Hirnforschung Der Mensch bleibt sich ein Rätsel

Ein Gespräch mit dem Tübinger Philosophen Manfred Frank über die Illusionen der Hirnforschung und ihre zweifelhaften politischen Folgen

DIE ZEIT: Herr Frank, das Verhältnis zwischen Hirnforschern und Philosophen scheint mehr von Feindseligkeit als von Zusammenarbeit geprägt – zumindest wenn man die öffentliche Debatte verfolgt. Woran liegt das?

Manfred Frank: Die Themen, um die da gestritten wird – freier Wille, Selbstbestimmung, Seele –, sind natürlich Dauerbrenner. Sie packen die Leute an einem Punkt, an dem sie von tiefen existenziellen Intuitionen aufgewühlt werden. Und viele Menschen neigen nun einmal dazu, die Antworten eines gestandenen Naturwissenschaftlers denen eines haltlos über die Welt spekulierenden Philosophen vorzuziehen. Auch der Philosoph geht ja zur Not zum Arzt und nicht zu einem philosophischen Kollegen, wenn er Auskünfte über seinen Gesundheitszustand will.

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DIE ZEIT: Sie meinen, unsere Gesellschaft schätzt die Einsichten von Geisteswissenschaftlern weniger als die anwendungsorientierte Arbeit von Naturwissenschaftlern?

Frank: Das gesunde Volksempfinden war schon immer eher gegen die Geisteswissenschaftler gerichtet, frei nach dem schwäbischen Motto: Die schaffe ja nix! Aber Naturwissenschaftler wissen, dass das Hirn auch beim geisteswissenschaftlichen Denken ganz schön arbeitet. Ich selbst jedenfalls bin nicht an der Konkurrenz, sondern am Dialog interessiert: Ich möchte sehr gern wissen, was Neurowissenschaftler können und was sie machen.

DIE ZEIT: Gilt das auch umgekehrt? Haben Neurologen Interesse an Ihrer Arbeit?

Frank: Manche Naturwissenschaftler halten wenig von Philosophen, weil sie meinen, sie müssten die armchair-Bemühungen jener, die über geistige Freiheit fern von Laboratorium und experimenteller Erfahrung nachgedacht haben, gar nicht erst lesen. Andere sind gegenüber der Philosophie aber aufgeschlossen, weil sie wissen, dass alle experimentelle Arbeit mit Begriffsklärungen beginnt, und das bleibt eine philosophische Domäne. Manche Hirnforscher sind mit den technischeren Schriften der sogenannten philosophy of mind sogar erstaunlich gut vertraut; und das Umgekehrte gilt ja ebenso.

DIE ZEIT: Aber woher kommt dann die offenkundige Feindseligkeit, die überall spürbar ist?

Frank: Sie hat damit zu tun, dass die Wissenschaftler im gegenwärtigen Universitätssystem eher zur Konkurrenz aufgehetzt sind. Man versucht, effizient und schnell Drittmittel einzuwerben und sich gegenseitig nach Kräften zu übertreffen. Das drückt sich dann natürlich auch in der medialen Darstellung von Forschungsergebnissen aus.

DIE ZEIT: Einmal abgesehen davon: Was kann denn die Hirnforschung von der Philosophie erwarten?

Frank: Einen gewissen, auf den zweiten Blick positiven Widerstand. Sie kennen Wittgensteins Empfehlung an Philosophen: »Nimm dir Zeit!« Heutige Bewusstseins-Philosophen nehmen sich Zeit und geben sich Mühe, die stromlinienförmigen Verfahren der Naturwissenschaft zu verlangsamen und ihre Autoren zum Überlegen zu bringen. Sie stellen Fragen wie: Was soll denn das heißen, dass die Natur geistige Prozesse »verursacht«? Wie könnte eine vernünftige Leib-Seele-Theorie aussehen? Warum ist uns bei manchen mentalen Zuständen irgendwie »zumute« und bei anderen nicht? Die Funktion solcher Philosophenfragen und Bedenklichkeiten ist freilich nicht, neurobiologische Aufklärungsanstrengungen zu verunglimpfen, sondern die Neurobiologen zu angemessen differenzierter Phänomenwahrnehmung anzuhalten. Dadurch, dass Sand in die gut geschmierte Maschine der Forschungsroutine gestreut wird, wird der Fortschritt der Wissenschaft befördert – und nicht behindert.

DIE ZEIT: Fangen wir an, Sand ins Getriebe zu streuen. Was interessiert Sie selbst am meisten an den Ergebnissen der Neurowissenschaften?

