Psychologie Der Drang nach dem Kick

Auch Erwachsene leiden unter der sogenannten Aufmerksamkeitsdefizitstörung, die bislang vor allem bei Kindern diagnostiziert wurde

Auch Erwachsene können unter dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADS leiden

Auch Erwachsene können unter dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADS leiden

Jeder ist mal unkonzentriert, abgelenkt oder gefangen von einer Idee. Manchmal. Karin H. kennt es nicht anders. Immerzu zerbröseln Pläne und Bilder in ihrem Kopf, noch bevor sie sie fassen kann, springt ihr Geist durch Erinnerungen und Straßen, als wäre er auf der Flucht, oder verweilt obsessiv bei einem Einfall, umkreist ihn immer und immer wieder, als gäbe es nichts anderes auf der Welt.

»Meine Gedanken sind wie ein ständiger geistiger Schluckauf«, sagt sie; kontrollieren kann sie sie nicht. Manchmal schreckt sie mitten in einer Konferenz hoch, weil ihre Kollegen sie anstarren und »Erde an Karin!« rufen. Sie hat dann meist den Kopf nach hinten gelehnt, die Augen zugekniffen und die Arme verschränkt. Ihre Gedanken sind weit weg.

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Karin H., 47 Jahre alt, bekam vergangenes Jahr die Diagnose ADS gestellt, Aufmerksamkeitsdefizitstörung. Früher wurde die Diagnose nur bei Kindern gestellt. Kindern, die mit ihren Gedanken nie dort sein können, wo ihre Umgebung sie gerne hätte, die nicht ruhig sitzen können, weil sie mit dem Körper genauso springen wie mit ihren Ideen.

Nun wächst die Erkenntnis, dass sich die Symptome nicht immer mit der Pubertät auswachsen. Nach Schätzung der Weltgesundheitsbehörde sind etwa zwei Prozent aller Erwachsenen weltweit von ADHS betroffen (bei der Unterform ADS fehlt das Symptom der Hyperaktivität) – mehr als von Schizophrenie oder manisch depressiven Störungen. Während Kinder über Tische springen, kehrt sich die Unruhe später nach innen.

Erwachsene kämpfen mit sich. Für Außenstehende oft nur bemerkbar an geistiger Abwesenheit oder einem nervös wippenden Bein. Vorhaben werden aufgeschoben oder ohne erkennbaren Anlass abgebrochen. Der Schreibtisch gleicht einem Gebirge aus Papierbergen, das Gefühlsleben einer Achterbahnfahrt. Betroffene sehen sich häufig am Rande der Erschöpfung, ohne äußerlich erkennbare Überforderung. Starke Selbstzweifel sind typisch, ebenso wie der Eindruck, chronisch missverstanden zu werden.

Etwa 80 Prozent der betroffenen Erwachsenen entwickeln zusätzliche psychische Störungen wie Depressionen oder Angsterkrankungen, schreibt das Deutsche Ärzteblatt. Viele von ihnen versuchen, die innere Getriebenheit mit Drogen wie Cannabis zu beruhigen. Manchmal entlädt sich alles in einem Wutausbruch, und manchmal bleibt nur die Flucht in den Schlaf, in der Hoffnung, dort Ruhe vor sich selbst zu finden.

Während ADHS im Kindesalter eine der meisttherapierten psychischen Krankheiten ist, gibt es kein Medikament, das in Deutschland für Erwachsene zugelassen ist. Empfohlene Arzneien wie Ritalin oder Medikinet fallen unter das Betäubungsmittelgesetz und können vom 18. Lebensjahr an nur off label verschrieben werden: außerhalb des offiziellen Anwendungsbereichs und auf Kosten des Patienten. Für die reguläre Zulassung würden die Daten noch nicht reichen, die Wirkung und Sicherheit für Erwachsene garantierten, schreibt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auf Nachfrage.

Im Hirn könnte ein Filter fehlen, der Wichtiges von Belanglosem trennt

Karin H. sitzt im Café eines großen Einkaufszentrums in Berlin-Charlottenburg. Sie hat blonde kurze Haare und Übergewicht. Mit den Kohlehydraten versuche sie ihre Gedanken zu beruhigen, sagt sie, als würde das schwere Essen auch ihrem Hirn ein wenig Trägheit geben. Sie lacht oft und laut, aber wenn sie spricht, wirkt es, als ob sie jedes Wort noch einmal abtastet, bevor sie es aus ihrem Mund lässt. Mit 25 glaubte die junge Frau, sie müsse sterben wegen des Chaos in ihrem Kopf. Sie sei schlau, hatten immer alle zu ihr gesagt, aber faul und leider auch schlampig.

