Betrug: Dr. Schwindel
Offenbar haben Professoren gegen Geld Doktorwürden verliehen. Zeit, den deutschen Titelwahn endlich einzudämmen. Ein Kommentar
Der deutsche Professor ist eine Ausnahmeerscheinung. Sämtliche Autoritäten, die hierzulande einst hoch im Kurs standen, haben ihr Renommee verloren. Der Hochadel regiert meist nur noch die Yellow Press. Der preußische Offizier ist aus bekannten Gründen keine Vorbildfigur mehr. Der Rat des Pastors bleibt ungehört, weil er oft allein in seiner Kirche steht. Als letzter Würdenträger, zu dem die Menschen noch mit Respekt aufschauen, bleibt der deutsche Professor. Auf der Hitliste der angesehensten Berufe steht er weit oben. Wer in der Öffentlichkeit recht haben will, bedient sich des vermeintlich unbestechlichen Urteils eines habilitierten Hochschullehrers. Von diesem akademischen Nimbus zehrt auch der kleine Professor – der Doktor.
Und nun dies: Gegen 100 Professoren ermittelt die Staatsanwaltschaft. Sie sollen sich ausgerechnet bei der Vergabe von Doktortiteln der Korruption schuldig gemacht haben. Als Handlanger sogenannter Promotionsberater hätten sie, so lautet der Verdacht, gegen Geld Akademiker zum Doktor befördert, welche die Auszeichnung nicht verdient hätten. Weil die Examensnoten der Kandidaten für eine weitere wissenschaftliche Qualifikation nicht ausgereicht hätten. Weil sie zumindest einen Teil ihrer Dissertation von einem Ghostwriter hätten schreiben lassen. Bis zu 20.000 Euro sollen die Kandidaten für die Ehrenbezeichnung bezahlt haben, wovon mehrere Tausend Euro an den jeweiligen Hochschullehrer flossen.
Was lehrt uns der Promotionsskandal, dessen Ausmaße noch nicht voll ausgeleuchtet sind? Zum einen ganz simpel: Der Adel ist fehlbar. In Deutschland versieht man die Wissenschaft und ihre Vertreter gern mit dem Heiligenschein besonderer Uneigennützigkeit. Das ist naiv. Professoren sind nicht weniger oder mehr korrumpierbar als andere, nicht habilitierte Geister, etwa Politiker und Manager. Meist lassen sie sich ihre Dienste – ganz legal – durch Anerkennung und Einfluss bezahlen, manchmal auch in Euro: für Gefälligkeitsgutachten oder in Extremfällen wie jetzt vermutet für die besondere Nachhilfe beim Verfassen einer Doktorarbeit.
Die Universitäten müssen diesen Versuchungen entgegenwirken. Genau dies haben sie, das ist die zweite Lektion, nicht getan. Der Markt für Promotionen ist lange bekannt. Anwälte oder Manager erhöhen mit den beiden Buchstaben auf der Visitenkarte nicht nur ihren Status, sondern auch ihr Einkommen. 10.000 Euro kann ein Titel im Jahr bringen. Ebenso wenig ist es ein Geheimnis, dass findige Firmen die Nachfrage nach der schnellen Promotion befriedigen. In Kleinanzeigen werben sie seit Langem für ihren Service. Behaupte also kein Präsident einer Universität, bei der die Staatsanwälte nun Nachforschungen anstellen, er habe von dem Titelhandel nichts gehört.
Doch es geht um mehr als nur um Geld. In angelsächsischen Ländern bleibt »Mister Smith« im Alltag derselbe, auch wenn er sich in Labor oder Bibliothek wissenschaftliche Meriten erworben hat. In Deutschland dagegen verwächst der Titel mit der Persönlichkeit, und viele Promovierte bestehen nach der Dissertation darauf, von nun an mit »Herr Doktor« angeredet zu werden. So viel Zeit muss sein. Auch das gefühlige Wort vom Doktorvater – Doktormütter gibt es wenige – ist einzigartig.