Frank: Mein Interesse an den Neurowissenschaften hat viele Gründe. Einer davon ist, dass sich die Hirnforschung – nach der modischen Toterklärung des Subjekts in der Nachfolge Heideggers, Wittgensteins und des Strukturalismus – auf ihre Weise dieses Themas wieder angenommen hat. Anders als andere Philosophen halte ich Subjektivität für das Grund- und Kernthema menschlichen Nachdenkens. Meine verschiedenen Abschweifungen zur Frühromantik, zum Poststrukturalismus und so weiter sind immer durch diesen kleinsten gemeinsamen Nenner zusammengehalten worden.

DIE ZEIT: Wenn Subjektivität Ihr Kernthema ist: Wird diese Subjektivität von den Neurowissenschaften nicht regelrecht pulverisiert und aufgelöst? Hirnforscher behaupten, hinter dem angeblich freien Willen des Subjekts steckten lediglich neuronale Prozesse, die den Willen determinierten. Es gibt weder das Subjekt noch seine Subjektivität. Und auch der Geist ist nicht Geist – er sei Materie.

Frank: Willensfreiheit ist nicht alles, obwohl das Thema die Feuilletons und Talkshows überschwemmt. Ins gemeinsame Grenzgebiet zwischen Neurowissenschaften und Philosophie gehört vor allem das weite Feld des Bewusstseins. Die bloße Tatsache, dass so viele Neurowissenschaftler das Problem der sogenannten Erklärungslücke …

Leser-Kommentare
  1. Die Tatsache daß sich Herr Frank etwas nicht erklären kann ist doch kein Grund, warum es da prinzipielle Hindernisse geben sollte.

    ... dass experimentelle Arbeit mit Begriffsklärungen beginnt, und das bleibt eine philosophische Domäne.

    Leider ist mit den philosophischen Begriffserklärungen nichts anzufangen. Seit Plato dreht sich alles nur im Kreis.

    Dieser Zweifel entzündet sich daran, dass es den Neurowissenschaftlern nicht aus Gründen des Forschungsstands, sondern aus ganz prinzipiellen Gründen nie gelingen werde, Geist oder Seele auf neuronale Prozesse zurückzuführen.

    Das ist etwa so sinnvoll wie die Aussage, der Mensch werde nie fliegen können. Eine solche Aussage disqualifiziert jeden Naturwissenschaftler und ist natürlich auch ein Grund warum Geisteswissenschaftler nicht für voll genommen werden.

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    • mhmmmm
    • 30.08.2009 um 22:22 Uhr

    ...ist dann die Heisenbergsche Unschärferelation auch " eine Aussage [die] disqualifiziert jeden Naturwissenschaftler disqualifiziert und natürlich auch ein Grund ist warum Geisteswissenschaftler nicht für voll genommen werden."

    • mhmmmm
    • 30.08.2009 um 22:22 Uhr

    ...ist dann die Heisenbergsche Unschärferelation auch " eine Aussage [die] disqualifiziert jeden Naturwissenschaftler disqualifiziert und natürlich auch ein Grund ist warum Geisteswissenschaftler nicht für voll genommen werden."

  2. Hard- und Software. Hardware ist die Naturwissénschaft des Gehirns und Software ist die Prägung des Lebens, die mit entscheidend ist, wie wir die Hardware nutzen können. Beide Bereiche können sich getrennt erklären und aufschlüsseln.

    Der Reiz der Philosophie ist aber größer als die Körperchemie im Kopf naturwissenschaftlich zu verstehen. Emotionen sind dabei mit ein entscheidender Faktor einen Turbo zuschalten zu können.

    Zu verstehen, wie es chemisch/physikalisch funktioniert ist eine Sache; eine andere ist, wie es sich entwickelt von der Geburt bis hin zum Tod und was besondere Reifungs- und Prägungsprozesse sind: Emotion, Stimulenz und ausbleibende Stimulenz, - Neugierde und - Belobigungen.

  3. Ich meine, der Professor entkräftet die naturwissenschaftlichen "Geisteswissenschaftler" hier und so nicht, wenn und weil er vor allem auf die Folgen reflektiert - die manche Naturwissenschaftler deshalb bzw. daraus ziehen, was aber gleichwohl auch falsch ist - wie es die Geschichte uns zeigt und lehrt!

