Weltwirtschaftskrise Schreck lässt nach
Finanzkrise, Terror, Klima: Unter höchstem Druck rückt die Menschheit zusammen. Doch von Dauer ist die Einsicht nie
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Der Moment, in dem die Finanzmärkte kollabierten: Ein Händler verfolgt am 16. September in Dubai die Börsenkurse. Ein Tag zuvor war die Bank Lehman Brothers Pleite gegangen
Vor einem Jahr brach in New York die Lehman-Bank zusammen, und die Finanzkrise drohte uns alle mitzureißen. Sollte jemand diesen 15. September zum Gedenktag erheben wollen, dann bitte als Feiertag. Denn als überdrehte Banker den Wohlstand der Nationen und auch die gesamte Globalisierung bedrohten, hat die Weltgemeinschaft geantwortet und alle Skeptiker widerlegt, die meinten, die Menschheit sei nicht lernfähig. In der größten Not funktioniert die Weltfeuerwehr sehr wohl.
Es ist selbst in der Erinnerung noch atemberaubend: In Europa stimmten sämtliche 27 EU-Länder in Rekordzeit einem gemeinsamen Bankenrettungsplan zu. Und von den USA über Deutschland bis Japan stützten die führenden Industrieländer ihre Banken mit über einer Billion Euro an Hilfen und Bürgschaften – eine solche konzertierte Aktion hatte die Welt noch nicht gesehen. Auch die Zentralbanken rund um den Globus arbeiteten eng zusammen und versorgten die Finanzmärkte mit genügend Liquidität, sodass es nicht zur befürchteten Kernschmelze des Bankensystems kam. Angeschlagenen Ländern von Island bis Ungarn hat die Staatengemeinschaft aus der Patsche geholfen. Dann legten die großen Volkswirtschaften, allen voran China, Amerika und nach einigem Zögern auch Deutschland, die größten Konjunkturpakete der Geschichte auf, um die Weltwirtschaft vor einer jahrelangen Depression zu bewahren.
Die Finanzkrise begann nicht mit Lehman. Doch erst der Zusammenbruch der New Yorker Investmentbank alarmierte die Welt. Es war ein Schockerlebnis wie der 11. September 2001, als islamistische Terrorpiloten die Türme des World Trade Center zu Fall brachten. So grundverschieden die beiden Ereignisse sind, schon weil das eine viele Menschenleben kostete und das andere nur viel Geld – so ist ihnen doch viel gemeinsam. Beide sind Menschheitserlebnisse, die das globale Geschehen neu definiert haben. Und auf beide hat die Welt nach ähnlichem Muster reagiert.
Erst lässt der Schock die Nationen zusammenrücken, man solidarisiert sich und wehrt sich gemeinsam gegen die Gefahr. Doch alle Hoffnungen, die Welt werde nun wirklich zusammenwachsen und für eine gerechte Globalisierung sorgen, zerstieben bald. Denn nur unter allergrößtem Druck stehen die Länder zusammen. Dann treten die kleinen Differenzen wieder hervor, und die kollektive Intelligenz, die da über den Planeten gekommen ist, verzieht sich wieder.
Schon 2001 erklärten viele in West wie Ost, nun sei die Zeit für globales Handeln gekommen. Für ein faires Handelssystem. Für eine neue entwicklungspolitische Offensive. Für ein ökologisches Umsteuern. 2008 keimte diese Hoffnung wieder auf. Wenigstens ein absturzsicheres Weltfinanzsystem würden die Länder doch nun errichten.
Sie werden es nicht schaffen.
Es ist beinahe wie ein Naturgesetz: Der Egoismus der Nationen kehrt zurück, sobald die unmittelbare Gefahr gebannt ist. Fast erleichtert lassen sich die Regierungen dann wieder auf das Spiel nationaler Sonderinteressen ein.
- Datum 15.09.2009 - 12:53 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.09.2009 Nr. 38
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Die Banken an der Wall Street stellen wieder massiv neue Banker ein, auch die Deutsche Bank (USA) ist daran beteiligt. Viele bezahlt man jetzt schon im voraus, obschon ihre Dienste erst ab Januar benötigt werden, um die besten Talente zu ergattern.
NRW-Bauern sollen mehr Energiepflanzen anbauen!
Jean Ziegler sagt wer Kinder verhungern lässt ist ein Mörder.
War dass nicht vor einem Jahr, dass die deutsche Bank ihren Kunden Wetten auf die Nahrungsmittelmärkte anbot?
Und Bauern gehen regelmässig zur Kirche.
Leider, leider hat er Autor recht. Die Menschen handeln immer erst dann wenn es brennt und nicht um Brände zu verhindern. Vielleicht ist deswegen die Feuerwehr auch beliebter als der Brandschutz.
Beim Klimawandel wird es sich zeigen, ob die Menschheit handlungsfähig ist, oder nicht. Ich schätze mal wenn überhaupt, dann zu spät.
es ist unsinnig, zu behaupten, die Krise hätte weniger Menschenleben gekostet als die Twin Towers
es ist grober Dummfug, von einer Weltgemeinschaft zu reden
Kurz: ein sehr fahrlässiger Beschwichtigungsversuch
Ich lebe derzeit in Irland - Ende letzten Jahres ist an meinem Wohnort die Arbeitslosigkeit von 3% auf 17, 6% geklettert - und haelt sich seitdem "stabil" auf diesem Niveau. Nach Steuererhoehungen und massiven Erhoehung der Sozialabgaben sowie 2 Lohnkuerzungsrunden steht uns nun im Dezember die dritte Lohnkuerzungsrunde bevor, In fast jeder Strasse gibt es einige Haeuser, die gerade zur Zwangsversteigerung anstehen, die Krankenhaeuser haben versprechen muessen, dass sie zumindest eine Versorgung auf dem Stand von 2005 gewaehrleisten wollen, fast alle Beschaeftigungsprogramme fuer Erwachsene Behinderte wurden ersatzlos gestrichen. Aber die Krise... die (!) ist ja vorbei - was man daran erkennen kann, dass die Allied Irish Banks all ihren Mitarbeitern ab diesem Monat das Gehalt erhoeht haben. Na dann!
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