Hirnforschung Der Mensch bleibt sich ein RätselSeite 5/5
DIE ZEIT: Andererseits hält man den Geisteswissenschaftlern häufig vor, sie seien nicht effizient und nützlich. Wenn Sie die Geisteswissenschaften verteidigen, geraten Sie dann nicht sofort in die Nützlichkeitsfalle?
Frank: Natürlich gibt es diesen Verdacht. Darauf könnte man allerdings antworten, dass Nützlichkeit per se kein moralisches Kriterium ist. Für wen sind die Naturwissenschaften so nützlich, und worin besteht der von ihnen gelieferte Nutzen? Die mit dem sich ausbreitenden Materialismus einhergehende Verelendung der Seelen ist doch offenbar nicht nützlich für das Gemeinwesen. Man darf die Sorge um die Schleifung der Werte nicht den Konservativen überlassen. Geisteswissenschaftliche Fächer an Schulen und Universitäten tradieren kulturelles Bewusstsein, sie erinnern eine ernüchterte Menschheit an die großen Sinnfragen, die Denker und Handelnde umgetrieben haben; und selbst wenn wir die traditionellen Antworten nicht ungefragt hochhalten dürfen, wollen wir doch Vorbilder dafür haben, dass und wie solche Fragen gestellt werden müssen! Es geht – das ist der Refrain von Erich Kästners Konferenz der Tiere – um unsere Kinder. Wollen wir denen kein geisteswissenschaftliches Orientierungswissen oder die Fähigkeit, es selbst zu erwerben, vermitteln?
DIE ZEIT: Heute wäre man doch schon damit zufrieden, wenn die Banken wieder einigermaßen funktionierten und die Züge pünktlich führen. Was will man mehr?
Frank: Die bittere Heiterkeit, mir der ich Ihre Frage bejahe, zeigt, dass hier etwas Wesentliches aus dem Ruder gelaufen ist. Es ist so weit gekommen, dass man Sinn- und Orientierungsfragen, zu deren Beantwortung ich andere Wissensquellen zum Fließen bringen muss als allein technisch-naturwissenschaftliche, für nutzlos oder unsinnig hält. Religions- und Literaturwissenschaft, Archäologie, Geschichte, politische und Sozialtheorie, schließlich die Philosophie – sie alle halten das Gedächtnis an Kulturgüter und die Fähigkeit zu einem vernünftigen Umgang mit ihnen wach. Sie denken aus der Innenperspektive des Subjekts, also nicht allein aus der naturwissenschaftlichen Perspektive, über Seelisches und Geistiges nach.
Wenn man all diesen Geisteswissenschaftlern das Handwerk legen würde wegen industrieller Unverwertbarkeit, dann würde die Menschheit extrem verarmen. In so einer Menschheit würde auch ein einigermaßen gebildeter Naturwissenschaftler nicht leben wollen. In Buchhandlungen lägen dann nur noch deterministische Bücher, die uns – sehr frei nach Franz Kafka – zurufen: »Freund, du willst über die Straße gehen? Gib’s auf, bleib hier, verrecke hier im Schatten, und du wirst nachträglich die evolutionäre Entscheidung bewahrheitet finden, dass es so mit dir gemeint war, denn du stirbst wirklich, und frei warst du auch nicht.« Der Sterbende denkt vielleicht noch: »Das war mein letzter freier Akt, denn der Mensch kann nach Novalis alles dadurch adeln, dass er es will.«
DIE ZEIT: Was Sie sagen, klingt nach einem ungeführten Dialog mit Naturwissenschaftlern…
Frank: Ja, ein Naturwissenschaftler, der noch alle Tassen im Schrank hat, verliert doch seine Zeit nicht in einem Gespräch mit einem Kafka zitierenden Geisteswissenschaftler!
DIE ZEIT: Sie übertreiben. Alle Seiten fordern doch salbungsvoll den Dialog zwischen Geistes- und Naturwissenschaften. Und der Staat fördert ihn auch.