    Ja, auch wenn die Menschheit friedlich-wohlorganisiert, also auch wohlständig, aussterben würde, aufgrund ihrer tiefen und intensiven gesellschaftlichen Kommunikation so kann man das, bzw. die Aufrechterhaltung der Moral, als eine Eigenschaft der Materie und dieses Lebewesens Mensch ansehen, die sich aber eben auch rein naturwissenschaftlich und deterministisch erklären und auch hirnphysiologisch erklären lässt. Genauso wie der Hungertod eben immer auch aufgrund der fehlenden Energie eintritt, egal ob der Hunger nun selbstverschuldet war oder nicht...!
    Ebenso könnte man ja meinen, weil man (bis vor "kurzem") die Erde noch nie als Kugel gesehen bzw. umfahren hat, die Erde sei keine Kugel, sondern eine gewölbte Scheibe und die Sonne bewege sich um die Erde - das ist ja unser alltägliches Empfinden - dennoch ist es, wie wir wissen - aber eben nicht wirklich spüren -, eben nicht so! Ja, wir sind spürende, empfindende Wesen und haben aber auch die Fähigkeit zur Rationalisierung und Selbstreflektion. Dass es hier, auch bei letzterem, eine Grenze gibt, da hat der Professor sicher recht, auch dies deckt sich aber letztlich mit den (meisten) Naturwissenschaftlern, denke ich mal.

    Zudem: Auch die anderen Naturwissenschaften setzen unserer Subjektivität, unserem Geist, eine Grenze. Nehmen wir den großen Asteroiden-Einschlag, der uns alle pulversiert - es bleibt nichts von uns übrig, außer ein paar Radiowellen, sicherlich, die noch eine Weile durch das All ziehen. Oder auch der Untergang unseres Sonnensystems samt der Milchstraße, irgendwann. Das dürften wir auch nicht überleben. Der Geist, unsere Geist zumindest, findet dann halt sein Ende - was uns aber dennoch nicht alles so wichtig war und ist...

    Als Philosoph sollte Herr Prof. Frank ja doch auch die Geistesgeschichte des Menschheitsuntergangs, der Menschheitsuntergangs-Prophezeiungen kennen. Auch hier geht die Subjektivität letztlich unter, im Christentum gleichwohl nicht: Wir selbst, viele von uns zumindest, brauchen offenbar die Illusion, dass die Seele irgendwie weiterlebt, weiter in Erinnerung bleibt - zumindest den einmal auch existierenden anderen Seelen: Wir waren einmalig, und das stimmt ja auch - auch wenn auch dies hirnphysiologisch erklärt werden kann.

    Also: Zur Moral kann man auch stehen und gelangen, wenn man auch diese als Ausdruck rein naturwissenschaftlicher und deterministischer Prozesse ansieht - dass es diese gab und gibt, das kann ja nun - siehe eben z.B. die NS-Widerständler - auch nicht bestritten werden, auch wenn sie sich immer wieder gegen "die Unmoral" zur Wehr setzen musste und muss.

  4. erklärt werden, meine ich. Gleichwohl ist es die - bzw. eine andere - Frage, welche Moral, also welche kollektiven Handlungsempfehlungen man, also die Mehrheit der Menschen, und das auf Dauer, hier dann hochhält. Das Tausendjährige Reich hat ja nicht umsonst, denke ich, nur zwölf Jahre gehalten!
    Dass manche für bestimmte Überzeugungen stehen, das ist also durchaus gut und richtig, auch im Sinne anderer. Gleichwohl kann man auch dies als hirn-determiniert ansehen.

    Bei diesem Beitrag stimmt vor allem die Überschrift. Denn sicher kann unser Gehirn nicht all die Komplexität dieser Welt und des Lebens richtig widerspiegeln, sicher bleiben wir uns ein Rätsel, das wurde im Beitrag dann leider aber nicht ausgeführt bzw. direkt aufgegriffen. Dann auch schon die Nichthirn-Prozesse sind ja so mannigfaltig und Komplex, dass man diese nicht wirklich verstehen kann. Warum fällt in China ein Sack Reis um - wegen der Schwerkraft, weil einer diesen falsch hingestellt hat, weil er wenig Zeit hatte, weil seine Frau gerade krank geworden ist und er nun selbst einkaufen gehen musste und weil der Boden, auf den er diesen Stellt etwas schief geworden war usw., usf.. All dies, und das ist ja das Verrückte, das von uns nicht wirklich nachvollziehbare, ist ja eigentlich determiniert. Und insofern ist es - für uns - ja auch ein Rätsel, wie wir überhaupt entstehen konnten, auch wenn anderswo vielleicht auch ähnliche Menschen entstanden sein sollten, aufgrund der gleichen Gesetze und glücklichen Umstände.

