DIE ZEIT: Eigentlich sollte die DUW ja schon viel früher starten. Aber dann gab es Probleme mit der staatlichen Anerkennung. Woran lag es?

Ada Pellert: Die DUW hat mit der Freien Universität Berlin und der Stuttgarter Klett Gruppe zwei Gesellschafter aus dem öffentlichen und dem privaten Bereich – und so eine Public-Private Partnership war einfach nicht üblich. Daher dauerten auch die Genehmigungsprozesse länger, und das hat man wohl unterschätzt. Im April 2008 haben wir aber die staatliche Anerkennung – für fünf Jahre und ohne Auflagen – bekommen.

ZEIT: Warum braucht es überhaupt eine eigene Universität für Weiterbildung?

Pellert: Bei der berufsbegleitenden Weiterbildung auf universitärem Niveau gibt es bisher noch nicht so viele Angebote, und die Universitäten sind derzeit vor allem mit dem Bologna-Prozess in Form der Gestaltung von konsekutiven Studiengängen beschäftigt. Da haben wir als Spezialeinrichtung durchaus unsere Berechtigung und können diesen Bereich auch gezielter vorantreiben.

ZEIT: Auch Sie wollen hauptsächlich Managementweiterbildung anbieten. Dabei ist die Zahl vorhandener Studiengänge gerade in dem Bereich bereits groß. In vielen anderen Fächern ist das Angebot dagegen mager. Warum wollen Sie diese Lücke nicht füllen?

Pellert: Darum stellen wir uns ja schon bewusst breiter als eine typische Business School. Wir starten mit drei zweijährigen Masterstudiengängen in den Fachrichtungen »Compliance«, »Bildungs- und Kompetenzmanagement« sowie »Drug Research and Management«. Außerdem gibt es 14 Zertifikatskurse in den Bereichen Wirtschaft und Management, Bildung und Gesundheit. Als Nächstes ist ein Master in Family Business und Entrepreneurship geplant, und mittelfristig wollen wir 30 Studien- und Zertifikatsprogramme anbieten.

ZEIT: Welches ist Ihre Zielgruppe?

Pellert: Das sind Berufstätige mit einem ersten Hochschulabschluss, die sich mit dem Studium auf eine Führungsposition vorbereiten oder bereits ihre erste Managementaufgabe angetreten haben. Unsere Studiengänge sind daher stets eine Kombination aus Präsenz- und Onlinestudium. Die Inhalte orientieren sich stark an der Praxis. Die Teilnehmer sollen mit ihrer eigenen Berufstätigkeit arbeiten. Sie sollen eigene Fallbeispiele einbringen und Praxisprojekte mit anderen Studenten bearbeiten.

ZEIT: Dafür gibt es schon etliche Fernstudiengänge.

Pellert: Unsere Zielgruppe ist der reflektierende Praktiker. Das ist ein anderer methodischer Zugang, als wenn ich mir an einer Fachhochschule im Schnelldurchgang betriebswirtschaftliches Wissen hole. Unsere Studenten können mithilfe einer Onlineselbstbeschreibung ihrer fachlichen, sozialen, methodischen und persönlichen Kompetenzen selbst systematisch herausfinden, wo sie stehen und wo sie sich verbessern möchten. Das ist wichtig für die Motivation. Je stärker ich meine eigene Weiterbildung selbst steuere, desto erfolgreicher läuft es auch. Zudem ist so ein Profil natürlich eine ideale Grundlage für den Austausch und die Netzwerkbildung unter unseren Studenten. Schließlich sind die richtigen Kontakte auch ein wesentlicher Karrieremotor.

ZEIT: Sie bieten auch ein Studium Generale Professional an. Was steckt dahinter?

Pellert: Das ist ein achtmonatiges Zertifikatsprogramm, das zwei Teilbereiche umfasst: zum einen »General Management« mit Themen wie Unternehmensführung und Change Management, und zum anderen geht es um »Personal Skills« wie Wissensmanagement und Führungskompetenz. Diese beiden Teilbereiche sind auch Bestandteil aller drei Masterprogramme und können angerechnet werden. Die Fragen lauten zum Beispiel: Was passiert bei Veränderungsprojekten? Wie gehe ich mit den unterschiedlichen Kulturen im Vertrieb und in der Produktion um? Das sind eigentlich die Themen, mit denen jeder Hochschulabsolvent vertraut sein sollte, das ist aber nicht der Fall.