Frank: Ja, aber nur deshalb, weil die Gesellschaft ein schlechtes Gewissen hat. Sie fühlt sehr gut, vor allem da, wo sie noch aus Eltern besteht, dass normative, dass Erziehungsfragen keine besseren Anwälte als Geisteswissenschaftler finden werden und man ihnen dies Privileg nicht völlig entziehen sollte. Im Übrigen ist die Beziehung zwischen Geistes- und Naturwissenschaften institutionell, zum Beispiel an den Universitäten, längst eine geschiedene Ehe, weil Wissenschaftler zum Wettbewerb gegeneinander aufgestachelt werden und die von der Industrie und vom Staat gesteuerte Drittmittelvergabe regelmäßig in die Taschen der »nützlichen« Fächer fließt. Vielleicht wird die Reedukation verstörter Subjekte, besonders Jugendlicher, für die Gesellschaft einmal so teuer, dass sie die aktuelle Unaufmerksamkeit gegenüber diesem Problem – zu spät – bedauert.
Das Gespräch führten Ulrich Schnabel und Thomas Assheuer
- Datum 29.08.2009 - 19:39 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 27.08.2009 Nr. 36
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Die Tatsache daß sich Herr Frank etwas nicht erklären kann ist doch kein Grund, warum es da prinzipielle Hindernisse geben sollte.
... dass experimentelle Arbeit mit Begriffsklärungen beginnt, und das bleibt eine philosophische Domäne.
Leider ist mit den philosophischen Begriffserklärungen nichts anzufangen. Seit Plato dreht sich alles nur im Kreis.
Dieser Zweifel entzündet sich daran, dass es den Neurowissenschaftlern nicht aus Gründen des Forschungsstands, sondern aus ganz prinzipiellen Gründen nie gelingen werde, Geist oder Seele auf neuronale Prozesse zurückzuführen.
Das ist etwa so sinnvoll wie die Aussage, der Mensch werde nie fliegen können. Eine solche Aussage disqualifiziert jeden Naturwissenschaftler und ist natürlich auch ein Grund warum Geisteswissenschaftler nicht für voll genommen werden.
...ist dann die Heisenbergsche Unschärferelation auch " eine Aussage [die] disqualifiziert jeden Naturwissenschaftler disqualifiziert und natürlich auch ein Grund ist warum Geisteswissenschaftler nicht für voll genommen werden."
...ist dann die Heisenbergsche Unschärferelation auch " eine Aussage [die] disqualifiziert jeden Naturwissenschaftler disqualifiziert und natürlich auch ein Grund ist warum Geisteswissenschaftler nicht für voll genommen werden."
Ich meine, der Professor entkräftet die naturwissenschaftlichen "Geisteswissenschaftler" hier und so nicht, wenn und weil er vor allem auf die Folgen reflektiert - die manche Naturwissenschaftler deshalb bzw. daraus ziehen, was aber gleichwohl auch falsch ist - wie es die Geschichte uns zeigt und lehrt!
Ja, auch wenn die Menschheit friedlich-wohlorganisiert, also auch wohlständig, aussterben würde, aufgrund ihrer tiefen und intensiven gesellschaftlichen Kommunikation so kann man das, bzw. die Aufrechterhaltung der Moral, als eine Eigenschaft der Materie und dieses Lebewesens Mensch ansehen, die sich aber eben auch rein naturwissenschaftlich und deterministisch erklären und auch hirnphysiologisch erklären lässt. Genauso wie der Hungertod eben immer auch aufgrund der fehlenden Energie eintritt, egal ob der Hunger nun selbstverschuldet war oder nicht...!
