Ralf Bönt Literarische VolkshochschuleSeite 2/2
Beiläufig gibt es ein bisschen Geschichtsunterricht, etwa im Porträt des englischen Admirals Nelson, der die napoleonische Flotte besiegte, in längeren Abschnitten über die Cholera-Epidemie oder auch durch eine Person wie Charles Darwin, die augenzwinkernd auftaucht. Noch augenzwinkernder tauchen allerdings der Mathematiker Gauß und der Entdeckungsreisende Alexander von Humboldt auf, und à la bon heure: Der Roman von Daniel Kehlmann über Die Vermessung der Welt, in dem Gauß und Humboldt die Hauptakteure sind, war wirklich nicht schlecht! Das merkt man deutlich im Vergleich mit dem Buch Ralf Bönts, das ein ähnliches Ziel verfolgt. Zwei Gelehrte aus großer bürgerlicher Zeit stehen jeweils im Mittelpunkt, sie bürgen für einen Bildungsschatz, der in jüngster Zeit im Zuge der Pisa-Studien und Bologna-Universitäten wieder große Aufmerksamkeit erregt. Diese Sehnsucht nach Bildungskonversation hat Kehlmann glänzend bedient, und besonders klug war, dass er dafür exakte Wissenschaftler wählte: Da ist die Erkenntnis ganz konkret. Die Parallelen zu Ralf Bönts Roman sind mit Händen zu greifen, doch Vorsicht: Bönts Roman steht unter Strom und ist nicht geerdet. Wo Kehlmann ein ironisch abgeklärter Plauderton gelang, der das Geheimnis seiner Figuren eher noch schürte, ist Die Entdeckung des Lichts bloß eine Absichtserklärung.
- Datum 04.09.2009 - 10:09 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 03.09.2009 Nr. 37
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Scheint sich gut zu verkaufen, das Buch. Wenn man dem amazon ranking irgendeinen Wert beimisst jedenfalls. Ehrlich gesagt wundert es schon sehr. dass der Rezensent hier offenbar nur die Hälfte des Buches erzählt. Die Konkurrenz schrieb: "Einer der schärfsten Geister seiner Zeit, verlor Faraday zunehmend die Kontrolle über seine Arbeit, seine Konzentrationsfähigkeit, schließlich sogar das eigene Gedächtnis." Klint irgendwie spannend. Wollten Sie das den Zeit-Lesern unbedingt vorenthalten?
Ich schließe mich an. Auf der website des Verlages gibt es übrigens eine Leseprobe. Es ist schon eine Verschwendung von Zeit und Aufmerksamkeit, eine Rezension zu lesen, die offensichtlich nicht informieren will. Hätte ich hier gar nicht vermutet.
da jemand fleißig K. A. Schenzinger gelesen hätte...
Endlich wird dieser ungefähr zweitdümmste und -langweiligste Beitrag zum Bachmann-Wettbewerb hier einmal richtig eingeordnet. Herr Bönt möchte uns mit seinen banal erfundenen Kindergeschichtchen wohl etwas lehren über sein unergründliches und unermessliches Vorherrschaftswissen?
was immer herr böttiger wollte, was er hier schreibt, ist reiner blödsinn. was bönt an geschichte von der franz. revolution bis zum sensationellen geschehen um felix eberty zum leben erweckt, indem er durch faraday und einstein, zwei brüder im geiste, hindurch alles noch einmal ansieht, ist so grandios, dass sich herr böttiger schamhaft zurückziehen sollte. eberty, gottes auge und die lichtgeschwindigkeit beim jungen einstein, was bönt da konstruiert hat, wird noch sehr lange leben! übrigens, ganz nebenbei: man erfährt über gauss bei bönt in einem absatz mehr (wichtiges und richtiges) als bei kehlmann im ganzen buch. herr böttiger ahnt von alldem leider gar nichts. trauriger tiefpunkt einer rezensionspolitik, die man nur als konzernkonkurrenz verstehen kann.
mehr als die Tatsache, dass zwei Wissenschaftler vorkommen, haben die hier verglichenen Bücher nicht gemeinsam. dabei ist bei Bönt einer von beiden derjenige, der das 20. Jahrhundert geprägt hat wie kaum ein anderer. also schon von weitem sind beide Bücher einander nicht ähnlich. von nahmen sowieso nicht. übrigens erfährt man bei Bönt in einem Absatz über Gauß mehr richtiges und wichtiges als bei Kehlmann im ganzen Buch. kein Wunder, weiß er doch wovon er schreibt.
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