Parteimitglied zu sein ist nicht eben eine bequeme Sache. Wenn, wie jetzt, Wahlkampf ist, wird erwartet, dass man seine Samstagvormittage damit verbringt, am Marktplatz hinter einem Tapeziertisch zu stehen und Luftballons aufzublasen. Zwar behaupten sich CDU und SPD, was die Mitgliederzahlen angeht, noch als die unumstritten großen Parteien. Wie man auf der Karte sehen kann, sind im Westen dennoch im Schnitt nur rund zwei Prozent der Bevölkerung in einer Partei, im Osten ist es sogar nur ein Prozent.

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Die Ausnahme bildet das Saarland: Hier gehören über vier Prozent einer Partei an. Der Politikwissenschaftler Adolf Kimmel, der dort lebt, glaubt, dass viele Saarländer, als sie 1955 für oder gegen die Zugehörigkeit zur Bundesrepublik votieren mussten, sich auch gleich für eine Parteimitgliedschaft entschieden haben. Zudem schätze man im kleinsten Flächenland das Vereinsleben. Wo jeder fast jeden kennt, ist so ein Vormittag hinterm Tapeziertisch gleich viel erträglicher.

Redaktion: Matthias Stolz

Seit mehr als zwei Jahren gibt es die Rubrik "Deutschlandkarte" im ZEITmagazin. Nun sind die ersten 101 Karten als Buch unter dem Titel "Deutschlandkarte - 101 unbekannte Wahrheiten" bei Droemer Knaur erschienen.