könne nicht jedem Glauben schenken, der sieben, zehn oder 20 Meter prognostiziere.
Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern berechnen ihre Deichhöhen nach unterschiedlichen Verfahren und planen unterschiedliche Reserven für den Klimawandel ein. Dumm nur, wenn man sich einen Fluss wie die Elbe teilt. Bei der nächsten schweren Sturmflut könnte die eine Seite zuerst überlaufen. Eine länderübergreifende Arbeitsgruppe soll die Höhendifferenzen ausgleichen. Auf genaue Zahlen muss sie aber noch warten.
Sicher ist nur: Wenn Grönland vollständig abtaut, steigt der Meeresspiegel im globalen Mittel um sieben Meter, das Abschmelzen des Südpoleises würde 57 Meter beitragen. Das Schmelzwasser aller anderen Gletscher von den Alpen über Alaska bis zum Himalaya würde das Meer nur um 35 Zentimeter erhöhen. In der Mitte des Jahrhunderts werden die meisten Gebirgsgletscher verschwunden sein, schätzt Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven. Es kommt also vor allem auf Grönland und die Antarktis an. Kleine Fehler in der Berechnung können die Vorhersage stark verändern. »Wenn es Überraschungen gibt«, sagt Jochem Marotzke, »dann kommen sie aus den Gletschern.« Die Aufregung ist daher groß, wenn mal wieder ein Stück Schelfeis ins Meer bricht oder ein Grönlandgletscher sein Tempo verdreifacht. Geht alles viel schneller als gedacht?
In den Klimasimulationen, die auf den Supercomputern laufen, werden die Gletscher am Rand von Grönland und der Antarktis gar nicht berücksichtigt, zu komplex ist das Zusammenspiel von Eismassen, hügeligem Boden und Meeresströmungen. Man muss ihren Beitrag zum Meerespegel grob abschätzen. Auszurechnen, wie schnell ein Gletscher bei höheren Temperaturen schmilzt oder bei Minusgraden wächst, ist dabei nicht kompliziert. Schwierig zu verstehen sind jedoch die Verstärkungseffekte, etwa das Abrutschen eines Gletschers auf seinem eigenen Schmelzwasser, das auf dem Boden wie ein Schmierfilm wirken kann.
Seit dem Erscheinen des IPCC-Reports haben Gletscherforscher viel investiert, um diese Vorgänge besser zu verstehen. Sie haben Gletscher angebohrt, ihre Geschwindigkeit vermessen und ihre Höhe mit Satelliten bestimmt. Vorläufiges Ergebnis: Der Rutscheffekt spielt in der Antarktis vermutlich keine Rolle, dafür ist es dort zu kalt. Und in Grönland rutschten die Gletscher nur im Sommer. Kritischer sind womöglich die Gletscherspalten, die das Schmelzwasser in die Eismassen fräst. Anschließend stehen Eisplatten wie gigantische Dominosteine nebeneinander. »Sie können umkippen und ihre Nachbarn ins Meer schieben«, sagt der Nasa-Glaziologe Robert Bindschadler.
In der Antarktis könnten zudem stärkere Winde die ringförmige Meeresströmung um den Kontinent beschleunigen. Kaltes Oberflächenwasser strömt nach außen, wärmeres Wasser aus der Tiefe drängt nach. Dieses taut das Schelfeis von unten auf. Dadurch steigt der Meeresspiegel zwar nicht sofort an, weil Schelfeis – ebenso wie das Eis am Nordpol – auf dem Wasser schwimmt. Aber Eismassen vom Festland rücken nach und füllen die Badewanne. Das beobachteten Forscher nach dem Abbrechen des 60 Kilometer breiten Larsen-B-Schelfs im Jahr 2002, dem größten Abbruch seit 10000 Jahren. Das Eis der Westantarktis, das auf diese Weise irgendwann ins Meer rutschen könnte, würde den Meeresspiegel um 3,30 Meter erhöhen, schätzt Bindschadler. Aber wann?
