Integrationsschule AusgesondertSeite 4/4
Der Druck auf die Politik wächst: Eltern wollen die Integration
Förderschulen werden zu Schulen für alle – wovon Reuter noch träumt, ist im brandenburgischen Birkenwerder schon Wirklichkeit. Die einstige Sonderschule für Körperbehinderte hat sich dort mit einer Gesamtschule zusammengetan und bietet einen Unterricht von der Grundschule bis zum Abitur an. In jeder Klasse sitzen drei bis vier Kinder mit Handicap, einige von ihnen schwerstbehindert und im Rollstuhl. Die Regine-Hildebrandt-Schule, mit vielen Preisen ausgezeichnet, gilt als Beispiel für eine gelungene Integration zweier Schulsysteme. Besonders den Eltern der Region scheint das Modell zu gefallen, auch weil die Schule kleinere Klassen und eine Nachmittagsbetreuung hat. Jedes Jahr muss die Schulleitung mehr Bewerber ablehnen, als sie aufnehmen kann.
Berlin oder Bad Harzburg, Nürnberg oder Birkenwerder – »einen großen Aufbruch« diagnostiziert die Erziehungswissenschaftlerin Jutta Schöler. Ob die Sonderschulen in Deutschland am Ende weitgehend überflüssig werden, lässt sich noch nicht abschätzen. Das Beispiel anderer Nationen zeigt, dass es meist für eine lange Übergangszeit zwei Systeme nebeneinander gibt, die immer mehr zusammenwachsen. Dabei wird der Druck auf die Politik weiter wachsen. »Wenn Eltern eine echte Wahl haben, wollen die meisten für ihre Kinder die Integration«, sagt Jutta Schöler. Gleichzeitig steht Deutschland jetzt international unter Beobachtung. In drei Jahren muss die Bundesregierung den Vereinten Nationen Bericht erstatten. Es wäre peinlich, sollte die Regierung keine Fortschritte vermelden können.
*Name von der Redaktion geändert
Weitere Informationen finden Sie hier:
- Die Umfangreiche Gutachten zu Sonderschulen in Bremen
- Die Hompage des Jacok-Muth-Preises
- Dokumentation der Fortschritte der Bundesländer bei der Inklusion
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- Datum 05.09.2009 - 07:49 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 27.08.2009 Nr. 36
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Meiner festen Überzeugung nach ist die derzeitige frühe Trennung nach verm. Leistung und Fähigkeiten der schnellste Weg in eine zutiefst assoziale Gesellschaft; die soziale Kompetenz und das Miteinander in der Kindheit fördern alle in jedem Sinne - die verm. Besseren, wie die sog. Schlechteren auch.
Zack34
Der Artikel spricht mir aus der Seele. Es gibt so viele Schulen, die erfolgreich Integration betreiben und alle Seiten davon profitieren. Bitte mehr davon. Die Argumentation, dass die guten Schülerinnen und Schüler gehemmt werden, zieht in der Realität nicht. Die Erfahrungen der entsprechenden Schulen sind durchweg positiv. Dazu empfehle ich einen Blick auf die IGS-Nordend in Frankfurt, die bedauert, dass aufgrund der baulichen Umgebung der Schule keine Schülerinnen und Schüler mit schwereren Behinderungen aufnehmen kann, obwohl man dies gerne möchte.
Ich hatte als Betreuer auf einer Jugendfreizeit einen behinderten Jungen dabei, und wir als Team haben uns lange damit auseinandergesetzt, als die Eltern auf uns zu gekommen sind um für ihren Sohn anzufragen, ob er denn mitkommen könne. Im Nachhinein war ich froh und dankbar, dass er dabei war. Die Erfahrungen, die sowohl die anderen Teilnehmer als auch wir als auch er machen durften, sind Gold wert und haben die Freizeit bereichert. Warum soll das nicht auch in einer Klasse passieren? Die Schüler lernen, aufeinander aufzupassen, Defizite zu respektieren und schwächere zu unterstützen. Aber auch von ihnen zu lernen, denn jeder Mensch hat Stärken und Schwächen, die eine Gruppe bereichern.
