Jugendwahn Babybrei auch für Vati
Warum immer mehr Produkte für Kinder auch von Erwachsenen konsumiert werden
In einer Anzeige des Babykostherstellers Hipp lacht eine junge Frau mit einem Glas Früchtebrei in der Hand, schließlich mache "Süßes dick, Hipp aber macht Laune". Die dreifache Mutter Heidi Klum rockt für das Videospiel Guitar Hero über den Fernsehschirm, und auch Haribo, Nutella und Co. machen laut TV-Werbung lange nicht mehr nur Kinder froh. Auffallend häufig werden mittlerweile Kinderprodukte auch an Menschen vermarktet, die das Kindes- und Jugendalter schon längst hinter sich haben.
Der Grund ist naheliegend: Seit die Deutschen immer weniger Nachwuchs bekommen, schwindet die eigentliche Zielgruppe. Im Jahr 2008 erblickten hierzulande 675.000 Kinder das Licht der Welt, 1970 waren es noch mehr als eine Million. Dem Geschäft mit Kinderprodukten bekommt das gar nicht gut. So stagniert etwa der Markt für Babynahrung in Deutschland seit Jahren bei einem Umsatz von knapp 600 Millionen.
Während der Unternehmer Claus Hipp längst offen zugegeben hat, gezielt Frauen über dreißig anzusprechen, schweigt man sich beim Nutella-Hersteller Ferrero über derlei Marketing aus. Karen Heumann, Strategievorstand bei der Hamburger Werbefirma Jung von Matt glaubt: "Ziel dieser Vermarktungspraxis ist die Erweiterung der Zielgruppe." Nach dem Motto: Was man als Kind mochte (Nutella, Milchschnitte, Gummibärchen), mag man als Erwachsener oft auch noch. Beim Konsum von Babyprodukten steht oft sogar die Gesundheit im Vordergrund. Schließlich ist Babybrei bekömmlich, kalorienarm und nach Wunsch sogar bio.
Jedes vierte Babygläschen, das hierzulande verkauft wird, soll bereits von Erwachsenen verzehrt werden. Das freut die Hersteller: "Trotz sinkender Geburtenraten können wir in den Produktgruppen, die sich an Erwachsene richten, wie etwa Früchtegläschen, Umsatzzuwächse verzeichnen", so Hipp-Marketingchef Reiner Tafferner. Laut der Frankfurter Beratungsagentur markenzeichen food greift vor allem die Generation 50 plus immer häufiger auf Babybreis zurück. Schätzungsweise 75 Millionen Euro pro Jahr bescheren erwachsene Konsumenten der Branche bisher. Und der Markt könnte in Zukunft noch kräftig wachsen: "Das sogenannte adult nutrition potential wird im Jahr 2050 auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt", so Egon Winter von markenzeichen food.
Derweil setzt man beim Marktführer Hipp zusätzlich auf Pflegeprodukte, die ursprünglich für die Kleinen gedacht waren. "Fast 60 Prozent der Babypflege wird in Haushalten ohne Kinder verwendet", so Tafferner. Dass immer mehr Erwachsene gerne nach Babyöl duften, ist der Firma Penaten hinreichend bekannt – schließlich bescheren Erwachsene ohne Nachwuchs der zu Johnson & Johnson gehörenden Firma mittlerweile fast die Hälfte des seit Jahren stetig steigenden Umsatzes. "Duschbad, Lotion, Öl oder Puder – Erwachsene lieben unsere Babypflege. Wohl auch, weil sie damit an ihre Kindheit erinnert werden", sagt Edda Andresen, PR-Frau von Johnson & Johnson. Und dafür muss das Unternehmen nicht einmal spezielle Werbespots für die Großen schalten.
- Datum 26.08.2009 - 15:51 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 27.08.2009 Nr. 36
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Es gibt Momente, da trägt man Krawatte und diskutiert wissenschaftliche Standpunkte. Es gibt aber auch Momente, da setzt man sich mit Freunden in ein Fast Food-Restaurant und macht Peniswitze.
Manchmal liest man Kafka und schreibt anschließend darüber Rezensionen. Manchmal spielt man aber auch den ganzen Abend mit jemandem Super Mario bis die Hände Blasen kriegen und der Schädel schmerzt.
Manchmal schaut man Lynch. Und manchmal DuckTales.
Manchmal brütet man einen ganzen Tag in der Bibliothek und treibt zum Ausgleich Ausdauersport. Und manchmal steht man einfach auf, futtert Cornflakes während Cartoons laufen und geht danach Ponys und Schafe streicheln.