Diese emotionale Überhöhung akademischer Titel dürfte ein Grund dafür sein, dass in Deutschland im Schnitt weit mehr Promotionen geschrieben werden als in anderen Ländern, jedes Jahr sind es rund 25.000. Die Universitäten sollten – das ist die dritte Lehre aus der Affäre – diese Titelflut eindämmen. Das gilt besonders für Mediziner, deren Doktorarbeit oft den Namen nicht verdient. Auch in anderen Fächern kosten viele Dissertationen Studenten und Professoren zwar viel Arbeit und Lebenszeit. Zum wissenschaftlichen Fortschritt tragen sie aber wenig bei – die erkauften Promotionen schon gar nicht.
Kaum irgendwo sonst wird so häufig promoviert wie in Deutschland
Einige Universitäten vereinen ihre Doktoranden ähnlich wie im Ausland neuerdings in Promotionsprogrammen oder sogenannten Promotionsschulen (Graduate Schools). Das ist der richtige Weg, um die Qualität der Wissenschaft zu sichern. Hier wird der akademische Nachwuchs von mehr als nur einem Professor betreut. Schon für den Zugang zur Promotion müssen sich die Kandidaten mit guten Vorzensuren bei der Universität bewerben. Das beugt Mauscheleien vor.
Gar nicht mehr verleihen sollten die Universitäten Auszeichnungen ehrenhalber. Gerade Hochschulen, die ihre wissenschaftlichen Standards besonders hochhalten, sollten den Doktor honoris causa ebenso abschaffen wie den Honorarprofessor. Diesen Titel verdient man meist dadurch, dass man sich auf anderem Gebiet einen Namen gemacht hat und seine Praxiserfahrungen für zwei Wochenstunden der Hochschule zur Verfügung stellt. Die Universitäten würden mit dem Ausstieg aus dem Titelzirkus ein wichtiges Signal senden: Wir vergeben akademische Gütesiegel nur an diejenigen, die es sich wissenschaftlich verdienen.
In keinem Fall darf ein Honorarprofessor das Recht haben, andere zu promovieren. Das ist bis heute der Fall, und unter den jetzt Beschuldigten gibt es auch besonders viele Honorarprofessoren. Vielmehr sollte es andere Möglichkeiten geben, jemandem, der sich um die Wissenschaft verdient gemacht hat, Dankbarkeit zu zeigen: Ehrenmedaillen zum Beispiel oder die Benennung eines Hörsaales nach ihm. Akademische Titel sind das wichtigste Kapital der Universität. Sie sollte es sorgsam hüten.
Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio







Ein Detail dieses Falles hat mich stutzig gemacht: Daß hauptsächlich gegen Vertretungsprofessoren ermittelt wird.
Es ist ja leider so, daß gerade die Privatdozenten die in der Zwischenebene zwischen Habilitation und regulärer Professur schweben, zu den finanziell am schlechtesten gestellten Mitgliedern der akademischen Hierarchie gehören. Auch die ZEIT hatte schon mehrfach Artikel, wo auf die teilweise erschreckende Situation dieser Personengruppe aufmerksam gemacht wurde (man suche im ZEIT-Archiv z.B. nach "Dr. habil hoffnungslos"). Zu alt, um noch in die Wirtschaft zu wechseln, müssen sie sich teilweise jahrelang, manchmal jahrzehntelang irgendwie durchschlagen, von mickrigen Honoraren, Lehrvertretungen, ein wenig Drittmittel o.ä. leben. Und viele erhalten überhaupt keine reguläre Professur mehr.
Könnte es sein, daß hier der Kern zu finden ist, warum dieser Skandal eingetreten ist? Daß diese gegen Geld verkauften Promotionen vielleicht sogar nicht aufgrund von Gier, sondern einfach aufgrund nackter materieller Not verschachert wurden?
