EU Ein Schlag auf die Birne

Am 1. September tritt das EU-weite Glühbirnenverbot in Kraft. Aber wie kam es eigentlich in die Welt? Eine Geschichte über die Macht Brüsseler Bürokraten

Ab heute dimmt Brüssel den Kontinent. Alle 100-Watt-Glühbirnen und alle matten Glühlampen müssen aus den Ladenregalen verschwunden sein. Nach und nach folgen auch schwächere Kolben. Von September 2012 an wird es innerhalb der Europäischen Union überhaupt keine herkömmlichen Edison-Glühlampen mehr zu kaufen geben.

Weithin überrascht nehmen die Europäer dieser Tage diese Entwicklung zur Kenntnis – und hamstern, was das Zeug hält, die gemütlichen Glimmlampen. Vermutlich werden sie dabei über die jüngste weltfremde Entscheidung aus »Brüssel« schimpfen. Aber wer genau war eigentlich wann verantwortlich?

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Die Rekonstruktion des Glühlampenverbots, dies zur Warnung, ähnelt bisweilen einer Spurensuche im Inneren einer Wurstmaschine. Wer die politische Erleuchtung sucht, muss sich durch die Innereien europäischer Gesetzgebung wühlen. Der entscheidende Impuls allerdings kam aus Deutschland. Genauer gesagt, von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Ein Brief von ihm an die EU-Kommission stieß vor gut zwei Jahren den Prozess an, an dessen Ende Europas Wohnzimmer kühler leuchten werden.

Glühende Anfänge

Alle guten Dinge kommen aus Amerika, so auch die Glühbirne. Doch viel Gutes, das aus Amerika kommt, kam zuerst aus Europa, so zum Beispiel der Erfinder der Glühbirne Heinrich Göbel . Wobei, das wissen wir auch, alles, was aus Europa nach Amerika kommt, von zweifelhafter Natur ist. Das ist mit Herrn Heinrich, von 1849 an Henry Göbel, nicht anders.

Er wurde 1893 in den USA bekannt, weil er behauptete, die ersten Glühlampen mit Kohleglühfäden in den fünfziger Jahren hergestellt zu haben, ohne ein Patent anzumelden. Das Patent für diesen Lampentyp hatte Thomas Alva Edison erst 1880 erworben. Göbels Behauptung war eine Erfindung, die sich Glühlampenhersteller zunutze machen wollten, um die Edison Electric Light Werke schließen zu lassen.

Denn mögen Energiesparlampen in der Erdatmosphäre für besseres Klima sorgen – daheim empfinden viele Menschen ihr Licht als so unangenehm wie eine kalte Dusche. Zudem steht es im Verdacht, ungesund zu sein. Der hohe Anteil von unruhigem Blaulicht, behaupten einige Mediziner, sei schlecht für Schlaf und Psyche. Biorhythmisch sei der Mensch am Abend die thermische, gleichwellige Strahlung rötlichen Feuerscheins gewohnt. Vor allem aber verdampfen Energiesparlampen zur Lichterzeugung Quecksilber. Bei falscher Entsorgung gelangt das Gift in die Umwelt. Kurzum, über das Glühlampenverbot könnte man aus vielen Gründen streiten. Bloß, genau das ist nie geschehen.

Alles begann vor sechs Jahren, am 9. September 2003. Die EU-Kommission in Brüssel verkündete eine Idee für eine Richtlinie mit dem Zauberwort »Ökodesign«. Es ging darum, für »Elektro- und Elektronikgeräte oder Elektrowärmeanlagen« wie Boiler, Kühlschränke oder Fernseher (Schluss mit dem Stand-by-Betrieb) Umwelt-Mindeststandards vorzuschreiben. Von der Glühbirne war, damals jedenfalls, noch nirgendwo die Rede. Am 13. April 2005 segnet das Europäische Parlament die Ökodesign-Richtlinie ab. Damit legte es die gesetzliche Grundlage für das Glühbirnenverbot.