Ihr Abitur bestand sie gerade so, dann schlug sie sich als Kellnerin durch und wusch Wäsche in einem Altenheim. Ihre Gedanken blieben immer da hängen, wo sie sie nicht brauchte: beim neuen Handyvertrag, bei den Fliegen auf der Windschutzscheibe, der Wut in ihrem Bauch. Dadurch vergaß sie Bestellungen, erkannte weder Kunden noch Straßen. Zwei Packungen Zigaretten rauchte Karin H. am Tag, und sie begann zu trinken. Als sie am Ende allein in ihrer Wohnung saß, ohne Job und Essen, tagelang, und ihr nicht mehr einfiel, wie sie sich helfen könnte, dachte sie, sie sei schlicht unfähig zum Leben.

Aufmerksamkeit ist ein hochkomplexer Vorgang, der sowohl von körperlichen Funktionen als auch von der Umwelt beeinflusst wird. Noch weiß die Wissenschaft nicht genau, was im Gehirn passiert, wenn sie abhandenkommt. Den objektiv messbaren Punkt, an dem Zerstreutheit zur Krankheit wird, gibt es nicht. Ein Hinweis liefert der Noradrenalin- und Dopaminhaushalt.

Diese Neurotransmitter, im Volksmund »Glückshormone« genannt, sind entscheidend für die Stimmungen des Menschen. Dopamin wird bei Sex oder Essen ausgeschüttet, was ein wohliges Gefühl erzeugt – eine Voraussetzung für Konzentration. Bildgebende Verfahren haben gezeigt, dass der Botenstoff bei ADHSlern schneller wieder abtransportiert wird, seine Wirkzeit verkürzt sich dadurch. Unruhe und Unzufriedenheit könnten so erklärt werden, wie auch der übermäßige Drang nach neuen Kicks: Sex, Zucker, Nikotin – Betroffene regulieren damit ihren Dopaminpegel oft unbewusst selbst.

Auch ein fehlerhafter Reizfilter, angesiedelt im Hirnstamm, wird als Erklärung diskutiert. Anstatt Belangloses auszusortieren, stehen die Tore der Wahrnehmung sperrangelweit auf und lassen Informationen und Erlebnisse haltlos hereinströmen. Zwillingsstudien haben gezeigt, dass dreißig Prozent aller Eltern von ADHS-Kindern selbst betroffen sind und dass es bei eineiigen Zwillingen eine höhere Übereinstimmung gibt als bei zweieiigen. Doch bisher konnte ein spezielles ADHS-Gen nicht gefunden werden. Vor allem Pädagogen und Psychotherapeuten kritisieren daher die Hypothese, dass die Krankheit allein neurobiologisch zu erklären sei. Sie vermuten die Ursachen für die dauerhafte Unruhe in der Umwelt. Auch der Begriff »Aufmerksamkeitsdefizitstörung« wird kritisiert. Liegt wirklich eine Störung vor, oder handelt es sich eher um eine andere Art zu denken?

Alexandra Philipsen, Psychiaterin am Universitätsklinikum Freiburg, hält dagegen: Der entscheidende Maßstab für eine Behandlung sei das individuelle Leid. Philipsen leitet die bisher größte Erhebung zur Wirksamkeit von medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung für Erwachsene mit ADHS. Knapp 250 Probanden stehen deutschlandweit unter Beobachtung. Sie bekommen Gruppentherapien oder Einzelsitzungen und täglich kleine lilafarbene Kapseln, manche mit und manche ohne den Wirkstoff Methylphenidat. Methylphenidat wirkt an den Synapsen und blockiert den Abtransport von Dopamin – was die Aufmerksamkeit erhöht. Ein Jahr lang wird das Befinden der Probanden protokolliert, ihr Gewicht, Blutdruck und Puls gemessen; Karin H. ist eine von ihnen.

Wo verläuft die Grenze zwischen Gehirndoping und Therapie?

In der Gruppe sind ein Lehrer, der es nie schafft, rechtzeitig seine Klausuren zu korrigieren, ein Student im 15. Semester sowie eine Hausfrau, die vom Arzt ihres zappelnden Sohnes geschickt wurde. Sie werfen sich Bälle zu, um ihre Konzentration zu schulen, und lernen Tricks, sich besser zu organisieren: Zeitpläne schreiben zum Beispiel und einen Stadtplan mit Fähnchen neben die Wohnungstür hängen, um zu markieren, wo das Auto parkt.