Ebenso könnte man ja meinen, weil man (bis vor "kurzem") die Erde noch nie als Kugel gesehen bzw. umfahren hat, die Erde sei keine Kugel, sondern eine gewölbte Scheibe und die Sonne bewege sich um die Erde - das ist ja unser alltägliches Empfinden - dennoch ist es, wie wir wissen - aber eben nicht wirklich spüren -, eben nicht so! Ja, wir sind spürende, empfindende Wesen und haben aber auch die Fähigkeit zur Rationalisierung und Selbstreflektion. Dass es hier, auch bei letzterem, eine Grenze gibt, da hat der Professor sicher recht, auch dies deckt sich aber letztlich mit den (meisten) Naturwissenschaftlern, denke ich mal.
Zudem: Auch die anderen Naturwissenschaften setzen unserer Subjektivität, unserem Geist, eine Grenze. Nehmen wir den großen Asteroiden-Einschlag, der uns alle pulversiert - es bleibt nichts von uns übrig, außer ein paar Radiowellen, sicherlich, die noch eine Weile durch das All ziehen. Oder auch der Untergang unseres Sonnensystems samt der Milchstraße, irgendwann. Das dürften wir auch nicht überleben. Der Geist, unsere Geist zumindest, findet dann halt sein Ende - was uns aber dennoch nicht alles so wichtig war und ist...
Als Philosoph sollte Herr Prof. Frank ja doch auch die Geistesgeschichte des Menschheitsuntergangs, der Menschheitsuntergangs-Prophezeiungen kennen. Auch hier geht die Subjektivität letztlich unter, im Christentum gleichwohl nicht: Wir selbst, viele von uns zumindest, brauchen offenbar die Illusion, dass die Seele irgendwie weiterlebt, weiter in Erinnerung bleibt - zumindest den einmal auch existierenden anderen Seelen: Wir waren einmalig, und das stimmt ja auch - auch wenn auch dies hirnphysiologisch erklärt werden kann.
Also: Zur Moral kann man auch stehen und gelangen, wenn man auch diese als Ausdruck rein naturwissenschaftlicher und deterministischer Prozesse ansieht - dass es diese gab und gibt, das kann ja nun - siehe eben z.B. die NS-Widerständler - auch nicht bestritten werden, auch wenn sie sich immer wieder gegen "die Unmoral" zur Wehr setzen musste und muss.
erklärt werden, meine ich. Gleichwohl ist es die - bzw. eine andere - Frage, welche Moral, also welche kollektiven Handlungsempfehlungen man, also die Mehrheit der Menschen, und das auf Dauer, hier dann hochhält. Das Tausendjährige Reich hat ja nicht umsonst, denke ich, nur zwölf Jahre gehalten!
Dass manche für bestimmte Überzeugungen stehen, das ist also durchaus gut und richtig, auch im Sinne anderer. Gleichwohl kann man auch dies als hirn-determiniert ansehen.
Bei diesem Beitrag stimmt vor allem die Überschrift. Denn sicher kann unser Gehirn nicht all die Komplexität dieser Welt und des Lebens richtig widerspiegeln, sicher bleiben wir uns ein Rätsel, das wurde im Beitrag dann leider aber nicht ausgeführt bzw. direkt aufgegriffen. Dann auch schon die Nichthirn-Prozesse sind ja so mannigfaltig und Komplex, dass man diese nicht wirklich verstehen kann. Warum fällt in China ein Sack Reis um - wegen der Schwerkraft, weil einer diesen falsch hingestellt hat, weil er wenig Zeit hatte, weil seine Frau gerade krank geworden ist und er nun selbst einkaufen gehen musste und weil der Boden, auf den er diesen Stellt etwas schief geworden war usw., usf.. All dies, und das ist ja das Verrückte, das von uns nicht wirklich nachvollziehbare, ist ja eigentlich determiniert. Und insofern ist es - für uns - ja auch ein Rätsel, wie wir überhaupt entstehen konnten, auch wenn anderswo vielleicht auch ähnliche Menschen entstanden sein sollten, aufgrund der gleichen Gesetze und glücklichen Umstände.