Die frühe Auftrennung nach Sonder-, Haupt-, Realschule und Gymnasium ist Gift für das soziale Lernen. Dazu werden 30 % der Schüler von vornherein falsch eingestuft (s. www.spiegel.de).. Ich finde das skandalös und es zeigt, das Chancengleichheit in Deutschland nicht vorhanden ist.
weswegen ich auch ein Verfechter der Gesamtschulen bin, die dann zumindest im Nachhinein noch korrigieren können, was an Grundschulen falsch eingeschätzt wurde. Jene 30 % falsch eingestufte Kinder bekommen dort eine Chance, sich zu berappeln und ihr Können unter Beweis zu stellen und sind nicht von vornherein stigmatisiert und abgestempelt. Viele schaffen an diesen Schulen ihr Abi, denen es vorher keiner zugetraut hätte. Leider tut sich unser Land beim Thema Integration in jeder Hinsicht sehr schwer. Vorurteile und Dünkel all überall. Meines Erachtens ein trauriger Ausdruck einer Gesellschaft die sich dem Leistungsprinzip mehr und mehr verschreibt und den Wert eines Menschen nur noch in "geldwertem Vorteil" berechnet, sprich: es gilt nur der, der viel hat oder kann. Und der möchte dann doch, bitte schön, unter seinesgleichen bleiben. Wie anders kann man ein solch extremes Schubladendenken interpretieren, wie es hierzulande üblich ist?
weswegen ich auch ein Verfechter der Gesamtschulen bin, die dann zumindest im Nachhinein noch korrigieren können, was an Grundschulen falsch eingeschätzt wurde. Jene 30 % falsch eingestufte Kinder bekommen dort eine Chance, sich zu berappeln und ihr Können unter Beweis zu stellen und sind nicht von vornherein stigmatisiert und abgestempelt. Viele schaffen an diesen Schulen ihr Abi, denen es vorher keiner zugetraut hätte. Leider tut sich unser Land beim Thema Integration in jeder Hinsicht sehr schwer. Vorurteile und Dünkel all überall. Meines Erachtens ein trauriger Ausdruck einer Gesellschaft die sich dem Leistungsprinzip mehr und mehr verschreibt und den Wert eines Menschen nur noch in "geldwertem Vorteil" berechnet, sprich: es gilt nur der, der viel hat oder kann. Und der möchte dann doch, bitte schön, unter seinesgleichen bleiben. Wie anders kann man ein solch extremes Schubladendenken interpretieren, wie es hierzulande üblich ist?
Probleme wie die im Artikel aufgeführten, sprich: der Bildung, Erziehung und Integration werden sich in Deutschland nie ausreichend ändern, solange sie nicht Bundessache werden und den Stellenwert bekommen, den sie verdienen, sondern jedes Land machen kann, was es für das Beste oder Billigste hält.
weswegen ich auch ein Verfechter der Gesamtschulen bin, die dann zumindest im Nachhinein noch korrigieren können, was an Grundschulen falsch eingeschätzt wurde. Jene 30 % falsch eingestufte Kinder bekommen dort eine Chance, sich zu berappeln und ihr Können unter Beweis zu stellen und sind nicht von vornherein stigmatisiert und abgestempelt. Viele schaffen an diesen Schulen ihr Abi, denen es vorher keiner zugetraut hätte. Leider tut sich unser Land beim Thema Integration in jeder Hinsicht sehr schwer. Vorurteile und Dünkel all überall. Meines Erachtens ein trauriger Ausdruck einer Gesellschaft die sich dem Leistungsprinzip mehr und mehr verschreibt und den Wert eines Menschen nur noch in "geldwertem Vorteil" berechnet, sprich: es gilt nur der, der viel hat oder kann. Und der möchte dann doch, bitte schön, unter seinesgleichen bleiben. Wie anders kann man ein solch extremes Schubladendenken interpretieren, wie es hierzulande üblich ist?
Das Leistungsprinzip gilt leider nicht.
Es wird die Leistung der Eltern belohnt, bzw die Aneignung deren Habitus.
Sicher haben Sie Recht, wenn Sie über die Probleme schreiben, die durch „Aussonderung“ entstehen. Aber so leicht ist es nicht: das Alte ist nicht automatisch das Schlechte und das Neue automatisch das Gute, nur weil da behinderte Kinder auf dem Schulhof zu sehen sind.
Schauen Sie sich das Foto an mit dem Mädchen, das den Anderen das Seil hält. Die hüpfenden Kinder sind bestimmt nett zu ihrer behinderten Klassenkameradin. Es ist leicht, nett zu Schwächeren zu sein, vor allem dann, wenn das soziale Klima so entspannt ist, dass die Gemeinschaft keinen "Blitzableiter" braucht. Aber was meinen Sie, wie fühlt sich das Kind im Rollstuhl, wenn es den Anderen beim Springen zusieht? Wenn es immer wieder nur zusieht?