Knapp zwei Jahre später sorgt das Aufeinandertreffen von zwei Ereignissen für ein sehr plötzliches Aus der Edison-Lampe in Europa. Anfang 2007 hatte, erstens, die deutsche Bundesregierung in Brüssel die EU-Ratspräsidentschaft übernommen, und in Berlin erkannte ein ambitionierter Umweltminister das Potenzial zum Durchregieren, das die Gesetzgebungsmaschine Brüssel eröffnet. Und am 20. Februar 2007 kündigte zweitens die australische Regierung an, bis 2010 ein Glühbirnenverbot durchzusetzen.

»Wir haben uns gefragt, warum die Australier das so schnell hinkriegen und wir nicht«, heißt es rückschauend im Bundesumweltministerium. »Ist die Europäische Union etwa zu schwerfällig für effektiven Klimaschutz?« Noch im Februar 2007, nur wenige Tage nach der australischen Entscheidung, schreibt Gabriel einen Brief an den Brüsseler Umweltkommissar Stavros Dimas. Der Niedersachse machte Druck.

Leser-Kommentare
    • Timo K
    • 01.09.2009 um 7:50 Uhr

    "Schon auf dem Europäischen Frühjahrsgipfel am 9. März 2007 be- kommt – unter Feder- füh- rung von Bundes- kanzlerin Angela Merkel – die Kommission das formale Mandat, die Glühbirne aus dem Verkehr zu ziehen."

    Toll zu lesen!
    (Anmerkung: Vielen Dank für Ihren Hinweis, wir haben den Satz korrigiert. Die Redaktion/jk)

  1. Das scheint mal wieder eine typisch deutsche Diskussion zu sein. Statt die positiven Seiten eines Glühbirnenverbots zu sehen (Entwicklung neuer Technologien, Verbesserung von vorhandenen Technologien, Minderung von CO2 Emissonen) wird jetzt rumgenölt, die Schuld bei den Herstellern gesucht, die Politik verteufelt ect. pp. Es ist ein Trauerspiel.

    Eine positive Seite hat das Gejammer der ewig Gestrigen. Ich weiß jetzt, dass ich Energiesparlampen nicht in den Hausmüll werfen darf (Stichwort Quecksilber). Nur kam ich bisher gar nicht dazu, meine Energiesparlampen in den Hausmüll werfen zu müssen, weil die Älteste davon seit 1991 ihren Dienst tut und mir sicher schon einige Euros an Stromkosten gespart und CO2 sowieso gespart hat.

    Wo ist denn das Problem? Das Licht? Mit ein wenig Geschick lässt sich auch mit einer Energiesparlampe ein heimeliges Licht zaubern, oder schraubt jemand seine Birnen in die nackte Fassung? Ich nicht.

    Der höhere Einkaufspreis macht sich durch niedrigere Stromkosten bezahlt (seit Jahren bekomme ich eine Rückzahlung). Freut Euch!

    Auch das Argument, die Einsparung beträgt "nur" rund 15 Millionen Tonnen pro Jahr und ist somit nur ein kleiner Beitrag, zieht bei mir nicht. Wer erwartet, dass eine Technoligie unsere C02-Problematik auf einen Schlag löst, kann lange warten. Dann tut sich nie was. Es sind also die kleinen Einsparung, die in Summe zu einer großen Einsparung werden. Wenn jeder argumentiert, seine Einsparung ist zu klein, als etwas bewirken zu können, passiert nie was.

    Die Energiesparlampe mag noch nicht perfekt sein, aber was ist schon perfekt? Die Glübirne wurde auch nicht am ersten Tag erfunden, war nie perfekt und wer ein perfektes Produkt erwartet, wird ebenfalls lange warten können. Ich gehe davon aus, die jetzige Energiesparlampe wird ständig verbessert und irgendwann durch ein noch besseres Produkt abgelöst. So funktioniert technischer Fortschritt nun mal. Durch stetige Verbesserung eines vorhandenen Produktes.

    Hört also auf zu jammern. Das Verbot der Glühbirne ist engeläutet, gewöhnt Euch dran. Hamsterkäufe lösen das Gejammer nur temporär.

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    Glühbirne oder Leuchtstoffröhre, das ist hier doch eigentlich eine Nebensache.

