Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen wird die deutsche Schule verändern. Die Kernsätze der Vereinbarung, die in Deutschland seit Beginn dieses Jahres gilt, lauten: »Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht behinderter Menschen auf Bildung. Um die Verwirklichung dieses Rechts (…) zu erreichen, gewährleisten sie ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen.«

Wo im Deutschen »integrativ« steht, heißt es im englischen Original inclusive . Dahinter verbergen sich verschiedene Bedeutungen. Während Integration noch zwischen Kindern mit und ohne Behinderungen unterscheidet, geht das Konzept der Inklusion davon aus, dass sowieso alle Kinder verschieden sind. Dieser Unterschied hat weitreichende Folgen für die pädagogische Praxis: Eine inklusive Schule weist kein Kind ab, sondern passt sich den Bedürfnissen der einzelnen Schüler nach individueller Förderung an.

Wie die Grafik zeigt, sind alle Bundesländer weit vom UN-Ziel entfernt. Selbst in Bremen oder Schleswig-Holstein, wo die Integrationsquote relativ hoch ist, gehen weniger als vierzig Prozent der Förderschüler auf eine allgemeine Schule. Zwischen den Bundesländern variiert die Zahl der Förderschüler stark.