Es gibt eine Reihe von Untersuchungen, die besagen, dass eine allzu große Differenz zum Leistungsvermögen mit der Umgebung nicht gut ist für die Entwicklung von Selbstvertrauen und Handlungsfähigkeit. Diese entwickelt sich am besten, wenn theoretisch jeder, der sich anstrengt, der Beste oder wenigstens gut sein könnte. Wenn aber ein Kind den Eindruck haben muss, es ist allein und kann sich auf den Kopf stellen, das, was die Anderen fast von selber können, das schafft es nie, dann gibt es sich auf. Das Gleiche gilt übrigens auch für die guten Schüler, die Sie als "Zugpferde" bezeichnen. Wer will schon gerne als Streber dastehen und gehänselt werden, bloß weil er Dinge kapiert, die den Anderen böhmische Dörfer sind?
Das ist das Problem bei integrativem Unterricht, dass die "Spitzen" sich entweder über- oder unterfordert fühlen und entsprechend reagieren. Die Auswirkung dieser Situation auf das Gruppenklima kann auch die beste Binnendifferenzierung nicht so ohne weiteres kompensieren.
Mit anderen Worten, integrativer Unterricht klappt nur dann wirklich, wenn die Starken oder die Schwachen sich je auch aufeinander beziehen und sich gegenseitig stützen können, wenn also genug von jeder Sorte da sind. Das ist nicht ohne Weiteres der Fall. Außerdem müssen die Qualitäten der Einzelnen auch einen entsprechenden sozialen Stellenwert haben. Das behinderte Kind muss auch eigene Qualitäten einbringen können, die die anderen nicht haben, das ist in der Theaterarbeit eventuell wirklich möglich, nicht aber so ohne weiteres im Fachunterricht. Jedenfalls genügt es nicht, es, wie auf diesem Foto zu sehen, zu Hilfsdiensten heranzuziehen, zu denen die anderen keine Lust haben.
Vielleicht Rollstuhlpflicht für Eltern von Kindern im Rollstuhl, damit das Kind ja nicht mitbekommt, dass es Menschen gibt, die laufen können? Oder am besten gleich ein Ghetto, speziell auf die jeweilige Behinderung zugeschnitten?
Ein Freund von mir sitzt von Geburt an im Rollstuhl und wäre beinahe, sowohl im Grundschulalter wie bei der Wahl der weiterführenden Schule, auf eine Sonderschule gekommen, hätten die Eltern nicht alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel genutzt und ihn schließlich auf ein Gymnasium gebracht. Ich will mir nicht ausmalen, was dann mit ihm passiert wäre. Heute hat er beste soziale Kontakte, kann mit seiner Behinderung genau wie seine Freunde völlig entspannt umgehen (und es stört ihn auch nicht, wenn ich dreist in seiner Umgebung herumlaufe) und hat ein Abitur mit Einserschnitt geschafft. Es hätte auch ganz anders ausgehen können.
Vielleicht Rollstuhlpflicht für Eltern von Kindern im Rollstuhl, damit das Kind ja nicht mitbekommt, dass es Menschen gibt, die laufen können? Oder am besten gleich ein Ghetto, speziell auf die jeweilige Behinderung zugeschnitten?
Ein Freund von mir sitzt von Geburt an im Rollstuhl und wäre beinahe, sowohl im Grundschulalter wie bei der Wahl der weiterführenden Schule, auf eine Sonderschule gekommen, hätten die Eltern nicht alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel genutzt und ihn schließlich auf ein Gymnasium gebracht. Ich will mir nicht ausmalen, was dann mit ihm passiert wäre. Heute hat er beste soziale Kontakte, kann mit seiner Behinderung genau wie seine Freunde völlig entspannt umgehen (und es stört ihn auch nicht, wenn ich dreist in seiner Umgebung herumlaufe) und hat ein Abitur mit Einserschnitt geschafft. Es hätte auch ganz anders ausgehen können.
Vielleicht Rollstuhlpflicht für Eltern von Kindern im Rollstuhl, damit das Kind ja nicht mitbekommt, dass es Menschen gibt, die laufen können? Oder am besten gleich ein Ghetto, speziell auf die jeweilige Behinderung zugeschnitten?