Ebenso besprechen sie den Umgang mit Stress, Wut und innerer Unruhe. Wer die eigenen Gefühle akzeptiert, kann sie besser beobachten und sein Verhalten eventuell ändern. Eine Vorstudie ergab, dass typische Symptome wie Depressivität und mangelndes Selbstwertgefühl durch die psychotherapeutische Behandlung besser wurden. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Probanden zusätzlich Medikamente nahmen oder nicht.

Karin H. bekommt die Arznei im Rahmen der Studie. Sie sagt, wenn sie die Tablette einwerfe, werde alles ganz klar. So als ob sie einen Knopf drücke, der den Schleudergang ihrer Gedanken ausstelle. Nach ein paar Stunden, wenn die Wirkung nachlasse, komme der Kater wie ein Schlag: geballte Wut und Hilflosigkeit. Sie nutze die Pille, wenn etwas Wichtiges anstehe, wenn sie funktionieren müsse. Die möglichen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Depression nehme sie dafür in Kauf.

Es gibt ADHS-Patienten, die erst durch die Medikamente wieder in einen lebenswerten Alltag gefunden haben, gleichzeitig besteht die Gefahr des Missbrauchs. Denn Mittel, die die Arbeitsfähigkeit verbessern, werden auch von gesunden Menschen geschätzt. Bei einer Onlineumfrage des Wissenschaftsmagazins Nature im vergangenen Jahr gab ein Fünftel der 1400 teilnehmenden Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern an, Ritalin oder ähnliche Präparate bereits genutzt zu haben. Allerdings nicht aus medizinischen Gründen, sondern um ihre Konzentration zu verbessern. 25 Prozent der Nutzer schrieben, ihre Leistung täglich durch Arzneimittel zu stärken.

Wo verläuft die Grenze zwischen Gehirndoping und der Therapie psychisch Kranker? »Ein gründliches Diagnoseverfahren ist sehr wichtig, damit das Krankheitsbild nicht verwischt«, sagt Alexandra Philipsen. Das sei aufwendig, denn die Krankheit lasse sich nicht an Blutwerten oder neurobiologischen Testergebnissen ablesen. Was bedeutet »häufig unaufmerksam« oder »oft wechselnde Launen«? Interviews, auch mit Personen, die den Patienten von früher kennen, sollen die subjektiven Einschätzungen fassbar machen. Schul- oder Arbeitszeugnisse, Intelligenztests und Konzentrationsübungen sollen zeigen, wo Schwierigkeiten bestehen, sich an Strukturen anzupassen. Für eine eindeutige Diagnose müssen Probleme schon vor dem siebten Lebensjahr erkennbar gewesen sein und sich dauerhaft auf mehrere Lebensbereiche wie Arbeit, Familie oder Partnerschaft auswirken.

Manfred Gerspach, Pädagoge an der Hochschule Darmstadt, wäre es lieber, wenn es keine Definition für die Symptome gäbe. Statt Krankheit nennt er ADHS lieber ein »psychosoziales Strukturproblem«. Das Label ADHS sei ein vereinfachendes Konzept, sagt er, Diagnose und Medikamente würden als Argumente genutzt, nicht danach zu suchen, was die Menschen wirklich brauchten. »Bildgebende Verfahren zeigen eine Stoffwechselstörung – aber wir wissen, dass auch Erfahrungen das Hirn beeinflussen. Was war also zuerst?«

Vielleicht steckt hinter der scheinbaren Unaufmerksamkeit auch ein Gieren nach Aufmerksamkeit. Dann würde auch die Zuwendung helfen, die der Arzt den Patienten schenkt. »Bei uns ist der Toleranzrahmen an Schulen, Kindergärten und Arbeitsplätzen zu klein«, sagt Gerspach. Der Forscher hat festgestellt, dass bei ADHSlern, die sich aufgehoben und verstanden fühlen, die Probleme abnehmen. »Wir müssen lernen, mit Beziehungskonflikten so umzugehen, dass sie nicht als Störung deklariert werden.«

Bei der Diskussion um ADHS prallen unterschiedliche Menschen- und Gesellschaftsbilder aufeinander. Wer entscheidet, wie viel Leid erträglich ist? Wie viel Toleranz muss die Gesellschaft gegenüber Einzelnen aufbringen? Was, wenn man sich selbst erträgt, das Umfeld einen aber nicht?

»Meine Normalität ist eine andere«, sagt Karin H. Mittlerweile hat sie gelernt, mit ihrem Anderssein umzugehen – anstatt sich dafür zu schämen. »Wenn ich denke, explodiert in meinem Hirn ein geistiges Feuerwerk, ich genieße das jetzt.«

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Leser-Kommentare
    • Warm
    • 08.09.2009 um 15:32 Uhr
    1.