    Was mich wirklich empört, ist die Art, wie das - und vieles andere - durchgesetzt wurde: Unter bewußter Umgehung der demokratischen Instanzen. Durch eine Institution, die weder ausreichend demokratisch legitimiert, noch dem Volk irgendwie rechenschaftspflichtig ist, von der man den Eindruck gewinnen kann, daß sie als Instrument geschaffen wurde, um sich mit dem Souverän und dessen Willen nicht mehr auseinandersetzen zu müssen. Interessant ist in diesem Zusammenhang ja auch das Urteil des BVG zum Lissabon-Vertrag.

    Na ganz so einfach ist nicht. Ich schraube z.B. meine schwache Glühbirne einfach so in die Fassung ohne Schirm. Vielleicht mag das nicht jeder ästehtisch finden aber ich tu es. 2. ist die Energiebilanz eine Milchmädchenrechnung und sicher mag das in dauerbeleuchteten Räumen sinnvoll sein moderne Leuctmittel einzusetzen, aber in meinem Wohnzimmer habe ich inder kalten Jahreszeit die Lampe länger an als in der warmen, und das paßt ganz gut zur Abwärmenutzung (Licht-Wärmekopplung) 3. Was machen den die ganzen erzgebigischen Schwippbögen, sollen die auch auf Neon umgestellt werden? Na schöne Weihnachten!

    Alle totalitären Entscheidungen sind immer schlecht, mag sein das moderne Leuchtmittel in 80 bis 90% der Fälle gut sind aber nicht überall, und genau das ist das Problem an dem Gesetz. Das das die Bürger, nur von Europa als großer Idea weiter entfernt. Und das ist sehr traurig!!!

    Die Energiesparlampe entsorgt sich nicht von alleine, aber darum geht Es mir garnicht. Ich braue keine großen Bruder, der mir vorschreibt ob ich eine Energiesparlampe oder Glühlampe benutze. Das Bitteschön, möchte ich selber entscheiden, ansonsten fühle ich mich in meinen Grundrechten eingeschränkt. Demnächst kommen die Gutmenschen daher, und bestimmen, es darf kein Auto mehr hergestellt werden, welches mehr als 5 Liter Sprit auf hundert Kilomertern verbraucht.

    Eher typisch scheint mir das Kritteln an der berechtigten und notwendigen Diskussion zu sein und die Zwanghaftigkeit, bereits gefällten Entscheidungen ohne vorherige Diskussion etwas Positives abgewinnen zu wollen.
    Das eigentliche Problem wird m.E. auch hier verdrängt: die Entsorgung hochgiftiger Bestandteile. Auch hier wurde einmal mehr mit vordergründigem Aktionismus entschieden, der Auseinandersetzung darüber Gestrigkeit zu unterstellen, ist ebenso typisch wie unbeholfen.

    • Buker
    • 01.09.2009 um 10:32 Uhr

    ...sind Sie so ehrlich zuzugeben, dass Sie bis eben nicht wußten, dass Sie Ihre Energiesparlampen nicht im Hausmüllentsorgen dürfen.
    Das bringt mich aber unweigerlich zu der Frage, warum Sie davon ausgehen, dass Sie der letzte waren der dies erfahren hat??? Schätze Quecksilber wird wieder einmal zum Problem für Deponien...

    Glühbirne oder Leuchtstoffröhre, das ist hier doch eigentlich eine Nebensache.

    Was mich wirklich empört, ist die Art, wie das - und vieles andere - durchgesetzt wurde: Unter bewußter Umgehung der demokratischen Instanzen. Durch eine Institution, die weder ausreichend demokratisch legitimiert, noch dem Volk irgendwie rechenschaftspflichtig ist, von der man den Eindruck gewinnen kann, daß sie als Instrument geschaffen wurde, um sich mit dem Souverän und dessen Willen nicht mehr auseinandersetzen zu müssen. Interessant ist in diesem Zusammenhang ja auch das Urteil des BVG zum Lissabon-Vertrag.