Ein Freund von mir sitzt von Geburt an im Rollstuhl und wäre beinahe, sowohl im Grundschulalter wie bei der Wahl der weiterführenden Schule, auf eine Sonderschule gekommen, hätten die Eltern nicht alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel genutzt und ihn schließlich auf ein Gymnasium gebracht. Ich will mir nicht ausmalen, was dann mit ihm passiert wäre. Heute hat er beste soziale Kontakte, kann mit seiner Behinderung genau wie seine Freunde völlig entspannt umgehen (und es stört ihn auch nicht, wenn ich dreist in seiner Umgebung herumlaufe) und hat ein Abitur mit Einserschnitt geschafft. Es hätte auch ganz anders ausgehen können.
Sie setzen Sonderschule mit Dummenschule gleich, wie es die meisten tun. Das ist aber falsch.
Eine Sonderschule ist , das können Sie auf den Seiten der Kultusministerien nachlesen, eine Schule, die einem jeweils besonderen Förderbedarf eines Kindes gerecht werden soll. Demnach gibt es unterschiedliche Sonderschulen, solche für Lernhilfe, die sind dann tatsächlich für Minderbegabte, solche für Erziehungshilfe, Blindenschulen, Sonderschulen für körperlich Behinderte. Ihr Freund hätte auch von einer Sonderschule für körperlich Behinderte her kommend das Abitur machen können, nur wäre dann die körperlich-medizinische Betreuung Teil seines Schultages gewesen. Seine Familie hat die Regelschule vorgezogen und das ganze medizinische Programm nachmittags in Eigenregie absolviert. Gut, das kann man so entscheiden, aber dann hoffentlich nicht aus dem Grund, weil angeblich das deutsche Bildungssystem körperlich Behinderten das Abitur verbaut. Das wäre absurd. Ich selbst bin Lehrerin an einer integrativen Schule, weiß, wie unheimlich schwer es ist, je nach dem, um welche Behinderung es geht, den Bedürfnissen solcher Kinder gerecht zu werden, habe manche dieser Versuche gelingen, mindestens ebenso viele auch scheitern sehen - und habe volles Verständnis für meine beiden Kolleginnen, die ihre behinderten Kinder nach dem, was sie in ihrem eigenen Schulalltag erlebten, lieber auf die Sonderschule geschickt haben.
Sie setzen Sonderschule mit Dummenschule gleich, wie es die meisten tun. Das ist aber falsch.
Eine Sonderschule ist , das können Sie auf den Seiten der Kultusministerien nachlesen, eine Schule, die einem jeweils besonderen Förderbedarf eines Kindes gerecht werden soll. Demnach gibt es unterschiedliche Sonderschulen, solche für Lernhilfe, die sind dann tatsächlich für Minderbegabte, solche für Erziehungshilfe, Blindenschulen, Sonderschulen für körperlich Behinderte. Ihr Freund hätte auch von einer Sonderschule für körperlich Behinderte her kommend das Abitur machen können, nur wäre dann die körperlich-medizinische Betreuung Teil seines Schultages gewesen. Seine Familie hat die Regelschule vorgezogen und das ganze medizinische Programm nachmittags in Eigenregie absolviert. Gut, das kann man so entscheiden, aber dann hoffentlich nicht aus dem Grund, weil angeblich das deutsche Bildungssystem körperlich Behinderten das Abitur verbaut. Das wäre absurd. Ich selbst bin Lehrerin an einer integrativen Schule, weiß, wie unheimlich schwer es ist, je nach dem, um welche Behinderung es geht, den Bedürfnissen solcher Kinder gerecht zu werden, habe manche dieser Versuche gelingen, mindestens ebenso viele auch scheitern sehen - und habe volles Verständnis für meine beiden Kolleginnen, die ihre behinderten Kinder nach dem, was sie in ihrem eigenen Schulalltag erlebten, lieber auf die Sonderschule geschickt haben.
habe es ehrlich gesagt nicht geschafft, den ganzen Artikel zu lesen. Aber bei der Gelegenheit kann ich wenigstens mal lauthals behaupten, daß in Deutschland schneller als anderswo alles nur 99%ig normale in Heime, Anstalten oder sonstwohin gesteckt wird. Was dahintersteckt weiß ich nicht. Aber in anderen Ländern dürfen auch leicht Behinderte am ( öffentlichen) Leben teilnehmen. Unsere Gesellschaft könnte auch darauf sensibilisiert werden, mit ungefährlichen aber nicht 100% alfamäßigen Menschen umzugehen. Dafür braucht man ein wenig soziale Erfahrung, Aufklärung, Menschenkenntnis und wenig Bürodenke. Das würde Deutschland guttun.
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