Natürlich würde das diesen Skandal nicht entschuldigen, aber es hat mich zumindest nachdenklich gemacht. Das ganze Thema könnte noch wesentlich weitere Kreise ziehen als man bis jetzt noch meint.
Der Author behauptet, dass es unter den Beschuldigten im Promotionsskandal besonders viele Honorarprofessoren gibt. Hier liegt er wohl falsch (siehe unter verlinkter Artikel der Frankfurter Rundschau) - in Wirklichkeit handelt es sich um viele außerplanmäßige Professoren. Daneben dreht sich der Skandal hauptsächlich um Habilitierte ohne Professur.
Da es also um eine spezielle Gruppe von Hochschullehrerern geht, bleibt unklar, inwiefern sich der aktuelle Skandal dazu eignet, die "Korrumpierbarkeit" von Professoren im Allgemeinen zu zeigen.
Korrekter und lesenswerter ist folgender Artikel der Frankfurter Rundschau:
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/1898517_Gekaufter-Titel-Korrupte-Doktorvaeter.html
Zitat aus dem verlinkten Artikel:
"In den laufenden Ermittlungen sei unter anderem zu klären, ob solche Dozenten ohne eigene Anstellung im Hochschuldienst bei der Annahme von Doktoranden dieselbe "Amtsträgereigenschaft" haben wie beamtete Professorenkollegen."
Trotzdem muss eine Fakultät einer deutschen Universität diese Doktorarbeit annehmen und dann wird (ggf.) der Doktortitel verleihen.
Die Frage, die eigentlich im Raum steht, ist doch die, ob diese Doktorarbeiten selbst oder vom Betreuer geschrieben wurden. Ist dem so, dann kann die Doktorarbeit nicht angenommen werden. Der Betreuer spielt dabei überhaupt keine Rolle.
Sich für eine Arbeit bezahlen zu lassen ist nicht strafbar, strafbar könnte sein, dass der Betreuer ja weiss, dass seine Arbeit unter anderem Namen eingereicht wird, die bloße Betreuung im Rahmen das Üblichen sollte dafür allerdings nicht ausreichen.
Letzlich erhielt ja nur ein Bruchteil der promotionswilligen tatsächlich einen Doktortitel.
Was die Betreuer der Arbeiten angeht, sehe ich die Sache genauso, sie sind qualifiziert aber keiner gibt ihnen eine Chance, dass man dann einen Weg findet Geld als "Betreuer" zu finden ist logisch und im Rahmen der Vertragfreiheit sicher nicht strafbar.
Ich kenne keine apl. Profs, die nicht an einer Hochschule tätig sind, so sie nicht mittlerweile im Ruhstand sind. Hier gäbe es sehr wohl dienstrechtliche Konsequenzen. Privatdozenten müssen dagegen nicht an einer Hochschule beschäftigt sein, zur Aufrechterhaltung des Titels sind sie aber verpflichtet, i.d.R. unentgeldlich Lehre im Rahmen von 2 Semesterwochenstunden pro Semester zu halten. Sie können auch als Vetretungsprofessoren oder Lehrbeauftragte tätig sein, dann gibt es aber immer nur Zeitverträge und als Lehrbeauftragte wenig Geld.
Unterm Strich dürfte Rauskommen, dass der große Aufschrei über bestechliche Profs nur eine Sommerloch story ist.
Zitat aus dem verlinkten Artikel:
"In den laufenden Ermittlungen sei unter anderem zu klären, ob solche Dozenten ohne eigene Anstellung im Hochschuldienst bei der Annahme von Doktoranden dieselbe "Amtsträgereigenschaft" haben wie beamtete Professorenkollegen."
Trotzdem muss eine Fakultät einer deutschen Universität diese Doktorarbeit annehmen und dann wird (ggf.) der Doktortitel verleihen.
Die Frage, die eigentlich im Raum steht, ist doch die, ob diese Doktorarbeiten selbst oder vom Betreuer geschrieben wurden. Ist dem so, dann kann die Doktorarbeit nicht angenommen werden. Der Betreuer spielt dabei überhaupt keine Rolle.