Wer die Meeresspiegel-Prognose für das Jahr 2100 auf bis zu zwei Meter erhöhe, »schießt aus der Hüfte«, sagt AWI-Forscher Lemke. »Das sind unbegründete Horrorszenarien.« Selbst wenn ein Gletscher beschleunigt kalbe, müsse das Eis im Hinterland erst mal nachkommen. Richtig ist, dass die Antarktis und Grönland derzeit etwa doppelt so schnell abtauen wie im IPCC-Report vorhergesagt. Lemke will sich ungern festlegen, rechnet aber eher mit einem Meter Meeresspiegelanstieg, wenn man alles zusammenzählt. Diese globalen Prognosen sagen allerdings noch nichts darüber aus, wie stark Nord- oder Ostsee ansteigen. Solche regionalen Szenarien haben Felix Landerer und Jochem Marotzke vom Hamburger Max-Planck-Institut berechnet. Veränderte Ozeanströmungen können den Pegel an der Nordseeküste demnach um 14 Zentimeter zusätzlich zum globalen Mittel anheben. Das Klimamodell amerikanischer Forscher sagt allerdings eine Absenkung um zwei Zentimeter voraus. Spannend für Forscher, frustrierend für Deichbauer. Und das ist noch nicht alles.
Wer regionale Vorhersagen machen will, stößt auf eine weitere Überraschung: Das Grönlandeis zieht durch seine Schwerkraft Wasser auf die Nordhalbkugel. Dieser Effekt ist so stark, dass der Pegel in der Umgebung von Grönland sogar sinken wird, wenn die Anziehungskraft durch die Eismassen schwindet. Dafür steigt der Meeresspiegel auf der anderen Seite des Globus umso stärker. In Deutschland halten sich der Anstieg durch Grönlands Schmelzwasser und das Absinken durch die fehlende Schwerkraft fast die Waage, hat Felix Landerer ausgerechnet.
Kann man trotz aller Unsicherheiten in die Zukunft schauen? Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut (PIK) hat es versucht. Er ignorierte für einen Moment die komplizierten Details der Gletscherphysik und Klimadynamik und betrachtete allein die enge Verzahnung von Lufttemperatur und Meeresspiegelanstieg während der vergangenen 120 Jahre. Diesen Zusammenhang extrapolierte er in die Zukunft. Einen halben bis 1,40 Meter könnte das Meer demnach bis zum Jahr 2100 ansteigen, sagt Rahmstorf – »eher die größere Zahl, weil die Treibhausgas-Emissionen weiter zunehmen«.
Die Methode ist nicht unumstritten, aber auf eine ähnliche Prognose – ein Meter plus/minus 50 Zentimeter – einigten sich Klimaforscher im Frühjahr auf einer Tagung in Kopenhagen. Jetzt warten viele gespannt auf die dortigen Klimaverhandlungen im Dezember, bei denen ein Nachfolger für das Kyoto-Protokoll verabschiedet werden soll. PIK-Chef Hans Joachim Schellnhuber ist als Klimaschutzbeauftragter der Kanzlerin ganz nah dran. Zu nah, findet Hans von Storch. Er meint, die Wissenschaft solle sich raushalten aus der Politik. Er sagt: »Das PIK will wirklich die Welt retten. Und die glauben, die können das auch.«
Der Umweltausschuss des schleswig-holsteinischen Landtags lud Jochem Marotzke, Hans von Storch und Rahmstorfs Kollegen Anders Levermann unlängst zu einer Anhörung ein. Die Abgeordneten wollten mit den Wissenschaftlern direkt kommunizieren, nicht auf dem Umweg über das mediale Konstrukt. »Womit müssen wir rechnen?«, fragten sie die Forscher. 30 bis 110 Zentimeter inklusive Stürmen, sagte Hans von Storch; 20 bis 96 Zentimeter mit einigen Unsicherheiten, sagte Jochem Marotzke; 20 bis 80 Zentimeter, vielleicht aber auch zwei Meter und mehr, sagte Anders Levermann. Inzwischen hat sich der Landtag aufgelöst. Die Forscher rechnen weiter.