    Na ganz so einfach ist nicht. Ich schraube z.B. meine schwache Glühbirne einfach so in die Fassung ohne Schirm. Vielleicht mag das nicht jeder ästehtisch finden aber ich tu es. 2. ist die Energiebilanz eine Milchmädchenrechnung und sicher mag das in dauerbeleuchteten Räumen sinnvoll sein moderne Leuctmittel einzusetzen, aber in meinem Wohnzimmer habe ich inder kalten Jahreszeit die Lampe länger an als in der warmen, und das paßt ganz gut zur Abwärmenutzung (Licht-Wärmekopplung) 3. Was machen den die ganzen erzgebigischen Schwippbögen, sollen die auch auf Neon umgestellt werden? Na schöne Weihnachten!

    Alle totalitären Entscheidungen sind immer schlecht, mag sein das moderne Leuchtmittel in 80 bis 90% der Fälle gut sind aber nicht überall, und genau das ist das Problem an dem Gesetz. Das das die Bürger, nur von Europa als großer Idea weiter entfernt. Und das ist sehr traurig!!!

    Die Energiesparlampe entsorgt sich nicht von alleine, aber darum geht Es mir garnicht. Ich braue keine großen Bruder, der mir vorschreibt ob ich eine Energiesparlampe oder Glühlampe benutze. Das Bitteschön, möchte ich selber entscheiden, ansonsten fühle ich mich in meinen Grundrechten eingeschränkt. Demnächst kommen die Gutmenschen daher, und bestimmen, es darf kein Auto mehr hergestellt werden, welches mehr als 5 Liter Sprit auf hundert Kilomertern verbraucht.

    Eher typisch scheint mir das Kritteln an der berechtigten und notwendigen Diskussion zu sein und die Zwanghaftigkeit, bereits gefällten Entscheidungen ohne vorherige Diskussion etwas Positives abgewinnen zu wollen.
    Das eigentliche Problem wird m.E. auch hier verdrängt: die Entsorgung hochgiftiger Bestandteile. Auch hier wurde einmal mehr mit vordergründigem Aktionismus entschieden, der Auseinandersetzung darüber Gestrigkeit zu unterstellen, ist ebenso typisch wie unbeholfen.

    • Buker
    • 01.09.2009 um 10:32 Uhr

    ...sind Sie so ehrlich zuzugeben, dass Sie bis eben nicht wußten, dass Sie Ihre Energiesparlampen nicht im Hausmüllentsorgen dürfen.
    Das bringt mich aber unweigerlich zu der Frage, warum Sie davon ausgehen, dass Sie der letzte waren der dies erfahren hat??? Schätze Quecksilber wird wieder einmal zum Problem für Deponien...

    • pat
    • 01.09.2009 um 8:30 Uhr

    aber keiner macht nur seinen kleinen Finger krum! Veränderung wird nicht herbeigeredet!
    Die Leute, die heute 'nur' meckern, tun mir echt leid. Organisiert euch doch einfach zu einer großen Gemeinde, geht auf die Straße und bietet eine bessere Lösung an!

    Bei mir brennen schon lange keine herkömmlichen Glühbirnen mehr... gemütlich ist es trotz alledem. Und wer nun welchen Stein wann und wie ins rollen gebracht hat, interessiert doch eigentlich nicht. Es gibt heutzutage auch andere Themen, wie beispielesweise die Regulierung des Finanzmarktes. Da ist die EU wohl nicht soooo (hopsa) schnell wie bei den Glühbirnen! Das Geld, was hierbei aus dem Feuer geholt werden könnte, reicht, um die Energiesparlampen verschenken zu können!

    Gruß aus Berlin

  2. ´in Berlin erkannte ein ambitionierter Umweltminister das Potenzial zum Durchregieren, das die Gesetzgebungsmaschine Brüssel eröffnet´

    Der ambitionierte Herr Umweltminister ist ganz offenbar ein Antidemokrat. Nachdem er in der gewählten Vertretung des Volkes scheiterte, macht er es halt ohne das Volk und regiert diesem bis ins Wohnzimmer hinein. Und scheinbar ist er auch ein Freund von ideologisch motiviertem Aktionismus.