Sich für eine Arbeit bezahlen zu lassen ist nicht strafbar, strafbar könnte sein, dass der Betreuer ja weiss, dass seine Arbeit unter anderem Namen eingereicht wird, die bloße Betreuung im Rahmen das Üblichen sollte dafür allerdings nicht ausreichen.
Letzlich erhielt ja nur ein Bruchteil der promotionswilligen tatsächlich einen Doktortitel.
Was die Betreuer der Arbeiten angeht, sehe ich die Sache genauso, sie sind qualifiziert aber keiner gibt ihnen eine Chance, dass man dann einen Weg findet Geld als "Betreuer" zu finden ist logisch und im Rahmen der Vertragfreiheit sicher nicht strafbar.
Ich kenne keine apl. Profs, die nicht an einer Hochschule tätig sind, so sie nicht mittlerweile im Ruhstand sind. Hier gäbe es sehr wohl dienstrechtliche Konsequenzen. Privatdozenten müssen dagegen nicht an einer Hochschule beschäftigt sein, zur Aufrechterhaltung des Titels sind sie aber verpflichtet, i.d.R. unentgeldlich Lehre im Rahmen von 2 Semesterwochenstunden pro Semester zu halten. Sie können auch als Vetretungsprofessoren oder Lehrbeauftragte tätig sein, dann gibt es aber immer nur Zeitverträge und als Lehrbeauftragte wenig Geld.
Unterm Strich dürfte Rauskommen, dass der große Aufschrei über bestechliche Profs nur eine Sommerloch story ist.
Zitat aus dem verlinkten Artikel:
"In den laufenden Ermittlungen sei unter anderem zu klären, ob solche Dozenten ohne eigene Anstellung im Hochschuldienst bei der Annahme von Doktoranden dieselbe "Amtsträgereigenschaft" haben wie beamtete Professorenkollegen."
Trotzdem muss eine Fakultät einer deutschen Universität diese Doktorarbeit annehmen und dann wird (ggf.) der Doktortitel verleihen.
Die Frage, die eigentlich im Raum steht, ist doch die, ob diese Doktorarbeiten selbst oder vom Betreuer geschrieben wurden. Ist dem so, dann kann die Doktorarbeit nicht angenommen werden. Der Betreuer spielt dabei überhaupt keine Rolle.
Sich für eine Arbeit bezahlen zu lassen ist nicht strafbar, strafbar könnte sein, dass der Betreuer ja weiss, dass seine Arbeit unter anderem Namen eingereicht wird, die bloße Betreuung im Rahmen das Üblichen sollte dafür allerdings nicht ausreichen.
Letzlich erhielt ja nur ein Bruchteil der promotionswilligen tatsächlich einen Doktortitel.
Was die Betreuer der Arbeiten angeht, sehe ich die Sache genauso, sie sind qualifiziert aber keiner gibt ihnen eine Chance, dass man dann einen Weg findet Geld als "Betreuer" zu finden ist logisch und im Rahmen der Vertragfreiheit sicher nicht strafbar.
Ich kenne keine apl. Profs, die nicht an einer Hochschule tätig sind, so sie nicht mittlerweile im Ruhstand sind. Hier gäbe es sehr wohl dienstrechtliche Konsequenzen. Privatdozenten müssen dagegen nicht an einer Hochschule beschäftigt sein, zur Aufrechterhaltung des Titels sind sie aber verpflichtet, i.d.R. unentgeldlich Lehre im Rahmen von 2 Semesterwochenstunden pro Semester zu halten. Sie können auch als Vetretungsprofessoren oder Lehrbeauftragte tätig sein, dann gibt es aber immer nur Zeitverträge und als Lehrbeauftragte wenig Geld.
Unterm Strich dürfte Rauskommen, dass der große Aufschrei über bestechliche Profs nur eine Sommerloch story ist.