    Hmm... Ich weiß nicht womit ich anfangen soll. Ich glaube eben, dass ich lange daran gelitten habe, ohne das wahrzunehmen. Mein Dopamin war fast auf 0, und mir war schlecht bis zum geht nicht mehr. Diagnosen waren unterschiedlich. Nun ja, ich denke eben, dass ich mehr oder weniger daraus bin. Weil ich glaube, dass es auf eine bestimmte Art und Weise funktioniert. Laienhaft könnte ich das so beschreiben. Es geht tatsächlich um fehlende Filter. Schutzfilter! Ich habe lange darüber nachgedacht, warum ich immer wieder zurück kehre, um über bestimmten Sachen nachzudenken. Irgendwann kam der Gedanke. Alle diese SItuationen hatten eine Gemeinsamkeit. Jedes Mal dachte ich, dass ich verachtet werde, weil ich nicht so cool bin, wie derjenige. Und das kam nicht von mir, ich nehme alle Menschen, so wie die sind, wahr. Auf jeden Fall konnte ich nicht lernen, da irgeneiner dachte, ich sei zu dumm, aber mir fehlte bloß die Zeit. Am Ende wunderten sich Alle. Und so ist es überall. Ich brauche etwas Zeit um mich anzupassen, die gibt mir jedoch Keiner. Es wird direk schlecht über mich beurteilt. Und ich verliere direkt jegliche Lust etwas zu machen. Da ich das mittlerweile verstanden habe, versuche ich trotzdem weiter zu machen, Menschen, neben denen ich mich schlecht fühle, direkt zu meiden. Auch viele Fragen habe ich gesammelt. Sind die betrofennen öfters älteste Kinder? Haben ihre Eltern sie als Kinder verloren gehabt, alleine gelassen, das ganze nicht besprochen?

    • Warm
    • 08.09.2009 um 15:44 Uhr

    Kommen Patienten aus den Familien, die gesellschaftlich nicht wirklich akzeptiert sind? Handelt es sich des öfteren um Familien, die in letzten Generationen Heimat gewechselt haben? Ich spreche hier nicht nur vom Ausland, sondern auch von den regionalen Umzügen. Handelt es sich weiterhin um Patienten, mit denen nicht so viel gesprochen wurde, wird? Dass man eigene Gedanken nicht auf eine konventionelle Weise ausdrücken kann? Sondern eigene Sprache entwickelt, um sich auszudrücken? Übrigens, da geht der Gedanke an Leonardo da Vinci in meinem Kopf durch. Ich bin fest davon überzeugt, dass er das gleiche Problem hatte, aber einen Weg gefunden hat um sich auszudrücken. Und noch eine Frage... Haben Patienten zweifeln daran, dass sie Kinder der Liebe sind? Ich denke mir, letzendlich geht es um eine bestimmte Hierarchie in den Gedanken. Die beziehen DIese von allen Seiten. ABer normalerweise, müssten wir von kleinauf lernen, wer die erste Stellung in unserer Umwelt hat - unsere Eltern eben. DIe Umgebung hat kein Respekt vor denen, und wir lernen oben in diesem hierarchischen SChema ganz andere Menschen anzusiedeln, als unsere Eltern. Übernehmen deren Traditionen und Handlungsmuster, auch Gedanken werden anders. Es sind jedoch meistens kurzfristige Bindungen. Dann sind diese Menschen weg, wir suchen neue Vorbilder, lernen all diese Sachen schnell anzueignen, erweitern und beschleunigen dadurch unsere Hirnkapazitäten. Diese können wir im normalen Leben nicht benutzen.