Wie Herr Frank richtig feststellt sollte man beides nicht in einen Topf werfen, woraufhin er es leider trotzdem tut. Die Tatsache, dass offenbar einige nicht zwischen Determinismus und Fatalismus sauber trennen können, ist kein Grund gegen den Determinismus.
Machen wir mal ein Beispiel: Wenn es so ist, dass ein Kinderschänder eben nicht anders kann als sich an Kindern zu vergreifen, so ist das noch lange kein Grund ihn einfach weitermachen zu lassen. Wenn ich in der Wildnis von von einem Raubtier angegriffen werde stelle ich mir doch auch nicht erst die Frage, ob das Tier denn schuldfähig ist bevor ich zur Selbstverteidigung das Gewehr auspacke.
Und @ Kommentar 1: Klar ist aber auch, dass wir ohne Begriffe keine Sprache haben und ohne Sprache ist es schwierig über Atomphysik zu diskutieren. Außerdem braucht man um zu wissenschaftlichen Ergebnissen zu kommen zunächst eine Diskussion über Wissenschaft, um die Methoden festzulegen, die wir als wissenschaftlich anerkennen. Wenn man derartige Regeln nicht festlegt kann jederzeit ein Fundamentalist daherkommen und uns weissmachen wir wüssten eben nicht wie Wissenschaft richtig funktioniert denn die einzige verlässliche Erkenntnisquelle sei bekanntermaßen Gott.
Jede Grundlagenveranstaltung in Mathe beginnt daher zunächst mit der Festlegung von Axiomen um erstmal das Regelwerk zu definieren innerhalb dem man sich bewegt.
Ob die Ergebnisse unserer Wissenschaft absolut richtig sind können wir daher nicht wissen, sondern wir wissen nur, dass sie relativ auf unsere Erkenntnismethoden richtig sind und das heisst, das wir stets kritisch versuchen sollten unsere Erkenntnismethoden zu optimieren. Wer das nicht verstanden hat kann aus meiner Sicht nur schwer zu brauchbaren wissenschaftlichen Ergebnissen kommen. Daher kommt eigentlich kein ernstzunehmender Wissenschaftler völlig an der Philosophie vorbei, es ist ihm nur möglicherweise nicht bewusst. Aber ich denke er wird ein besserer, weil kritischerer Wissenschaftler sein, wenn es ihm bewusst ist.
Das ist dann eine Leistung der Mathematik und nicht der Philosophie.
Und mit der Chaostheorie (aktuelle Mathematik) wird gezeigt, daß auch bei voll determinierten Gegebenheiten, ein Ergebnis nicht vorhergesagt werden kann. Um die Lösung zu finden, muß der Vorgang in der Realität vollzogen werden.
Der Wille als chaotischer (chaotisch im mathematischen Sinn) Entscheidungsprozess des Gehirns ist damit 'frei'.
Das ist dann eine Leistung der Mathematik und nicht der Philosophie.
Und mit der Chaostheorie (aktuelle Mathematik) wird gezeigt, daß auch bei voll determinierten Gegebenheiten, ein Ergebnis nicht vorhergesagt werden kann. Um die Lösung zu finden, muß der Vorgang in der Realität vollzogen werden.
Der Wille als chaotischer (chaotisch im mathematischen Sinn) Entscheidungsprozess des Gehirns ist damit 'frei'.
Die Grundfrage, auf die sich all diese sehr komplex verästelten Gedankenbäume reduzieren lassen, ist doch:
Existiert Geist/Bewußtsein (mind) lediglich als Funktion von Materie - oder existiert der Geist auch ohne Materie; führt er ein Eigenleben, das sich unter Umständen ganz von der Materie lösen kann?
Ersteres denken die Naturwissenschaftler, auf der letzteren Annahme hingegen bauen alle Religionen und alle spirituellen Schulen auf.