- Datum 21.08.2009 - 18:18 Uhr
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- Serie Klima
- Quelle DIE ZEIT, 20.08.2009 Nr. 35
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Die U-Bahn endet an der Longericher Strandpromenade, die früher einmal "Wilhelm-Sollmann-Straße" hieß... wo vor fast undenklich langer Zeit einmal mäßig attraktive Bauten aus den 50er Jahren des vorletzten Jahrhunderts standen, erheben sich nun glitzernde Hotels über einen palmengesäumten Boulevard. In einigen Kilometern Entfernung ragen zerklüftete Betonruinen aus dem Wasser - die Reste der Trabantenstadt Chorweiler, deren 15- und 20stöckige Wohngebirge sich als zu massiv erwiesen hatten, um wie die übrige Bebauung des ehemaligen Kölner Nordens abgetragen und zur Küstenbefestigung verwendet zu werden. Bei Ebbe sind die verwitterten Kolosse ein beliebtes Ziel für unternehmungslustige Wattwanderer, insbesondere, seit die ökologische Sanierung der gefluteten Bayer-Areale weiter im Norden im Winter 2144/45 abgeschlossen wurde. Seither droht im Watt der Kölner Bucht keine Gefahr mehr durch chemische Altlasten, allerdings sollte man sich vor den Zitronenhaien in Acht nehmen, die gerne in den Prielen auf Jagd gehen. Aber nichtsdestotrotz ist Köln ein unter Touristen beliebter Badeort am südlichsten Punkt der Nordsee... aber, was heißt Köln? Als um die Mitte des 21. Jahrhunderts die unter dem Meeresspiegel liegenden Gebiete der Niederlande aufgegeben werden mussten, siedelte sich die Bevölkerung Amsterdams, Den Haags und der "Randstad" fast geschlossen im höher gelegenen Teil der Niederrheinebene an, so dass rund drei Viertel der 3,1 Millionen Einwohner mittlerweile holländisch sprechen. Bei einer Volksabstimmung sprach sich daher kürzlich eine überwältigende Mehrheit dafür aus, die Stadt in Keulen-aan-Zee umzubenennen...
".......Keulen-aan-Zee ......."
Es sei den Holländern von Herzen gegönnt. Mit der "Rückkehr" des Niederdeutschen ins Land Bismarcks (und des späteren Grundgesetzes....) hätt da der Klimawandel sogar was positives gebracht ..........
(....gibt's vom Grundgesetz eigentlich auch eine Version in Platt?).........
".......Keulen-aan-Zee ......."
Es sei den Holländern von Herzen gegönnt. Mit der "Rückkehr" des Niederdeutschen ins Land Bismarcks (und des späteren Grundgesetzes....) hätt da der Klimawandel sogar was positives gebracht ..........
(....gibt's vom Grundgesetz eigentlich auch eine Version in Platt?).........
".......Keulen-aan-Zee ......."
Es sei den Holländern von Herzen gegönnt. Mit der "Rückkehr" des Niederdeutschen ins Land Bismarcks (und des späteren Grundgesetzes....) hätt da der Klimawandel sogar was positives gebracht ..........
(....gibt's vom Grundgesetz eigentlich auch eine Version in Platt?).........
Ich leb' noch nicht einmal im Voralpenland und trotzdem schon auf 500 Meter über dem Meeresspiegel ;-) So hoch kommt das Meer nicht einmal wenn alles Eis abschmilzt. Auweh, dann kommen ja noch mehr Zugereiste zu uns :-p
Als eher philo-theo-ideologischer Wasserstandsforscher sage ich mal, daß der Pegel so in 75,3 Jahren zwischen - 544 cm und + 683 cm anwachsen wird.
Schwerwiegender ist für mich die Frage, ob Frau Merkel dann wiederum auf Grönland in einer kuscheligen NO-FROST-PLEASE Jacke stehen wird und das Weltklima retten möchte; wird sie dann im Hafen von Nuuk stehen? Auf einer Leiter oder im Schlamm? Mit oder ohne Regenschirm?
Herr von Storch ist sicherlich nicht auf, sondern in Wyk geboren (immerhin auf Föhr), und dieses Wyk ist kein Dorf, sondern eine Stadt (Stadtrecht seit 1910). Sind ein bisschen Recherche und abschließendes Korrekturlesen denn wirklcih unzumutbar???
JoshWolf, SLDD
der "mittlere Meeresspiegel" ist ein Konstrukt da allenfalls zu Verglichszwcken dienen kann. Denn über den ganzen Geoiden gesehen existiert keine
Fläche gleichen Wasserstandes, vielmehr sind Höhendifferenzen von bis zu 20 m vorhanden. Als hypothetische Bezugsebene ist ein mMSp daher nicht geeignet.