    • Warm
    • 08.09.2009 um 15:57 Uhr
    3. Teil 3

    Da "normale" Menschen sich für unsere "Tiefgänge", die wir eben in der konventionellen Sprache noch dazu nicht ausdrücken können, nicht interessieren. NIcht zu vergessen, wir können auch ihre Lebensweise in Frage stellen. Also werden wir ausgeschlossen und bleiben allein. Und das allerwichtigste - die wichtigste Bindung, das wichtigste Vorbild ist nicht in unserem Kopf. Wir haben gesehen, dass unsere Eltern erniedrigt wurden, also, wir wollen nicht so wie Diese sein. Aber wie WER? Irgendwann wechseln sich Vorstellungen alle 3 MInuten, und wir sitzen da... Als Wer? Als Niemand... Und da wir von Kleinauf auf die Situationen, bei denen Leute erniedrigt werden, achten wir ständig nur auf solche Situationen, sind frustriert und so weiter. Hab eben keine Zeit, um ein richtiges theoretisches Gebäude aufzustellen. Hab ja auch Probleme damit mich zu konzentrieren. Aus welchen Gründen auch immer! DAs ist eben meine SIcht auf die ganze SItuation. Also Stichpunkte: Herkunft! Familie! Respekt vor Eltern! Und inwieweit man Urteile der Umgebung wahrnimmt! Obwohl die Frage ist natürlich, ob die "Umgebung" ehrlich zugeben wird, dass Die schlecht denkt und diese Person verachtet. Na ja, liebe WIssenschaftler, eben die Fragen, die sie ernst nehmen könnten!!! Übrigens, ich habe auch ein Mittel dagegen gefunden. Und kann mich jetzt konzentrieren. Es war sehr einfach:)))

    • Warm
    • 08.09.2009 um 16:18 Uhr

    Tja... Irgendwie hat es mir gut getan hier zu schreiben! Ich hab sehr viel über das Thema zu sagen: hab eine Welt- un Lebentheorie rund um das Thema aufgestellt, nur der Ausgangspunkt ist ein Anderer. Daher hat die hier nicht zu suchen. Was mir noch eingefallen ist.. Hybris (nach Walter Kaufmann) ist zwar Stolz, aber nicht der Stolz, den man einfach hat, sondern Stolz, der sich aus eigenen Leistungen legitimiert. Ich würde das ganze eher auf Würde beziehen. Aber egal. Was ich hier sagen will. Leistungsgesellschaft ist ein Ausdruck, der meiner Meinung nach daraufhin deutet, dass es sehr viele potentielle ADS-Patienten gibt. Vorausgesetzt, meine Überlegungen betr. Verbindung zw. Herkunf-Würde-Krankheit-Vorbilder-Handeln stimmt. Also frage ich mich, wenn der Begriff "Leistungsgesellschaft" echt ein Indiz auf diese Krankheit darstellt, viele potentiell kranke könnten demnächst krank werden? Haben die ganzen Bankiers nicht auch das Problem? Verbindung zwischen Leistung und Kick spricht dafür. Und es ist eindeutig, dass dabei unkonzentriert gehandelt wurde... Also, ein spannendes Thema:) Jetzt habe ich fertig!

  1. Wie denn? Wenn die Gefühle bei mir stärker sind, als die Gedanken, ich mir diese also nur schwer merken kann, wenn also mein Herz größer ist als mein Kopf, dann soll ich irgend ein Aufputschmittel wie Ritalin nehmen, damit ich gesellschaftsfähig bin? Bei Leuten, die sowas von mir verlangen, fehlt das im Herzen, was bei mir am Gehirnrezeptor fehlt. Lieder Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom aber dafür ein großes Herz, als angepasst denkender Konzentrator auf Medikamenten.

    An alle, die mich jetzt kritisieren wollen, weil ja manche doch dieses Ritalin bräuchten, um normal leben zu können: Ich hab das als Kind bekommen, über Jahre hinweg. Ich weiß nicht, warum ich heute so anders bin und aus dem gesellschaftlichem Rahmen fallen mag, vielleicht wegen meinem ADHS, vielleicht aber auch wegen der Behandlung dagegen durch die Medikamente. Oder vielleicht fall ich gar nicht so sehr aus dem Rahmen, weil es plötzlich so viele ADHS-ler gibt.

    Eine Leser-Empfehlung
    • Hiker
    • 08.09.2009 um 22:36 Uhr

    [Text entfernt, bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich/ Redaktion; svb ]

  2. Die Angststörungen und Depressionen, die viele ADHS-Patienten haben, sehe ich nicht als "zusätzliche Störung" an. ADHS ist vielmehr ein Begriff für psychisches Leid, das therapiert werden möchte. Genau, wie ein weinendes Kind aus den verschiedensten Gründen weinen mag, so können Unruhe und Unaufmerksamkeit die verschiedensten Ursachen haben. Die "ADHS-Welle" ist eine große Chance, damit psychische Störungen allgemein thematisiert werden. (Siehe auch: ADHS - das umstrittene Syndrom, http://www.medizin-im-tex....)

    • reiten
    • 11.09.2009 um 11:16 Uhr

    sehr interessanter Artikel

    Eine Leser-Empfehlung

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  • Quelle DIE ZEIT, 03.09.2009 Nr. 37
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  • Schlagworte Psychologie | Sozialpolitik | Freiburg
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