Warum sollten sich diese "sehr komplex verästelten Gedankenbäume" auf die von Ihnen angegebene Grundfrage reduzieren lassen? Das Interview unterstützt Ihre These nicht gerade.
Eine sich hier m.E. massiv aufdrängende Verbindung dieser beiden Dinge besteht ganz einfach darin, dass man dies, diesen Wunsch, diese Hoffnung, so akzeptiert, ihr dennoch ein hirnphysiologisches Äquivalent zuordnet. Ja, sicher, ohne Körper gibt es kein Gehirn. Ohne jedwedes Gehirn sind wir Tod - alles andere wäre gleichohl schön, uns angenehm, dafür gibt es aber keinen einzigen ernstzunehmenden Hinweis...!
Warum sollten sich diese "sehr komplex verästelten Gedankenbäume" auf die von Ihnen angegebene Grundfrage reduzieren lassen? Das Interview unterstützt Ihre These nicht gerade.
Eine sich hier m.E. massiv aufdrängende Verbindung dieser beiden Dinge besteht ganz einfach darin, dass man dies, diesen Wunsch, diese Hoffnung, so akzeptiert, ihr dennoch ein hirnphysiologisches Äquivalent zuordnet. Ja, sicher, ohne Körper gibt es kein Gehirn. Ohne jedwedes Gehirn sind wir Tod - alles andere wäre gleichohl schön, uns angenehm, dafür gibt es aber keinen einzigen ernstzunehmenden Hinweis...!
Warum sollten sich diese "sehr komplex verästelten Gedankenbäume" auf die von Ihnen angegebene Grundfrage reduzieren lassen? Das Interview unterstützt Ihre These nicht gerade.
Ich denke schon, dass dies hier eine Grundfrage ist, die Quintessenz der Diskrepanzen sozusagen. Gleichwohl kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man sich hier quasi in der Mitte treffen wird und kann. Das Ganze wird ja einfacher, wenn man Gott als eine Metapher für das Kollektive Gewissen der Gruppe der Gläubigen ansieht - am besten als Metapher für das Kollektive Gewissen der Menschheit, wozu diese Metapher allerdings entschlüsselt, offengelegt, werden muss. Hinzu kommt das Mystische, das Wundervolle und Rätselhafte. Auch wenn man weiß, dass die Erde ein Kugel ist, so ist dies doch erstaunlich, nicht direkt verständlich, dass sich solch eine Kugel gebildet hat und wir auf dieser. Das Kollektive Gewissen der Menschheit, das kann man ja durchaus auch rein rational postulieren bzw. den Sinn für dieses Postulat sehr leicht erkennen, besteht - für uns - für immer, muss für uns für immer bestehen. Denn sonst könnte man die Geschwister Scholl ja z.B. als sich eigentlich falsch verhaltende junge Menschen ansehen, die hochgradig ihren kinderlosen(!) Tod riskiert haben, und eben auch ermordert worden sind, ohne dass sich etwas geändert hat, am und im "Dritten Reich". Dass viele das nicht so sehen, zeigt, dass eine rein biologistische Sicht der Dinge nicht unsere wirliche ist bzw. dass diese zu gefährlich, ja selbstmörderisch, ist: Die Guten sterben aus, die Mörder bleiben übrig - da werden am Ende letztlich alle ermordet...! Das ist nicht im Sinne der Mehrheit der Menschen, deshalb kommen unsere Gehirne im intensiven geistigen Austausch halt zu anderen Ansichten. Das Vermächtnis dieser beiden ist ja z.B. auch für die Masse der Atheisten eines, welches hochzuhalten ist. Und selbst wenn die ganze Menschheit ausgestorben ist, ist es - für uns Menschen, nur so können wir halt denken, nur aus unserer Sicht, nur für uns, das ist wahr - ein richtiges Verhalten gewesen. Nur für ein gewöhnliches Tier wäre dies ein eher ungutes Verhalten gewesen - es hat - bzw. hätte - so ja seine Gene nicht mehr weitergeben...! Das Tiere nicht so (weit) denken, sieht man ja an derem Verhalten. Tiere können deshalb allerdings auch nicht bewusst aussterben...
