Roger Willemsen fragt "Jetzt hat die Krankheit einen Anfang und ein Ende"

Die Fernsehmoderatorin Miriam Pielhau erzählt Roger Willemsen, warum sie öffentlich über Ihre Krebserkrankung spricht

Sind das Ihre Haare?

Ja. Sie sind dichter, dunkler und lockiger wiedergekommen.

Ist das Psychologische am Haarverlust wirklich so gravierend?

Ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Die Glatze habe ich mir selbst geschoren, ehe die Haare ausgefallen sind. Da habe ich festgestellt, dass ich eigentlich einen ganz schönen Hinterkopf habe. Aber wenn dann Wimpern und Brauen auch noch ausfallen, dann blickt man einem Alien entgegen.

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Wie sind Sie von außen angeblickt worden?

Immer ängstlich. Ich wurde zu einem Spiegelbild der Angst.

Hat jemand diese Glatze geküsst?

Meine Mutter, mein Mann. Das hat so gutgetan. Der Schädel ist babyzart, es ist dort weiche, cremige Haut. Deshalb mochte ich da gern geküsst werden.

Man entdeckt den eigenen Körper staunend?

Unbedingt. Ich habe auch Gesichtszüge neu entdeckt. In dieser Nacktheit sieht man sich plötzlich pur und unverhüllt wie nie zuvor.

Haben Sie die Frage gestellt: Warum ich?

Und in einem Halbschlaf-Zwiegespräch geantwortet: Wenn nicht du, wer dann? Danach habe ich nicht mehr gefragt.

Sie sind drei Wochen nach dem Ende der Therapie einen Halbmarathon gelaufen. Woher diese Stärke?

Aus ungebändigtem Lebenswillen.

Leser-Kommentare
    • Akanda
    • 21.09.2009 um 0:07 Uhr

    Liebe Frau Pielhau,
    ich habe Ihr Buch (noch) nicht gelesen, möchte an dieser Stelle dennoch eine Erfahrung teilen:
    In meinem Familien- und Bekanntenkreis ist es mehreren gelungen, durch eine Hinwendung zu den inneren, spirituellen Werten unseres Menschseins diese Krankheit zu überleben. In allen Fällen war es vorher zu einer Verinnerlichung und der Erkenntnis / Erfahrung gekommen, daß wir in unserer eigentlichen Natur über den unseren Körper lenkenden Mechanismen stehen — und das wir in jedem Moment das Fließgleichgewicht unseres Geist- Körper Systems aus einer unerwünschten Richtung ins sichere Fahrwasser manövrieren können. Das kann man lernen.
    Eine auf die Heilung des Geist-Körper Sytems ausgelegte Ernährung, Tagesroutine, psycho-physiologische Harmonisierung und die (Wieder)belebung der dem Körper innewohnenden aufbauenden Intelligenz zusammen können erfolgreich zusammenwirken.
    In Gesprächen mit den Betroffenen wurde mir bis auf eine Ausnahme berichtet, daß im Heilungsprozess die Angst vor dem Ungewissen von einer festen, auf direkter Erfahrung basierenden Überzeugung abgelöst werden muß.

    In Bad Ems werden Ayurvedische Therapien angeboten, in denen die oben erwähnten Prinzipien zur Anwendung kommen:
    http://www.ayurveda-badem...

    Das Wissen über die „Unsterblichkeit" der Seele war in allen Hochkulturen eine gegebene Tatsache - so sagte schon Sokrates:
    hä psychä antropu atanatos estin - „die Seele des Menschen ist unsterblich"

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