Auch zeigt die die Norddeutsche Tiefebene eine anhaltende Subsidenz die zum steten Absinken derselben im mm bis cm-Bereich per annum führt. Dazu kommt eine rege Salztektonik die von der Ith und Hils Mulde bei Hannover bis zu den Ausläufernd des Viking Grabens NW Helgoland oberflächennah reicht.
Haben die Klimaspezialisten das auch herausgerechnet oder lieber stillschweigend "einbezogen"?
Dabei darf auch die Funktion des Rheingrabens, immerhin eine aktive Riftzohne, nicht unterschlagen werden.
Daher halte ich es mit dme in #4 vorgeschlagenen Wertsspektrum.
Karl Müller
Ich stimme Ihnen zu, es gibt keinen mittleren Meeresspiegel. Der Meeresspiegel ändert sich permanent durch die Tieden - Wind und Strömungen beeinflussen ihn!
Steigen die Meeresspiegel?
Satellitenmessungen der letzten Jahre zeigen, dass die Meeresoberfläche eine ausgeprägte Topographie aufweist. Die derzeit genaueste Geoidbestimmung erfolgt durch die Satelliten CHAMP und GRACE. Man kann aber auch vom Satellit mittels Altimetrie die Form der Meeresoberfläche direkt messen, sogar die Höhe von Freak-Waves, auch Monster-Wellen genannt. Durch die Messungen erhofft man sich unter anderem auch Hinweise, wie schnell der Meeresspiegel gegenwärtig ansteigt.
Doch den wenigsten dürfte bewusst sein, dass die Wassermassen der Ozeane nicht gleichmäßig auf der Erde verteilt sind. Dann nämlich würde der Meeresspiegel, abgesehen von Schwankungen der Gezeiten, eine konstante Höhe aufweisen. In den letzten Jahren hat sich aber herausgestellt, dass die Meeresoberfläche eine bemerkenswert ausgeprägte Topographie besitzt. So liegt der durchschnittliche Pegel südlich von Indien rund 170 Meter tiefer als in der Gegend von Island.
Der Grund für diese Unregelmäßigkeit besteht darin, dass sich die Wasseroberfläche stets senkrecht zur Anziehungskraft der Erde ausrichtet; sie bildet also eine Fläche gleich Potenzials des Schwerefeldes ab. Der Vektor des Schwerefelds zeigt jedoch nicht überall direkt zum Erdmittelpunkt, sondern weicht von dieser Richtung mehr oder weniger stark ab, je nachdem, wie die Verhältnisse im Untergrund sind. Dort, wo es unter der Wasseroberfläche schwere Massen gibt - zum Beispiel eine Erhebung -, ist auch die Erdanziehung größer. Das Wasser wird in dieser Region daher stärker angezogen, und es bildet sich eine Delle auf der Wasseroberfläche. Umgekehrt ist dort, wo etwa am Meeresboden ein Graben vorhanden ist, die Anziehungskraft geringer; es entsteht ein Buckel auf der Wasseroberfläche.
Die unterschiedliche Massenverteilung im Untergrund kann zu lokal eindrücklichen Strukturen an der Meeresoberfläche führen. So liegt beispielsweise der Meeresspiegel im Kanal von Korinth rund sieben Meter höher als beim Hafen von Patras; und südlich der Inseln Kreta und Rhodos weist die Meeresoberfläche eine 20 Meter tiefe Rinne auf, die mit der Subduktionszone in dieser Region zusammenhängt. Ähnliche Effekte - wenn auch in geringerem Umfang - stellt man bei Binnengewässern fest. So hat man beobachtet, dass der Spiegel des Genfersees in Genf 1,8 Meter tiefer liegt als in Montreux und dass dieser See in Nord-Süd-Richtung eine 30 Zentimeter tiefe Einbuchtung aufweist.
Packt die Schlauchboote und Schwimmwesten wieder weg! ;-)
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"Den Wind können wir nicht ändern - wir können nur die Segel anders setzen." (Aristoteles 283 - 223 v.d.Z.)
Ich stimme Ihnen zu, es gibt keinen mittleren Meeresspiegel. Der Meeresspiegel ändert sich permanent durch die Tieden - Wind und Strömungen beeinflussen ihn!
Steigen die Meeresspiegel?
