Kursmanipulation Der Kriminalfall Porsche-VWSeite 2/2
Von Anfang an versuchte der Finanzchef, seine Pläne zu verschleiern
Beim Blick auf Kurse und Umsätze der VW-Stammaktien fallen zwischen Februar und Juni immer wieder einzelne Tage ins Auge, an denen die Aktie nach hohen Handelsvolumina ihre Kursrichtung änderte – aufwärts statt zuvor abwärts. Nach dem Wertpapierhandelsgesetz ist es nicht nur verboten, den Kurs einer Aktie durch falsche Angaben zu beeinflussen, es steht auch unter Strafe, durch bestimmte Aktiengeschäfte »falsche oder irreführende Signale« für das Angebot, die Nachfrage oder den Kurs eines Papiers zu geben.
Nicht erlaubt sind zum Beispiel wash trades, bei denen ein Anleger gleichzeitig bestimmte Aktien kauft und verkauft, sodass sich an seinem Vermögen nichts ändert. Verboten sind auch abgesprochene Aktiengeschäfte, mit denen andere Marktteilnehmer getäuscht werden sollen. Verdächtig sind Geschäfte, mit denen der Schlusskurs einer Aktie beeinflusst wird. Ob eine Manipulation vorliegt, kommt aber auf die Umstände des Einzelfalls an, es ist ein schwieriges Rechtsgebiet.
Porsches Verhalten bei der VW-Übernahme erregte von Anfang an die Kritik der Börsianer. Als die Porsche-Spitze vor vier Jahren den Einstieg bei VW vorbereitete, fand sie einen Weg an den gesetzlichen Meldepflichten vorbei. Statt Aktien sofort zu kaufen, vereinbarte Härter Optionsgeschäfte, bei deren Auslaufen die Aktien normalerweise nicht geliefert werden, sondern die Differenz zwischen dem ausgemachten Bezugspreis und dem aktuellen Börsenpreis in bar ausgezahlt wird. Wenn Porsche den Banken die Aktien dann doch abkaufte, hatte die Wertpapieraufsicht keine Einwände.
Manche Erklärungen, die das Unternehmen abgab, waren in dieser Zeit von beschränkter Haltbarkeit. Am 25. September 2005 kündigte Porsche an, sich »mit rund 20 Prozent« an VW beteiligen zu wollen, und behauptete: »Die Beteiligung wird auf keinen Fall die Schwelle erreichen, bei der Porsche ein öffentliches Angebot zur Übernahme von Volkswagen abgeben müsste.« Eineinhalb Jahre später, am 24. März 2007, erklärte Porsche, dass man doch auf mehr als 30 Prozent aufstocken wolle und den VW-Aktionären ein Übernahmeangebot machen werde. Am 10. März 2008 dementierte Porsche Berichte, »wonach das Unternehmen beabsichtige, seinen VW-Anteil auf 75 Prozent aufzustocken«. Am letzten Sonntag im Oktober 2008 teilte die Firma dann mit, dass Porsche jetzt doch auf 75 Prozent aufstocken wolle. Was wie ein Meinungswechsel daherkam, könnte ebenso gut ein Bluff gewesen sein.
- Datum 05.09.2009 - 17:41 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 27.08.2009 Nr. 36
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Ich kann aus Ihrer Darstellung zwar gut erkennen, dass die Gesetze schlampig gemacht sind nicht jedoch, worin Porsche einen Gesetzesbruch begannen haben soll. Es war doch jedem, der im Umfeld tätig war, dass Porsche die Puts geschrieben hatte. Es war auch klar, wie gross die Positionen sein mussten, weil die VW Kurse so grosse Spreads aufwiesen zu vergleichbaren Aktien. Nun wäre interessant, was genau geschehen ist. Wer hat was und wann gekauft und verkauft? Bei diesem Wissenstand aber ist das alles reine Spekulation. Die Darstellungen, die wir im Augenblick noch haben, sind einfach undurchsichtig. Das ist ähnlich wie die wochenlange Berichterstattung zu Opel, wo sich nun herausstellt, dass die Subventionen völlig anders sind, als die ganze Zeit dargestellt.
Das muss sich erst noch herausstellen. Tatsache ist, dass jeder, der mehr als 3% eines Unternehmens erwerben will, es vorab veröffentlich werden. Porsche hat sich mit einem Trick um die Veröffentlichung gedrückt. Jetzt muss geprüft werden, ob der Trick legal war.
Porsche hat bei seinen Ankündigungen auf Grund der Meldepflicht fast immer gelogen und damit lange Zeit hohe Gewinne erzielt. Auch das wird jetzt geprüft werden. Am Ende hat sich Porsche verzockt. Das ist kein Grund zur Strafminderung.
Porsche hat aus der Börse ein Spielkasino gemacht. Ich finde es gut, wenn ein Exempel statuiert wird, dass es so nicht geht.
Das muss sich erst noch herausstellen. Tatsache ist, dass jeder, der mehr als 3% eines Unternehmens erwerben will, es vorab veröffentlich werden. Porsche hat sich mit einem Trick um die Veröffentlichung gedrückt. Jetzt muss geprüft werden, ob der Trick legal war.
Porsche hat bei seinen Ankündigungen auf Grund der Meldepflicht fast immer gelogen und damit lange Zeit hohe Gewinne erzielt. Auch das wird jetzt geprüft werden. Am Ende hat sich Porsche verzockt. Das ist kein Grund zur Strafminderung.
Porsche hat aus der Börse ein Spielkasino gemacht. Ich finde es gut, wenn ein Exempel statuiert wird, dass es so nicht geht.
Das muss sich erst noch herausstellen. Tatsache ist, dass jeder, der mehr als 3% eines Unternehmens erwerben will, es vorab veröffentlich werden. Porsche hat sich mit einem Trick um die Veröffentlichung gedrückt. Jetzt muss geprüft werden, ob der Trick legal war.
Porsche hat bei seinen Ankündigungen auf Grund der Meldepflicht fast immer gelogen und damit lange Zeit hohe Gewinne erzielt. Auch das wird jetzt geprüft werden. Am Ende hat sich Porsche verzockt. Das ist kein Grund zur Strafminderung.
Porsche hat aus der Börse ein Spielkasino gemacht. Ich finde es gut, wenn ein Exempel statuiert wird, dass es so nicht geht.
...gehört, dass die Meldepflichten nach dem Text des Gesetzes eingehalten wurden. Aber, wie Sie sagten, wir werden (vielleicht) sehen. Jedenfalls wissen wir momentan nur ungefähr, was war.
...gehört, dass die Meldepflichten nach dem Text des Gesetzes eingehalten wurden. Aber, wie Sie sagten, wir werden (vielleicht) sehen. Jedenfalls wissen wir momentan nur ungefähr, was war.
...gehört, dass die Meldepflichten nach dem Text des Gesetzes eingehalten wurden. Aber, wie Sie sagten, wir werden (vielleicht) sehen. Jedenfalls wissen wir momentan nur ungefähr, was war.
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