  5. Wie Herr Frank richtig feststellt sollte man beides nicht in einen Topf werfen, woraufhin er es leider trotzdem tut. Die Tatsache, dass offenbar einige nicht zwischen Determinismus und Fatalismus sauber trennen können, ist kein Grund gegen den Determinismus.
    Machen wir mal ein Beispiel: Wenn es so ist, dass ein Kinderschänder eben nicht anders kann als sich an Kindern zu vergreifen, so ist das noch lange kein Grund ihn einfach weitermachen zu lassen. Wenn ich in der Wildnis von von einem Raubtier angegriffen werde stelle ich mir doch auch nicht erst die Frage, ob das Tier denn schuldfähig ist bevor ich zur Selbstverteidigung das Gewehr auspacke.

    Und @ Kommentar 1: Klar ist aber auch, dass wir ohne Begriffe keine Sprache haben und ohne Sprache ist es schwierig über Atomphysik zu diskutieren. Außerdem braucht man um zu wissenschaftlichen Ergebnissen zu kommen zunächst eine Diskussion über Wissenschaft, um die Methoden festzulegen, die wir als wissenschaftlich anerkennen. Wenn man derartige Regeln nicht festlegt kann jederzeit ein Fundamentalist daherkommen und uns weissmachen wir wüssten eben nicht wie Wissenschaft richtig funktioniert denn die einzige verlässliche Erkenntnisquelle sei bekanntermaßen Gott.
    Jede Grundlagenveranstaltung in Mathe beginnt daher zunächst mit der Festlegung von Axiomen um erstmal das Regelwerk zu definieren innerhalb dem man sich bewegt.
    Ob die Ergebnisse unserer Wissenschaft absolut richtig sind können wir daher nicht wissen, sondern wir wissen nur, dass sie relativ auf unsere Erkenntnismethoden richtig sind und das heisst, das wir stets kritisch versuchen sollten unsere Erkenntnismethoden zu optimieren. Wer das nicht verstanden hat kann aus meiner Sicht nur schwer zu brauchbaren wissenschaftlichen Ergebnissen kommen. Daher kommt eigentlich kein ernstzunehmender Wissenschaftler völlig an der Philosophie vorbei, es ist ihm nur möglicherweise nicht bewusst. Aber ich denke er wird ein besserer, weil kritischerer Wissenschaftler sein, wenn es ihm bewusst ist.

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    Das ist dann eine Leistung der Mathematik und nicht der Philosophie.
    Und mit der Chaostheorie (aktuelle Mathematik) wird gezeigt, daß auch bei voll determinierten Gegebenheiten, ein Ergebnis nicht vorhergesagt werden kann. Um die Lösung zu finden, muß der Vorgang in der Realität vollzogen werden.
    Der Wille als chaotischer (chaotisch im mathematischen Sinn) Entscheidungsprozess des Gehirns ist damit 'frei'.

    Das ist dann eine Leistung der Mathematik und nicht der Philosophie.
    Und mit der Chaostheorie (aktuelle Mathematik) wird gezeigt, daß auch bei voll determinierten Gegebenheiten, ein Ergebnis nicht vorhergesagt werden kann. Um die Lösung zu finden, muß der Vorgang in der Realität vollzogen werden.
    Der Wille als chaotischer (chaotisch im mathematischen Sinn) Entscheidungsprozess des Gehirns ist damit 'frei'.

  6. Die Grundfrage, auf die sich all diese sehr komplex verästelten Gedankenbäume reduzieren lassen, ist doch:
    Existiert Geist/Bewußtsein (mind) lediglich als Funktion von Materie - oder existiert der Geist auch ohne Materie; führt er ein Eigenleben, das sich unter Umständen ganz von der Materie lösen kann?
    Ersteres denken die Naturwissenschaftler, auf der letzteren Annahme hingegen bauen alle Religionen und alle spirituellen Schulen auf.

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    Warum sollten sich diese "sehr komplex verästelten Gedankenbäume" auf die von Ihnen angegebene Grundfrage reduzieren lassen? Das Interview unterstützt Ihre These nicht gerade.