Satellitenmessungen der letzten Jahre zeigen, dass die Meeresoberfläche eine ausgeprägte Topographie aufweist. Die derzeit genaueste Geoidbestimmung erfolgt durch die Satelliten CHAMP und GRACE. Man kann aber auch vom Satellit mittels Altimetrie die Form der Meeresoberfläche direkt messen, sogar die Höhe von Freak-Waves, auch Monster-Wellen genannt. Durch die Messungen erhofft man sich unter anderem auch Hinweise, wie schnell der Meeresspiegel gegenwärtig ansteigt.
Doch den wenigsten dürfte bewusst sein, dass die Wassermassen der Ozeane nicht gleichmäßig auf der Erde verteilt sind. Dann nämlich würde der Meeresspiegel, abgesehen von Schwankungen der Gezeiten, eine konstante Höhe aufweisen. In den letzten Jahren hat sich aber herausgestellt, dass die Meeresoberfläche eine bemerkenswert ausgeprägte Topographie besitzt. So liegt der durchschnittliche Pegel südlich von Indien rund 170 Meter tiefer als in der Gegend von Island.
Der Grund für diese Unregelmäßigkeit besteht darin, dass sich die Wasseroberfläche stets senkrecht zur Anziehungskraft der Erde ausrichtet; sie bildet also eine Fläche gleich Potenzials des Schwerefeldes ab. Der Vektor des Schwerefelds zeigt jedoch nicht überall direkt zum Erdmittelpunkt, sondern weicht von dieser Richtung mehr oder weniger stark ab, je nachdem, wie die Verhältnisse im Untergrund sind. Dort, wo es unter der Wasseroberfläche schwere Massen gibt - zum Beispiel eine Erhebung -, ist auch die Erdanziehung größer. Das Wasser wird in dieser Region daher stärker angezogen, und es bildet sich eine Delle auf der Wasseroberfläche. Umgekehrt ist dort, wo etwa am Meeresboden ein Graben vorhanden ist, die Anziehungskraft geringer; es entsteht ein Buckel auf der Wasseroberfläche.
Die unterschiedliche Massenverteilung im Untergrund kann zu lokal eindrücklichen Strukturen an der Meeresoberfläche führen. So liegt beispielsweise der Meeresspiegel im Kanal von Korinth rund sieben Meter höher als beim Hafen von Patras; und südlich der Inseln Kreta und Rhodos weist die Meeresoberfläche eine 20 Meter tiefe Rinne auf, die mit der Subduktionszone in dieser Region zusammenhängt. Ähnliche Effekte - wenn auch in geringerem Umfang - stellt man bei Binnengewässern fest. So hat man beobachtet, dass der Spiegel des Genfersees in Genf 1,8 Meter tiefer liegt als in Montreux und dass dieser See in Nord-Süd-Richtung eine 30 Zentimeter tiefe Einbuchtung aufweist.
Packt die Schlauchboote und Schwimmwesten wieder weg! ;-)
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"Den Wind können wir nicht ändern - wir können nur die Segel anders setzen." (Aristoteles 283 - 223 v.d.Z.)
Ich stimme Ihnen zu, es gibt keinen mittleren Meeresspiegel. Der Meeresspiegel ändert sich permanent durch die Tieden - Wind und Strömungen beeinflussen ihn!
Steigen die Meeresspiegel?
Satellitenmessungen der letzten Jahre zeigen, dass die Meeresoberfläche eine ausgeprägte Topographie aufweist. Die derzeit genaueste Geoidbestimmung erfolgt durch die Satelliten CHAMP und GRACE. Man kann aber auch vom Satellit mittels Altimetrie die Form der Meeresoberfläche direkt messen, sogar die Höhe von Freak-Waves, auch Monster-Wellen genannt. Durch die Messungen erhofft man sich unter anderem auch Hinweise, wie schnell der Meeresspiegel gegenwärtig ansteigt.
Doch den wenigsten dürfte bewusst sein, dass die Wassermassen der Ozeane nicht gleichmäßig auf der Erde verteilt sind. Dann nämlich würde der Meeresspiegel, abgesehen von Schwankungen der Gezeiten, eine konstante Höhe aufweisen. In den letzten Jahren hat sich aber herausgestellt, dass die Meeresoberfläche eine bemerkenswert ausgeprägte Topographie besitzt. So liegt der durchschnittliche Pegel südlich von Indien rund 170 Meter tiefer als in der Gegend von Island.