Wenn das Interview das auf den Punkt gebracht hätte, müßte ich es nicht anmerken. ;-)
Ich denke schon, dass dies hier eine Grundfrage ist, die Quintessenz der Diskrepanzen sozusagen. Gleichwohl kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man sich hier quasi in der Mitte treffen wird und kann. Das Ganze wird ja einfacher, wenn man Gott als eine Metapher für das Kollektive Gewissen der Gruppe der Gläubigen ansieht - am besten als Metapher für das Kollektive Gewissen der Menschheit, wozu diese Metapher allerdings entschlüsselt, offengelegt, werden muss. Hinzu kommt das Mystische, das Wundervolle und Rätselhafte. Auch wenn man weiß, dass die Erde ein Kugel ist, so ist dies doch erstaunlich, nicht direkt verständlich, dass sich solch eine Kugel gebildet hat und wir auf dieser. Das Kollektive Gewissen der Menschheit, das kann man ja durchaus auch rein rational postulieren bzw. den Sinn für dieses Postulat sehr leicht erkennen, besteht - für uns - für immer, muss für uns für immer bestehen. Denn sonst könnte man die Geschwister Scholl ja z.B. als sich eigentlich falsch verhaltende junge Menschen ansehen, die hochgradig ihren kinderlosen(!) Tod riskiert haben, und eben auch ermordert worden sind, ohne dass sich etwas geändert hat, am und im "Dritten Reich". Dass viele das nicht so sehen, zeigt, dass eine rein biologistische Sicht der Dinge nicht unsere wirliche ist bzw. dass diese zu gefährlich, ja selbstmörderisch, ist: Die Guten sterben aus, die Mörder bleiben übrig - da werden am Ende letztlich alle ermordet...! Das ist nicht im Sinne der Mehrheit der Menschen, deshalb kommen unsere Gehirne im intensiven geistigen Austausch halt zu anderen Ansichten. Das Vermächtnis dieser beiden ist ja z.B. auch für die Masse der Atheisten eines, welches hochzuhalten ist. Und selbst wenn die ganze Menschheit ausgestorben ist, ist es - für uns Menschen, nur so können wir halt denken, nur aus unserer Sicht, nur für uns, das ist wahr - ein richtiges Verhalten gewesen. Nur für ein gewöhnliches Tier wäre dies ein eher ungutes Verhalten gewesen - es hat - bzw. hätte - so ja seine Gene nicht mehr weitergeben...! Das Tiere nicht so (weit) denken, sieht man ja an derem Verhalten. Tiere können deshalb allerdings auch nicht bewusst aussterben...
Wenn das Interview das auf den Punkt gebracht hätte, müßte ich es nicht anmerken. ;-)
Eine sich hier m.E. massiv aufdrängende Verbindung dieser beiden Dinge besteht ganz einfach darin, dass man dies, diesen Wunsch, diese Hoffnung, so akzeptiert, ihr dennoch ein hirnphysiologisches Äquivalent zuordnet. Ja, sicher, ohne Körper gibt es kein Gehirn. Ohne jedwedes Gehirn sind wir Tod - alles andere wäre gleichohl schön, uns angenehm, dafür gibt es aber keinen einzigen ernstzunehmenden Hinweis...!
... was geschieht mit dem Geist nach dem biologischen Hirntod? Hier behaupten die Religionen: Es gibt eine Transzendenz, ein irgendwie geartetes Jenseits, eine nichtmaterielle Existenz des Geistes über den physischen Tod hinaus. Die Materialisten behaupten, mit dem physischen Tod erlösche auch der Geist.