    Eine sich hier m.E. massiv aufdrängende Verbindung dieser beiden Dinge besteht ganz einfach darin, dass man dies, diesen Wunsch, diese Hoffnung, so akzeptiert, ihr dennoch ein hirnphysiologisches Äquivalent zuordnet. Ja, sicher, ohne Körper gibt es kein Gehirn. Ohne jedwedes Gehirn sind wir Tod - alles andere wäre gleichohl schön, uns angenehm, dafür gibt es aber keinen einzigen ernstzunehmenden Hinweis...!

    Warum sollten sich diese "sehr komplex verästelten Gedankenbäume" auf die von Ihnen angegebene Grundfrage reduzieren lassen? Das Interview unterstützt Ihre These nicht gerade.

    Eine sich hier m.E. massiv aufdrängende Verbindung dieser beiden Dinge besteht ganz einfach darin, dass man dies, diesen Wunsch, diese Hoffnung, so akzeptiert, ihr dennoch ein hirnphysiologisches Äquivalent zuordnet. Ja, sicher, ohne Körper gibt es kein Gehirn. Ohne jedwedes Gehirn sind wir Tod - alles andere wäre gleichohl schön, uns angenehm, dafür gibt es aber keinen einzigen ernstzunehmenden Hinweis...!

  7. Warum sollten sich diese "sehr komplex verästelten Gedankenbäume" auf die von Ihnen angegebene Grundfrage reduzieren lassen? Das Interview unterstützt Ihre These nicht gerade.

    Antwort auf "Grundfrage"
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    Ich denke schon, dass dies hier eine Grundfrage ist, die Quintessenz der Diskrepanzen sozusagen. Gleichwohl kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man sich hier quasi in der Mitte treffen wird und kann. Das Ganze wird ja einfacher, wenn man Gott als eine Metapher für das Kollektive Gewissen der Gruppe der Gläubigen ansieht - am besten als Metapher für das Kollektive Gewissen der Menschheit, wozu diese Metapher allerdings entschlüsselt, offengelegt, werden muss. Hinzu kommt das Mystische, das Wundervolle und Rätselhafte. Auch wenn man weiß, dass die Erde ein Kugel ist, so ist dies doch erstaunlich, nicht direkt verständlich, dass sich solch eine Kugel gebildet hat und wir auf dieser. Das Kollektive Gewissen der Menschheit, das kann man ja durchaus auch rein rational postulieren bzw. den Sinn für dieses Postulat sehr leicht erkennen, besteht - für uns - für immer, muss für uns für immer bestehen. Denn sonst könnte man die Geschwister Scholl ja z.B. als sich eigentlich falsch verhaltende junge Menschen ansehen, die hochgradig ihren kinderlosen(!) Tod riskiert haben, und eben auch ermordert worden sind, ohne dass sich etwas geändert hat, am und im "Dritten Reich". Dass viele das nicht so sehen, zeigt, dass eine rein biologistische Sicht der Dinge nicht unsere wirliche ist bzw. dass diese zu gefährlich, ja selbstmörderisch, ist: Die Guten sterben aus, die Mörder bleiben übrig - da werden am Ende letztlich alle ermordet...! Das ist nicht im Sinne der Mehrheit der Menschen, deshalb kommen unsere Gehirne im intensiven geistigen Austausch halt zu anderen Ansichten. Das Vermächtnis dieser beiden ist ja z.B. auch für die Masse der Atheisten eines, welches hochzuhalten ist. Und selbst wenn die ganze Menschheit ausgestorben ist, ist es - für uns Menschen, nur so können wir halt denken, nur aus unserer Sicht, nur für uns, das ist wahr - ein richtiges Verhalten gewesen. Nur für ein gewöhnliches Tier wäre dies ein eher ungutes Verhalten gewesen - es hat - bzw. hätte - so ja seine Gene nicht mehr weitergeben...! Das Tiere nicht so (weit) denken, sieht man ja an derem Verhalten. Tiere können deshalb allerdings auch nicht bewusst aussterben...

    Wenn das Interview das auf den Punkt gebracht hätte, müßte ich es nicht anmerken. ;-)

