Der Fall Verena Becker Der Verdacht
Michael Buback glaubt, der Staat habe den Mord an seinem Vater nie wirklich aufklären wollen. Neue Ermittlungen gegen die Ex-Terroristin Verena Becker bestärken ihn. Eine Begegnung

Michael Buback, Sohn des 1977 ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, kritisiert die Ermittler
Michael Buback ist verlacht und verhöhnt worden. Ein Besessener sei er, verbittert, vernagelt, für rationale Argumente nicht mehr erreichbar. Eine »Privatkampagne« führe er, um nach dreißig Jahren, wider alle Vernunft, die Mörderin seines Vaters, des Generalbundesanwalts Siegfried Buback, zu entlarven, ganz allein, gegen den Rat aller Fachleute. Ein Verschwörungstheoretiker.
Michael Buback sitzt an seinem runden Esstisch, in einem schlichten Reihenhaus am Hang oberhalb von Göttingen, neben ihm seine Frau Elisabeth, auch sie Kind eines ehemaligen Bundesanwalts. Er trägt ein kurzärmeliges weißes Hemd, eine goldene Uhr, eine randlose Brille. Die Ähnlichkeit mit dem Ermordeten ist beinahe schockierend. Derselbe breite Schädel, dieselben Augen, dieselbe Statur. Er habe sich an die Angriffe, an den Spott gewöhnt, sagt Buback. Aber immer noch empöre ihn, wie schlampig die Ermittler gearbeitet hätten.
Der Anschlag der RAF auf den obersten Ankläger der Bundesrepublik am Gründonnerstag 1977 in Karlsruhe sei längst aufgeklärt, hieß es stets von der Bundesanwaltschaft. Verena Becker, die Michael Buback bereits vor mehr als zwei Jahren als mögliche Täterin genannt hat, habe mit dem Attentat auf seinen Vater und dessen beide Begleiter nichts zu tun, hieß es. Immer wieder wurde Buback von den Ermittlern abgewimmelt, der Ton wurde zusehends gereizter.
Bis zum vergangenen Freitag. Da nahm der Haftrichter beim Bundesgerichtshof Verena Becker in Untersuchungshaft. Mithilfe neuer kriminaltechnischer Verfahren sollen auf den Bekennerschreiben der RAF zum Buback-Mord DNA-Spuren gefunden worden sein, die von Becker stammen. Die Ermittler ließen ihr Telefon überwachen und fanden bei einer Hausdurchsuchung belastendes Material. Seither ist das Verfahren, das wie eingefroren schien, in Bewegung geraten. Es gibt Presseberichte, die Terroristin habe schon lange vor dem Buback-Mord mit dem Verfassungsschutz zusammengearbeitet, von Geldzahlungen ist die Rede. Plötzlich will sogar das Bundesinnenministerium die Freigabe von Akten prüfen, die die Vernehmungen von Verena Becker durch den Verfassungsschutz 1982 protokollieren, bislang aber gesperrt waren – um »Nachteile für das Wohl des Bundes« abzuwehren.
Dies sind die Tage des Michael Buback.
Noch ist längst nicht erwiesen, ob er recht hat. Ob Verena Becker wirklich auf seinen Vater geschossen hat. Noch ist auch völlig ungewiss, ob es wirklich »eine schützende Hand« gab, wie Buback vermutet, irgendeine Instanz, die Becker über all die Jahre gedeckt hat. Eine »schützende Hand«, die, wenn es sie gab, sehr weit oben angesiedelt gewesen sein muss, eine Person, vielleicht eine kleine Gruppe mit Macht und Verbindungen. Vielleicht sogar beim Generalbundesanwalt, »in der Behörde meines Vaters«.
- Datum 04.09.2009 - 19:59 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 03.09.2009 Nr. 37
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...die Wahrheit erfahren.
Genausowenig, wie über...
...den Fall barschel
...den CDU-Spendenskandal
...den 11. 9.
...den 7. 7. (London)
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...die Arctic Sea
...den Möllemord
...den Milosewic-Mord
...und und und.
Ganz einfach, weil wir es
nicht wissen dürfen.
hat viele Facetten, und leider sind nicht nur weinge davon sind dunkel, angstmachend und geeignet zu glauben, das Staatsinteresse gelte es in jedem Fall über eine im Namen oder unter Mitwirkung des Staates gegenüber einem Staatsbürger begangene Straftat zu stellen.
Grave ipsius conscientiae pondus
wissen wa zuviel, und von zuviel wissen wa zuwenig. (E.Strittmatter, Der Laden). Und für beide Sachverhalte wird bestens gesorgt!
"Mithilfe neuer kriminaltechnischer Verfahren sollen auf den Bekennerschreiben der RAF zum Buback-Mord DNA-Spuren gefunden worden sein, die von Becker stammen."
Angenommen, Becker hätte das Schreiben aufgesetzt, oder weitergereicht, zur Post getragen, oder aus Interesse mal so überflogen, oder oder oder...
Was sollen ihre DNA-Spuren denn nun beweisen, außer, daß sie offensichtlich informiert war?
Und dann:
"Es ist ein Vorwurf, der – sollte er sich als wahr erweisen – nicht nur ein neues Licht auf die Geschichte der RAF werfen würde. Er würde den Rechtsstaat in seinem Innersten erschüttern."
Es ist die reale Politik, die den Rechtsstaat in seinem Innersten erschüttert, ob da nun ein Deal zwischen dem Verfassungsschutz und Becker lief - ts, das wäre doch nur Tagesgeschäft.
Das Celler Loch hat sich nicht selbst geprengt. Das war der Verfassungsschutz. Und alle haben jahrelang alles abgestritten.
Der Schmücker-Mord wurde nie aufgeklärt - das letzte Verfahren wurde aber wegen der geheim gehaltenenen „Mitwirkung und Einwirkung des Landesamtes für Verfassungsschutz“ ergebnislos beendet.
Warum sollte beim Buback-Mord unser Staat nicht auch die Finger mit drin haben ?
"Michael Buback glaubt, der Staat habe den Mord an seinem Vater nie wirklich aufklären wollen"
Wie wär´s anzunehmen, der Staat habe den Mord schon lange aufgekärt, durch seinen Inlandsgeheimdienst? Er hat lediglich kein Interesse daran, die Öffentlichkeit, die Staatsbürger aufzuklären?
Im Übrigen, wären die Medien wohl ebenso interessiert an einer gründlichen Aufklärung der Vorgänge in Bad Kleinen (Grams) oder am Tod in Stammheim (Meinhof und später Baader, Ensslin, Raspe), wo mindestens so viele Fragen offen geblieben sind, wie bei der Ermordung Bubacks?
Nehmen wir mal an es ist Bezahlt worden,da es evtuelle ein Auftrag gewesen ist.
Irgend woher muss sich jede Organisation auch Finanzieren lassen oder ?
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