Hier sind die Positionen relativ klar und abgrenzbar. Doch wie ist es mit dem individuellen Lebensanfang? Wann kommt der Geist in den "Zellhaufen" hinein? Müßte er nach materialistischer Weltsicht nicht schon vom Zeitpunkt der Neukombination von DNA in Ei- und Samenzelle dort lokalisiert sein, wenn auch nur in nuce? Offenbar nicht, denn gerade die Materialisten sprechen dem "Zellhaufen" das Menschsein ab... doch wann und wie kommt der Geist (der ja nach materialistischer Ansicht kein Eigenleben führen kann) in den Fötus hinein?
... was geschieht mit dem Geist nach dem biologischen Hirntod? Hier behaupten die Religionen: Es gibt eine Transzendenz, ein irgendwie geartetes Jenseits, eine nichtmaterielle Existenz des Geistes über den physischen Tod hinaus. Die Materialisten behaupten, mit dem physischen Tod erlösche auch der Geist.
Hier sind die Positionen relativ klar und abgrenzbar. Doch wie ist es mit dem individuellen Lebensanfang? Wann kommt der Geist in den "Zellhaufen" hinein? Müßte er nach materialistischer Weltsicht nicht schon vom Zeitpunkt der Neukombination von DNA in Ei- und Samenzelle dort lokalisiert sein, wenn auch nur in nuce? Offenbar nicht, denn gerade die Materialisten sprechen dem "Zellhaufen" das Menschsein ab... doch wann und wie kommt der Geist (der ja nach materialistischer Ansicht kein Eigenleben führen kann) in den Fötus hinein?
Ich denke schon, dass dies hier eine Grundfrage ist, die Quintessenz der Diskrepanzen sozusagen. Gleichwohl kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man sich hier quasi in der Mitte treffen wird und kann. Das Ganze wird ja einfacher, wenn man Gott als eine Metapher für das Kollektive Gewissen der Gruppe der Gläubigen ansieht - am besten als Metapher für das Kollektive Gewissen der Menschheit, wozu diese Metapher allerdings entschlüsselt, offengelegt, werden muss. Hinzu kommt das Mystische, das Wundervolle und Rätselhafte. Auch wenn man weiß, dass die Erde ein Kugel ist, so ist dies doch erstaunlich, nicht direkt verständlich, dass sich solch eine Kugel gebildet hat und wir auf dieser. Das Kollektive Gewissen der Menschheit, das kann man ja durchaus auch rein rational postulieren bzw. den Sinn für dieses Postulat sehr leicht erkennen, besteht - für uns - für immer, muss für uns für immer bestehen. Denn sonst könnte man die Geschwister Scholl ja z.B. als sich eigentlich falsch verhaltende junge Menschen ansehen, die hochgradig ihren kinderlosen(!) Tod riskiert haben, und eben auch ermordert worden sind, ohne dass sich etwas geändert hat, am und im "Dritten Reich". Dass viele das nicht so sehen, zeigt, dass eine rein biologistische Sicht der Dinge nicht unsere wirliche ist bzw. dass diese zu gefährlich, ja selbstmörderisch, ist: Die Guten sterben aus, die Mörder bleiben übrig - da werden am Ende letztlich alle ermordet...! Das ist nicht im Sinne der Mehrheit der Menschen, deshalb kommen unsere Gehirne im intensiven geistigen Austausch halt zu anderen Ansichten. Das Vermächtnis dieser beiden ist ja z.B. auch für die Masse der Atheisten eines, welches hochzuhalten ist. Und selbst wenn die ganze Menschheit ausgestorben ist, ist es - für uns Menschen, nur so können wir halt denken, nur aus unserer Sicht, nur für uns, das ist wahr - ein richtiges Verhalten gewesen. Nur für ein gewöhnliches Tier wäre dies ein eher ungutes Verhalten gewesen - es hat - bzw. hätte - so ja seine Gene nicht mehr weitergeben...! Das Tiere nicht so (weit) denken, sieht man ja an derem Verhalten. Tiere können deshalb allerdings auch nicht bewusst aussterben...
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