Die Momente in denen ich mich wie ein (glückliches) Kind fühle sind einfach wunderbar. Ohne Rücksicht auf Konventionen staunen, lachen und sich freuen dürfen. Diese Fähigkeit angesichts der manchmal wirklich tristen und unfreundlichen Welt nicht zu verlieren sehe ich (auch im Interesse meiner Karriere) als eins meiner wichtigsten Anliegen. Ist das verkehrt? Nö. Wenn es zufällig mal mit dem Angebot von Firmen zusammentreffen sollte (bei mir letztens: Transformers ;) ) umso besser, haben beide was von.
lG
... macht man man nichts, tut nichts - sondern ist (von sein) einfach.
... nimmt sich Zeit um zu sein zwischen den internalisierten Ansprüchen der, Systeme, Gesellschaften und der Partner.
... sortiert man all den Input, entrümpelt die eigene emotionale Vergangenheit.
... fliegt man wie damals, leicht und hell, als alles noch spannend, neu, bewunderungswürdig und für das Kind da war da man einmal war.
Through our ears and though our eyes the Universe becomes aware of its beauty.
... macht man man nichts, tut nichts - sondern ist (von sein) einfach.
... nimmt sich Zeit um zu sein zwischen den internalisierten Ansprüchen der, Systeme, Gesellschaften und der Partner.
... sortiert man all den Input, entrümpelt die eigene emotionale Vergangenheit.
... fliegt man wie damals, leicht und hell, als alles noch spannend, neu, bewunderungswürdig und für das Kind da war da man einmal war.
Through our ears and though our eyes the Universe becomes aware of its beauty.
Sogar gehobene Restaurants tragen der Vorliebe ihrer Gäste für Babynahrung Rechnung und servieren vorzugsweise süßes püriertes Matschessen an Schäumchen.
die noch weitestgehend frei von Giftstoffen sind, denn die Kleinen müssen ja erst noch ran und das geldgeile System mit ihrer Arbeitskraft und Konsumgier bedienen. Dann kann der Fraß ruhig versiffter sein und den Genießer langsam aber sicher mit Schwermetallen und Farbstoffen anreichern; Dann liegt er später auch nicht mehr so lange der Rentenversicherung und der KV auf der Tasche!
Tja, so schaut heutzutage die traurige Realität aus, in diesem unserem blühenden Lande...
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"Dubito, ergo sum."
adult nutrition potential, ich lach mich scheckig. ich habe immer den eindruck, im lebensmittelmarketing hängen die größten dünnbrettbohrer unter den marketing-pansen herum, und das mag schon einiges heißen.
Vielleicht hat diese Entwicklung zur zunehmenden Orientierung an Kinderprodukten irgendwann den Nebeneffekt, dass auch Kinder an sich wieder interessant werden.
Wir pampern "die Alten" und verkosten pürrierte Garnelen; der Markt scheint OPEN - alles im Brei oda WAS ??
;--))
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen." (Karl Valentin)
Das scheint ja ein Männerproblem zu sein. Erst geht es um Vati und dann sehe ich keine einzige weibliche Endung im Text. Dabei kenne ich eigentlich das Beispiel mit der Baby-Nahrung eher von Frauen, da gut für eine ...-Diät und für Männer zu wenig Fleisch drin. Hier möchte ich doch etwas mehr Gender-Mainstreaming-Sensibilität anmahnen. ;-)
Ansonsten finde ich einige Beispiele etwas überzogen, haben denn Erwachsene früher gar nicht gespielt?
Wieso sind eigentlich Video-Spiele kindlich, ist Fußballspielen, Kegeln oder Mensch-Ärgere-Dich-Nicht denn erwachsener?
... sind die Kinderprodukte oft hochwertige Produkte zu erschwinglichem Preis. Was kostet Fruchtmark, wenn es nicht im Breigläschen steckt? Was kostet frischer Presssaft? Gemüseragout ohne Glutamat und Aroma?
Die Babylove-Pflegeserie von dm war eine der ersten ohne Mineralöle, Paraffine und aggressive Tenside. Ein Segen für jeden Neurodermitiker. Für vergleichbare Produkte zahlte man bis vor kurzem ein Vielfaches.
Möglicherweise haben genug Menschen gemerkt, dass Qualität und Preis einfach stimmen.
Denen ist es ganz gleich, ob da Babyköpfe draufstehen oder nicht.
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