Norwegen Heldensuche

Norwegen gibt nicht auf: Das Flugzeugwrack des Polarforschers Roald Amundsen muss doch zu finden sein

Im Küstenort Tromsø, an der Nordspitze Norwegens, herrschte beim Auslaufen zweier Expeditionsschiffe am Montag eine Abenteuerstimmung, wie sie vor hundert Jahren die mutigen Polarentdecker erlebten, als sie, von Zuschauern umjubelt, in See stachen.

Viele ließen bei diesen Expeditionen ihr Leben. Diese Gefahr bestehe diesmal wohl nicht, schreibt der neuseeländische Expeditionsleiter Rob McCallum in seinem ständig aktualisierten Internetblog. Mit einem Schiff der norwegischen Marine und einem der Küstenwache machten sich 50 Männer und Frauen auf die Suche nach dem vor 81 Jahren abgestürzten Wasserflugzeug des norwegischen Polarforschers Roald Amundsen.

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Dieser wurde zum Nationalhelden, nachdem er am 14. Dezember 1911 als erster Mensch den Südpol erreicht hatte. Aber man teile mit dem Polarforscher doch einiges, sagt McCallum: »Spannung, Erwartung, Nervosität, die Faszination am Unbekannten«. Die Boote sind mit modernster Suchtechnik ausgestattet, um eines der dauerhaftesten Mysterien Norwegens zu lösen: Was passierte am 18. Juni 1928 mit Roald Amundsen, als er mit seinem Flugzeug von Tromsø aus startete, um über dem Eismeer nach einem verschollenen Kollegen zu suchen? Diese Mission sollte Amundsens Ende sein – der verschollene Kollege jedoch wurde später von anderen lebend gefunden.

Schon vor einigen Jahren war eine Expedition aufgebrochen, um das Wasserflugzeug Amundsens zu finden. Allerdings erfolglos. Der in Norwegen betriebene Großaufwand ist für Außenstehende nicht leicht zu verstehen, denn von Amundsen werden nach so langer Zeit wohl keine sterblichen Überreste geblieben sein. Es geht tatsächlich um das bloße Auffinden der Wrackteile. »Er ist eben eine Legende«, sagt Anne Rief vom Osloer Fram-Museum, in dem das gleichnamige Schiff Amundsens aufbewahrt wird.

Amundsen machte das gerade unabhängig gewordene Norwegen, das erst rund 50 Jahre später seine Ölreichtümer entdeckte, durch sein geglücktes Wettrennen zum Südpol überall in der Welt berühmt. »Jedes Kind in Norwegen wächst mit der Geschichte um den charismatischen Norweger Amundsen auf. Seine Geschichte von Mut und Führungskraft fällt mit der unserer Unabhängigkeit zusammen«, sagt Anne Rief. Und deshalb lässt man sich die Suche nach dem Wrack des Flugzeugs, mit dem der Nationalheld abstürzte, gerne etwas kosten – rund 500.000 Euro.

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 27.08.2009 Nr. 36
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    • Schlagworte Norwegen | See | Südpol | Seine | Kinder
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