Dort ist es üblich, jeden mit seinem akademischen Titel anzureden: Herr Ingennieur, Frau Magister, Herr Diplomingenieur.... ich bin ja für die Wiedereinführung von Titeln aus der k&k-Monarchie, und zwar in Deutschland.
Also. ich wäre ja gerne ein "Hofschrat" oder auch "Bergrat", meine Frau wäre gern eine Konsole oder wie das heißt. Mein Bruder will "Geheimrat" sein, wegen der Ecken. "Hoflieferant" wäre toll für jeden Fahrer eines LKW mit Kunstdünger.
Das alles kostet nichts.
Dann bückeln die Leute hoffentlich nicht mehr vor einem pomadigen Wirtschaftsminister mit Adelstitel, wenn sie selbst auch etwas vorweisen dürfen, egal wie blödsinnig es ist. Dümmer als ein Adelstitel in einer Republik kann es gar nicht mehr sein.
Die Schweiz ist diesbezüglich das pure Gegenteil: Ausser die Bundesräte ("Frau Bundesrätin X") wird grundsätzlich niemand mit seinem Titel angesprochen. Eine Ausnahme bilden höchstens noch die Hausärtze, die von manchen (v.a.) älteren Leute mit "Herr Doktor" angesprochen werden - dies wohl aus der Verlegenheit heraus, dass sie den Namen vergessen haben oder weil es früher einmal ein bisschen gängiger war. Wer einen Doktortitel hat, macht hierzulande überlicherweise kein Theater darum. Beispielsweise habe ich erst letztes Jahr erfahren, dass mein Onkel, den ich mittlerweile über ein Vierteljahrhundert kenne, auch mal promoviert hat. Uns Studenten wurde zudem immer wieder erzählt, dass sich ein Doktortitel (in der Schweiz) finanziell in den meisten Fällen kaum auszahlt.
Für Schweizer ist es immer etwas befremdlich, wenn im deutschen Fernsehen Leute als "Frau Doktor sowieso" vorgestellt werden oder - für uns noch exotischer - sich selbst als "Herr Doktor X" vorstellen.
Die Schweiz ist diesbezüglich das pure Gegenteil: Ausser die Bundesräte ("Frau Bundesrätin X") wird grundsätzlich niemand mit seinem Titel angesprochen. Eine Ausnahme bilden höchstens noch die Hausärtze, die von manchen (v.a.) älteren Leute mit "Herr Doktor" angesprochen werden - dies wohl aus der Verlegenheit heraus, dass sie den Namen vergessen haben oder weil es früher einmal ein bisschen gängiger war. Wer einen Doktortitel hat, macht hierzulande überlicherweise kein Theater darum. Beispielsweise habe ich erst letztes Jahr erfahren, dass mein Onkel, den ich mittlerweile über ein Vierteljahrhundert kenne, auch mal promoviert hat. Uns Studenten wurde zudem immer wieder erzählt, dass sich ein Doktortitel (in der Schweiz) finanziell in den meisten Fällen kaum auszahlt.
Für Schweizer ist es immer etwas befremdlich, wenn im deutschen Fernsehen Leute als "Frau Doktor sowieso" vorgestellt werden oder - für uns noch exotischer - sich selbst als "Herr Doktor X" vorstellen.
Vielleicht sollte bei der ganzen Diskussion auch mal grundlegend darüber nachgedacht werden, ob die Bezahlung eines Professors mit W2 (4200 Euro, Fachhochschule) bzw W3 (5000 Euro, Universität) noch angemessen ist. Das mag durchaus auch ein Grund für den einen oder anderen Professor sein, Geld für die Betreuung zu nehmen (ohne dass ich das damit rechtfertigen möchte). Es ist aber kein Wunder, wenn dann die Motivation für zusätzliche Arbeit durch die Betreuung von externen Doktoranden nicht gerade hoch ist.