    Die Folgen:
    1. Verminderung meiner Wohnqualität durch schlechteres Licht (ich habe es probiert und tue mir z.B. schwer, bei diesem Licht Zeitung zu lesen).
    2. Eine Sonderabgabe für die Industrie zu Lasten der Privathaushalte.
    3. Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko durch zusätzlichen Elektrosmog und Schadstoffe (Quecksilber) in der häuslichen Umgebung.
    4. Eine Verordnung von mindestens zweifelhaftem Nutzen, da die Abwärme der Glühbirnen mindestens in allen Heizmonaten in die Energiebilanz des Hauses eingeht.

    Meine Schlußfolgerungen:
    1. Ich habe ein Leben lang SPD gewählt. Das ist jetzt vorbei. Antidemokraten wähle ich nicht.
    2. In den nächsten Jahren werden mir die Glühbirnen nicht ausgehen.

  3. aber wenn sie denn per Eu-Befehl in die Fassung geschraubt werden sollen und auch besseres Licht bieten, will man sich ja nicht verweigern, bei allem Blödsinn. Nur: Die Industrie behauptet, dass diese Lampen bis zu 8 mal längere Lebenszeit haben. Ok. Dann nehmt Euch bei Wort, Osram und Co. Garantiert der Lampe eine Lebenszeit von 5 Jahren, geht sie vorher futsch (wie alle Lampen, die ich hatte) gibts kostenlos eine neue. Was spricht dagegen (außer dass die Herren Hersteller wissen, dass das soundso Unsinn und Werbeblabla ist)?

    Also: Was ist mit den 5 Jahren Garantie? Das müsste sich doch auch leicht per EU-Gesetz regeln lassen! Oder droht da die böse Industrie mit dem Verlust von Arbeitsplätzen, wenn man nur das fordert, was auf der Packung draufsteht?

  4. Glühbirne oder Leuchtstoffröhre, das ist hier doch eigentlich eine Nebensache.

    Was mich wirklich empört, ist die Art, wie das - und vieles andere - durchgesetzt wurde: Unter bewußter Umgehung der demokratischen Instanzen. Durch eine Institution, die weder ausreichend demokratisch legitimiert, noch dem Volk irgendwie rechenschaftspflichtig ist, von der man den Eindruck gewinnen kann, daß sie als Instrument geschaffen wurde, um sich mit dem Souverän und dessen Willen nicht mehr auseinandersetzen zu müssen. Interessant ist in diesem Zusammenhang ja auch das Urteil des BVG zum Lissabon-Vertrag.

  5. Unabhängig von der Frage nach Sinn oder Unsinn des Glühbirnenverbots liegt das zentrale Problem doch darin, dass die mit den Energiesparlampen beglückten Bürger in der Sache keinerlei Mitspracherecht hatten. D.h. sie sich in der selben Situation wie die Kolonialvölker des 19Jhdts befinden, denen man die Segnungen der Zivilisation in Form von Brücken, Eisenbahnen und Bananenplantagen ungefragt vor die Nase stellte. Dass die lendenschurztragenden Wilden den Glitterkram der schönen neuen Welt, das Licht der Zivilisation nur mit Widerstand übernehmen, sorgt bei den edlen Spendern für das gleiche Mass an Unverständnis wie bei den tropenhelmtragenden Vorfahren. Nur gut, dass die Maxim guns mittlweile durch Anwälte und PR-Berater ersetzt wurden. Ein kleiner Fortschritt, immerhin.

    Freie Menschen muss man überzeugen, Untertanen kann man befehlen. Das "du übernehmen das Licht des grossen weissen Vaters" ist alles mögliche, mit Sicherheit aber nicht die Art und Weise, wie man mit mündigen Bürgern umgeht. Glühlampen hin oder her - politisch gesehen steckt Europa immer noch im finstersten Mittelalter.

    • outis
    • 01.09.2009 um 9:25 Uhr

    ein besonders sittenstrenger und kreuzfrommer Klimaschützer hat mir neulich vorgerechnet welchen CO2-Overkill meine fleischlastigen Ernährungsgewohnheiten über die Menschheit bringen werden. Beim saftigen Steak besteht also noch dringender Handlungsbedarf. Es gibt außerdem noch inquisitionsbedürftige Warmduscher, die ihren läppischen Spaß am lauen Nass über das Wohl des Planeten stellen!

    Dieu me pardonnera, c'est son metier.(Heine)

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