Atommüll in der Asse Alle haben versagtSeite 2/2

 

König: Es ging um die schnelle und für die Verursacher billige Entsorgung. Das betrifft den Beginn der Einlagerung in den sechziger Jahren, aber auch die Fortsetzung bis zum Schluss 1978, nachdem mit dem Atomgesetz von 1976 schon Rechtsgrundlagen für die Endlagerung geschaffen waren, die die Asse nicht erfüllen konnte. Bis in die achtziger Jahre hielt man sogar daran fest, dort auch hochradioaktive Abfälle einbringen zu wollen.

ZEIT:Was folgt daraus für Ihr Schließungskonzept?

König: Das Verschweigen und Verzögern des früheren Betreibers führt dazu, dass wir heute so vorge- hen müssen, wie es wissenschaftlich-technisch nicht optimal ist. Wir werden bis zum Schluss keine hundertprozentige Sicherheit bekommen, was alles in der Asse liegt. Wir müssen vieles parallel machen und auch mit vorläufigen Sicherheitsanalysen arbeiten. Wir müssen Sicherheitsmargen einbauen, die vielleicht sonst nicht notwendig wären. Wir können nicht sagen, wie lange die Grube standsicher ist.

ZEIT: Was sagt die Geschichte der Asse über die atomare Endlagerung?

König: Wir brauchen eine Diskussion über den gesamten Zyklus der Nutzung der Kernenergie. Wir können nicht isoliert über Laufzeiten diskutieren, ohne Risiken wie die ungelöste Endlagerfrage mit einzubeziehen. Man muss vor allem die Fehler analysieren. Dazu gibt es für die Frage der politischen Verantwortung einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Was fehlt, ist, dass die beteiligten Wissenschaftler sich ihrer Verantwortung stellen. Sie haben wesentlich zu den Fehlentwicklungen in der Asse beigetragen.

Die Fragen stellte Roland Kirbach

 
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