Videospiele Knopf-Design
Videospiele sind Pop, und die Evolution ihrer Controller ist ein Stück Technikgeschichte. Hier ist sie zu sehen.
Als William Highinbottom im Jahr 1958 für den Tag der offenen Tür am Brookhaven National Laboratory ein elektronisches Tennisspiel bastelte, nahm er, was im Labor herumlag: ein Oszilloskop und zwei Drehregler, wie sie an jedem Radio prangten. Damit konnten Besucher zwei Schläger steuern, die einen Punkt hin und her warfen – die Urform von »Pong« war geboren.
Anderthalb Jahrzehnte später hielten die ersten Videospiele Einzug in die Haushalte, und wieder drehten die Spieler an den Eingabegeräten, den Controllern, herum. Aber wollte die Welt so spielen? Bald kamen Controller mit Tastenfeldern auf, dazu Joysticks, dem Steuerknüppel von Piloten nachempfunden. Ende der siebziger Jahre gab es fast ebenso viele Designs wie Hersteller.
Aber wie die Spiele (linke Spalte) wurden auch die Steuergeräte der Konsolen komplexer. Die Zahl der Schalter wuchs linear – der Funktionsumfang exponentiell.
Die technische Evolution der Controller schien auf einen ergonomischen Konsens hinauszulaufen: Feuerknöpfe rechts, ein Steuerkreuz links. Aber gerade als in den Neunzigern jede neue Spielkonsole (Namen in Schwarz) mit einem solchen »Gamepad« ausgeliefert wurde, kamen die Knüppel zurück – als Miniatursticks für die Daumenspitze.
Eine Infografik der Entwicklung der Spielecontroller können Sie hier als PDF herunterladen.
Recherche: Stefan Schmitt
- Datum 24.09.2009 - 18:31 Uhr
- Serie Wissen in Bildern
- Quelle DIE ZEIT, 03.09.2009 Nr. 37
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Ich freue mich ja immer wieder, dass die Zeit Videospiele als eigene Form der Kunst wahrnimmt und nicht auf so beschämende Weise herabwürdigt, wie es in der leicht gerontokratisch geführten Gamedebatte öfter vorkommt.
Doch dieser Artikel ist nicht nur ein lobenswertes Beispiel dafür, dass sich das deutsche Bildungsbürgertum (Zeitleser), in welches immer mehr Videospieler hineinwachsen, dem Thema öffnet. Nein, es ist auch ein Zeugnis dafür, wie exotisch das Thema fielen noch anmutet, wozu sonst brauchte es einer Aufklärung über das Design von Spielcontrollern. In der Gruppe der unter-20-jährigen dürfte dies zur Allgemeinbildung zählen. Und es zeigt auch, wie begrenzt die Einsicht der Zeitredakteure in die Welt der Games ist, fehlt dem Text doch der Bezug zu den neuesten und revolutionärsten Eingabegeräten, wie Sonys Eye-Toy und Microsofts Natal. Wenigstens die Wiimote findet - wenn auch nicht im Artikel selbst - in dem schönen PDF Erwähnung.
Asche auf mein Haupt, ganz unten sind ja doch ein Paar Hinweise versteckt. Bilder fehlen trotzdem und zu kurz ist der Artikel so oder so. .
daher sage ich nicht einfach "weiter so" sondern "mehr davon" :-)
unterscheiden. Und woher sollen die auch wissen wann und wo digital oder analog gemessen wurde?
Das die frühe Vielfallt an analogen Joysticks auf den frühen Boom an Flugsimulatoren zurück zu führen ist, das Steuerkreuze eine Verbesserung der Arcadesticks waren etc.
Ein bisserl Geschichte in dem Bereich kann nicht schaden.
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