und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass a: 5000 EUR nicht direkt wenig ist und b: niemand gezwungen wird Prof. zu werden
Vielleicht haben wir aber nicht lange genug nachgedacht
und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass a: 5000 EUR nicht direkt wenig ist und b: niemand gezwungen wird Prof. zu werden
Vielleicht haben wir aber nicht lange genug nachgedacht
und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass a: 5000 EUR nicht direkt wenig ist und b: niemand gezwungen wird Prof. zu werden
Vielleicht haben wir aber nicht lange genug nachgedacht
5000 euro fuer einen Professor sind zu wenig, wenn man das mal mit einem Fussballer vergleicht. Ich wuerde auf jeden Fall Fussballer werden. Die koennen zwar oft nicht richtig reden, schreiben und rechnen, haetten es also nie zum Professor geschaft, aber machen ordentlich Geld. Jetzt weiss ich nicht mehr, wo hier eigentlich das Problem ist.
Erscheint mir auch ein bisschen kurz nachgedacht.
Das entspricht dem Gehalt eines Gymnasiallehrers, wenn er ca. 40 ist (W2, steigt nicht mit dem Lebensalter, bei einem Lehrer steigt es alle paar Jahre) und selbst W3 entspricht einem Jahresbrutto von ca. 80.000 Euro bei einem "normalen" Angestelltenjob. Das mag für einen Historiker oder Germanisten viel sein, für einen BWL-er oder Ingenieur, von dem Promotion und entsprechende Berufserfahrung von ca. 10 Jahren in Führungspositionen in der Industrie erwartet werden, ist das sicher angemessen. Ich kenne jedenfalls genügend potentielle Professoren, die dafür nicht wechseln würden. Und eine 40-Stunden-Woche hat da garantiert auch niemand.
Ich vermute allerdings, dass die Betrugsfälle eher nicht bei Ingenieuren und BWL-ern auftreten...
Gezwungen wird natürlich niemand. Auch nicht dazu, sich einen Titel kaufen zu wollen. Ich habe auch noch keinen Professor über sein Gehalt jammern hören. Mediziner sind da wohl eher gefährdet.
ich kann hier zwar nur für die verhältnisse in der biologie sprechen, allerdings finde ich die besoldungspolitik in unserem bildungssystem mehr als fragwürdig.
oder finden sie es fair, wenn ein professor nach entbehrungsreichen jahren mit ende 30, anfang 40 ein geringeres einstiegsgehalt bekommt als die von ihm ausgebildeten lehramtskandidaten, die mit ende 20 verbeamtet werden?
---
Essentially, all models are wrong, but some are useful. george e.p. box
5000 euro fuer einen Professor sind zu wenig, wenn man das mal mit einem Fussballer vergleicht. Ich wuerde auf jeden Fall Fussballer werden. Die koennen zwar oft nicht richtig reden, schreiben und rechnen, haetten es also nie zum Professor geschaft, aber machen ordentlich Geld. Jetzt weiss ich nicht mehr, wo hier eigentlich das Problem ist.
Erscheint mir auch ein bisschen kurz nachgedacht.
Das entspricht dem Gehalt eines Gymnasiallehrers, wenn er ca. 40 ist (W2, steigt nicht mit dem Lebensalter, bei einem Lehrer steigt es alle paar Jahre) und selbst W3 entspricht einem Jahresbrutto von ca. 80.000 Euro bei einem "normalen" Angestelltenjob. Das mag für einen Historiker oder Germanisten viel sein, für einen BWL-er oder Ingenieur, von dem Promotion und entsprechende Berufserfahrung von ca. 10 Jahren in Führungspositionen in der Industrie erwartet werden, ist das sicher angemessen. Ich kenne jedenfalls genügend potentielle Professoren, die dafür nicht wechseln würden. Und eine 40-Stunden-Woche hat da garantiert auch niemand.
Ich vermute allerdings, dass die Betrugsfälle eher nicht bei Ingenieuren und BWL-ern auftreten...