Der Grund für diese Unregelmäßigkeit besteht darin, dass sich die Wasseroberfläche stets senkrecht zur Anziehungskraft der Erde ausrichtet; sie bildet also eine Fläche gleich Potenzials des Schwerefeldes ab. Der Vektor des Schwerefelds zeigt jedoch nicht überall direkt zum Erdmittelpunkt, sondern weicht von dieser Richtung mehr oder weniger stark ab, je nachdem, wie die Verhältnisse im Untergrund sind. Dort, wo es unter der Wasseroberfläche schwere Massen gibt - zum Beispiel eine Erhebung -, ist auch die Erdanziehung größer. Das Wasser wird in dieser Region daher stärker angezogen, und es bildet sich eine Delle auf der Wasseroberfläche. Umgekehrt ist dort, wo etwa am Meeresboden ein Graben vorhanden ist, die Anziehungskraft geringer; es entsteht ein Buckel auf der Wasseroberfläche.
Die unterschiedliche Massenverteilung im Untergrund kann zu lokal eindrücklichen Strukturen an der Meeresoberfläche führen. So liegt beispielsweise der Meeresspiegel im Kanal von Korinth rund sieben Meter höher als beim Hafen von Patras; und südlich der Inseln Kreta und Rhodos weist die Meeresoberfläche eine 20 Meter tiefe Rinne auf, die mit der Subduktionszone in dieser Region zusammenhängt. Ähnliche Effekte - wenn auch in geringerem Umfang - stellt man bei Binnengewässern fest. So hat man beobachtet, dass der Spiegel des Genfersees in Genf 1,8 Meter tiefer liegt als in Montreux und dass dieser See in Nord-Süd-Richtung eine 30 Zentimeter tiefe Einbuchtung aufweist.
Packt die Schlauchboote und Schwimmwesten wieder weg! ;-)
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"Den Wind können wir nicht ändern - wir können nur die Segel anders setzen." (Aristoteles 283 - 223 v.d.Z.)
es könnte noch ergänzt werden Erosion und sea-floor-spreading einzubeziehen...jedenfalls bin ich auf seriöse Messungen gespannt!
Gruß Karl Müller
es könnte noch ergänzt werden Erosion und sea-floor-spreading einzubeziehen...jedenfalls bin ich auf seriöse Messungen gespannt!
Gruß Karl Müller
@loki45:
Ihre Ausführungen sind soweit ganz korrekt, nur in dem Satz...
In den letzten Jahren hat sich aber herausgestellt, dass die Meeresoberfläche eine bemerkenswert ausgeprägte Topographie besitzt. So liegt der durchschnittliche Pegel südlich von Indien rund 170 Meter tiefer als in der Gegend von Island.
...verwechseln Sie dann doch Geoidhöhen und Meerestopographie. Das Geoid mit Variationen von bis zu +/- 100 m (ihr Beispiel von Indien und Island) ist die Fläche konstanten Schwerepotentials (nach der sich, wie korrekt beschrieben, ein ungestörter Flüssigkeitshorizont ausrichten würde), die im globalen Mittel mit dem, was wir gemeinhin als Meeresspiegel bezeichnen, zusammen fällt. Die Zahlenwerte geben die geometrische Abweichung dieser Fläche gegenüber einem festgelegten Bezugsellipsoid an. [Auf ein annähernd gleich verlaufendes Niveau, das Quasigeoid (auf Feinheiten will ich nicht weiter eingehen), beziehen sich unsere gebräuchlichen Normalhöhen ("Meter über Normal-Null").]
Die Meerestopographie (auch SST - Sea Surface Topography) ist wiederum die Abweichung der tatsächlichen (geometrischen) Meeresoberfläche gegenüber dem Geoid. Und da gibt es auch wieder durch Winde, Strömungen, Küstenform etc. statische (MSS - Mean Sea Surface) und kurzperiodische (SST) Abweichungen. Komplizierterweise ändert sich durch das Abschmelzen wegen der Änderung der Massenverteilung nicht nur der "Meeresspiegel" selber (also allein die Wassermenge), sondern natürlich sowohl Meerestopographie als auch das Geoid (das Schwerefeld) selber. Da hängt alles mit allem zusammen, es gibt indirekte Effekte (im Artikel beschrieben: schmilzt grönländisches Eis, dann sinkt gerade dort der Meeresspiegel) usw.
Beste Grüße
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