Neue Galerien für Hamburg Hanseatische HausbesetzungSeite 2/2

Für die Besucher gibt es viel zu kritisieren und zu bewundern

Für die Besucher gibt es viel zu kritisieren und zu bewundern

Während sich die Künstler zur Vollversammlung in eine stimmungsvolle Fabriketage zurückziehen, räumt ein gewinnorientierter Obdachloser die im zentralen Innenhof aufgeschichteten Pfandflaschen ab. Diese Künstler sind nicht so mittellos, dass sie nicht noch zur Umverteilung taugten!

Eine Schiefertafel im Durchgang zum Hof hält als handgeschriebener, kreidegestützter »Newsticker« alle Fortschritte und Rückschläge dieser Tage fest. Im dicken Gästebuch daneben findet sich der Eintrag eines interessierten Werbers: Ihn begeistert das Projekt, er hätte hier demnächst gern sein Büro.

Wann werden die ersten Kunsthändler eintreffen? Kommen Sie in die Gänge! Kaufen Sie jetzt! So günstig wird es nie wieder! Der Malerstar Daniel Richter hat sich zum Schirmherrn der Hausbesetzung erklärt.

Über drei Jahrhunderte hinweg war dieses Viertel ein übler Slum, die Häuser standen so dicht, dass nur schmale Gänge sie trennten. Hier hüpften die Bazillen von Tür zu Tür, hier wütete noch 1892 die Cholera.

Aber nun schreiben wir das Jahr 2009. Die Künstler zwischen all ihren Kabeltrom- meln, Verlängerungsschnüren und Trinkwasserkanistern hoffen auf einen milden Herbst. Es regnet durch, und es gibt keine Heizung. Hat noch wer eine Kaffeemaschine? 

 
Leser-Kommentare
  1. Es bleibt zu hoffen, dass die Initiative der Hamburger Künstler dauerhaften Erfolg hat und die historische Bausubstanz als Wohn- und Arbeitsraum erhalten bleibt: http://www.synecstasy.com...

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