Gezwungen wird natürlich niemand. Auch nicht dazu, sich einen Titel kaufen zu wollen. Ich habe auch noch keinen Professor über sein Gehalt jammern hören. Mediziner sind da wohl eher gefährdet.
ich kann hier zwar nur für die verhältnisse in der biologie sprechen, allerdings finde ich die besoldungspolitik in unserem bildungssystem mehr als fragwürdig.
oder finden sie es fair, wenn ein professor nach entbehrungsreichen jahren mit ende 30, anfang 40 ein geringeres einstiegsgehalt bekommt als die von ihm ausgebildeten lehramtskandidaten, die mit ende 20 verbeamtet werden?
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Essentially, all models are wrong, but some are useful. george e.p. box
W2/W3 ist schon etwas. An unserer Universitaet liegt das Einstiegsgehalt eines Professors (W1 an dt. Uni sieht nicht besser aus) bei 3100 Euro. Vor Steuern. Steigerungsrate ca. 100 Euro pro Dienstjahr.
Das durchschnittliche Einstiegsgehalt unserer Masterabsolventen in unserem Fach liegt etwa 30% ueber dem ihres Professors, der ausserdem noch mehrere Jahre promoviert und sich gegen 30-100 Bewerber je nach Bereich pro Stelle durchgesetzt hat.
Das alles entschuldet nicht Bestehlichkeit, unterstreicht allerdings die Frage, ob die Bezahlung wirklich angemessen ist. Wenn man international die besten Kandidaten nach Deutschland an die Hochschulen bringen moechte (wie war das noch mit den Leuchttuermen?), muss ich auch entsprechendes bezahlen.
Na ja, recht innteressant wird es aber bei den Nebeneinkünften
z.B. als Berater, Gutachter, Referent usw.
Ich kenne nicht wenige Profs., die verdienen dadurch deutlich mehr, als ihr Gehalt, und natürlich arbeiten Sie dafür nicht nur in ihrer Freizzeit. Eher im Gegenteil
Na ja, recht innteressant wird es aber bei den Nebeneinkünften
z.B. als Berater, Gutachter, Referent usw.
Ich kenne nicht wenige Profs., die verdienen dadurch deutlich mehr, als ihr Gehalt, und natürlich arbeiten Sie dafür nicht nur in ihrer Freizzeit. Eher im Gegenteil
Na ja, recht innteressant wird es aber bei den Nebeneinkünften
z.B. als Berater, Gutachter, Referent usw.
Ich kenne nicht wenige Profs., die verdienen dadurch deutlich mehr, als ihr Gehalt, und natürlich arbeiten Sie dafür nicht nur in ihrer Freizzeit. Eher im Gegenteil
Na ja, recht innteressant wird es aber bei den Nebeneinkünften
z.B. als Berater, Gutachter, Referent usw.
Ich kenne nicht wenige Profs., die verdienen dadurch deutlich mehr, als ihr Gehalt, und natürlich arbeiten Sie dafür nicht nur in ihrer Freizzeit. Eher im Gegenteil
Die betroffenen außerordentlichen Profs sind wohl hauptsächlich deswegen aufgeflogen, weil sie das Geld direkt genommen oder aber gegen Formalien verstoßen haben.
Was aber ist mit den vielen, vielen Drittmitteln, die unsere regulären Uniprofs von Unternehmensberatungen, Banken und der Industrie einwerben, um daraus Promotionsprojekte von Sabbatical-Mitarbeitern eben dieser spendablen Spender zu finanzieren? Die Spatzen pfeifen es jedenfalls von den Dächern, an welchen Unis man "Emergency-Promotionen" absolvieren kann. Wird bei der Auswahl dieser Kandidaten auch immer rein auf akademische Qualifikationen geachtet? Und fertigen alle diese Kandidaten ihre Arbeiten wirklich ohne Hilfe an? Die Wahrheit dürfte irgendwo in der Mitte liegen.
Insofern scheint das Thema eher ein law-and-order-Ablenkungsmanöver im Wahlkampf zu sein.
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