    Ich denke schon, dass dies hier eine Grundfrage ist, die Quintessenz der Diskrepanzen sozusagen. Gleichwohl kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man sich hier quasi in der Mitte treffen wird und kann. Das Ganze wird ja einfacher, wenn man Gott als eine Metapher für das Kollektive Gewissen der Gruppe der Gläubigen ansieht - am besten als Metapher für das Kollektive Gewissen der Menschheit, wozu diese Metapher allerdings entschlüsselt, offengelegt, werden muss. Hinzu kommt das Mystische, das Wundervolle und Rätselhafte. Auch wenn man weiß, dass die Erde ein Kugel ist, so ist dies doch erstaunlich, nicht direkt verständlich, dass sich solch eine Kugel gebildet hat und wir auf dieser. Das Kollektive Gewissen der Menschheit, das kann man ja durchaus auch rein rational postulieren bzw. den Sinn für dieses Postulat sehr leicht erkennen, besteht - für uns - für immer, muss für uns für immer bestehen. Denn sonst könnte man die Geschwister Scholl ja z.B. als sich eigentlich falsch verhaltende junge Menschen ansehen, die hochgradig ihren kinderlosen(!) Tod riskiert haben, und eben auch ermordert worden sind, ohne dass sich etwas geändert hat, am und im "Dritten Reich". Dass viele das nicht so sehen, zeigt, dass eine rein biologistische Sicht der Dinge nicht unsere wirliche ist bzw. dass diese zu gefährlich, ja selbstmörderisch, ist: Die Guten sterben aus, die Mörder bleiben übrig - da werden am Ende letztlich alle ermordet...! Das ist nicht im Sinne der Mehrheit der Menschen, deshalb kommen unsere Gehirne im intensiven geistigen Austausch halt zu anderen Ansichten. Das Vermächtnis dieser beiden ist ja z.B. auch für die Masse der Atheisten eines, welches hochzuhalten ist. Und selbst wenn die ganze Menschheit ausgestorben ist, ist es - für uns Menschen, nur so können wir halt denken, nur aus unserer Sicht, nur für uns, das ist wahr - ein richtiges Verhalten gewesen. Nur für ein gewöhnliches Tier wäre dies ein eher ungutes Verhalten gewesen - es hat - bzw. hätte - so ja seine Gene nicht mehr weitergeben...! Das Tiere nicht so (weit) denken, sieht man ja an derem Verhalten. Tiere können deshalb allerdings auch nicht bewusst aussterben...

    Wenn das Interview das auf den Punkt gebracht hätte, müßte ich es nicht anmerken. ;-)

  8. Eine sich hier m.E. massiv aufdrängende Verbindung dieser beiden Dinge besteht ganz einfach darin, dass man dies, diesen Wunsch, diese Hoffnung, so akzeptiert, ihr dennoch ein hirnphysiologisches Äquivalent zuordnet. Ja, sicher, ohne Körper gibt es kein Gehirn. Ohne jedwedes Gehirn sind wir Tod - alles andere wäre gleichohl schön, uns angenehm, dafür gibt es aber keinen einzigen ernstzunehmenden Hinweis...!

    Antwort auf "Grundfrage"
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    ... was geschieht mit dem Geist nach dem biologischen Hirntod? Hier behaupten die Religionen: Es gibt eine Transzendenz, ein irgendwie geartetes Jenseits, eine nichtmaterielle Existenz des Geistes über den physischen Tod hinaus. Die Materialisten behaupten, mit dem physischen Tod erlösche auch der Geist.

    Hier sind die Positionen relativ klar und abgrenzbar. Doch wie ist es mit dem individuellen Lebensanfang? Wann kommt der Geist in den "Zellhaufen" hinein? Müßte er nach materialistischer Weltsicht nicht schon vom Zeitpunkt der Neukombination von DNA in Ei- und Samenzelle dort lokalisiert sein, wenn auch nur in nuce? Offenbar nicht, denn gerade die Materialisten sprechen dem "Zellhaufen" das Menschsein ab... doch wann und wie kommt der Geist (der ja nach materialistischer Ansicht kein Eigenleben führen kann) in den Fötus hinein?

    ... was geschieht mit dem Geist nach dem biologischen Hirntod? Hier behaupten die Religionen: Es gibt eine Transzendenz, ein irgendwie geartetes Jenseits, eine nichtmaterielle Existenz des Geistes über den physischen Tod hinaus. Die Materialisten behaupten, mit dem physischen Tod erlösche auch der Geist.

    Hier sind die Positionen relativ klar und abgrenzbar. Doch wie ist es mit dem individuellen Lebensanfang? Wann kommt der Geist in den "Zellhaufen" hinein? Müßte er nach materialistischer Weltsicht nicht schon vom Zeitpunkt der Neukombination von DNA in Ei- und Samenzelle dort lokalisiert sein, wenn auch nur in nuce? Offenbar nicht, denn gerade die Materialisten sprechen dem "Zellhaufen" das Menschsein ab... doch wann und wie kommt der Geist (der ja nach materialistischer Ansicht kein Eigenleben führen kann) in den Fötus hinein?

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